ZEITjUNG.de|Passagiere protestieren gegen Abschiebung – Wir fliegen nicht mit Herrn Ghalamere!

Schwedische Fluggäste weigern sich den Gurt anzulegen – und retten einen Vater vor der Abschiebung.

Von Daniela Gaßmann

„Bitte legen Sie nun Ihren Sicherheitsgurt an“, drang es am Montag aus den Flugzeuglautsprechern zu Ghader Ghalamere hervor. Dabei will der kurdische Flüchtling nicht wieder in den Iran abgeschoben werden. Fast noch schlimmer als die Angst vor Verfolgung wäre es nämlich über 5.000 Kilometer getrennt von seiner Ehefrau Fatemeh Ghalamere und den beiden Söhnen in Schweden zu sein. Um legal mit ihnen zusammenleben zu dürfen, muss er nach dem schwedischen Immigrationsrecht vom Iran aus Asyl beantragen. Unverständlich: wie kann denn ein Mensch illegal sein und ein Gesetz so unmenschlich? Gegen die Behörden ist man jedoch machtlos… normalerweise. Als die Passagiere um Herrn Ghalamere ihre Sitzgurte aus Protest nicht anlegen wollen, passiert etwas Großartiges.

Zusammen sind wir stärker als Bürokratie

In der Wartehalle hat die Familie Ghalamere die anderen Fluggäste eingeweiht, bevor sie den traurigen Flughafenabschied hinter sich brachte. Als später die Durchsage in typischem Stewardessslang ertönte, blieben die Passagiere stur. Sie weigerten sie sich, den Sicherheitsgurt anzulegen, um den Pilot vom Start abzuhalten. Verspätung hin oder her, protestierten sie ganz geduldig gegen die Abschiebung von Ghalamere. Und Gesetze hin oder her, wurde dieser dann vorläufig zurück in eine Asylunterkunft gebracht. Trotz Medienhype um seine rührende Geschichte, soll er das europäische Flüchtlingslager in zwei Wochen verlassen. Allerdings hat sich gezeigt: die Bürger sind nicht machtlos gegen bürokratische Regelungen. Zusamen sind sie vielleicht sogar stärker. Je mehr Menschen sich der Facebookgruppe für die Rechte der Familie Ghalamere anschließen, desto stärker wird die schwedische Regierung unter Druck geraten. Vielleicht schaffen es seine Unterstützer, die Geschichte umzuschreiben.

Quelle: ZEITjUNG.de

Bundestag| EU-Sanktionen gegen den Iran

Nach der rechtlichen Situation der Sanktionen gegen den Iran erkundigt sich die Fraktion Die Linke in einer Kleinen Anfrage (18/1063). Die Bundesregierung soll mitteilen, „welche konkreten politischen Forderungen“ die EU und Deutschland an die iranische Führung als Voraussetzung „für eine Lockerung beziehungsweise Aufhebung des Ölembargos und der anderen Sanktionen“ richtet. Die Abgeordneten fragen unter anderem auch nach den Auswirkungen der Sanktionen auf das Bruttoinlandsprodukt, den Staatshaushalt, die Inflationsrate, die Gesundheitsversorgung und die Preise für Grundnahrungsmittel im Iran.

Weitere Fragen beziehen sich auf solche Sanktionen, die keinen Bezug zum iranischen Atomprogramm haben sowie auf Gerichtsurteile und Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit iranischen Unternehmen, die unter anderem vor dem Europäischen Gerichtshof und vor dem Handelsgericht in London gegen die Blockade ihrer Aktivitäten geklagt haben.

Quelle: Bundestag

Refugee facing deportation from Sweden saved by fellow passengers refusing to let plane leave

Father-of-two’s family told them about his situation while in departure lounge – and they took the only action they could

 A man facing deportation from Sweden has been granted a temporary reprieve after fellow passengers aboard his flight to Iran prevented it from taking off by refusing to fasten their seat belts.

A Kurd fearing persecution in his home country of Iran, Ghader Ghalamere fled the country years ago and now has two young children with his wife Fatemeh, a Swedish resident.

As a result he qualifies for a residence permit himself – yet because of a quirk in immigration laws he is required to apply for it from outside Sweden.

On Thursday, Mr Ghalamere was put on a flight at Östersund bound for Stockholm – and ultimately Iran itself – accompanied by his friends and family in protest.

Gathering in the departure lounge, they spoke to other passengers preparing to board the flight and explained the situation.

Clearly moved, once on board the plane the other passengers refused to fasten their seat belts – a protest that prevented the pilots from being able to begin take off.

With the flight unable to go ahead as scheduled, Mr Ghalamere was removed and taken to a migrant detention centre in Gävle, central Sweden – but the country’s migration board insists nothing about his situation has changed.

“It’s enough now,” said Sanna Vestin, chairman of the Swedish Network of Refugee Support Groups (FARR). “No one who sees the family can doubt that it would harm the children to their father expelled.”

Ms Vestin, who has followed the family’s fate since the father contacted FARR a year ago, said police had asked Mr Ghalamere to travel to Norway to make his application for a Swedish passport from there.

After two weeks the attempt failed and he returned to Sweden empty-handed – but upon his arrival the family was told his trip had proven the children could survive in his absence, and the Migration Board ordered his deportation.

Mr Ghalamere first fled the prospect of torture and execution in Iran by travelling to Turkey, where he met Fatemeh and was granted refugee status by the UN’s High Commissioner for Refugees (UNHCR).

After five years of failed attempts to find him a country that would take him from Turkey, Mr Ghalamere was finally able to reach Sweden.

“Now his case has received attention in the media – even in Iran itself,” Ms Vestin said. “There is one more reason to reconsider the case. The Migration Board can do [his hearing] over and do it right.”

Since being returned to the detention centre, Mr Ghalamere has gone on hunger strike, and FARR have organised two demonstrations for Tuesday in Östersund and Gävle.

Campaigners have also set up a Facebook group, stoppa utvisningen av ghader, which has around 4,000 members.

Ms Vestin said: “It is gratifying that so many people have lined up. Sweden has undertaken to defend the rights of children and the right of asylum. When the authorities cannot do it on their own, others have to take responsibility when we get the chance.”

 

Source: Independent

Iran| Jahresbericht zur Menschenrechtslage im Jahr 2013 (Entwicklungen und Probleme) [ID 273697]

 UK Foreign and Commonwealth Office

Iran

Jahresbericht zur Menschenrechtslage im Jahr 2013 (Entwicklungen und Probleme) [ID 273697]

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Periodischer Bericht: Human Rights and Democracy Report 2013 – Section XI: Human Rights in Countries of Concern – Iran

Iran| Vierteljährliche Updates zur Menschenrechtslage

 UK Foreign and Commonwealth Office

Iran

Vierteljährliche Updates zur Menschenrechtslage [ID 273713]

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Periodischer Bericht: Human Rights and Democracy Report 2013: Iran – Country of Concern update

Frankfurt keine “Stadt der Zuflucht” mehr?

Stadt stellt finanzielle Mittel zur Unterstützung verfolgter Schriftsteller vorerst ein

Vierzig Städte weltweit gehören dem Netzwerk “Städt der Zuflucht” (ICORN) an, das es sich seit Mitte der Neunziger Jahre zur Aufgabe gemacht hat, verfolgten oder bedrohten Schriftstellern zu helfen. Für mindestens ein Jahr erhalten die Autoren ein Stipendium, das aus Geld und einer Wohnung besteht, um frei arbeiten zu können. Auch die Buchmesse-Stadt Frankfurt war bislang beteiligt. Bis zum 31. Mai ist dort noch der iranische Romancier Mohammad Baharloo untergebracht. Danach stellt die Stadt ihre finanzielle Unterstützung von jährlich 27.000 Euro ein. Während einige das Ende der Förderung befürchten, heißt es von den Organisatoren, es solle eine Evaluation stattfinden.

In vielen Ländern der Welt können Schriftsteller und Journalisten nicht frei arbeiten. Ihre Arbeit wird zensiert, oft werden sie verfolgt und bedroht, einigen drohen Folter und Tod. Erst im Januar wurde der junge Dichter Hashem Shaabani in Iran auf Weisung von Präsident Hassan Rohani hingerichtet. Die Betroffenen sind auf Hilfe von außen angewiesen; ein Stipendium hilft ihnen nicht nur kurzfristig, um aus Notsituationen herauszukommen und eine Zeitlang ohne Druck frei arbeiten zu können – oft ist mit solchen Maßnahmen auch eine erhöhte öffentliche Aufmerksamkeit verbunden, die mit Lesungen, Vorträgen und Medienberichten einhergeht. Diese Aufmerksamkeit hat eine nicht zu unterschätzende Schutzwirkung, denn viele Diktaturen schrecken vor repressiven Maßnahmen gegen Personen zurück, die im Fokus der internationalen Öffentlichkeit stehen.

Dass ausgerechnet die Buchmesse-Stadt Frankfurt nun ihre mit 27.000 Euro im Jahr vergleichsweise geringe Unterstützung beenden will, sei ein völlig falsches Signal, beklagt Pro Asyl. Laut dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels wolle nun auch die Buchmesse prüfen, “ob das Programm noch das richtige Format sei, um die Meinungsfreiheit zu fördern”. Kritik gebe es aus der SPD.

Betreut werden die Stipendiaten in Frankfurt durch Litprom –Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika, die eng mit der Buchmesse zusammenarbeitet. Anita Djafari von Litprom befürchtet allerdings nicht, dass das Programm komplett eingestellt werden könnte. “Es wird eine Evaluation stattfinden, an der alle Partner – Litprom, die Buchmesse und die Stadt – beteiligt sein werden, um die bisherigen Erfahrungen mit Städte der Zuflucht zu analysieren”, sagt sie. “Gegen das Programm kann niemand etwas haben das wäre absurd. Es geht darum zu schauen, was man verbessern kann. Wo haperte es in der Vergangenheit, wo wurden Fehler gemacht, wie kann man die Betreuung der Autoren verbessern, welche Voraussetzungen braucht es dafür?”

Peter Ripken, der für Litprom die Stipendiaten ehrenamtlich betreut, ist nicht so gelassen. “Es ist im Moment schwer zu sagen, ob das Programm ernsthaft gefährdet ist. Aber ich bin skeptisch, die ganze Situation ist sehr unerfreulich. Fakt ist, dass das Kulturamt der Stadt Frankfurt die Mittel gestrichen hat, das ist der Status Quo. Dass die Buchmesse nun sagt, man wolle schauen, was man anders machen könne, finde ich eine arrogante Haltung. Als wüsste man das hier besser als in anderen beteiligten Städten wie Barcelona, Paris oder New Mexico.”

Zuletzt war die iranische Dichterin und Übersetzerin Pegah Ahmadi als Stipendiatin der “Städte der Zuflucht” in Frankfurt – sie ist danach nicht nach Iran zurückgekehrt, sondern in Deutschland geblieben. Inzwischen lebt sie in Köln. Ihr letztes Buch “Mir war nicht kalt” ist bislang nur in Deutschland erschienen. Das Programm habe ihr in vielerlei Hinsicht geholfen, sagt sie: “Für zwei Jahre gab es mir wirtschaftliche Sicherheit und einen sicheren Ort, um meine Arbeit ohne Angst fortsetzen zu können. In Iran fühlte ich mich unsicher und bedroht, meine Bücher und Artikel wurden zensiert oder konnten gar nicht erst erscheinen. In Deutschland konnte ich frei sprechen in Interviews, Seminaren, Lesungen, und ich konnte wieder veröffentlichen.”

In Iran, so sagt sie, seien Schriftsteller ständig unter Druck, “wesentliche Menschenrechte gelten für uns nicht. Wann immer wir versuchen, die Lebensrealität darzustellen, sind wir mit Brutalität, Ungerechtigkeit, Demütigung, Einschüchterung und Zensur konfrontiert. Es ist ein ständiger Kampf.”

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News from Iran – Week 15 – 2014

from Liss Nup

Prisoners’ News

A-Transfers

  • Hasan Javani transferred to solitary in Bandar Abbas prison.
  • Mohammad Seifzadeh transferred to Tehran Heart hospital.

B-Arrests-Detentions

  • Meyad Ahmadi arrested in Sanandaj.
  • Mahmoud Bagheri is back to prison at the end of furlough.
  • Rahman Ghahremanpour-Bonab is back to prison at the end of furlough.
  • Ghazab Golparipour, brother of executed Kurdish prisoner Habibollah Golparipour, arrested in Sanandaj.
  • Shahoo Heidari, arrested in Sanandaj.
  • Nader Jani is back to prison at the end of furlough.
  • Hamid Kerbasi is back to prison at the end of furlough.
  • Nasour Naghipour is back to prison at the end of furlough.

C-Liberations

  • Reza Malek (Malekian) released at the end of his sentence.

D-Other News

  • Mahmoud Fazli, Azeri civil activist, begins hunger strike at Central Prison of Tabriz.

News of injustice in Iran

  • Blogger Vahid Asghari prevented from attending his trial.
  • Mohammad Karimi, Kurdish workers’ rights activist, sentenced to 2 years in prison
  • Jamal Minashiri, Kurdish workers’ rights activist, sentenced to 3.5 years in prison.
  • Ebrahim and Ghasem Mostafapour, Kurdish workers’ rights activists, sentenced to 2 years in prison
  • Mohsen Rahmani, political activist and student, sentenced to 7 years in prison.
  • Hadi Tavanmand, Kurdish workers’ rights activist, sentenced to 3.5 years in prison.
  • One hanging in Ardabil on Tuesday.

University – Culture

  • Cheshmeh Publications banned under Ahmadinejad resumes activity after more than 2 years.
  • 10,500 students left Iran in one year.
  • ‘Sugarland’ and ‘Adventures of Mirzabalad’ grab best film award at Irish animated film festival.
  • Maziar Maleki, Baha’i student, expelled from Birjand University.

Protests

  • Two hundred workers from the Zagros Steel Factory gathered in front of the ministry of labour in Qaravah in Kurdistan Province to protest the closure of their factory.
  • Basij protest in front of Embassy of Greece in Tehran condemning EU resolution on Iran.

Iran abroad

  • Spain arrests four accused of attempting to export equipment to Iran.
  • IRCG claims arrests of several ‘spies’ at the border between Iraq and Khuzestan.
  • Iran’s choice for UN post denied access to the USA.
  • Rouhani and supreme leader meet Azerbaijan president.

Iran Economics

  • 9-month delay in paying the salaries of 127 workers of Rasht Nopoush factory.

Miscellaneous

  • Iranian athlete wins gold medal at IPC Powerlifting Championships.
  • Massoumeh Ebtekar injured in a car crash on Wednesday.

As usual, list of political prisoners in Iran: http://hyperactivist.info/ipr.html

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Mittelbayerische| Teppichhändlerin mit goldener Stimme

Mahin Mahboob hätte im Iran Sängerin werden können. Heute ist sie Regensburgs einzige Teppichhändlerin. Zum Laden kam sie wie die Jungfrau zum Kind

erstes Bild 
Bild weiterAuftritt in Persien: Mahin Mahboob (mit Mikro) gewann unterm Schah-Regime einen landesweiten Gesangswettbewerb.  Foto: Mahboob

Auftritt in Persien: Mahin Mahboob (mit Mikro) gewann unterm Schah-Regime einen landesweiten Gesangswettbewerb. Foto: Mahboob

VON HELMUT WANNER, MZ 

REGENSBURG. Eine fast lebensgroße Madonna in der Auslage eines Teppichladens, das von einer Perserin geführt wird – das gibt es unter Gottes Himmel nur in der Goldenen Bären Straße.

In der Tiefe des Raumes sitzt Mahin Mahboob, geboren am 19. April 1954 in Hamadan, Iran. Sie hat sich sogar ihren Schreibtisch unter einen Herrgottswinkel gebaut. Zwei barocke Engel schweben über ihr. Sie mag das einfach so. Mit ihrem weiblichen Sondergeschmack hat Mahin Mahboob als einzige Frau in der islamischen Männerwelt des Orientteppichhandels überlebt. Wie kam sie zum Handel mit Perserteppichen? „Wie die Jungfrau zum Kind“, sagt sie. Steinig war ihr Weg.

Sie hatte andere Träume. Mahin war mit 18 Jahren die Gewinnerin eines landesweiten Gesangswettbewerbs. Sie durfte beim Schah in Ramsar am Kaspischen Meer Urlaub machen. Ein Foto zeigt sie als 18-Jährige im Park des Pahlawi-Ferienhauses in Minirock, weißen Sommerstiefeln, schwarzweißer Sonnenbrille und schwarzweißem Hut.

Im Leben kam sie zweimal zu spät

Mahin Mahboob ist die Frau, die in ihrem Leben zweimal zu spät kam. Beim ersten Mal schrieb man das Jahr 1977. Nach einem vierjährigen Aufenthalt in Bayern packte sie mit ihrem Mann einen Lkw mit Anhänger und fuhr 6000 Kilometer von Regensburg zurück nach Teheran. Kaum war sie zurück in der Heimat, lief der Schah weg. Reza Pahlawis Zeit lief ab, es endete die goldene Zeit ihrer Jugend.

Ihr um 15 Jahre älterer Mann verwandelte sich unter ihren staunenden braunen Augen vom weltläufigen Geschäftsmann mit Laden in der Obermünsterstraße zum in sich gekehrten frommen Bartträger und Moscheegänger von Teheran. Vier Jahre zuvor hatte er die unschuldige 18-Jährige Abiturientin im weißen Mercedes zur Hochzeit gefahren, eine Woche, nachdem er sie kennengelernt hatte. Da war sie einmal zu schnell.

Beim zweiten Mal Zuspätkommen war sie 39 Jahre alt. Als sie mit ihren Kindern nach Deutschland zurückkehrte, musste sie etwas feststellen, was in Deutschland nur Migranten öffentlich feststellen dürfen. „Das ist nicht mehr das Deutschland, das ich kannte.“ Vier Jahre nach der Wende waren die Grenzen offen. Mahin Mahboob: „Als ich meine Kinder in die Schule schickte, waren da nur noch zwei Deutsche in der Klasse.“ Die Iranerin ist das Gegenteil eines Armutsflüchtlings. „Ich habe den puren Luxus verlassen“, sagt sie bei einer Tasse schwarzen Tees aus dem Samowar und einem Stück letzten Osterbrots vom Arnulfsbäcker. Sie hatte ein Haus im Norden Teherans, nahe beim ehemaligen Schah-Palast. Das war mit dänischen Designer-Möbeln ausgestattete und mit Teppichen ausgelegt. Mahin Mahboob bewegte sich auf 360 Quadratmetern Wohnfläche in drei Etagen, genoss einen schönen großen Garten mit Swimmingpool. Mahin war ein bunter Vogel. Aber die Liebe war aus dem goldenen Käfig entflogen. Als Grund nennt sie Entfremdung und unterschiedliche „Ideologie“. Sie spricht das Wort französisch aus. „Mein Mann ging am Freitag zum Beten. Ich fuhr mit den Kindern nach Dizin zum Skifahren. Wir wussten nicht mehr, über was wir reden sollten.“ Dizin ist eines von 40 höchstgelegenen Skigebieten der Welt. Der Schnee soll auf 3600 Metern Höhe von besonderer Qualität sein.

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StZ| Das letzte Fanal

Ulrich Stolte, 
Tübingen - Noch hängt, in eine Folie verpackt, der Nachruf auf Ba­ratali Yazdani an einer Pla­tane hinter der Tübinger Stiftskirche. Hier hat sich der 49-jährige Iraner mit einer Selbstverbrennung ums Leben gebracht.

Eine Woche nach seinem Tod trafen sich dort Freunde und Bekannte zu einer Trauerfeier, zündeten Kerzen an, versuchten, die Tat zu verstehen. „Sein Tod ist eine Folge der verfehlten Asylpolitik, die einen Menschen in den Mühlen der Bürokratie zerbricht“, hörte man von den Asylaktivisten. „Er hatte keinen Grund, sich zu töten“, erklärte die zuständige Polizeidirektion in Reutlingen. „Er war anerkannter Flüchtling, er hätte arbeiten können, es gibt auch keinen Abschiedsbrief.“

Wer war Baratali Yazdani alias Kaveh Pouryazdani alias Ali Yazdani, wie es in seiner Gerichtsakte heißt? Warum starb der Mann, der am 23. November 1964 im nordiranischen Bojnurd geboren wurde, am 20. Februar 2014 in der Innenstadt von Tübingen? Nur wenn man sein Leben kennt, kann man seinen Tod verstehen.

Yazdani entstammte einer kurdischen Bauernfamilie. Er war 14 Jahre alt, als die Islamische Revolution über das Land ging. Er erlebte, wie sich der Staat von einer diktatorischen Monarchie in einen funda­mentalistischen Gottesstaat wandelte, wie Menschen gefoltert und hingerichtet wurden. Dann griff der Irak den Nachbarstaat an, der Krieg dauerte acht Jahre. Das Land verarmte, ein Exodus von Iranern begann. Yazdanis erste Migration führte ihn als Gastarbeiter nach Japan. In diesen drei Jahren lernte er Konstruktionszeichnungen umzusetzen und wurde etwas, was man in Deutschland einen Industriemeister nennen würde. Er kehrte in den Iran zurück, wurde Vater einer Tochter, die heute 19 Jahre alt ist. Er wollte dort eine Firma gründen, scheiterte aus Geldmangel. Er kam in seinem Land nicht mehr zurecht.

Im Tübinger Asylzentrum in der Neckarhalde kickern die Nachbarskinder. Die Männer auf den schwarzen Ledergarnituren schlagen die Zeit tot, weil sie nicht arbeiten dürfen. Vielleicht schlägt die Zeit auch sie tot. Sam*, ein junger Iraner, dessen Haare so glänzen wie seine schwarzen Augen, hat Yazdanis Tochter am Display eines Smartphones weinen sehen, als er zusammen mit dessen Cousin die Todesnachricht übermittelte. Sie wollte es nicht glauben. Beharrte darauf, er müsse ermordet worden sein. Aber Sam weiß es besser.

Über sein Leben im Iran redete er nicht gerne

Drei Jahre hauste Sam im Wohnheim. „Kein Hund will so leben“, sagt er, „die Wände sind schimmlig, es ist schmutzig.“ Aber das war nicht das Schlimmste. Er ist nach Deutschland gegangen, weil er frei sein wollte, doch er fühlte sich in Deutschland genauso unterdrückt wie im Iran. „Ich durfte nicht arbeiten, nicht reisen, kein Geld verdienen. Drei Jahre konnte ich nichts tun, nichts aufbauen“, sagt Sam. „Drei Jahre meines Lebens sind einfach weg.“ Bei Yazdani waren es zehn Jahre.

Unter dem falschen Namen Ali Yazdani reiste er 2004 nach Deutschland ein. Als Grund für seine Flucht gab er an, linksgerichtete Flugblätter verteilt zu haben und deswegen verfolgt zu werden. Vielleicht ist es wahr, vielleicht nicht. Über sein Leben im Iran redete er nicht gerne. Die Behörden wollten Papiere sehen. Er weigerte sich, seine richtigen Personalien anzugeben. Sein erster Asylantrag wurde abgelehnt, aber Yazdani erhielt eine Duldung, die er alle drei Monate auf dem Ausländeramt in Tübingen verlängern lassen musste. Ein brüchiger Status einer brüchigen Existenz.

So allerdings hat sich Baratali Yazdani damals nicht gesehen. Im Gegenteil, er legte seinen ersten falschen Namen ab und gab sich einen zweiten: Kaveh Pouryazdani nannte er sich jetzt nach dem Schmied Kaveh Ahangar, einem persischen Helden, vergleichbar mit dem Siegfried der deutschen Heldensage. Unter diesem Namen begann sein Leben als Exilkämpfer für die Menschenrechte im Iran.

Mit seinem Infostand vor der Tübinger Stiftskirche gehörte er bald zum Stadtbild. Man machte einen Bogen um ihn, um nicht die grässlichen Bilder von Folteropfern sehen zu müssen, die er in einer Art Postkartenhalter präsentierte. Einer dieser vielen Spinner, dachte man, aber das war ein Irrtum. Yazdani lernte Deutsch, um hier gegen die iranische Regierung agitieren zu können. Wenn es ihm gelänge, die Deutschen aufzurütteln, würden sich die Verhältnisse im Iran irgendwann bessern, glaubte er. Er war doch Kaveh, der mythische Held, der von Dorf zu Dorf zog, sein Volk hinter sich versammelte, um es von einem grausamen Tyrannen zu befreien.

Vier Jahre ging das so, dann konnte er die Sammelunterkunft verlassen und in ein Tübinger Wohnprojekt einziehen. Seine Mitbewohner erinnern sich an den ernsten Menschen, der den Kopf mit dem schütteren braunen Haar immer leicht schräg hielt. Er konnte ihnen aber auch Geschichten erzählen, lachen, wenn sie im Hof auf breiten Metallstangen Hackfleisch grillten.

„Kaveh war einer der typischen Wirtschaftsflüchtlinge aus dem Iran“, sagt Ferhat*. Er ist ein gelassener rundlicher Mann, der sich mit einer kleinen IT-Firma über Wasser hält. Er spricht perfekt Deutsch, genießt hohes Ansehen unter den Auslandsiranern. Er kam 1984 ins Land, als die iranische Mittelschicht vor Ajatollah Khomeini floh. Wie ist das, wenn man 30 Jahre im Exil lebt? Ferhat holt aus seiner Laptoptasche einen karierten Block, zeichnet einen Baum. „Das bist du!“ Er zeichnet einen Seitenast: „Das ist deine iranische Identität.“ Er zeichnet einen neuen Ast: „Das hier ist deine deutsche Identität. Und das hier ist deine Identität als Asylbewerber.“ Er zeichnet weitere Striche von weiteren Identitäten in das Bild, das unter seinen Händen zum Diagramm eines vorhersehbaren Todes wird. „Das hängt alles zusammen, aber du darfst deine eine Identität nie mit der anderen Identität vergleichen. Du darfst nie zwischen diesen Welten hin- und herspringen, sonst zerreißt es dich.“

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Jugend im iranischen Kino – Generation des Zwiespalts

“Darband” und “Sar be Mohr” sind zwei neue iranische Spielfilme, die tiefe Einblicke in die modernen Lebenswelten junger Iraner eröffnen und ihre Zerrissenheit in der Islamischen Republik verdeutlichen. Massoud Schirazi hat die beiden Filme in Teheran gesehen.

Das iranische Kino ist in Europa seit vielen Jahren ein Publikumsliebling unter den Fans des innovativen Weltkinos. Iranische Filme werden für ihre authentische Darstellung der meist widersprüchlichen Lebensrealitäten gelobt, wie zuletzt Asghar Farhadis erfolgreiches Drama “Nader und Simin”. Viele iranische Filme feierten wegen ihrer Gesellschaftskritik internationale Erfolge und entfalteten dabei manchmal auch eine schablonenhaft Wirkung – zum Beispiel, wenn es um die Situation der Frau in der Islamischen Republik ging.

Doch gibt es bis heute zahlreiche beachtliche Filmproduktionen, die es nicht auf die Preistribünen internationaler Kinofestivals schaffen. Zwei davon, die im vergangenen Winter in den Teheraner Kinos gezeigt wurden, setzen sich mit einem Thema auseinander, das bisher wenig Aufmerksamkeit erfahren hat: der Zusammenprall von westlicher und iranischer Kultur und die Zerrissenheit vieler junger Menschen im Iran.

Der Name “Darband” steht in Teheran für Spaß, Ausgelassenheit und den Geschmack von Freiheit. Die Bergschlucht am nördlichen Stadtrand ist der Lieblingsausgehort von Pärchen, hippen Teheraner Cliquen und jungen Familien. “Darband” heißt auch der neue Film von Parviz Shabazi, einem bisher wenig bekannten Regisseur, der auf dem iranischen “Fajr”-Filmfestival im letzten Jahr für diesen Film den “kristallenen Simorgh” gewonnen hat.

Gegensätzliche Lebenswelten

“Darband” ist ein sorgsam inszeniertes Drama, dessen Protagonistin eine Studienanfängerin ist, die nach dem Gymnasium nach Teheran zieht: Naznin stammt vom Land, nur 80 Kilometer von Teheran entfernt, und kommt doch wie aus einer anderen Welt. Als sie erfährt, dass das Uniwohnheim keine freien Plätze mehr hat, mietet sie sich ein Zimmer in der Wohnung einer Teheraner Parfümverkäuferin.

 

Filmplakat "Sar be Mohr"; Foto: Massoud Schirazi

Es ist ein Paradox, was in “Sar be Mohr” auf den Punkt gebracht wird: Religiosität ist in der Islamischen Republik bei weiten Teilen der jungen Generation zu einem Tabu geworden.

Schon während der ersten Unterhaltung der beiden jungen Frauen werden ihre unterschiedlichen Lebensweisen und Entwürfe deutlich: Sahar spricht im Teheraner Slang-Farsi, Naznin ist höflich-distanziert, tastet sich langsam an die Großstadt heran.

In ihrem neuen Zuhause wird Naznin mit einer anderen Realität konfrontiert: Sahars Nächte sind lang und voll lauter Musik. Ihre Freunde gehen in der Wohnung ein und aus, es wird Wasserpfeife geraucht, man gibt sich cool und fährt mit schnellen Autos durch die Stadt. Naznin dagegen kommt nicht zum Lernen und gerät mit Sahar aneinander, die – wie sich bald herausstellt – hohe Schulden hat und mit ihrem Gläubiger eine sexuelle Beziehung eingegangen ist. Da sie nicht zahlen kann, wird sie schließlich verhaftet.

Die unbefangene Naznin versucht nun, Sahar zu helfen und gerät dabei zwischen die Fronten. Am Ende wird sie so weit in die Spirale von Intrigen und Egoismus hineingezogen, dass sie selbst vor Sahars Dilemma gestellt und von Geldeintreibern verfolgt wird. Sahar ist selbst ist inzwischen nach Europa ausgewandert.

Kontrollverlust

“Darband” reflektiert das Leben einer Generation, der im Streben nach einer Art von “amerikanischem Lebensstil” die Orientierung abhanden gekommen ist und sich von Moral und Ethik entfernt hat. Die Ehrlichkeit eines jungen Menschen, der behütet und traditionell aufgewachsen ist, kann in diesem Umfeld nicht überleben. Eine iranische Filmkritik versteht Teheran im Film “Darband” als eine “hyper-entwickelte, moderne Großstadt (…), deren Bewohner sich untereinander ähneln – und jeder, der nicht dazugehört, ist zum Untergang verdammt.”

Ein weiterer Streifen, der im Winter über Teherans Leinwände lief, ist “Sar be Mohr” (mit dem englischen Titel “The Sealed Secret”) des Regisseurs Hadi Moghadamdast. “Mohr” ist der runde Gebetsstein, auf den die Schiiten zum Gebet ihren Kopf legen. “Sar be Mohr” ist ein Wortspiel, denn es bedeutet sowohl “Kopf auf den Mohr(-Stein)” und hat gleichzeitig die Konnotation von einem “intimen Geheimnis”.

“Sar be Mohr” handelt vom unruhigen Dasein einer jungen Frau namens Saba, die von Leila Hatemi (bekannt aus “Nader und Simin”) gespielt wird. Saba verbringt einen Großteil ihrer Zeit im Internet und breitet in einem Onlineforum ihr Leben aus. Rat für ihre Probleme sucht sie bei virtuellen Freunden – denn in der realen Welt fühlt sie sich nicht zuhause.

Zu Beginn von “Sar be Mohr” reist Saba aufs Land zu ihrer blinden Schwester. Sie will alles unternehmen, um ihr das Leben leichter zu machen. Schnell wird aber deutlich, dass diese mit ihrem Leben trotz Blindheit zufriedener ist als die sehende Saba.

Ein Motiv zieht sich durch Sabas Alltag – sie ist tief religiös, kann ihre Religiosität aber in der säkularisierten Umgebung von Freunden und Familie nicht offen ausleben. Viele Szenen spielen in Sabas Teheraner Wohnung. Sie wendet sich in Tränen verzweifelt und verschämt an Gott, betet um Mut und darum, dass sie eine Arbeit findet. Als sie zu einem Job als Hostess eingeladen wird, ertönt während des Vorstellungsgesprächs der Gebetsruf. Saba erstarrt, wird still, und jäh aus dem Hier und Jetzt gerissen – ein Vorgang, der sich im Film mehrfach wiederholt. Ihr Wunsch, beten zu gehen, erntet beim Gegenüber Spott und Unverständnis.

Zerrissenheit zwischen Innen und Außen

Sabas Drang zur Frommheit findet in ihrem sozialen Umfeld kein Verständnis. Letztendlich scheitert sie an der Zerrissenheit zwischen Innen und Außen – ein Konflikt, mit dem viele junge Iraner konfrontiert sind. Der einzige Ort, an dem sie sich selbst zeigen kann, bleibt das Internet. Sie scheitert sowohl im Umgang mit Freunden als auch in einer Beziehung, die wegen Sabas starker Introvertiertheit nicht zustande kommen kann.

Es ist ein Paradox, was in “Sar be Mohr” auf den Punkt gebracht wird: Religiosität ist in der Islamischen Republik bei weiten Teilen der jungen Generation, vor allem in Teheran, zu einem Tabu geworden. Die Coolness, das schnelle Leben am urbanen Puls der Zeit und an der Kultur des Westens – diese unausgesprochenen sozialen Normen verbieten es heute in Teheran vielen jungen Menschen, den religiösen Traditionen der Elterngeneration zu folgen.

“Darband” und “Sar be Mohr” sind zwei Filme, die dem außenstehenden Betrachter einen neuen Blickwinkel auf das Leben junger Iraner eröffnen. Sie zeugen von den gesellschaftlichen Spaltungen im städtischen Iran, die nicht immer nach klaren Linien verlaufen. Das iranische Kino bleibt das vielleicht kritischste Medium in der Islamischen Republik und wird dabei auch zu einem Spiegel, den es den iranischen Kinobesuchern vorhält.

Massoud Schirazi

 

Quelle: Qantara.de

Teheran will weniger Medizinstudentinnen

Iran will weniger Frauen für das Medizinstudium zulassen, weil es einen Mangel an männlichen Ärzten gibt. Da in der Zwischenzeit fast 70 Prozent der Medizinstudenten Frauen sind, will das Gesundheitsministerium die Quoten der Frauen senken, sagte Vizeminister Amir Hussein Siaei am Dienstag der Tageszeitung „Schargh“.

Das Land brauche Ärzte in Dörfern, wo keine Frauen arbeiten würden, so Siaei. Das System müsste daher geändert werden. Immer mehr Frauen – und immer weniger Männer – schaffen es im Iran an die Universitäten.

Frauen stellen inzwischen über 60 Prozent der Studenten im Land. Trotz Kritik will die Regierung dies ändern, da die graduierten Frauen in vielen Bereichen nicht eingesetzt werden können. Im Vorjahr wurde beschlossen, dass Frauen an mindestens 36 Universitäten und in über 75 Fächern auf Diplom- und Magister-Level, insbesondere Ingenieurfächern, nicht mehr studieren dürfen.

ZDFinfo| Luxusleben während der Diktatur | Samstag, 12. April 2014, 17.15 Uhr

ZDFinfo zeigt Doku über Israelis in Teheran während des Schah-Regimes

Sie waren Ausländer in Teheran, hatten lukrative Berufe, enge Geschäftsbeziehungen und lebten im Wohlstand: Die Israelis genossen in den 1960er und 1970er Jahren eine besondere Beziehung zum persischen Schah und dessen diktatorischer Herrschaft. Doch dann folgte die Revolution und sie mussten aus dem Iran flüchten. ZDFinfo zeigt am Samstag, 12. April 2014, 17.15 Uhr, in “Luxusleben in der Diktatur”, wie Tausende Israelis zur damaligen Zeit in Teheran lebten. Mit seltenem Archivmaterial und exklusiven Interviews zeigt die Dokumentation eine wenig bekannte Seite der Islamischen Revolution 1979.

Bis zu mehrere tausend Dollar verdienten die Israelis dank der Waffengeschäfte und den besonderen Finanzverbindungen. Der Schah bewunderte Israel hauptsächlich wegen seiner militärischen Erfolge. Nach dem Sechs-Tage-Krieg, in dem die Israelis sieben arabische Armeen in sechs Tagen besiegten, wurde dem Schah klar, dass es sich lohnte, auf die Karte “Israel” zu setzen. Darüber hinaus initiierte der Schah das Atomwaffenprogramm, um gegenüber dem Irak stark zu sein.

Viele Israelis in der Dokumentation bezeichnen ihren Aufenthalt in Teheran als die glücklichste Zeit ihres Lebens. Für viele Perser dagegen war es alles andere als eine schöne Zeit rund um die 1970er Jahre. Denn im Land gab es weder Freiheit, geschweige denn demokratische Verhältnisse, noch gleiche Lebensstandards. Das Schah-Regime brach zusammen und ein noch viel schlimmerer Diktator kam an die Macht: Ayatollah Khomeini.

http://info.zdf.de

New Hope amid Persistent Challenges for Women in Iran: Interview with Parisa Kakaee

An Iranian protester at the End Male Violence Against Women rally in London, March 2010. (Gary Knight/flickr)

“The main problem for all the social and political groups inside [Iran] is the atmosphere of insecurity,” according to Parisa Kakaee, a women and children’s rights activist from Iran. “When these groups don’t have freedom of speech or activity, how can they recognize and address society’s needs?”

Ms. Kakaee is all too familiar with this dilemma. After being arrested for her human rights activities in 2009 and spending a month in prison, she fled her native land. She was then sentenced in absentia to six years in prison and has been living in exile in Germany ever since.

In a phone interview, Ms. Kakaee suggested that security, women’s rights, and socioeconomic development are all intertwined in Iran: “When women’s employment is subject to the permission of her husband … when parliament encourages society to have more children and limits women’s access to contraception, when domestic violence is considered as a private family matter, how do we expect to eradicate poverty, to promote gender equality, and to empower women to reduce high mortality rates or to combat HIV/AIDS?,” she asked.

“We can’t talk about gender equality and empowering women while there is a law that supports child marriage. How is it possible to improve maternal health when a child becomes a mother?”

After eight years under the conservative government of President Ahmadinejad, last year’s election of President Rouhani breathed new hope into the women’s movement in Iran, according to Ms. Kakaee. The appointment of legal scholar Mrs. Shahindokht Molaverdi in the cabinet, for example, shows that there have been some positive steps in terms of women’s participation in policymaking.

Nonetheless, significant challenges remain. Iran continues to have “a male-dominated and conservative parliament” that could still reverse the limited progress that has been made, Ms. Kakaee said, and “systematic changes in the regime’s policy on women’s rights and girls’ rights are necessary.”

Inside Iran, “women’s rights activists are fighting for their freedom of speech, fighting against discrimination laws, and try[ing] to support development for women and girls,” she said. But the international community still has a role to play.  If relations between Iran and the rest of the world can be improved, then “civil society can focus on social and economic problems and human rights rather than concerns arising from the risk of war or the impact of sanctions,” she said. “It’s important that the international community prioritizes concerns about the violation of human rights in Iran over other political and economic issues.”

The interview was conducted by Marie O’Reilly, associate editor at the International Peace Institute.

Transcript

When you spoke to the Global Observatory last year, you described how the situation of women in Iran had evolved during the conservative era of the government of President Ahmadinejad. Since the June 2013 election of President Rouhani, how has the situation changed for women in Iran?

Well, talking about the people’s situation in a country is not easy when you don’t live there. However, as an observer and follower of the news and reports, I can say that since the election of President Rouhani, Iranians have developed fresh hope for some changes in the situation of women and human rights. Based on the president’s promises, this hope didn’t seem unrealistic. However, I felt, at the time, that it was too early to judge. It was a hope that could fade or continue to exist.

I would like to categorize the positive changes into two groups. First, within the Iranian women’s movement I think the above-mentioned hope reactivated the women’s movement and made them able to come together, organize some groups, hold some meetings on women’s rights, develop their main demands from the new government, and continue their unprohibited activities.

Second, there have been some changes in policymaking and women’s participation. For example, there is some noticeable improvement in licensing surrounding the establishment of NGOs. That may lead to more activity in various areas related to women, such as violence, impoverishment, sexual health, et cetera.

In addition, some of the women’s rights activists believe that appointing Mrs. Shahindokht Molaverdi as vice-president for women and family affairs is a positive step, which could—could—affect decisions and policy relating to women’s rights. If she has sufficient authority, she may retrieve what we had lost over the past eight years. However, I think, we should not forget that she works in a male-dominated government and society.

And aside from the limited positive progress, Iran has a male-dominated and conservative parliament, which can pass policies against human rights. For example, parliament is initiating a new plan called the Comprehensive Population and Family Excellence Plan that imposes some restrictions on women’s employment and educational, health, and civil rights. Women’s rights activists have issued a statement objecting to the plan, but it’s expected that the new government will use all its power to stop this plan too.

As I mentioned last year, Iranian women are still suffering from domestic violence and a lack of supportive laws. There are still unemployed women, unequal wages, prostitution, discriminatory laws against women, restrictions on personal freedom, and education and economic problems. In addition, some groups in the women’s movement still cannot hold official meetings about, for example, 8th of March [International Women’s Day].

I personally don’t expect the new government to solve all the problems overnight, but I think there should be some sign of momentum in supporting women’s rights—a momentum that I don’t currently see.

Here in New York, we recently concluded the 58th session of the Commission on the Status of Women, and its theme this year was the challenges and achievements of the Millennium Development Goals for women and girls. What do you see as the challenges and achievements of the MDGs for women and girls in Iran?

I think the main problem for all the social and political groups inside the country is the atmosphere of insecurity. When these groups don’t have freedom of speech or activity, how can they recognize and address society’s needs?

Women’s rights activists are doing their best to take advantage of existing resources and make changes in women’s lives. But when women’s employment is subject to the permission of her husband, they can’t act independently. When parliament encourages society to have more children and limits women’s access to contraception, when domestic violence is considered as a private family matter, how do we expect to eradicate poverty, to promote gender equality, and to empower women to reduce high mortality rates or to combat HIV/AIDS?

In my opinion, to achieve the Millennium Development Goals for women and girls, partnership between government and civil society is important. I’m not saying that government has not done anything about—for instance, in terms of HIV/AIDS or maternal health or primary education, et cetera. Rather, I think it’s not sufficient.

Government and parliament need a more gender-sensitive approach to policymaking and planning for women and girls. We can’t talk about gender equality and empowering women while there is a law that supports child marriage. How is it possible to improve maternal health when a child becomes a mother?

Therefore, I believe systematic changes in the regime’s policy on women’s rights and girls’ rights are necessary. Women’s rights activists are fighting for their freedom of speech, fighting against discrimination laws, and they try to support development for women and girls at the same time. I think this is a tough challenge, and it’s not an easy job.

Late last year the international community and Iran reached an agreement to ease some sanctions in line with the scaling back of Iran’s nuclear activities. Has this easing of sanctions had an impact on the situation of women?

First of all, as far as I know the number of eased sanctions is low. Secondly, the massive damage caused by sanctions is not something that can be fixed in a short time. As I mentioned last year, the Iranian people and civil society are under pressure from international sanctions and structural economic and political mismanagement. People are happy that the risk of entering into war is being eliminated, and they have more hope for the future. However, most of the sanctions remain, and the economic situation has not significantly changed.

Unemployment, unequal access to education, and poverty are part of the problems that affect vulnerable people, such as women, children, and marginalized groups. Therefore, I think Iranian people—and especially women—are still under pressure as a result of the sanctions.

Parisa, what would you suggest the international community could do to support women’s and children’s rights in Iran?

In general, improving relations between Iran and the world should be considered by the both sides—the Iranian regime and the international community—as a first step to reduce the economic pressure on people. In this way, civil society can focus on social and economic problems and human rights rather than concerns arising from the risk of war or the impact of sanctions. Second, it’s important that the international community prioritizes concerns about the violation of human rights in Iran over other political and economic issues. It’s important to support the activists in danger inside the country and question the regime about human rights violations.

Also, I think having more women’s and children’s rights experts in the country would improve work in this area, so providing college education opportunities for Iranian activists to continue their education abroad could also help. We have to gain specialized knowledge and exchange experiences.

Source: IPI Global Observatory

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Coverage of Unlock Iran on HuffPostLive, NPR and more…

Now in its second month of launch, UNLOCK IRAN, an initiative started by the Iran Human Rights Documentation Center (IHRDC) to raise awareness about Iranian “prisoners of rights”—or those jailed for their lifestyle, beliefs or profession—continues to gain followers and widespread media coverage.

The Unlock Iran website provides a unique platform that gives users a digital view of what their lives would be like if jailed in Iran. The initiative at large calls on the international community to elevate the discussion of human rights issues in Iran at a time of critical reengagement with the Iranian government.

In addition to features on Unlock Iran by ForbesUpworthyThe Daily BeastFast Company’s Co.ExistNPR and theBBC World Service, the campaign was recently profiled at length on HuffPostLive on a segment featuring Iranian student leader and former political prisoner Mehdi Arabshahi and IHRDC Executive Director Gissou Nia.  Mehdi Arabshahi is also the author of a Change.org petition featured on the Unlock Iran site calling on Iranian leaders to release prisoners of rights.  To watch, click the link below.

huggpost

This media coverage follows significant activity in February, when Unlock Iran and the Inside Out Project—started by famed TED prize winner and street artist JR—carried out an art activation featuring the portraits of 13 prisoners of rights (two of whom were executed at the end of January) at the UN headquarters in New York City.

For more information, please visit www.UnlockIran.org, follow @UnlockIran on Twitter and Instagram, and visit #UnlockIran’s Facebook page

 

Source: Iran Human Rights Documentation Center

Iranians avoid bad luck with outdoor festival

— Iranians flocked to parks rich with the smell of grilled kebabs on Wednesday to toss around Frisbees, bat badminton birdies and battle one another in chess and backgammon — all to avoid being caught inside on the unlucky 13th day of the Persian New Year.

The annual public picnic day, called Sizdeh Bedar, which comes from the Farsi words for “thirteen” and “day out,” is a legacy from Iran’s pre-Islamic past that hard-liners in the Islamic Republic never managed to erase from calendars.

Many say it’s bad luck to stay indoors for the holiday.

“I know a family who stayed in and later in the day the leg of their young boy was broken when he fell down the stairs.” said Tehran resident Fatemeh Moshiri, 48.

Iranian hard-liners have tried unsuccessfully for decades to stamp out the festival and other pre-Islamic events, which are seen as closer to Zoroastrianism, the predominant faith of Iranians before Islam.

They have had little success.

“When we go out on Sizdeh Bedar, we take ill-omens out with us,” Tehran resident Marzieh Rahimim, 64, said. “Otherwise a quarrel may happen or an invaluable dish may be broken.”

Last week, Ayatollah Ahmad Khatami, a Friday prayer leader, reiterated a common clerics’ admonition that it is “superstitious” to believe that the 13th day of the new year is unlucky or to think that the popular practice of tying blades of grass together on the day will bring good fortune.

Enjoying nature is commendable, Khatami acknowledged, but he said people should nonetheless keep Islamic values in mind because the festival comes a day before Muslims remember the anniversary of the death of the daughter of Prophet Muhammad.

Islam has been dominant for centuries in Iran, but the country’s Zoroastrian past has left its mark through festivals and traditions still celebrated to this day. The number of practicing Zoroastrians is a tiny minority in today’s Iran, however — around 60,000 people out of a population of more than 76 million.

State media and calendar makers choose to call the festival “Nature Day” instead of Sizdeh Bedar, given the bad-luck associations with the number 13.

Families across the country spread rugs and set up small tents in outdoor areas to mark the holiday, sometimes just a few inches from their neighbors. They have lunch, sip cups of tea and munch on pistachios, fruit and candy.

Iranians also throw trays of sprouted seeds that have been sitting on their new year tables into running water to mark the occasion.

 

Iran’s Supreme Leader pardons 920 prisoners: IRNA

Iran's Supreme Leader Ayatollah Ali Khamenei speaks live on television after casting his ballot in the Iranian presidential election in Tehran

Iran’s Supreme Leader Ayatollah Ali Khamenei speaks live on television after casting his ballot in the Iranian presidential election in Tehran (Caren Firouz Reuters, June 12, 2009)

 

Iran’s Supreme Leader Ayatollah Ali Khamenei speaks live on television after casting his ballot in the Iranian presidential election in Tehran (Caren Firouz Reuters, June 12, 2009)

DUBAI (Reuters) – Iranian Supreme Leader AyatollahAliKhamenei agreed on Monday to pardon or reduce the sentences of 920 people, theofficialIRNA news agency reported, in a customary gesture to mark the anniversary of the Islamic Republic.It was the second large-scale pardon this year after Iran’s paramount clerical leader pardoned or eased the sentences of 878 people in honor of the Prophet Mohammad’s birthday in January.IRNA did not say whether those pardoned on Monday included any of the nearly 900 people the U.N. special rapporteur on human rights says are currently in jail for political offences.

Since his landslide election victory last summer, Iranian President Hassan Rouhani, a relative moderate, has promised to increase political freedoms and some 80 political prisoners were freed in September.

But perhaps wary of antagonizing powerful hardliners sceptical of his rapprochement with the West over Iran’s nuclear program, Rouhani has not made significant policy changes on political freedoms. Rights activists also point out that Iran executed more people per capita than any other country in 2013.

“For all we know there may be no political prisoners among them (released on Monday) or there may be. There is simply not enough information available yet,” Hadi Ghaemi, Executive Director of the New York- based International Campaign for Human Rights in Iran, said in an e-mail to Reuters.

Iran, which this year marks the 35th anniversary of the Islamic revolution that overthrew the Shah, currently holds 895 political prisoners, according to a report by the U.N. special rapporteur for human rights, Ahmad Shaheed.

News from Iran – Week 13 – 2014

by lissnup

Prisoners’ News

B-Arrests-Detentions

  • Abolfazl Abedini-Nasr back to Ahvaz prison at the end of furlough.

C-Liberations

  • Mohammad-Amin Agooshi released on furlough.

  • Mahmoud Bagheri released on furlough.

  • Nader Jani released on furlough.

  • Hamid-Reza Karvasi released on furlough.

  • Leva Khanjani released on furlough.

  • Nasour Naghipour released on furlough.

  • Journalist Ahmad Zeidabadi released on furlough.

D-Other News

  • 40 Bandar Abbas prisoners moved to hospital because of dysentery.

News of injustice in Iran

  • Samrand Farahmandi, Kurdish activist, sentenced to 10 years in prison.

University – Culture

  • Historian and author Mohammad Ebrahim Bastani Parizi passes away in Tehran.

Protests

  • Teachers clash with Iranian regime employees in Dehloran.

  • Protest in front of Pakistan consulates in Tehran and Mashhad to protest against border guard murder; authorized in Mashhad, repressed in Tehran..

Iran abroad

  • Rouhani and Zarif in Kabul for Nowrooz festivities.

Iran Economics

  • Iran announces acquisition of 6 passenger planes.

Iran Politics

  • Iran resumes monetary aid to Hamas.

Miscellaneous

  • Jaish al-Adl claims that they have killed Sergeant Jamshid Danaeefar one of the Iranian border guards they kidnapped in February.

  • Death of a tourist in Kerman province because of a land mine.

  • 8 killed, 33 injured as bus transporting passengers to Iran-Iraq war zone overturns.

As usual, list of political prisoners in Iran: http://hyperactivist.info/ipr.html

Please help us to keep it updated

Buchempfehlung| Schnee von Teheran

Autorin:Susanne Neuffer
Umschlag von:Yvonne Kuschel

Umfang etc.:178 Seiten, Broschur
ISBN-13:978-3-87512-461-3
Sprache:Deutsch
Preis:14,80 € (D)
Schnee von Teheran

Babette Kleinhempel ist eine Lehrerin, die lieber verschämt zugeben würde, Callgirl, Bestatterin oder Waffenhändlerin zu sein, als sich zu ihrem tatsächlichen Beruf zu bekennen, von dem sie sich innerlich längst verabschiedet hat.
Die einzige Gelegenheit, aus dem Trott auszubrechen, sind die Großen Ferien. Auf ihren Reisen sammelt sie Ideen und Rezepte für den persischen Zuckerbäcker Reza, der sie gelehrt hat, die Zuckerbäckerei und ihre Produkte nicht nur als Spiegel einer Kultur zu begreifen, sondern auch als entscheidendes Mittel zur Bewältigung des realen Lebens und seiner Anforderungen.

Kino-Empfehlung| ZWISCHEN WELTEN

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ein Film von

Feo Aladag

mit

Ronald Zehrfeld, Mohsin Ahmady,

Saida Barmaki, Abdul Salam Yosofzai, Felix Kramer

und Burghart Klaußner

Inhalt

Bundeswehrsoldat Jesper (Ronald Zehrfeld) meldet sich erneut zum Dienst in das krisengeschüttelte Afghanistan und erhält mit seiner Truppe den Auftrag, einen Außenposten in einem kleinen Dorf vor dem wachsenden Einfluss der Taliban zu schützen. Dabei wird der junge Afghane Tarik (Mohsin Ahmady) als Dolmetscher zur Seite gestellt. Jesper versucht mit Tariks Hilfe, das Vertrauen der Dorfgemeinschaft und der verbündeten afghanischen Milizen zu gewinnen – doch die Unterschiede zwischen den beiden Welten sind groß. Er steht immer wieder im Konflikt zwischen seinem Gewissen und den Befehlen seiner Vorgesetzten. Als Tarik, der von den Taliban bedroht wird, weil er für die Deutschen arbeitet, seine Schwester in Sicherheit bringen will, geraten die Dinge außer Kontrolle.

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Bundeswehrsoldat Jesper (Ronald Zehrfeld) versucht mit der Hilfe des Dolmetschers Tarik (Mohsin Ahmady) ein afghanisches Dorf vor dem Einfluss der Taliban zu schützen.

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DW| Amnesty: Iraq, Iran executions drive increase in global executions

Amnesty International has released its annual report on the implementation of the death penalty around the world. The total number of executions in 2013 went up compared to 2012, largely due to spikes in Iran and Iraq.

Hinrichtungsraum Gefängnis Abu Ghraid Irak

The report from Amnesty, released on Thursday, showed that worldwide, at least 778 executions were known to have been carried out in 2013, compared to 682 in 2012. Both figures exclude executions carried out in China, as this number is kept secret by the Chinese government. Amnesty estimates the number of people put to death in China is in the thousands every year.

The increase in executions in 2013 is, according to Amnesty, mostly due to rises in instances of the death penalty in Iran (at least 369 executions) and Iraq (169).

“The virtual killing sprees we saw in countries like Iran and Iraq were shameful. But those states who cling to the death penalty are on the wrong side of history and are, in fact, growing more and more isolated,” said Salil Shetty, Amnesty International’s Secretary General, in a statement.

The figures put Iran and Iraq second and third on the list of total executions in 2013, behind China’s presumed figure in the thousands. Saudi Arabia and the United States rounded out the top five in terms of total executions with 79 and 39, respectively.

Despite the overall increase in the number of executions, Amnesty said the global trend was moving away from the use of the death penalty as a means of criminal punishment.

“Only a small number of countries carried out the vast majority of these senseless state-sponsored killings. They can’t undo the overall progress already made towards abolition,” Shetty said. “The long-term trend is clear – the death penalty is becoming a thing of the past. We urge all governments who still kill in the name of justice to impose a moratorium on the death penalty immediately, with a view to abolishing it.”

The report indicated that for the first time since 2009, Europe and Central Asia did not see any executions. The only country in these regions that has not abolished the death penalty is Belarus, which Amnesty said did not carry out any executions in 2013.

The report indicated that beheading, electrocution, firing squad, hanging and lethal injection were among the methods used to execute people in 2013. Some people were put to death for drug-related or economic crimes, as well as adultery or blasphemy. Political crimes were also grounds for execution in some countries. In Iran, North Korea, Saudi Arabia and Somalia, public executions were conducted, and in Saudi Arabia, three juveniles were put to death, according to Amnesty.

The United States was the only country in the Americas to implement the death penalty. Of the country’s 39 executions, 41 percent were in the state of Texas. Maryland became the 18th US state to abolish the death penalty.

mz/kms (AP, AFP)

Quelle: Deutsche Welle

Reuters| Iranische Jugend trinkt sich frei

Ankara (Reuters) – Aus den Boxen dröhnt Rap-Musik, zuckendes Stroboskop-Licht verleiht dem Raum Disko-Atmosphäre.

“Trink erst mal einen Tequila!” ruft der Gastgeber zur Begrüßung. Was in vielen Gesellschaften der Beginn eines normalen Samstagabends ist, ist hier – im Iran – eine Besonderheit.

Alkohol ist im schiitisch-dominierten muslimischen Land offiziell verboten. Hinter verschlossenen Türen wird aber vor allem in den reicheren Kreisen häufig getrunken. Schahrijar lade seine Freunde jedes Wochenende in die Luxuswohnung seines Vaters in Teheran ein, sagt seine Freundin Schima. “Wir trinken bis zum Morgen”, erzählt sie Reuters per Videotelefon. Öffentliche Nachtclubs gibt es im Iran nicht. Für die Jugendlichen sind häusliche Alkoholparties wie diese ein Weg, sich aus der Unterdrückung durch die strengen Richtlinien des Landes zu befreien. Beim Trinken vergesse man seine Probleme, sagt Schahrijar. “Andernfalls würden wir verrückt werden vor lauter Beschränkungen für junge Menschen im Iran.”

“FAST WIE EIN REINIGUNGSRITUAL”

Die Herstellung von Wein hat im Iran eine lange Tradition. Wissenschaftler gehen davon aus, dass bereits 5000 vor Christus auf dem heutigen iranischen Staatsgebiet Wein getrunken wurde. Der berühmte Shiraz-Wein aus dem südlichen Teil des Irans etwa soll durch die Kreuzritter seinen Weg nach Europa gefunden haben.

Wegen des Verbots versorgen sich heute viele Iraner selbst mit Alkohol. Hessam, ein 28-jähriger Musiklehrer aus Teheran, erzählt, dass er mit seinen Freunden regelmäßig in der Badewanne Weintrauben stampfe: “Es macht Spaß. Fast wie ein Reinigungsritual.” Der 35-jährige Sporttrainer Amin produziert professionell. In seinem 50 Quadratmeter großen Garten baut er Wein an, im Keller brennt er Spiritus. Wer selbst keinen Alkohol herstellt, ruft einfach einen Produzenten aus dem Bekanntenkreis an. Man müsse nicht mal das Haus verlassen, erklärt der Computeringenieur Resa. “Nasser, der Brauer, liefert es nach Hause, VIP Service.”

Neben der Eigenherstellung gelangt Alkohol auch durch Schmuggel ins Land. Es heißt, die Grenzwachen, die aus der Islamischen Revolution 1979 hervorgegangen sind, besäßen das Monopol in diesem Geschäft und würden jährlich rund 12 Milliarden Dollar (etwa 8,7 Milliarden Euro) damit verdienen.

 

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Iran Standard Time: a day at the Kerman bazzar

Merchants navigate between the lazy and business savvy – seemingly contradictory traits that define the bazaar

 

Kerman termeh
Pateh, embroidery on wool, is an art form that has been practiced for ages by Kermanis. Photograph: Tehran Bureau

One time in Keman, my grandmother sent me to the bazaar for cumin. I asked for a quarter of a kilo. Perched comfortably on his chair, the spice seller looked me in the eye and raised his brows in a “no”.

That’s the stereotypical Kermani attitude for you, too blasé to even speak. Trying to trump him at his own game, I pretended not to understand the gesture until he was finally forced to reply: “We don’t have any.”

I pointed to a huge sack of cumin in the back.

He grumbled like a bear deep in winter slumber. “You said you want a quarter of a kilo. You want me to get up and walk to the back and open the sack and weigh your purchase … do all that work, for a quarter of a kilo? Nope, my child, I don’t have a quarter of a kilo.”

Such incidents aren’t rare here. A merchant unwilling to rise from his seat might ask you to come back the next day when the shop is busy and he’s up anyway, or he might just ignore you – gaze through you with eyes half closed until you go away. I always react to rudeness in other circumstances, but somehow these shop owners don’t bother me. The bazaar exemplifies Kerman’s whimsical, lazy spirit, often exacerbated by the region’s avid taste for opium. (Kermanis distinguish traditional leisurely use from addiction.)

The Kerman bazaar is one of my favourite places. Not only is it beautiful – despite the fact that it is crumbling – but the spirit of the city sieves through it. Underneath brick domes, through bustling hallways, the conversations and negotiations with the shop owners give glimpses of the heart of the city, 600 miles (965 km) to the southeast of Tehran.

At the same time they are also savvy businessmen. How they negotiate these seemingly contradictory traits is part of what defines this bazaar. In Tehran, Isfahan and Mashhad, the bazaars have lost their identities – the styles and attitudes that made them unique to their particular geographies and histories. In an age where their sons are no longer being trained at their sides, I often wonder what will become of this place when the old men are gone. When the last of these bazaaris leaves his shop, the spirit of this bazaar too will fade forever.

I have heard of the old bazaar district in Mashhad that was completely demolished to make way for new development under the shah despite his wife’s efforts to preserve it. And I wonder how many other places across Iran, cities and towns I’ve never heard of, had bazaars and neighbourhoods now gone without a trace.

Each section of Kerman’s bazaar leads to a courtyard, with rooms all around it. These are the caravans for which the bazaar was once known. In the old days, like hotels, they hosted travellers and itinerant merchants. The caravans were still in good shape only 20 years ago, my uncle says. Now they are in disrepair, used mostly as storage and parking spaces. The bazaar’s gorgeous blue hand-carved wooden doors are also steadily being replaced by iron ones. Mine will probably be the last generation to see a hint of what the bazaar used to be, of the life that it once breathed into the city.

The copper-making section is one of the parts of the bazaar I cherish most. Kerman copper was once an industry and an art, made manifest in the beautiful, intricate engravings on dishes from centuries past. The very fact that there are still a few copper shops left is something to be grateful for. The copper section of the bazaar in Yazd, 220 miles to the northwest, has all but disappeared.

Full Article

Schweiz| Botschaftsasyl definitiv zu Grabe tragen? Versprechungen zum humanitären Visum endlich einlösen

Angesichts der in Aussicht stehenden Verlängerung der dringlichen Massnahmen im Asylbereich stellt die Schweizerische Flüchtlingshilfe SFH heute enttäuscht fest, dass das als valabler Ersatz für das abgeschaffte Botschaftsasyl angepriesene humanitäre Visum in keiner Weise hält, was Bundesrätin Simonetta Sommaruga mehrfach versprochen hat. Verschiedene sehr eindrückliche Fälle belegen, dass der Schutz von wirklich Bedrohten mit dem neuen Instrument keineswegs gesichert ist. Bis Dezember 2013 kamen gerade Mal 34 bedrohte Personen in den Genuss einer humanitären Geste des Landes von Henry Dunant.

Die Gesetzesrevision hat zur Folge, dass es nicht mehr möglich ist, bei einer Schweizer Vertretung im Ausland ein Asylgesuch einzureichen. Personen, die an Leib und Leben gefährdet sind, sollten gemäss Bundesrätin Sommaruga jedoch mit einem humanitären Visum weiterhin Schutz in der Schweiz finden. «Die Realität zeigt ein ganz anderes Bild», stellt SFH-Generalsekretär Beat Meiner fest. «Vor dem Bürgerkrieg fliehende Syrer, aber auch die im Sinai verschleppten Eritreer werden von den Schweizer Botschaften in Kairo oder in der Türkei abgewiesen, weil sie angeblich nicht mehr gefährdet sind».

Die Schweizer Behörden machen viel zu wenig Gebrauch vom Ermessensspielraum, der ihnen erlauben würde, Menschen in äusserster Not zu retten. Exemplarisch dazu der Fall eines eritreischen Entführungsopfers in Kairo: der junge Mann wurde von seinen Entführern zuerst brutal misshandelt und darauf mit einem Lösegeld von 30‘000 Franken von einer Verwandten in der Schweiz freigekauft. Das Gesuch um ein humanitäres Visum des schwer traumatisierten Mannes wurde kürzlich vom Bundesverwaltungsgericht in letzter Instanz abgelehnt.

Ein weiteres grosses Problem ist der physische Zugang zu den Botschaften. Oft dauert es Monate, um nur schon Einlass in der Botschaft zu erhalten. Eine der SFH bekannte minderjährige unbegleitete Person hat in Aegypten ein humanitäres Visum erhalten, nachdem sie neun Monate lang versuchte, dieses bei der Schweizer Botschaft einzureichen. Nur dank dem Einsatz zahlreicher Personen in der Schweiz erhielt die minderjährige Person schliesslich Schutz. Umso fraglicher ist der Zugang für Personen, die keine solche Unterstützung haben.

Wer es mit Mühe und Not aus einer Kriegs- oder Verfolgungssituation heraus bis zu einer Schweizer Vertretung geschafft hat, ist deshalb noch lange nicht in Sicherheit. Die so vor den Schweizer Botschaften Gestrandeten haben in der Regel keine Mittel in ihr Land zurück zu kehren und im «Gastland» sind sie als Mittellose wehrlos staatlicher und ziviler Willkür ausgesetzt. «Solche Leute wegzuweisen ist reiner Zynismus. Viele Betroffene werden so zur lebensgefährlichen Fahrt übers Mittelmeer gezwungen. Die Tragödie vor Lampedusa hat uns drastisch vor Augen geführt, wohin das führen kann», sagt dazu Beat Meiner.

Die SFH sieht in den zum Teil unerträglichen, von der Politik erzeugten Schicksalen die Verantwortung der Entscheidungsträger, über die Konsequenzen ihrer Entscheide noch einmal gründlich nachzudenken. War es wirklich richtig, das Botschaftsasyl abzuschaffen? Und weiter fordert die SFH die zuständigen Schweizer Behörden auf, die Umsetzung des humanitären Visums markant zu verbessern, damit es zu einem Instrument der echten Hilfe für Bedrohte wird und nicht länger eine Falle bleibt.

 

Quelle: 

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Bundestag| Mord in Paris an drei Kurdinnen – Kleine Anfrage

Um die Ermordung von drei Kurdinnen in Paris im Januar 2013 geht es in der Antwort der Bundesregierung (18/827) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (18/675). Wie die Regierung darin schreibt, wurden am 9. Januar 2013 „in den Räumen eines Pariser Kurdistan-Informationsbüros drei weibliche Personen, die dem PKK-Umfeld zugerechnet werden, ermordet“. Ein Tatverdächtiger befinde sich in französischer Untersuchungshaft. Er habe sich vorübergehend auch in Deutschland aufgehalten.

Zu den persönlichen Hintergründen des Tatverdächtigen, seiner Motivation oder seiner politischen Gesinnung liegen der Bundesregierung laut Vorlage keine Erkenntnisse vor. Weiter heißt es in der Antwort, die französischen und die deutschen Sicherheitsbehörden stünden „bezüglich der Tötungen in Paris“ in einem ständigen Austausch und arbeiteten im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeiten zusammen.

Bundestag| Kontoeröffnungen für Flüchtlinge – Antrag

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen will „Kontoeröffnungen für Flüchtlinge ermöglichen“. In einem Antrag (18/905) verweisen die Abgeordneten darauf, dass ausländische Staatsangehörige, deren Aufenthalt in Deutschland geduldet ist, kein Konto eröffnen könnten, da sie meist nur im Besitz einer Duldungsbescheinigung seien. Die wenigsten der Geduldeten könnten ihre Identität durch einen gültigen amtlichen Ausweis mit Lichtbild belegen, wie es das Geldwäschegesetz (GWG) verlange. Lege in Deutschland ein Mensch mit einer ausländerrechtlichen Duldung die Bescheinigung einer Bank mit dem Formular zur Kontoeröffnung vor, müsse dieser Antrag aufgrund der Bestimmungen des GWG abgelehnt werden.

„Die Folgen eines Lebens ohne Konto sind dramatisch, denn für die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ist die Existenz eines Kontos notwendig“, heißt es in der Vorlage weiter. Daher soll das Bundesinnenministerium nach dem Willen der Fraktion per Rechtsverordnung bestimmen, dass Duldungsbescheinigungen gemäß Paragraf 60a des Aufenthaltsgesetzes „geeignete Dokumente zur Überprüfung der Identität im Sinne des GWG sind“.

Deutschland/Niederlande| Iranerin aus Neusäß kämpft um ihre Tochter

Seit Jahren versucht die Iranerin Bahare Balvasi vergebens, ihr elfjähriges Kind zu sich zurück zu holen. Das Mädchen befindet sich bei einer Pflegefamilie in den Niederlanden. Am Donnerstag steht eine wichtige Entscheidung an.

  • Mutter aus Neusäß kämpft um ihre TochterBahare Balvesi und ihre zweieinhalbjährige Tochter Raha, die in Neusäß wohnen, warten sehnsüchtig auf Hasti, die sich in den Niederlanden bei einer Pflegefamilie befindet.
    Foto: jkw

Jahre voller Irrungen und Wirrungen hat die Iranerin Bahare Balvasi hinter sich. Im Jahr 2005 war die 36-Jährige aus dem Iran nach Deutschland geflüchtet und hatte vier Jahre in verschiedenen Städten wie Karlsruhe, Kempten, Mindelheim und Nördlingen gelebt. Zwischenzeitlich, so erzählt die Iranerin, war 2008 ihre heute elfjährige Tochter Hasti ebenfalls in Deutschland angekommen. Als beide zurück in den Iran sollten, flüchtete Bahare Balvasi zusammen mit ihrer Tochter in die Niederlande.

Dort lernte sie ihren heutigen Freund kennen. In den Asylbewerberheimen in den Niederlanden lebte Balvasi allerdings unter schlechten Verhältnissen, so dass die Iranerin erkrankte und in einem Krankenhaus behandelt werden musste. Für die Zeit ihres Krankenhausaufenthalts musste sie ihre Tochter weggeben – für zwei Wochen, sagte man ihr zunächst.

Ein niederländisches Gericht verfügte, dass die Tochter in einer Pflegefamilie untergebracht werden sollte. „Ich wusste nicht, wo Hasti war und konnte keinerlei Kontakt aufnehmen“, erinnert sich die Mutter an eine sehr schlimme Zeit. Mehrfach versuchte sie nach ihrer Genesung eine neue Gerichtsentscheidung zu bewirken, doch es gab keine Chance. „Mir wurde gesagt, dass Hasti einen guten Platz hätte mit einem eigenen Zimmer und einem Pferd“, so Balvasi. Als sie 2011 in Abschiebehaft kam, sie war damals im dritten Monat schwanger mit ihrer zweiten Tochter Raha, war es für sie selbstverständlich, dass sie die Niederlande nur mit ihrer älteren Tochter verlassen würde. Um dem Kind die Verhältnisse in der Abschiebehaft zu ersparen, sollte ihre Tochter direkt vor dem Abflug zum Flughafen gebracht werden. Doch das geschah nicht. Bahare Balvasi weigerte sich, alleine zurückzukehren und kam somit elf Tage ins Gefängnis. Schließlich musste sie, diesmal allerdings zusammen mit Tochter Hasti, innerhalb von 48 Stunden die Niederlande verlassen, ansonsten drohte ihr weiterer Gefängnisaufenthalt.

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Iran| Buntes Leben abseits der Moscheen

Zwischen Minaretten und Palästen zeigt sich der Orient von seiner freundlichen, aber nie aufdringlichen Seite.

Ein Kugelschreiber im Teeglas, das kann Farid nicht einfach so hinnehmen. Also verlässt er seine bequeme Lümmelecke hinten in dem bescheidenen Teehaus in Isfahan und nimmt sich des ahnungslosen Touristen an, der sich da gerade mit dem Schreibwerkzeug als Löffelersatz zu helfen versucht. Ein Lächeln, ein fast schüchternes Hilfsangebot und schon bekomme ich einen Schnellkurs im iranisch Teetrinken. Also, Zuckerwürfel zwischen die Zähne und den Tee mit Geduld und Gefühl da durchrinnen lassen, ganz ohne Kugelschreiber.

 

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Foto: KURIER/Claudius Rajchl

Man kann im Teehaus sitzen oder in einem der knallbunten Fast-Food-Restaurants, die bei jungen Iranern derzeit groß in Mode sind: Ins Plaudern kommt man überall. Das Interesse an den Gästen aus dem Westen ist groß. Und es sind gerade junge gebildete Leute, die das Gespräch suchen. Aufdringlich, wie man es als leidvoll geprüfter Orientreisender aus anderen islamischen Ländern kennt, ist man hier nie. Zu stolz ist man, und auch zu höflich, um sich dem Gast aufzudrängen.

Gute Preise

 

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Foto: Konrad Kramar

Selbst auf den Basars kann man in Ruhe die Ware begutachten, ohne gleich irgendeinen Ramsch für Touristen aufgedrängt zu bekommen, auch weil es davon nicht allzu viele gibt. Von Teppichen bis Metallarbeiten reicht dagegen die Palette orientalischen Kunsthandwerks – zu Preisen, die dank der schwächelnden Landswährung Rial wirklich günstig sind.

Natürlich stehen für jeden Iranreisenden zuerst einmal die großen Sehenswürdigkeiten auf der Agenda: Persepolis, die antike Kaiserstadt, die einem auf atemberaubende Weise die Größe und Macht des alten Weltreichs der Perser vor Augen führt. Oder etwa der Imam-Platz in Isfahan, schon aufgrund seiner Größe einzigartig. Moscheen, wie die Freitagsmoschee in Isfahan, in der die Stile eines ganzen Jahrtausends persischer Kultur ihre Spuren hinterlassen haben.

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Bericht des Generalsekretärs der Vereinten Nationen zur Menschenrechtslage

UN Human Rights Council (formerly UN Commission on Human Rights)  Quellenbeschreibung anzeigen

Iran

Bericht des Generalsekretärs der Vereinten Nationen zur Menschenrechtslage (Hinrichtungen; Folter; Haftbedingungen; Einschränkungen der Meinungsfreiheit; Lage von MenschenrechtsverteidigerInnen; politische Beteiligung von Frauen; etc.) [ID 271990]

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Spezieller Bericht oder Analyse: Report of the Secretary-General on the situation of human rights in the Islamic Republic of Iran [A/HRC/25/75]

Bericht des Sonderberichterstatters über die Menschenrechtssituation in der Islamischen Republik Iran

 UN Human Rights Council (formerly UN Commission on Human Rights)  Quellenbeschreibung anzeigen

Iran

Bericht des Sonderberichterstatters über die Menschenrechtssituation in der Islamischen Republik Iran (legislative Entwicklungen; MenschenrechtsverteidigerInnen; JournalistInnen; religiöse Minderheiten; ethnische Minderheiten; Unabhängigkeit von RichterInnen; Unabhängigkeit von AnwältInnen; etc.) [ID 271950]

Vorabversion

Spezieller Bericht oder Analyse: Report of the Special Rapporteur on the situation of human rights in the Islamic Republic of Iran [A/HRC/25/61]

Iran: Tschahar-Schanbeye Suri, Tradition im Wandel

by didarsabz


Sprung übers Feuer – die alte Tradition

Der Tschahar-Schanbeye Suri ist der letzte Mittwoch im persischen Jahr, vor Beginn des iranischen Neujahrsfestes Nourus. Traditionell machen die Jugendlichen in der Nacht vor diesem Mittwoch sieben Feuer an und springen darüber. Das Fest ist vorislamisch, aber 35 Jahre Islamische Republik haben es nicht geschafft, das Fest auszurotten. Auch dieses Jahr haben die Mollas wieder gegen die Feier gewettert und der oberste Polizeichef Radan hat die Bevölkerung aufgerufen, nicht daran teilzunehmen, es sei gefährlich für die jungen Menschen und fordere Todesopfer.
Das hat die Jugendlichen nicht abgehalten. Allerdings sind sie vorsichtiger geworden. Sieben Feuer zu entfachen, um darüber zu springen, kostet Zeit. Also beschränkt man sich vielerorts darauf, nur ein Feuer anzumachen, und wenn die Polizei kommt, rennt man weg.
Auffällig ist dafür, dass das Fest immer mehr den Charakter von Silvester annimmt. Es werden Raketen angezündet, Knaller und Heuler, man stellt Bengalische Feuer auf, und dieses Jahr konnte man noch eine weitere Neuerung beobachten: Die jungen Leute stellen große, mit Kerzen erleuchtete Lampions her, die sie dann hochfliegen lassen.
Interessante Beobachtung am Rande: Währen die Behörden einerseits diese Feier unterdrücken, sehen sie andererseits doch, dass man mit dem Verkauf von Knallern und Raketen ein gutes Geschäft machen kann. Die Händler freuen sich, und es gibt auch im Iran Importeure und Hersteller von Feuerwerkskörper, die mitverdienen – dass die Pasdaran dabei nicht leer ausgehen, versteht sich.

Hier einige Fotos aus Teheran:


Feuerwerksraketen

und Lampions steigen lassen:

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