Iran: Blutbad in Ahwaz aufklären – Verfolgung der arabischen Ahwazis beenden!



In Ahwaz, der Hauptstadt der Provinz Khuzestan im Südwesten des Iran, kam es bei friedlichen Protesten der arabischen Minderheit der Ahwazi am 16. April 2011 zu einem Blutbad. Iranische Polizisten und Armeeangehörige schossen mit scharfer Munition auf die Demonstranten. Allein im Stadtviertel Kutabdullah wurden mindestens zehn Ahwazis getötet und Dutzende verletzt. Hunderte wurden festgenommen. Insgesamt gab es nach Angaben Iranian Minorities Human Right Organisation (IMHRO) 27 Tote. Doch bisher ermitteln die Behörden nicht gegen die Täter.

Seit Mitte April demonstrieren Ahwazi immer wieder gegen die iranische Zentralregierung in Teheran nicht nur in Ahwaz sondern auch in anderen Städten des Landes wie Hamidieh, Mahshahr, Shadegan, Abadan, und Khorramshahr. Sie fordern ein Ende ihrer Diskriminierung und der versuchten “Iranisierung” ihrer Region. Die paramilitärischen regierungstreuen Basij-Milizen und Revolutionswächter gehen gegen die Protestierenden äußerst brutal vor. Sie setzen Tränengas und Schlagstöcke ein und schießen auch mit scharfer Munition. Da der Stadtteil Kutabdullah in Ahwaz als Hochburg der Ahwazi-Araber gilt und es dort in der Vergangenheit immer wieder zu Unruhen kam, gingen die Sicherheitskräfte hier besonders hart vor.

Anlass der Welle von Demonstrationen ist der Gedenktag an die gewaltsame Niederschlagung der friedlichen Proteste der arabischen Minderheit am 16. April 2005. Damals gingen Zehntausende Ahwazi aus Protest gegen die “ethnische Restrukturierung” zu ihren Lasten und ihre Diskriminierung auf die Straßen. Etwa 500 Menschen wurden verletzt und 250 inhaftiert.

Die Ahwazi sind Araber, die im äußersten Südwesten des Iran in den Küstenregionen des Persischen Golfs leben und nach der Hauptstadt von Khuzestan, Ahwaz, benannt sind. Ihre Zahl wird auf bis zu vier Millionen Menschen geschätzt. Sie sprechen einen arabischen Dialekt. Die meisten Ahwazi sind wie die Perser Schiiten. Tiefe Armut prägt den Alltag dieser Volksgruppe. Die Ahwazi sind bis heute mehrheitlich Analphabeten. Die “Iranisierung” ihrer Region soll durch Bevölkerungsaustausch durchgesetzt werden. Für diese künstliche Veränderung der ethnischen Zusammensetzung der Provinz wurden seit 1979 rund 200.000 Hektar Grund und Boden der Ahwazi beschlagnahmt und auf persische Siedler übertragen. Seither steigen die Spannungen zwischen den Ahwazi-Arabern und den zugezogenen Siedlern.

Die Assimilationspolitik macht sich in vielen Bereichen des Alltags bemerkbar. So erlaubt die iranische Obrigkeit beispielsweise keine unabhängigen arabischen Medien in Khuzestan. Stattdessen führt sie eine systematische Hass- und Verleumdungskampagne gegen die einheimischen Ahwazi in den iranischen Medien. Durch die Diffamierungen bekennen sich immer weniger Ahwazi zu ihrer eigentlichen Identität und geben sich in der Öffentlichkeit stattdessen als Perser aus.

Bitte unterstützen Sie unseren Appell an den Botschafter der Islamischen Republik Iran, Ali Reza Scheikh Attar, sich für die lückenlose Aufklärung der Vorkommnisse in Ahwaz und die Bestrafung der Täter zu engagieren.

 

Quelle: GfbV

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Veröffentlicht am 31. Mai 2011 in Empfehlungen, Gesetze, Medien, Politik und mit , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert.

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