Iran: Männervergewaltigung als grausame Waffe/Male Rape and Human Rights

Sexuelle Gewalt gegen Männer wird weltweit als Kriegswaffe eingesetzt – doch kaum jemand spricht über die grausamen Taten. Gerade den Opfern fällt es schwer, das Tabu zu brechen und ihre Erlebnisse in Worte zu fassen.

Männervergewaltigung findet keine Beachtung

Viele der Männer leben jahrelang mit ihrem schrecklichen Geheimnis und sind stark traumatisiert. Denn der Einsatz von sexueller Gewalt gegen Männer als Kriegswaffe ist fast überall auf der Welt ein Tabu, über das schlichtweg nicht gesprochen wird.

Nicht einmal in den internationalen Menschenrechtsgesetzen wird das Thema berücksichtigt: Eine Resolution des Weltsicherheitsrates aus dem Jahr 2000 etwa nennt im Zusammenhang mit sexueller Kriegsgewalt ausschließlich Frauen und Mädchen. 

Abartige Gewalt gegen hilflose Männer

“Manche Männer erzählen, dass ihnen Schraubenzieher in den Anus gestoßen wurden und sie schlimme Infektionen haben”, erklärt Salome Atim, eine Mitarbeiterin des Refugee Law Project. Andere beklagen, ihnen sei Chili-Pulver in den Penis eingeführt worden. “Viele dieser Männer riechen nach Kot, sie können nicht richtig laufen und benutzen Damenbinden, um das Blut und den Eiter aufzufangen.”

Eine der wenigen internationalen Experten, die sich mit dem Thema ausführlich befasst haben, ist Lara Stemple vom “Health and Human Rights Law Project” der Universität Kalifornien in Los Angeles. In ihrer Studie “Male Rape and Human Rights” (“Männervergewaltigung und Menscherechte”) betont sie, dass sexuelle Gewalt gegen Männer nicht nur in Afrikas Krisengebieten vorkommt, sondern auch in Ländern wie Chile, Griechenland, Kroatien, Iran, Kuwait, der ehemaligen Sowjetunion und Ex-Jugoslawien.

Opfer werden als Homosexuelle geächtet

“Überall da, wo Homosexualität stigmatisiert wird, haben die Opfer es noch viel schwerer, mit dem Erlebten umzugehen”, sagt Stemple. Es sei ein “chronisches Problem”, dass meist den Vergewaltigten selbst die Schuld für das Erlebte zugewiesen wird. “Die Schuld liegt hingegen bei den Tätern und den Regierungen, die solche Straftaten nicht verfolgen”, klagt die Wissenschaftlerin.

Lara Stemples Studie im vollen Umfang: 

Male Rape and Human Rights
Lara Stemple∗
Introduction
For the last few decades, the prevailing approach to sexual violence
in international human rights instruments has focused virtually
exclusively on the abuse of women and girls. In the meantime, sexual
violence against males continues to flourish in prison and other forms of
detention.1 Men have been abused and sexually humiliated during
situations of armed conflict, such as the highly publicized Abu Ghraib
scandal in Iraq.2 Childhood sexual abuse of boys is alarmingly common;
in fact, the vast majority of those abused at the hands of Roman Catholic
clergy in the United States were boys.3 And sexual assault against gay
men remains unchecked due to assumptions that, as was once commonly
assumed about women, gay men who have been raped must have “asked
for it.”4
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Veröffentlicht am 29. Oktober 2011 in Empfehlungen, Gesetze, Medien, Meinungen, Politik und mit , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert.

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