Archiv für den Tag 17. Februar 2012
DAAD-magazin: Ein diplomatischer Dissident
Asghar Farhadi, iranischer Regisseur und ehemaliger Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD, ist Mitglied der Jury der Berlinale 2012. Im vergangenen Jahr war er in Berlin mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet worden, in diesem geht sein Film „Nader und Simin – Eine Trennung“ als bester fremdsprachiger Film ins Rennen um einen Oscar. Einen Golden Globe hat er schon im Januar gewonnen.
Die Frage ist womöglich leichter zu beantworten als jene nach der Henne und dem Ei, knifflig und vertrackt ist sie dennoch: Wer hat dem jeweils anderen mehr zu verdanken, die Filmemacher oder die Filmfestivals? Die Berlinale hat Asghar Farhadi viel Glück gebracht. 2009 hat er für „Alles über Elly“ einen Silbernen Bären als bester Regisseur erhalten. Zwei Jahre später gewann „Nader und Simin – Eine Trennung“ den Goldenen Bären als Bester Film und je einen Silbernen für das weibliche und das männliche Darstellerensemble. Aber Farhadi hat auch der Berlinale Glück gebracht. 2009 bereicherte sein Film einen eher mittelprächtigen Wettbewerb, und 2011 setzte er einem sehr schwachen Wettbewerb ein Glanzlicht auf. Nun sitzt er selbst vom 9. bis 18. Februar in der Jury und wird diesem Amt gewiss große Ehre machen: All seine Filme setzen sich mit dem Problem des Urteils auseinander, beleuchten es aus verschiedenen Blickwinkeln und nähern sich ihm mit großer, präziser Umsicht. Die Jurytätigkeit ist freilich auch ein Indiz für die enge Verbindung, die er in den letzten Jahren zu Berlin geknüpft hat.
Berlin gibt Impulse
Die Idee zu „Nader und Simin“ kam ihm 2009, als er „Alles über Elly“ in Berlin vorstellte. 2011 hat er als Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern mehrere Monate in der Stadt gelebt. Das Projekt, mit dem er sich für dieses Stipendium beworben hatte, handelt von Immigranten in Berlin. Er wollte sich auseinandersetzen mit dem Thema Auswanderung und deren Konsequenzen. Dafür war es ihm wichtig, die deutsche Kultur besser kennenzulernen und, wie er in seiner Begründung schrieb, „den Menschen näher zu kommen“. Dieser Wunsch fasst sein filmisches Werk trefflich zusammen: Es ist geprägt von einer vorurteilslosen Neugierde auf die Charaktere und die Verhältnisse, in denen sie leben. Während seines Aufenthalts in Berlin hat er sich in der Öffentlichkeit rar gemacht – auch, um seine Familie abzuschirmen gegen die Anforderungen einer plötzlich errungenen Berühmtheit.
Der Goldene Bär für „Nader und Simin“ war der Ausgangspunkt eines beispiellosen weltweiten Triumphzuges. Farhadis Film hat nicht nur in seiner Heimat Besucherrekorde gebrochen, sondern wurde in Europa, vor allem in Frankreich, zu einem enormen Erfolg an den Kinokassen. Seither hat er zahllose Preise gewonnen und geht als Favorit in das Rennen um den Oscar für den besten fremdsprachigen Film.
Entlarvende Genauigkeit des Blicks
In den Filmen des 1972 im iranischen Khomini Shar geborenen Regisseurs erfährt man fast beiläufig, wie nebenbei, viel über die Grenzen, die der Freiheit in seiner Heimat gesetzt sind. „Wer verstehen will, was den Revolutionen in Tunesien und Ägypten vorausging“, schrieb der „Tagesspiegel“ emphatisch, „braucht nur ‚Nader und Simin‘ zu sehen.“ Wie eng die Grenzen der künstlerischen Freiheit im Iran sind, zeigen die sechsjährigen Haftstrafen, mit denen Farhadis Kollegen Jafar Panahi und Mohammed Rasoulof belegt wurden. In Berlin hat er seine Solidarität mit den beiden Freunden wiederholt bekundet, sich aber nicht hinreißen lassen zu lautstarken Angriffen gegen das Regime. Er ist ein Dissident, aber ein diplomatischer. Seine Filme will er nicht auf ihre politische Aussagekraft reduzieren lassen. Diese Lesart würde sie einengen. Seine Filme erzählen von der Zerrissenheit seines Landes, dem Widerspruch zwischen Tradition und Aufbruch, indem sie präzise das Milieu der gebildeten Mittelklasse schildern. Politische Sprengkraft ersetzen sie nicht durch einen unverbindlichen Humanismus, sondern eine Genauigkeit des Blicks. Wo andere Filmemacher nur Eindeutiges erkennen, entdeckt er Vielschichtigkeit.
ZDF: Inside Iran – Junges iranisches Kino

Filmabend am Dienstag
Bereits seit einiger Zeit schlägt das Kino aus dem Iran hohe Wellen. Junge Filmemacher haben sich vom Image der beschaulichen Filme ihrer Vorgänger emanzipiert und verleihen der urbanen und westlich geprägten Jugend eine Stimme. Zwar zählt sich keiner der Filmemacher zu jener iranischen “Grünen Bewegung”, die gegen den Wahlsieg von Präsident Ahmadinedschad protestierte. Doch ihre Filme finden starke Bilder für die Absurdität der Repression und verfolgen die Überlebensstrategien ihrer Protagonisten mit engagierter Anteilnahme.
In seinem Spielfilm “No one knows about Persian Cats” porträtiert Bahman Ghobadi in semi-dokumentarischen Bildern die Underground-Musikszene Teherans und fängt die Träume und Sehnsüchte der iranischen Jugend in bislang nicht gesehener Offenheit ein. Die Folge war allerdings Ghobadis endgültiger Bruch mit den offiziellen Stellen in Teheran. Seither lebt und arbeitet der Regisseur im Exil.
Eye on Iran: Iran Cites Nuclear Gains, Offers Talks
Top Stories
WSJ: ”Iran said it reached a landmark in its use of nuclear fuel and offered to return to international talks about its program for the first time in more than a year-as probes into a string of foreign bombings suggested more evidence that the attacks were connected and that Iranians were involved. The reports of nuclear gains, and developments in the investigation of explosions in Thailand and elsewhere, aggravated fears of a spreading conflict between Iran and Israel. President Mahmoud Ahmadinejad personally inserted the first Iranian-made nuclear fuel rods into a research reactor in Tehran on Wednesday, while faster Iranian-made carbon-fiber centrifuges were declared operational in Iran’s main uranium-enrichment facility in Natanz. But some U.S. officials said privately that Iran’s offer to re-enter negotiations on Wednesday-in the form of a letter answering an invitation by European Union officials-contained signals that Tehran might be serious about re-engaging.” http://t.uani.com/yrGbJm Read the rest of this entry
UANI Applauds U.S. Congressmen for Raising Concerns Over India’s Iran Business, Calls on India to Stop Buying Oil from Iran
United Against Nuclear Iran (UANI) President, Ambassador Mark D. Wallace, issued the following statement today regarding the Wednesday letter U.S. Representative Steve Israel [D-NY] and U.S. Representative Richard Hanna [R-NY] sent to India’s Ambassador to the United States:
We applaud Representatives Israel and Hanna for raising the important issue of India’s unfortunate desire to increase its economic presence in Iran. As the Congressmen explained, it is of great concern that one of America’s key international partners plans to send a large trade delegation to Iran in the coming days, and has passed China as the world’s top buyer of Iranian crude oil.
At a time when the Iranian regime has become more dangerous and threatening than ever, most of the world has united in trying to economically pressure the regime and force a change in its behavior through sanctions and embargoes. By increasing its business in Iran, India risks negating the hard work its allies have done to sanction the regime and cut off its oil trade and capital.
We call on India to cancel its planned trade exploration trip to Iran, stop buying Iran’s oil, and join the international effort to isolate the regime. We also call on other U.S. lawmakers to join Representatives Israel and Hanna in this important effort.
RFE/RL Iran Report — February 16, 2012
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A review of RFE/RL reporting and analysis about Iran.
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U.S. Slaps Sanctions On Iranian Ministry The U.S. Treasury Department has slapped sanctions on Iran’s main intelligence organization, accusing it of supporting terrorist groups, committing human rights abuses, and backing the Syrian government’s lethal crackdown on its citizens. More
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