BILDamSonntag:Er wollte Folter-Droge in den Iran liefern
DER ZOLL BESCHLAGNAHMTE 5000 AMPULLEN THIOPENTAL. DIE CHEMIKALIE STEHT AUF DER EUROPÄISCHEN ANTI-FOLTER-LISTE
VonMARCUS HELLWIG
Die Chemikalie ist farblos und riecht nach faulen Eiern. Sie kann Menschen zum Reden bringen oder, in hoher Dosis in die Blutbahn injiziert, sogar töten.
Ihr Name ist Thiopental – und sie ist derzeit Gegenstand eines der mysteriösesten Fälle von Medikamentenhandel in Deutschland.
Das Hauptzollamt Aachen ermittelt nach Informationen von BILD am SONNTAG derzeit gegen die Siegburger Cheminovis GmbH wegen des Verdachtes auf Verstoß gegen die europäische Anti-Folter-Verordnung (Aktenzeichen BL 10919/12-F3001).
Im März wollte der Pharmazie-Großhändler 5000 Ampullen Thiopental in den Iran senden. Doch für das berüchtigteNarkosemittel muss seit dem 21. Dezember eine Ausfuhrgenehmigung beantragt werden.
Denn es dient unter anderem als Bestandteil des Giftcocktails für Hinrichtungen durch die Giftspritze und als Hypnotikum bei Verhören, um Gefangene zum Reden zu bringen.
Eine Zollsprecherin zu BILD am SONNTAG: „Da die Ausfuhrgenehmigung fehlte, wurde die Ware sichergestellt. Das Bundeswirtschaftsministerium entscheidet nun, wie es in dem Verfahren weitergeht.“ Denn eine Ausfuhr von Thiopental ist nur dann verboten, wenn „Zweifel an einer Verwendung im Bereich der Anästhesie“ bestehen.
Und die sind gegenüber Cheminovis-Geschäftsführerin Victoria Walaschek und ihrem Mann Peter zumindest nicht auszuschließen.
Peter Walaschek war bereits im März 1987 ins Visier der US-Zollbehörden geraten. Damals hatte er bei der US-Firma Alcolac insgesamt 90 Tonnen Thiodiglycol gekauft. Die Chemikalie ist ein Vorstufenprodukt zur Herstellung von Senfgas (Lost).
Mitten im Iran-Irak-Krieg verschiffte Peter Walaschek die tödliche Ladung via Singapur in den iranischen Seehafen Bandar Abbas. Erst bei der letzten von insgesamt drei Lieferungen wurde der deutsche Chemiehändler in der amerikanischen Stadt Baltimore verhaftet.
Er kam auf Kaution frei, konnte im Dezember 1988 nach Deutschland fliehen. Das FBI suchte ihn per internationalem Haftbefehl.
Währenddessen baute sich Walaschek in Nordrhein-Westfalen ein neues Chemie- und Arzneimittelhandel-Imperium auf, ist heute an mehreren Unternehmen beteiligt.
Aus internen Akten des Bundeskriminalamts geht hervor, dass gegen Peter Walaschek alias Peter Loimi alias John Farmer alias John Stuart Boardman in den vergangenen Jahren immer wieder ermittelt wurde; unter anderem wegen Urkundenfälschung und Betrugs.
Anmerkung:
Cheminovis GmbH
Quelle: http://www.firmendb.de/firmen/289882.php
zusätzlich:
FAR-TRADE Pharma-Vertrieb GmbH
Victoria Walaschek, FAR-TRADE Pharma-Vertrieb GmbH
Frankfurter Straße 22 – 53721 Siegburg
zusätzlich:
Victoria Walaschek, Che-Fa Chemikalien- und Farmaziehandelsgesellschaft mbH
Frankfurter Straße 22 – 53721 Siegburg
zusätzlich:
NARICO Pharma- und Chemikalienhandelsgesellschaft mbH
Frankfurter Straße 22, 53721 Siegburg
Hintergrund:
Wanted by FBI
Illegal export of dangerous chemicals
From: US Customs
Country: Germany
State: Select State
City:
Suburb:
Street:
ZipCode:
CrimeType: Robbery
TimeCommitted:
DateCommitted:
Date: 25 May 2000
Time: 18:08:19
Remote Name: 208.8.252.202
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Peter WALASCHEK and Frans Van ANRAAT
DESCRIPTION: Peter Walaschek is a German citizen born on November 14, 1942, in Brno, the Czech Republic. He is 182 centimeters in height and weighs 82 kilograms. He is a white male with gray hair, brown eyes, and a medium build. He wears eyeglasses and speaks German and English. He may be using the name Peter Loimi. In recent years he has visited Singapore, Iran, and Croatia.
Veröffentlicht am 19. August 2012 in Gesetze, Medien, Meinungen, Politik, Wirtschaft und mit Ahmadinejad, Atombombe, Chamenei, Deutschland, Gesetze, Human Rights, Iran, Medien, Menschenrechte, Politik, USA, Wirtschaft getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 1 Kommentar.




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