Archiv des Autors: Nic

“Auge-um-Auge”-Prinzip

Blindes Säureopfer im Iran verzichtet auf Vergeltung

Ameneh Bahrami aus dem Iran, die nach dem Säure-Attentat eines Verehrers blind ist, hat ihrem Peiniger verziehen und verzichtet auf Rache.

Teheran. Sie nimmt doch keine Rache! Die nach einem Säure-Attentat eines verschmähten Verehrers entstellte Iranerin Ameneh Bahrami hat laut Webseite des staatlichen Senders IRIB auf die Bestrafung ihres Peinigers verzichtet. Die umstrittene Bestrafung nach dem “Auge-um-Auge“-Prinzip, bei der die Frau ihren Peiniger mit ätzender Flüssigkeit blenden sollte, sei für Sonntag geplant gewesen. Aber Bahrami habe in letzter Sekunde auf die Vergeltung verzichtet, hieß es in dem Bericht. Lies den Rest dieses Beitrags

Wohnungen für Flüchtlinge: Senat und Wohnungsunternehmen unterzeichnen Kooperationsvertrag

Berlin. Die städtischen Wohnungsunternehmen stellen zusätzlichen Wohnraum für Flüchtlinge bereit. Darauf haben sie sich mit Sozialsenatorin Carola Bluhm verständigt. Mit einem festen Kontingent von jährlich 275 Wohnungen wollen sie dazu beitragen, dass Flüchtlinge in Berlin möglichst schnell eigene Wohnungen beziehen können. Asylsuchende müssen die ersten sechs Wochen in einer Erstaufnahmeeinrichtung verbringen – das ist bundesgesetzlich festgelegt – und können danach in ein Wohnheim oder in eine eigene Wohnung ziehen.

In den vergangenen Monaten ist es angesichts gestiegener Flüchtlingszahlen und einem angespannteren Wohnungsmarkt für Asylsuchende schwieriger geworden, eine Wohnung auf dem freien Markt zu finden. Insgesamt 125 Einzimmer- und 150 Mehrzimmerwohnungen werden die sechs großen städtischen Wohnungsgesellschaften WBM, degewo, GESOBAU, STADT UND LAND, GEWOBAG sowie HOWOGE nun bereitstellen. Lies den Rest dieses Beitrags

Frauenfußball in Iran

“Bei der nächsten WM sind wir dabei – mit Schleier”

FAZ.net: In Iran dürfen Spielerinnen nur streng verhüllt Fußball spielen. Auch Zuschauer sind verboten. Dennoch hoffen die Kickerinnen auf internationale Anerkennung.

In einem islamischen Land wie Iran, wo alle Frauen in der Öffentlichkeit verhüllt sein müssen, haben Fußballerinnen es nicht leicht. Sowohl im Training als auch bei Pflichtspielen müssen alle mit Schleier, langem Trikot und Trainingshose auflaufen. Diese ideologische Vorschrift hat erst kürzlich zum Streit mit dem Internationalen Fußball-Verband (Fifa) geführt. Wegen des islamischen Ganzkörper-Outfits wurde die iranische Frauenfußball-Nationalelf vom Olympia-Qualifikationsspiel in Jordanien ausgeschlossen.

Die Fifa verbietet aus Sicherheitsgründen das Tragen des sogenannten Hijab-Schals (Schleier). Damit platzte auch der Olympia-Traum von Nationalspielerin Katajun Chosrojar. „Klar ist das Outfit international nicht Standard, aber es muss doch einen Weg geben, damit auch wir Muslime international kicken können“, sagt die 23-Jährige. Der Rollkragen des Hijab-Schals sei natürlich gefährlich, sagt sie, aber das Problem könne man mit einem angemessenen Design mühelos lösen. [...]

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Terre des femmes: Iranische Sportjournalistin verschwunden

Seit dem 17. Juni 2011 ist die iranische Sportjournalistin Maryam Majd verschwunden. Sie befand sich bereits auf dem Weg nach Deutschland, wo sie die Spiele der Frauen-Fußballweltmeisterschaft besuchen und dokumentieren wollte. Als Maryam Majd in Deutschland allerdings nicht aus dem Flugzeug stieg, schlug ihre deutsche Gastgeberin Petra Landers, ehemalige Fußballnationalspielerin, Alarm und informierte das Auswärtige Amt über das Verschwinden der iranischen Journalistin. Beteiligen auch Sie sich an der Protestaktion!

Mittlerweile ist auch von offizieller Seite bestätigt, dass Maryam Majd verhaftet und in das Teheraner Gefängnis von Evin gebracht worden ist. Zu den näheren Umständen und den Gründen ihrer Verhaftung ist allerdings immer noch nichts bekannt.

Maryam Majd ist in ihrer Heimat nicht nur für ihre sportjounalistische Arbeit sondern auch für ihr Engagement für Frauenrechte bekannt. So arbeitet die Journalistin für eine Kampagne, die Frauen den uneingeschränkten Zugang zu Sportstadien ermöglichen will. Bisher dürfen Frauen im Iran nur Veranstaltungen des Frauensports besuchen.

Die Internetplattform Women Living under Muslim Law hat eine Protestaktion gestartet, mit der sie die sofortige Freilassung von Maryam Majd erwirken will. TERRE DES FEMMES unterstützt die Forderung nach der Freilassung von Maryam Majd.

Fordern Sie Maryam Majds Freilassung!

Hier kommen Sie direkt zum Online-Formular der Protestaktion.

Erfahren Sie mehr über Maryam Majd und die Situation im Iran in einem ZDF-Beitrag!

Iran 2011 – 3. Internationales Investitionsforum in Tabriz, Ost Aserbeidschan endet mit hohem Abschlussvolumen

Pressemitteilung von: German Global Trade Forum Berlin

Berlin/Tabriz/Baku: Sanktionen Beleben. Nicht nur die Wirtschaft. Die soeben beendete 3. internationale Investitions- und Kooperationskonferenz in der nordiranischen Metropole Tabriz, Provinzhauptstadt von Ost Aserbeidschan, wird nicht nur den über 300 ausländischen Unternehmensvertretern und ihren mehr als 1200 iranischen Gesprächspartnern aus Unternehmen, Politik und Gesellschaft als besonderes Ereignis in Erinnerung bleiben. Sie hat für die vielen Teilnehmer aus Asien, Europa und Südamerika eine Signalwirkung. Dabei stehen nicht allein das beachtliche Abschlussvolumen von 2 Milliarden US-Dollar im Fokus des Interesses oder die dynamische Wirtschaftsentwicklung, die nächstes Jahr im Mai auch von einer ganz anderen Seite unterstrichen wird, wenn in (Nord-) Aserbaidschans Hauptstadt Baku der European Song Contest die enge Nachbarschaft zwischen Europa, seinen Anrainerstaaten und dem Iran deutlich machen wird. Vielmehr zeichnet sich eine spürbare Hinwendung des Irans zu einer pragmatischen Wirtschaftspolitik ab, die international nicht nur wettbewerbsfähig ist, sondern aufgrund der garantierten Gewinne für genehmigte Direktinvestitionen ihres gleichen sucht. Durch die Errichtung der Aras Commercial Industries Free Zone im nördlichen Grenzgebiet von Ost Aserbaidschan werden internationalen Investoren nicht nur Anreize im logistischen Sektor geboten. Vielmehr dynamisiert der Iran seine derzeit vornehmlich durch Investoren aus der Region geprägten Direktinvestitionen in sein Land. Tabriz profiliert sich gegenüber internationalen Investoren dabei als erste und möglichst beste Adresse. Ansätze dafür, dass sich Anspruch und Wirklichkeit weiter annähern, sind durchaus vorhanden.[...]

kompletten Artikel lesen: www.openpr.de

Berlin am 20.06.2011

Weltweite Protest-Aktion für die Befreiung politischer Gefangener in Iran

Iran Mahnwache in Berlin

(mehr…)

Anonymous gelingt Angriff auf iranisches Außenministerium

Dem Anonymous-Netzwerk ist es offenbar gelungen, einen Servers des iranischen Außenministeriums zu kapern. Die Aktivisten wollen damit die Unterstützung der iranischen Opposition demonstrieren.

Im Iran herrsche ein “barbarisches” Regime und man sei dessen “miese Lügen” leid, sagte ein Aktivist mit Pseudonym “Arash” gegenüber dem Nachrichtenmagazin ‘Focus’. Dieser hatte seit Wochen eine “größere Aktion” gegen die islamische Regierung angekündigt. Bei ihrem aktuellen Angriff stahlen Anonymous-Unterstützer rund 10.000 E-Mails.[...]

http://weblauscher.blogspot.com/2011/06/anonymous-gelingt-angriff-auf.html

Iran Mahnwache auf dem Pariser Platz

Alle Fotos gibt es im Bloghaus.

DETAINED HUMAN RIGHTS ACTIVIST RISKS TORTURE


Women’s rights activist Maryam Bahreman was arrested on 11 May 2011 by security officials, believed to be from the Ministry of Intelligence, who searched her home for three hours and then took her away as well as some of her personal possessions. She is at risk of torture or other ill-treatment. Amnesty International considers her to be a prisoner of conscience, held solely for the peaceful exercise of her rights to freedom of expression and association.

Maryam Bahreman is a member of the One Million Signatures Campaign, also known as the Campaign for Equality, in the city of Shiraz, and was also General Secretary of Pars Women’s Organization (Sazman-e Zanan Pars), which was closed in 2007. She attended the 55th session of the UN Commission on the Status of Women, in New York in February-March 2011, where she spoken publicly on “Information and Communications Technologies in Iran from a gender perspective”. Shortly before her arrest, she had written a letter addressed to opposition leader Mir Hossein Mousavi, and his wife, political activist Zahra Rahnevard, on her blog which condemned their continuing house arrest.

The officials who arrested her had an arrest warrant issued by the Revolutionary Court in Shiraz which apparently accused her of “acting against state security”. Maryam Bahreman’s whereabouts are unknown and she is believed to be held in conditions amounting to an enforced disappearance. Her family has had no news from her since her arrest. Lies den Rest dieses Beitrags

Nasrin Sotoudeh’s Brief an ihren Sohn Nima

geschrieben auf Papiertaschentüchern. März 2011
With special thanks to Petra Plötz – for German translation International Campaign in support of Nasrin Sotoudeh facebook.com/NasrinSotoudeh

Mein lieber Nima,

es ist so schwer, Dir zu schreiben. Du bist so klein und unschuldig, dass ich es nicht übers Herz bringe, Dir zu erzählen, von wo ich Dir gerade schreibe. Wie könnte ich auch, wo Du doch keine Vorstellung hast, was ein Gefängnis bedeutet, oder eine Verhaftung. Verurteilung, Gerichtshof, Ungerechtigkeit, Zensur, Unterdrückung oder aber Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit für alle? Wie könnte ich, wenn all dies in Deinen unschuldigen Gedanken nicht existiert?

Wie kann ich zu Dir sprechen, zu Dir, als Kind und nicht als ob Du ein Erwachsener wärest? Wie kann ich Dir erklären, dass es nicht in meiner Hand liegt, zu entscheiden, zu Dir zurückzukehren. Könnte ich, würde ich sofort losfliegen, um bei Dir zu sein. Du hast Deinem Vater aufgetragen, mir zu sagen, dass ich nun meine Arbeit beenden und nach Hause kommen soll. Wie kann ich Dir sagen, dass es nicht meine Arbeit ist, die mich nicht in Deiner Nähe sein lassen wird? Das ist richtig, Nima, keine „Arbeit“ erlaubt es, mich solange von Dir fern zu halten. Keine „Arbeit“ der Welt hat das Recht, mich an den Punkt zu bringen, die Rechte meiner Kinder nicht mehr zu sehen. Keine „Arbeit“ der Welt hat das Recht zu entscheiden, dass ich in den letzten sechs Monaten meine Kinder nur ein einziges Mal für eine Stunde sehen durfte. Was soll ich Dir sagen, mein liebes Kind? Als Du mich in der letzten Woche fragtest, „Maman, wann kommst Du nach Hause?“, musste ich antworten während die wachhabenden Gefängniswärter mir gegenüber standen, „Meine Arbeit dauert noch etwas länger, ich bin erst später zurück“. Dann hast Du zum Einverständnis Deinen kleinen Kopf geschüttelt, meine Hände genommen und mit Deinen kleinen Lippen meine Hände geküsst. Lies den Rest dieses Beitrags

Fotos der Berliner Mahnwache

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blogintern

Seit heute gibt es ein Impressum im Blog sowie in der Seitenleiste einen Kalender.
Wer immer Termine hat, von denen er meint, diese könnten für Andere hilfreich sein: unter dem Kalender gibt es einen Link, mit dem man Termine anmelden kann. (die Termine werden von uns freigegeben und sollten schon irgendetwas mit dem Thema des Blogs zu tun haben ;-)

Fotos der Iran Mahnwache heute in Berlin

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Aufklärung zur Abschiebung eines Iraners in den Iran

Vor einigen Tagen berichtete ich über die Abschiebung eines Iraners in sein Heimatland. Inzwischen hat das Netzwerk recherchiert und Lutz konnte heute (bei Facebook) vermelden:

…es hat etwas gedauert, ehe wir jetzt weitere Infos nachreichen wollen. Der Sachverhalt ist etwas anders, als wir alle vermutet haben.

Der Iraner ist freiwillig in den Iran ausgeflogen. Er hat den kompletten Rechtsweg bestritten. Seine Rückführung erfolgte mit seinem Einverständnis. Er ist keiner, der seit 2009 in die Bundesrepublik gekommen ist. Bei ihm liegen auch keine politischen Aktivitäten vor, er unterliegt auch keiner Verfolgung wegen politischer, religöser oder ähnlicher Gründe.

Wir werden diesen Vorgang nicht weiter verfolgen.

Panahi-Film in Cannes

SPON: Eingesperrt – und trotzdem im Kino präsent: Bei den Filmfestspielen von Cannes, die am 11. Mai starten, wird in einer Spezialvorführung der neue Film des gefeierten und verfolgten iranischen Regisseur Jafar Panahi gezeigt.

Schon auf der letzten Berlinale war die Solidarität mit ihm enorm, jetzt erhält der iranische Filmemacher auf einem weiteren großen europäischen Filmfestival Unterstützung: Der neue Film des zu jahrelanger Haft verurteilten Dschafar Panahi wird beim Festival in Cannes gezeigt. “In Film Nist” (“Dies ist kein Film”) sei für eine Spezialvorstellung ausgewählt worden, teilten die Organisatoren am Samstag mit. [...]

NEGATIV: Zwei Filme der iranischen Regisseure Jafar Panahi und Mohammad Rasoulof erreichten in den letzten Tagen das Festival. Die Regisseure befinden sich gerade für sechs Jahre in Haft, und haben für die nächsten 20 Jahre Berufsverbot. Lies den Rest dieses Beitrags

Reuters: Cannes film festival honors jailed Iran directors

PARIS (Reuters) – Jailed Iranian film directors Jafar Panahi and Mohammad Rasoulof will be honored at the Cannes film festival this year, organizers said on Sunday.

Rasoulof’s “Good Bye” — the story of a young Tehran lawyer trying to get a visa to leave Iran, and “This is not a film” — Panahi’s depiction of a day in his life as he waits for the verdict of a court appeal, will be shown at the festival, they said. Lies den Rest dieses Beitrags

Neue Links in der Blogroll

In der Blogroll bzw. in der Linkliste gibt es nun auch die zu Amnesty International:

Aktionsseite für Iran
Koordinationsgruppe Iran

Nic

Iran-Mahnwache am Brandenburger Tor

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Sie lieben uns weil wir sie lieben

Ich weiß nicht, was die Online-Redaktion von n-tv geritten hat, als sie einen Artikel unkommentiert einstellten, in dem dem Verbrecher aus der Podbielskiallee  ein Forum gegeben wird.

Unter der Überschrift “Iran liebt Deutschland” läßt n-tv den iranischen Botschafter in Deutschland, Ali-Resa Scheikhattar zu Wort kommen:

Deutschland sei das Lieblingsland des Irans in der Europäischen Union, sagte er der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA. “Iran fühlt sich wohler im Dialog mit Deutschland als mit den anderen EU-Staaten”, sagte Scheikhattar. Außerdem wolle Berlin gar nicht “manche der (anti-iranischen) Entscheidungen der EU akzeptieren, ist aber dazu gezwungen”.

Als Begründung führt er an:

…wegen der Geschichte Deutschlands im Zweiten Weltkrieg müssen die Deutschen dem Druck der zionistischen (jüdischen) Lobbys nachgeben und sich den Sanktionen anschließen…

Und das steht unkommentiert auf einer deutschen Newsplattform! Das ist für mich ein doppelter Skandal. Einmal, dass dieser Verbrecher überhaupt zu Wort kommt resp. zitiert wird und dann noch der antisemitische Schlag dabei.

Es ist widerlich, wie sich hier eine Nachrichtenagentur vor dem Karren des islamistischen Regimes spannen läßt.

Aber woher der Wind weht, der n-tv diese Zeilen drucken läßt, zeigt sich am Ende des (kurzen) Artikels:

kompletten Artikel lesen

Ahmadinejad wird öffentlich demontiert

Mahmoud Ahmadinejad (Foto: Wikipedia)

Mahmoud Ahmadinejad (Foto: Wikipedia)

Wie der Standard meldet, gibt es zwischen dem aufgrund von Wahlfälschung amtierenden Präsidenten der IR Iran und dem sog. “geistlichen Führer”, Ali Khamenei immer stärkere Spannungen.

Darauf dass Mahmud Ahmadi-Nejad die nächsten zwei Jahre, bis zum Ende seiner zweiten Amtszeit, Regierungschef bleibt, will im Iran im Moment keiner eine Wette abschließen.

Dieses gerade vor den Augen der Weltöffentlichkeit stattgefundene Hin und Her um den Rücktritt des Geheimdienst- und Informationsministers Heydar Moslehi spricht eine deutliche Sprache. Zumindest für die, die sich mit der Innenpolitik des Iran auseinander setzen.

Hier eine kleine Chronologie der Ereignisse (alle Links gehen zu Julias Blog):

Zweierlei wird dadurch klar: Lies den Rest dieses Beitrags

Teheran im Bauch

Oldenburger Lokalteil: Mathias Kopetzki, Jahrgang 1973, wuchs in Hude auf und machte in Oldenburg sein Abitur. Erst nach und nach entschlüsselte er das Geheimnis seiner Herkunft. Sein leiblicher Vater ist Iraner und nahm irgendwann, als Mathias längst erwachsen war, Kontakt zu seinem Sohn auf. Über diese späte Begegnung mit seinem Vater und seiner Familie in Teheran hat Mathias das Buch “Teheran im Bauch – Wie meines Vaters Land mich fand” geschrieben, das am 25. April erscheint. Der Oldenburger Lokalteil druckt einen Auszug mit Lokalkolorit.

Der Wind blies mir in den Mantel und auf dem Bahnhofsvorplatz roch es nach Schnee. Saeed trug einen Parker, hatte einen buschigen Schnurrbart.  Seine Halbglatze glänzte mir entgegen, da er die Mütze abnahm, um mich zu begrüßen. Offensichtlich kannte er mein Aussehen. Am liebsten wäre ich umgekehrt.
,,Salaam, Mathias!”, rief er und drückte mich an sich.
Er stank nach Rauch und Schweiß. Mehr aus Höflichkeit erwiderte ich seine Umarmung.
Er starrte mich an. ,,Ich habe dich sofort erkannt, du siehst deinem Vater sehr ähnlich – wie bei ihm wachsen deine Augenbrauen zusammen! Im Iran ein Zeichen männlicher Schönheit!” Lies den Rest dieses Beitrags

In eigener Sache: Layoutwechsel

Das alte Layout hat ein paar Probleme mit der Schriftart/Schriftgröße gemacht. Ich hoffe, die Leser gewöhnen sich an dieses hier.

Terra incognita – Iran

oe1/ORF: Shahriar Mandanipur: “Eine iranische Liebesgeschichte zensieren”. Aus dem Englischen von Ursula Ballin. Es liest Rainer Stelzig

Zensur im Iran? Gibt es nicht!

Natürlich gibt es keine Zensur im Iran! In der Verfassung steht ausdrücklich – und zwar in den Grundsätzen 23 und 24 -, dass Meinungsfreiheit in Publikation und Presse gewährleistet ist, und dass niemand aufgrund seiner Überzeugung angegriffen und bestraft werden darf. Die Realität ist anders.

Gegen die Zensur anschreiben

Die Verfassung lässt ein Schlupfloch. Der Grundsatz 24, in dem es so forsch heißt, dass “Meinungsfreiheit in Publikation und Presse gewährleistet ist”, hat einen kleinen Zusatz, einen Satz, der mit den Worten “es sei denn” beginnt. Diese drei kleinen Worte und ihr Gefolge – “es sei denn, die Grundlagen des Islam und die Rechte der Öffentlichkeit werden beeinträchtigt” – haben unzählige Menschen ins Unglück gestürzt, ins Gefängnis gebracht, Mord und Totschlag verursacht, Verlagshäuser in den wirtschaftlichen Ruin und Autoren, Journalisten und Künstler aller Sparten ins Exil getrieben. Aber selbst da sind sie nicht vor Übergriffen sicher, wie das Beispiel des iranischen Künstlers und Filmemachers Daryush Shokof zeigt: Vom 24. Mai 2010 bis zum 5. Juni war er spurlos verschwunden. Laut seiner Aussage haben ihn arabisch sprechende Männer entführt und wegen seiner Iran-kritischen Haltung mit dem Tod bedroht. Lies den Rest dieses Beitrags

Fotos der Iran Mahnwache in Berlin, 17.04.2011

Alle Fotos (auch in größerem Format) im Bloghaus.

Deutsche Firmen unterlaufen EU-Sanktionen gegen Irans Energiesektor

STOP THE BOMB press release: Berlin, 13.4.2011

In Teheran startet am Samstag, den 16. April die 3-tägige Industriemesse „Iran Oil Show 2011“, bei der zahlreiche deutsche Unternehmen direkt oder über iranische Partnerfirmen ihre Technologie für den sanktionierten iranischen Energiesektor anbieten. Die Kampagne „STOP THE BOMB – Keine Geschäfte mit dem iranischen Regime!“ verurteilt die Teilnahme der deutschen Firmen auf das Schärfste. Die teilnehmenden Firmen stehen unter dringendem Verdacht, gegen EU-Sanktionen zu verstoßen. STOP THE BOMB fordert die zuständigen Behörden auf, aktiv gegen die Firmen zu ermitteln. Die Kampagne hat eine Liste der vertretenen deutschen Unternehmen erstellt und ausgewertet.

Die Angebote der deutschen Unternehmen umfassen von Pumpen, Rohren und Baumaschinen bis zu speziellen Messinstrumenten alle Arten von Produkten für den Energiesektor, deren Lieferung in den Iran gegen Buchstaben wie Geist der EU-Sanktionen verstößt. Das iranische Regime wirbt mit der Iran Oil Show für Geschäfte im Energiesektor und schlachtet die trotz Sanktionen wachsende Teilnahme europäischer Firmen propagandistisch aus.

Geschäfte im iranischen Energiesektor unterstützen das iranische Regime. Die deutschen Firmen sind mit verantwortlich dafür, dass das Regime seine Politik der Menschenrechtsverletzungen, sein Nuklearprogramm und den Terrorexport weiter verfolgen kann, entgegen dem Willen und trotz massiver Proteste der unterdrückten iranischen Bevölkerung. Einnahmen aus dem Energiesektor machten 2009/2010 fast 50% des iranischen Staatsbudgets und 80% des Exporteinkommens aus. Der größte Teil des iranischen Energiesektors ist in staatlichem Besitz. Geschäftspartner im Iran sind meist Firmen, die zum Wirtschaftsimperium der Revolutionsgarden gehören und einen Großteil der Projekte im Energiesektor durchführen. Die Revolutionsgarden stehen auf der US-Terrorliste und seit Juli 2010 auch auf der EU-Sanktionsliste. Lies den Rest dieses Beitrags

Widerstand in Wort und Bild

Mana Neyestani, Soheil Asefi

Mana Neyestani, Soheil Asefi

Am Wochenende fand in Berlin der Medienkongress von TAZ und Freitag statt. Es gab ein volles Zwei-Tages-Programm und es ist kaum möglich, von allen Veranstaltungen zu berichten. Unter anderem gab es eine Podiumsdiskussion mit dem iranischen Karikaturisten Mana Neyestani, dessen Zeichnungen mit wenigen Strichen ein kritisches Bild der politischen Lage in Iran zeigen. Einige davon stellte er vor und berichtete über das Zeichnen unter den Augen einer Diktatur.

Mana Neyestani ist ein stiller, ruhiger junger Mann. Umso erstaunlicher die Kraft seiner Bilder. In der Podiumsdiskussion sagte er mehrfach „Ich bin kein mutiger Mensch. Wäre ich mutig, wäre ich in Iran geblieben.“ So jedoch arbeitet er nach einer abenteuerlichen Flucht, die ihn mit Hilfe der “Reporter ohne Grenzen” nach Paris führte, heute außerhalb des Iran und traut sich, zu zeichnen, was ihn umtreibt.

Im Anschluss an die Veranstaltung im Haus der Kulturen der Welt konnten wir ein Interview mit Mana Neyestani und dem jungen iranischen Autoren Soheil Asefi führen: [hier weiterlesen]

Iran-Mahnwache am 10.04.2011

Weitere Fotos im Bloghaus

Pressekonferenz zur Iranpolitik der Bundesregierung

“Menschenrechte gegen Geld” im Haus der Bundespressekonferenz

Freitag 8.April 2011 ab 11:00
Haus der Bundespressekonferenz
Raum 0107 – Erdgeschoss

Christian Zimmermann
Haus der Bundespressekonferenz
Schiffbauerdamm 40, 10117 Berlin

Pressegespräch zur wertegebundenen Außenpolitik des Herrn Westerwelle.
Darf man ein Regime unterstützen,das das eigene Volk stranguliert, Terror weltweit verbreitet und dass Israel vernichten will? Lies den Rest dieses Beitrags

Menschenrechts­beauftragter empört über Erhöhung von Haftstrafen für führende Bahá’í in Iran

Pressemitteilung des Auswärtigen Amtes

05.04.2011

Sieben ehemalige Führungsmitglieder der Religionsgemeinschaft der Bahá’í in Iran wurden im August 2010 zunächst zu zwanzig Jahren Haft verurteilt. Eine spätere Entscheidung der Berufungsinstanz, die Haftstrafe auf zehn Jahre zu verkürzen, wurde nunmehr auf Betreiben des iranischen Generalstaatsanwalts rückgängig gemacht und erneut auf 20 Jahre festgesetzt.

Dazu erklärte der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik im Auswärtigen Amt, Markus Löning, heute (05.04.):

Die Erhöhung des Strafmaßes für die sieben ehemaligen Mitglieder der Bahá’í-Führung ist empörend. Die Tatsache, dass diese Entscheidung im Verborgenen gefallen ist, zeigt einmal mehr, dass Iran nicht bereit ist, Transparenz herzustellen und grundlegende rechtsstaatliche Prinzipien zu respektieren.
Ich rufe die iranische Führung auf, die Urteile offenzulegen, die Schuldsprüche aufzuheben und die Inhaftierten freizulassen. Der Iran muss das Menschenrecht auf Religionsfreiheit für die Bahá’í und andere religiöse Minderheiten gewährleisten.
Den Bahá’í werden Spionage und Kollaboration mit Israel vorgeworfen. Die Beobachtung der Prozesse war den EU-Botschaften in Teheran trotz intensiver Bemühungen verwehrt worden. Die Forderung nach Informationen zum Prozess sowie die Offenlegung der Gerichtsurteile mitsamt ihrer Begründung ist bis heute nicht erfüllt.

Der Iran erkennt die Bahá’í nicht als Religionsgemeinschaft an. Bahá’í sind in Iran Opfer gezielter Repressionen.

[Quelle]

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