Archiv der Kategorie: Veranstaltungen
Die Preisträger der Goethe-Medaille 2013: S. Mahmoud Hosseini Zad, Naveen Kishore und Petros Markaris
Die Goethe-Medaille 2013 geht an den iranischen Übersetzer und Autor S. Mahmoud Hosseini Zad, den indischen Verleger Naveen Kishore und den griechischen Schriftsteller Petros Markaris. Das Goethe-Institut verleiht den offiziellen Orden der Bundesrepublik Deutschland jährlich und ehrt damit Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um die Vermittlung der deutschen Sprache und den internationalen Kulturaustausch verdient gemacht haben. Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts, übergibt die Auszeichnung am 28. August im Residenzschloss Weimar; die Laudationes halten der Journalist und Autor Wolfgang Günter Lerch, die Lektorin und Verlegerin Elisabeth Ruge und die Journalistin Christiane Schlötzer.
Mit der Goethe-Medaille ehrt das Goethe-Institut in diesem Jahr herausragende Persönlichkeiten, die ihre Begeisterung für die deutsche Sprache und die Vermittlung deutschsprachiger Literatur und Kultur in ihren Heimatländern eint.
S. Mahmoud Hosseini Zad ist der bedeutendste Übersetzer zeitgenössischer deutschsprachiger Literatur ins Persische. Nach seinem Studium in Deutschland Ende der Sechzigerjahre war er in Teheran Dozent für deutsche Sprache und Literatur. Er übertrug Brecht ins Persische, ebenso wie Romane von Dürrenmatt. Seit 2000 übersetzt S. Mahmoud Hosseini Zad hauptsächlich zeitgenössische deutsche Literatur. Nicht zuletzt aufgrund seines Engagements sind Autoren wie Judith Hermann, lngo Schulze, Uwe Timm, Peter Stamm und Julia Franck den iranischen Lesern zugänglich. Viele seiner Übersetzungen wurden bereits mit Preisen ausgezeichnet und mehrfach aufgelegt, was auf dem iranischen Buchmarkt außergewöhnlich ist. In Vorträgen und Lesungen engagiert er sich auch als Vermittler der deutschsprachigen Film- und Theaterszene der Gegenwart. Mit Umsicht und Sensibilität ebne er dem Wort die Bahn und ermögliche kulturelle und persönliche Begegnungen, die das gegenseitige Verständnis der Menschen im Iran und in Deutschland wachhalten und verstärken, so die Auswahlkommission. Lies den Rest dieses Artikels
“Five Years Too Many” campaign begins
The Baha’i International Community’s campaign calls for the release of the seven Baha’i leaders imprisoned in Iran.“Five Years Too Many” campaign begins
NEW YORK — To mark the five year anniversary of the wrongful imprisonment of the seven Iranian Baha’i leaders, the Baha’i International Community is launching a campaign to call for their immediate release – and to draw attention to the deteriorating human rights situation in Iran.
“On 14 May, the seven innocent Baha’i leaders will have been behind bars for five full years, unjustly imprisoned solely because of their religious beliefs,” said Bani Dugal, the principal representative of the Baha’i International Community to the United Nations.
“We are asking people of good will around the world to raise their voices in an effort to win their freedom and the freedom of other innocent prisoners of conscience in Iran,” she said.
The campaign will run from 5 May through 15 May, under the title “Five Years Too Many.” Around the world, Baha’i communities and others are planning public events that focus on the plight of the seven, who face 15 more years in prison, and whose 20-year sentences are the longest of any current prisoners of conscience in Iran.
“The arrest of the seven Baha’i leaders on false charges, their wrongful imprisonment, and severe mistreatment while in detention are emblematic of the suffering of the Iranian Baha’i community as a whole – and, indeed, the situation of the hundreds of other innocent prisoners of conscience who have been incarcerated for their beliefs,” said Ms. Dugal. Lies den Rest dieses Artikels
Wahlkampf im Iran
Teheran: 50.000
Auch wenn Ahmadineschad zu den Präsidentschaftswahlen im Juni 2013 nicht mehr selbst antreten kann, setzt er alle Hebel des Staatsapparats in Bewegung, um Mascha‘i, den Vater seiner Schwiegertochter, als Nachfolger zu etablieren. Wie berichtet, veranstaltete er im Freiheitsstadion (Stadion-e Azadi) in Teheran eine große Party, um Sympathien zu gewinnen. Die Teilnehmer, die erschienen, bekamen kostenlos Essen verteilt und auch Essen zum Mitnehmen für zu Hause. Ahmadineschad schaffte es trotz der Busse, die aus dem ganzen Land Menschen ankarrten, gerade mal, in der 12-Millionen Hauptstadt 50.000 – 60.000 Menschen zusammenzubringen, das Stadium also halb zu füllen.
Als erfahrener Politiker sucht er auch die verschiedenen iranischen Provinzen auf.
Ahwas: 10.000
So besuchte er kürzlich Ahwas in Chusestan, wo er sich als arabischer Scheich einkleiden ließ und eine Rede hielt. Aber angesichts der zahlreichen Verhaftungen gegen arabische Aktivisten und mehrerer politischer Todesurteile gegen diese kamen zu Ahmadineschads Rede vielleicht gerade einmal 10.000 bis 12.000 Personen (nach staatlichen Angaben!). Allein Ahwas hat über 2 Millionen Einwohner.
EVANGELISCHE AKADEMIE LÄDT IRANISCHEN BOTSCHAFTER EIN – Despotenfreund zu Besuch
VON MICHA BRUMLIK / HAJO FUNKE
Micha Brumlik
Hajo Funke
Der von Mullahs und Pasdaran beherrschte Iran, eine klerikalfaschistische Militärdiktatur, gehört zu den Top Five jener Länder, die Todesstrafen verhängen. Die oft mörderische Repression in den Gefängnissen, wie sie gegenwärtig zum Beispiel aus dem Evin-Gefängnis in Teheran berichtet wird, richtet sich auf die psychische und physische Zerstörung der den Folterknechten Überlassenen.
Die staatliche und paramilitärische Repression im Land ist allumfassend, sie wird vor den Wahlen – wie aktuell vor der Präsidentschaftswahl im Juni dieses Jahres – verschärft. Reste zivilgesellschaftlicher Entwicklung zu mehr Autonomie sollen so zerstört werden.
Der Botschafter dieses Landes in Deutschland, Ali Reza Sheikh Attar, soll als Gouverneur der Provinzen Kurdistan und Westaserbaidschan in den 80er Jahren den Tod Hunderter Menschen zu verantworten haben: Auf seine Anordnung sollen Angehörige der Revolutionsgarden Massenerschießungen und Vergewaltigungen begangen haben.
Im Jahr 2003 wechselte der jetzige Botschafter das Metier: Als Chefredakteur der iranischen Tageszeitung Hamshahri soll er unter anderem für einen Holocaust-Karikaturen-Wettbewerb verantwortlich zeichnen.
Renommierte Institution der Zivilgesellschaft
Die evangelische Akademie Loccum, eine renommierte Institution der Zivilgesellschaft mit Sitz in Niedersachsen, hat Ali Reza Sheikh Attar zu einer Tagung zu den Chancen der iranischen Zivilgesellschaft eingeladen. Warum? Gewiss, die am Donnerstag beginnende Tagung ist mit hervorragender Expertise besetzt, das Thema allemal wichtig genug.
Es ist zu hoffen, dass das Ausmaß der wegen der Repression und einer mafiösen Ökonomie rapide anwachsenden innenpolitischen Probleme zu einer Mäßigung des Regimes beiträgt, etwa mit der „Wahl“ eines entsprechenden Präsidenten – und sich so Prozesse ergeben, die zu einem Wandel beitragen. Einem Wandel, der – wie die anders gelagerten südafrikanischen oder spanischen Beispiele in den 60er und 70er Jahren zeigen – nicht ausgeschlossen ist.
Sich aber ausgerechnet um diesen Repräsentanten des Regimes zu bemühen ist etwas anderes. Und hat doch Tradition: Die Parteivorsitzende der Grünen, Claudia Roth, die am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz mit dem überraschten Botschafter „High Five“ austauschte, wollte sich dabei immerhin für einen bedrängten iranischen Regisseur einsetzen. Hat der Studienleiter der Evangelischen Akademie Loccum, Marcus Schaper, ähnliche Gründe?
In Reaktion auf ein Protestschreiben gegen den Auftritt des Botschafters gab er zu Protokoll, dass es darum gehe, die Atomverhandlungen mit dem Iran zu einem Erfolg werden zu lassen: „Das Gegenüber in diesen Verhandlungen ist die iranische Regierung. Wir haben den iranischen Botschafter in Deutschland und einen hochrangigen Vertreter des iranischen Außenministeriums eingeladen, um mit einem Vertreter des Auswärtigen Amtes sowie Experten aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft zu diskutieren, wie die Atomgespräche vorangebracht werden können. Die Rolle der iranischen Diplomaten in der Tagung beschränkt sich auf ebendiese außenpolitische Diskussion.“
Missverstandene Vorbilder
Da verhandelt also die deutsche Zivilgesellschaft im tiefsten Niedersachsen mit Bevollmächtigten der iranischen Regierung – etwa zwei Wochen nachdem dieselbe Regierung die Gespräche mit der Sechsergruppe des UNO-Sicherheitsrats erneut hat scheitern lassen. Fragt man sich, warum die Verantwortlichen auf eine solche Idee kamen, wird man an missverstandene Vorbilder denken. Womöglich an Egon Bahr, der vor Jahrzehnten in einer anderen Evangelischen Akademie, in Tutzing, die Brandt’-sche Ostpolitik vorbereitet hat.
Die greisen Chefs des Moskauer Politbüros auch nur in einem Atemzug mit den iranischen Despoten zu nennen täte ihnen unrecht. Um in der Sowjetunion eine ähnliche Blutspur zu finden wie im gegenwärtigen Mullahregime, muss man bis zu Stalin zurückgehen. Es fällt auf, dass Marcus Schaper wie Claudia Roth Mitglied der Grünen ist.
Als Bewerber für eine Landesliste dieser Partei hat er erklärt: „Mali, Libyen, Sudan, aber auch Georgien, Belarus – alles Krisen, Konflikte, sogar Kriege mit Ansage. Liebe Freundinnen und Freunde, wir wussten, was sich entwickelt, aber wir haben uns nicht getraut, uns in die Angelegenheiten anderer Staaten einzumischen. Wir haben uns“, so bekennt der Studienleiter, in dessen Aufzählung der Iran wohl nicht zufällig fehlt, „zu Komplizen gemacht, zu Komplizen von Herrschern, die unterdrücken, foltern, die morden. Hinter der Nichteinmischung in die Angelegenheiten anderer Staaten dürfen wir uns nicht länger verstecken.“
Wie hieß es doch im Evangelium: Das Wort deiner Rede sei ja, ja und nein, nein!
Kommentar auch in der TAZ
Despotenfreund zu Besuch
Die evangelische Akademie Loccum lädt den iranischen Botschafter Ali Reza Sheikh Attar zu einer Veranstaltung ein – einen mutmaßlichen Mörder und Repräsentanten des iranischen Mullahregimes
VON M. BRUMLIK UND H. FUNKE
Der von Mullahs und Pasdaran beherrschte Iran, eine klerikalfaschistische Militärdiktatur, gehört zu den Top Five jener Länder, die Todesstrafen verhängen. Die oft mörderische Repression in den Gefängnissen, wie sie gegenwärtig zum Beispiel aus dem Evin-Gefängnis in Teheran berichtet wird, richtet sich auf die psychische und physische Zerstörung der den Folterknechten Überlassenen. Lies den Rest dieses Artikels
Wien: Das künstliche Geschlecht’ – Ausstellung mit Filmabenden und Podiumsdiskussion
In fast keinem anderen Land gibt es so viele Geschlechtsumwandlungen wie im Iran. Trotzdem werden viele Transfrauen und Transmänner von ihren Familien verstoßen und im gesellschaftlichen Leben diskriminiert. Der Verein ORQOA (Oriental Queer Organisation Austria) und die Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen der Stadt Wien laden zu einer einwöchigen Informationsreihe ein.

Das Programm umfasst eine Ausstellung der iranischen Fotokünstlerin Asoo Khan Mohammadi, Filmabende und eine Podiumsdiskussion zum Thema LGBTI- Migration und Flüchtlingspolitik.
Die religiöse Fatwa
Im Jahr 1987 hat Ayatollah Khomeini, der Revolutionsführer der Islamischen Republik Iran, mit einer Fatwa – einem religiösen Dekret – die Transsexualität und Geschlechtsumwandlungen erlaubt. Die Operationen werden von der Krankenkasse bezahlt. Somit wurde im Iran praktisch über Nacht ein drittes Geschlecht geschaffen, ohne die gesellschaftliche Integration der Betroffenen zu verbessern. Bis zur Operation dürfen sich Männer, die Frauen werden möchten, wie Frauen kleiden und gesellschaftlich festgelegte Rollen und Aufgaben von Frauen übernehmen – ebenso dürfen sich Frauen als Männer kleiden.
- Gewalt gegen Transfrauen und Transmänner
Heute gibt es in fast keinem anderen Land der Welt so viele Geschlechtsumwandlungen wie im Iran. Trotzdem ist das Leben für Transfrauen und Transmänner nicht leicht. Viele werden von den Familien verstoßen, im gesellschaftlichen Leben diskriminiert, erniedrigt und oft als SexarbeiterInnen missbraucht. Da Prostitution im Iran ebenso verachtet ist, werden Transfrauen für ihre sexuellen Dienste schlecht bezahlt. Zudem sind sie oft Zielscheibe von sexueller Gewalt, nicht nur von Freiern, sondern auch von der Polizei und den sogenannten Sittenwächtern.
- Zwangsoperationen von Schwulen und Lesben
Außerdem werden viele Menschen, die gar nicht transsexuell sind, Opfer von Zwangsoperationen. Dazu gehören unter anderem Schwule und Lesben sowie TransvestitInnen. Diese würden sich in anderen Ländern und Kulturkreisen niemals freiwillig einer Geschlechtsumwandlung unterziehen. Im Iran haben Schwule und Lesben aber oft keinen anderen Ausweg. Denn homosexuelle Beziehungen sind illegal und werden mit dem Tod bestraft. Durch die Operation werden die Betroffenen lebenslang verstümmelt und leiden unter einem Trauma, allerdings erfahren sie dann Legalität!
- Flucht in den Westen als letzter Ausweg
Die Diskriminierung führt dazu, dass Transfrauen und Transmänner suizidgefährdet sind. Nicht wenige versuchen, in den Westen zu flüchten. Leider wird ihnen in Europa oft mit Unverständnis begegnet. Die Behörden tun sich schwer, mit Transidenten als Flüchtlingen umzugehen. Sie können nicht verstehen, warum sie ihr Land, ihre Familien und die vertraute Umgebung verlassen haben.
Mit der Veranstaltungsreihe möchte ORQOA über die Lebensbedingungen von LGBTIQs im Orient informieren und aufzeigen, wie den FlüchtlingInnen in Österreich geholfen werden kann.
Was: Das künstliche Geschlecht - Die orientalische Versionen von Gender-Politik am Beispiel Iran
Wann: 25. bis 31. Mai 2013
Wo: Brick-5, Fünfhausergasse 5, 1150 Wien
Link: Oriental Queer Organisation Austria
Zur Ausstellung und Eventsreihe:
Im Zentrum der in Wien gezeigten Schwarz-Weiß-Fotos der iranischen Künstlerin Asoo Khanmohammadi stehen Transfrauen und Homosexuelle im Iran. Sie hat Szenen einer Subkultur in Teheran eingefangen. Diese blüht nicht nur im Verborgenen. Die Künstlerin ist den unliebsamen AußenseiterInnen mitten auf den Teheraner Prachtstraßen begegnet und versucht, deren Geschichten und Lebensrealitäten einzufangen. Sie gibt den Transfrauen und Homosexuellen im Iran eine eindrucksvolle Stimme.
Als Erweiterung und Vertiefung des Themas werden Podiumsdiskussionen und Filmabende veranstaltet. Die Podiumsdiskussionen werden in differenzierter Form auf die Gender-Politik eingehen. Die dokumentarischen Filme sollen dem Publikum das Thema näher bringen. Im Zentrum der Diskussionen werden Österreich, Iran, Türkei, Israel und die arabischen Länder stehen.
Quelle: thinkoutsideyourbox.net
Berlin: PREMIERE – Soloperformance Ein eigenes Zimmer mit Salome Dastmalchi, Brotfabrik/Berlin am Dienstag, dem 9.4. um 20 Uhr
Ausgehend nur von Raum und Zuschauer richtet Salome Dastmalchi sich in Worten ein, die mehrere Ausgänge skizzieren: Die Erfindung des Paradieses im Zuge der Eroberung Babylons, Gedanken einer Rechtsanwältin in einer Einzelzelle des Teheraner Gefängnisses, Briefe vom Ende der Welt, die Liebesgeschichte von der armenischen Prinzessin Schirin, dem persischen König Chosrau und dem Architektem Farhad. Dem erfolgreichen Hörspiel Die Republik der Verrückten (RBB, WDR, Deutschlandradio Kultur, CD bei buchfunk erschienen) folgt nun mit Ein eigenes Zimmer eine performative Interaktion im Raum.
Inhalt:“Schirin war schön, sie vertrug keine Laktose, sie war Prinzessin von Armenien, sie konnte gut schwimmen. Ich erzähl dir ihre Geschichte, aber du mußt die Augen zu machen. Vierundzwanzig Stunden lang. Stell dir vor, ich sitze in einer Zelle von 2 mal 3 Metern, die Wände sind grau, es gibt kein Fenster außer einem kleinen Schlitz recht weit oben über der Tür und auch keine Lüftungsanlage. Und das bei der Teheraner Sommerhitze, die einen schon ausmergelt, wenn man im abgedunkelten Wohnzimmer nackt vor einem Ventilator liegt, wie du es jetzt vielleicht tust, allein oder mit Freunden.
“Eine inflated tear Produktion von:
Salome Dastmalchi (Spiel), Oliver Kontny (Text und Regie), Susanne Hiller (Raum und Kostümbild) und Johanna Ackva (Dramaturgie)
Weitere Aufführungstermine in der Brotfabrik (Caligariplatz 1) sind am 11., 12. und 13. April 2013 jeweils um
20 Uhr: Am 11. und 13. April findet anschließend ein Publikumsgespräch statt.
Außerdem wird Ein eigenes Zimmer am 23. und 24. April in der Frühperle (Boddinstraße 57 a, Neukölln) zu sehen sein: Am 23. April um 20 Uhr mit anschließender Releaseparty anlässlich der CD-Erscheinung von Republik der Verrückten (http://www.buchfunk.de/hörbücher/zeitgenössisches/iranian-voices/) statt.
Kartenbestellungen für die Brotfabrik können über die E-Mail-Adresse karten@brotfabrik-berlin.de oder telefonisch ab 18 Uhr unter der Nummer 030/4714001 gemacht werden.
Vorbestellungen für die Aufführungen in der Frühperle bitte per E-Mail an ein-eigenes-zimmer@web.de
Wir empfehlen, Karten zu bestellen, da es nur begrenzt Plätze im Raum gibt. Lies den Rest dieses Artikels
Gelnhäuser Tageblatt: Wie aus einem Frühlingsfest ein Deutschkurs entsteht
BIEBERGEMÜND
(red). In der letzten Woche hat die Gemeinde Biebergemünd mit ihren ausländischen Flüchtlingen und den Flüchtlingshelfern das Frühlingsfest Nouruz gefeiert. In der Gemeinde leben zurzeit 14 iranische Flüchtlinge und eine achtköpfige Familie aus Guatemala.
Nouruz ist das iranische Frühlingsfest und wird am 21. März gefeiert. Zu diesem Fest hat Bürgermeister Manfred Weber alle ausländischen Flüchtlinge, deren jetzige Helfer, Kirchenvertreter und bereits bekannte interessierte Helfer aus der Gemeinde zum Gespräch mit einem Dolmetscher bei Kaffee und Kuchen eingeladen. Ziel des Zusammentreffens war das gegenseitige Kennenlernen. Spontan ist daraus ein zweimal in der Woche stattfindender Deutschkurs auf ehrenamtlicher Basis entstanden. Darüber freut sich die Gemeinde sehr. Der Bürgermeister sagt den Ehrenamtlichen bereits jetzt jegliche nötige Unterstützung zu. Dieser Kurs findet im Bürgertreff in Kassel statt.
Iran’s Sporting Dreamers – Witness – Al Jazeera English
Iran’s Sporting Dreamers – Witness – Al Jazeera English.
Filmmaker: Nima Shayeghi
This film presents an intimate look at the lives and hopes of three Iranian teenagers whose collective dream for the future is to become world-class wrestlers. Every year, tens of thousand of boys from around the country try to get into the youth wrestling team, but only a handful succeed.
Trailer for Too Young The Hero from Contra Image on Vimeo.
Iran’s Sporting Dreamers follows these three boys who made it into the team as they train for, and participate in, the all-important World Youth Championships in Hungary. Success in championships like these, for a rare and lucky few, is a stepping stone to becoming an Olympic winner.
With unprecedented access to the Iranian national youth team, this film provides an extraordinary insight into the lives of some of the most marginalised Iranian families, who are rarely seen on screen.
| Filmmakers view |
By Nima Shayeghi
Various facets of what we Iranians believe to be and call our national identity, has always fascinated me. The stories of people who dedicate their whole lives preserving the so-called honour of these identities, have always carried a complex mix of questions for me.
In Iran, wrestling is a way of being and it bears with it an intricate range of Iran’s ancient and religious cultural characteristics, which have been meticulously passed down from generation to generation, with passion, dedication and the interesting sense of duty that it has come to bear.
I see the mannerism and the aesthetics of the wrestler almost as the embodiment of the various facets of the Iranian identity draped in its past.
But in the contemporary society of Iran there seems to be a widening gap between the attitudes of the wrestlers and the position they hold in the society.
This is most strongly felt by the young wrestlers, as almost all come from deprived communities, and they are faced with the difficult decision whether to commit themselves to the love of wrestling or not. This is most baffling as there are hardly any financial gains in this lifelong commitment.
During the making of this film I have come to see this story as a doomed love story, where our characters realise from early on, the compromise between what they have come to love and the potential doomed future that awaits them. But they struggle and fight on for the sheer thrill of the honour and respect that a medal, or just simply being dubbed Pahlavan – the traditional name given to those who are both physically and spiritually of high calibre – can potentially bring for them, as fleeting as it may be.
Cinematically speaking I was looking for a visually expressive feel to the film, where we follow our characters through space, in their town, their gym, and at home, allowing the subtleties to emerge from the film’s observational elements, and the story is felt through the lives of our protagonist.
![]() |
Iran’s Sporting Dreamers can be seen from Wednesday, March 20, at the following times GMT: Wednesday: 2000; Thursday: 1200; Friday: 0100; Saturday: 0600; Sunday: 2000; Monday: 1200; Tuesday: 0100.Watch more Witness films for global issues brought into focus through courageous and inspiring human stories. |
Happy Nowruz! Das iranische Neujahrsfest Nowruz

Wir wünschen Ihnen ALLEN ein frohes Nowruz-Fest!
Flüchtlingshilfe Iran e.V. 2010
|
Das schönste und größte iranische Fest ist das Frühlings- und Neujahrsfest “Nowruz“ („der neue Tag“), dessen Wurzeln mindestens in die Zeit der Achämeniden zurückreichen. Dieses älteste und wichtigste, iranische Fest beginnt mit dem astronomischen Frühlingsanfang, der zugleich der Beginn des iranischen Kalenderjahres ist und nach gregorianischer (abendländischer) Zeitrechnung etwa auf den 20./21. März jedes Jahres fällt (2). Der eigentliche Höhepunkt des Festes ist der Zeitpunkt der Tag/Nacht-Gleiche („Tahwil-e Sal“). Nowruz ist das am weitesten verbreitete, und farbenprächtigste der iranischen Feste, dass als Frühlingsfest auch in vielen Ländern der Region, wie Âzərbâican, Afghanistan, Tadschikistan, Pakistan, Irak, in den kurdischen Gebieten, in Üzbekistan, Kazakistan, Kirkizistan, Indien und in der Türkei, und sogar unter den iranisch-stämmigen Juden in Isreal, gefeiert wird. Es ist eben das einzige Fest, das von allen Volksgruppen gefeiert wird und vielleicht deshalb, weil es einer vorislamischen Tradition entstammt, nicht einer einzelnen Religionsgruppe vorbehalten ist. Über den Ursprung des Nowruz gibt es unterschiedliche Meinungen: Altpersische Legenden erzählen davon, dass Gott den Menschen am ersten Tag des Frühlings erschuf. Am häufigsten wird aber seine Entstehung mit Jamshid, dem mythischen iranischen König, in Verbindung gebracht, wobei das Fest an die Himmelfahrt von Jamshid erinnern soll, für die er einen fliegenden „Wagen“ von den Dämonen hatte bauen lassen; Dämonen, die er zuvor bezwang und in den Dienst der Sterblichen stellte. Allerdings scheint Nowruz ursprünglich eher aus der Hirten- oder bäuerlichen Kultur, die den Übergang vom Winter zum Sommer verehrt hatten, entstanden zu sein: Fruchtbarkeits- und Erneuerungsriten können ohne Zweifel in manchen Bräuchen erkannt werden. Zwölf Tage dauert das Fest. Am dreizehnten Tage des neuen Jahres, der als Unglückstag gilt, ziehen die Menschen in die freie Natur, und organisieren einen ausgiebigen Ausflug. In der Sasaniden-Zeit (226-652 n. Chr.) wurde zwischen einem Klein-Nowruz (am ersten Tag) und einem Großen Nowruz (am sechsten Tag des Neujahrs) unterschieden. Erst später hat sich die Feier auf die heutige Länge von 13 Tagen ausgeweitet. Im antiken Persien war der Kalender noch ohne regelmäßige Schaltjahre, sodass sich das Nowruz-Fest im Laufe der Jahre immer mehr vom eigentlichen Frühlingsbeginn entfernte. Man fügte dann etwa alle 120 Jahre einen dreizehnten Monat hinzu, um den entstandenen Zeitversatz wieder auszugleichen. Im Jahr 467 nach iranischer Zeitrechnung (1006 n. Chr.), bzw. um dieses Jahr herum, wurde eine Kalenderreform, woran der berühmte iranische Dichter und Wissenschaftler „Omar Khayyam“ maßgeblich beteiligt war, durchgeführt. Mit dieser Reform wurde der Nowruz auf den ersten Frühlingstag gelegt und Schaltjahre (etwa alle vier Jahre) eingefügt, um den Nowruz an den Frühlingsbeginn zu koppeln. Seitdem ist der genaue Zeitpunkt des Jahreswechsels im Iran (der astronomische Frühlingsbeginn oder „Tahwil-e Sal“) entweder am Nachmittag des letzten Tages des alten Jahres oder am Vormittag des ersten Tages des neuen Jahres (beide Teheraner Zeit) (3) |
Bundestag: Öffentliche Anhörung des Auswärtigen Ausschusses – “Die Entwicklung des Politischen Islam in der MENA-Region”
Die 81. Sitzung des Auswärtigen Ausschusses findet statt als öffentliche Anhörung am:
Mittwoch, dem 20.03.2013, 09:00 Uhr, 10557 Berlin,
Adele-Schreiber-Krieger-Straße
Sitzungssaal: 3.101
Sitzungsort: Marie-Elisabeth-Lüders-Haus
Allgemeine Informationen zum Besuch öffentlicher Anhörungen
Bitte teilen Sie uns zur Anmeldung bis zum 18. März 2013 (Anmeldeschluss) per E-Mail
(auswaertiger-ausschuss@bundestag.de) oder Fax (030-227 36131) folgende Angaben mit:
- Datum und Thema der Anhörung
- Name, Vorname
- Geburtsdatum
Wir bitten um Verständnis dafür, dass die Anmeldung aus Kapazitätsgründen nicht immer den
Zugang garantieren kann. Ein frühzeitiges Erscheinen ist daher empfehlenswert. Wegen des teilweise
großen öffentlichen Interesses können wir Ihre Anmeldung leider grundsätzlich nicht
bestätigen. Ein Rede- und Fragerecht besteht nicht.
Bitte überprüfen Sie kurz vor dem Termin der Anhörung die Raumangaben auf der Internetseite
des Auswärtigen Ausschusses, da sich diese kurzfristig ändern können, und bringen Sie zur
Einlasskontrolle einen gültigen Personalausweis oder Reisepass mit.
Thema der öffentlichen Anhörung:
Die Entwicklung des Politischen Islam in der MENA-Region
Geladene Sachverständige:
- Thomas Birringer - Konrad-Adenauer-Stiftung, Leiter Team Afrika und Naher Osten
- Dr. Michael Bröning - Friedrich-Ebert-Stiftung, Internationale Entwicklungszusammenarbeit, Referat Naher und Mittlerer Osten/Nordafrika
- Prof. Dr. Mathieu Guidère - Universität Toulouse/Frankreich, Fachbereich Islamische Studien
- Prof. Gudrun Krämer - Freie Universität Berlin, Lehrstuhl für Islamwissenschaften
- N.N.
Ruprecht Polenz, Mdb
Vorsitzender
Pop Up tour exhibiting works of Iranian stencil/street artists Icy and Sot
live music from The Yellow Dogs at the opening nights
ICY (born 1985) and SOT (born 1991) are stencil artists from Tabriz – IRAN. they started their professional career in 2008 they had uploaded previous works as early as 2006 and they influenced and dragged their friends to street art. Their works are about peace, war, Love, hate, hope, despair, children, human rights and the Iranian culture. The two brothers have held numerous exhibitions and un-official street works in Iran and foreign countries. Lies den Rest dieses Artikels
Israel’s Rita Rocks the U.N. – a important Document of peace and freedom between israel and iranian peoples
http://www.unwatch.org
Israeli singer Rita’s special surrealistic concert at the UN General Assembly, 5 March 2013, in the United Nations General Assembly Hall.
UN Ambassador Prosor has pulled off one of the most unusual diplomatic achievements ever: a full-fledged UN-sponsored Farsi-Hebrew musical event full of goodwill and sympathy
HAARETZ
By Chemi Shalev | March 6, 2013 | 9:50 AM
Inside the hall of the General Assembly at the United Nations building in New York, it seemed at times that either the messiah had arrived or the world had turned inside-out Bizarro, like in the Superman comics: Rita, one of Israel’s most popular performers, was singing in Farsi and Hebrew; Israelis were dancing in the aisles: diplomats from around the world were clapping and begging for more; Israeli Ambassador Ron Prosor was the hero of the day; Secretary General Ban Ki Moon said “shalom” and General Assembly President Vuk Jeremic, it turned out, hails from a family of Righteous Gentiles.
It was, without a doubt, a night to remember, a memory to cherish, an Israeli-made spectacle the likes of which hadn’t been seen in the General Assembly since Ambassador Herzog tore apart that Zionism is Racism resolution in 1975. Only this time, it was the other way around: “Why is this night different than all other nights?” an elated and season conscious Prosor asked me, “Because on this night, contrary to all previous nights, the United Nations is united behind Israel and resides under the wings of Rita.”
The wings that Prosor was referring to come from Haim Bialik’s song “Hachnisini Tahat Knafech” — “Under Your Wing” — a popular Israeli song which was featured in Rita’s “Tunes for Peace” concert performed at UN headquarters Tuesday night. The famous platform underneath the giant olive-colored UN symbol was turned into a rock concert stage, including a smoke machine, strobe lights, and a rocking and raucous 9-piece ensemble that played Persian-Israeli music with light touches of Klezmer to boot.
The auditorium, which for most Israelis and Diaspora Jews has come to be associated with harsh anti-Israeli rhetoric, cold diplomatic isolation, and humiliating political defeats at the hands of the “automatic majority,” suddenly had a warm ambiance and an admiring audience comprised of Iranian expatriates, Israeli diplomats, UN employees, and representatives of 140 UN delegations who begged their Israeli colleagues for invitations to the show and to the experience.
Ban Ki Moon opened the evening with the word “shalom” and described Rita as “a cultural ambassador”. Then came Jeremic, who announced that he would soon be the first sitting President of the General Assembly to visit Israel, during which he will participate in a Yad Vashem ceremony in which members of his grandmother’s family in Belgrade would be recognized as “Righteous Among the Gentiles” for saving Jews during the Holocaust.
Then, Introducing Rita, Prosor said “I always hoped that I would one day be the opening act for Rita at a major venue in New York City. Although, I’ll admit, I never expected that it would be in the form of the Three Tenors: “Ban, Prosor, and Jeremic.”
“It is our sincere hope that this musical evening will echo from New York to the hearts and minds of people throughout Israel and Iran,” Prosor added, and then asked Rita to “rock the house”, which she did.
The popular Israeli singer gave a ten song rendition that included five songs in Farsi, four in Hebrew and one — “Time for Peace” — in English. She delighted the audience with stories of her childhood in Tehran, about her mother’s love for music, and about her own wish to spread the love far and wide between her birthplace and her homeland. Her strong voice reverberated in the hall which had never seen such a joyous bunch of Israelis, including enthusiastic Rita fans who tried to get the UN diplomats to dance with them near the stage and down the aisles, though that proved a bridge too long for the usually stiff and formal envoys.
An Urgent Call to Action: End Stoning Now!
An Urgent Call to Action: End Stoning Now!
At the 57th Session of the Commission on the Status of Women, we call on States where stoning still exists in law and in practice to abide by their international human rights obligations, banning stoning through legislative measures and holding perpetrators accountable to law. This includes Iran and Mauritania, two Member States currently sitting on the UN Commission of the Status of Women.
We also call on all Member States of the United Nations to heed this urgent call and explicitly denounce the practice of executions by stoning as one of the most brutal forms of violence against women.
Stoning is a flagrant violation of human rights, and a most cruel form of torture intended to cause grievous pain before death. It is being meted out discriminately upon women, and is most often preceded by unfair judicial processes whereby those sentenced to execution suffer numerous other human, civil and political rights violations while in detention.
Women are disproportionately being sentenced to stoning, due to misogynist and discriminatory interpretations of religious laws and cultural mores which become the basis of social policies governing sexual relationships and the family. Women’s rights cannot be sacrificed to such interpretations, especially when women have the right to freely participate in and adhere to their own beliefs, yet are being silenced by violent actions against them. Such cruel, inhuman and degrading punishment cannot be tolerated, and the universality of human rights must be upheld.
Background
Execution by stoning is still carried out in various parts of the world (either by State or non-state actors) as a punishment for ‘adultery’, homosexuality, and fornication.
Even though there is no direct reference to this form of punishment in the Quran, stoning is often claimed to be part of “Islamic Law”. There is absolutely no consensus amongst the global Muslim community over the validity of the practice as “Islamic Law”, and many clerics, scholars and Muslim-majority States have prohibited stoning, as a violation of human rights.
Execution by stoning is sanctioned by the penal codes of Iran and Mauritania – two member States currently sitting on the UN Commission on the Status of Women – as well as North Sudan, Qatar, the United Arab Emirates, and Yemen. In some States, stoning is condoned through local or tribal and religious-based courts. This is currently the case in Aceh in Indonesia; in Kelantan and Terengganu in Malaysia, in 12 northern states of Nigeria, in Afghanistan, Mali, Iraqi Kurdistan and Somalia.
Stoning is a grave violation of the Universal Declaration of Human Rights and of subsequent international human rights covenants, the foremost of which are the International Covenant on Civil and Political Rights (ICCPR), the Convention Against Torture (CAT), the UN Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination Against Women (CEDAW).
States have the responsibility to act with due diligence to protect all citizens from such brutal, inhuman and degrading violence, and prevent its occurrence. Whether carried out by State or non-state actors, perpetrators must be held accountable and prosecuted.
For more information and resources on stoning, contact info@violenceisnotourculture.org andwluml@wluml.org.
NRW: Stoppt die Hetze gegen Flüchtlinge! Sei dabei!
Die rechte „Bürgerbewegung“ PRO NRW will in zahlreichen Städten gegen Flüchtlinge mobil machen. Der Flüchtlingsrat NRW und regionale Flüchtlingsorganisationen rufen zu Gegenprotesten auf.
Die selbsternannte Bürgerbewegung „PRO NRW“ startet ab dem 9. März eine Hetzkampagne gegen Flüchtlinge in 21 Städten zwischen Rhein und Ruhr. „Vor Brennpunkten des Asylmissbrauchs“ will die rechtsextremistische Organisation in gewohnt populistischer Manier für ihre „Volksinitiative gegen Asylmissbrauch“ werben. Konkret fordert „PRO NRW“ die „Unterbringung von Asylbewerbern in kostengünstigen (…) Sammelunterkünften“ und die „Einführung des Straftatbestandes „Asylbetrug““. Wie damals bei den pogromartigen Angriffen auf Asylsuchende und Migranten in den 1990er Jahren z. B. in Solingen und Rostock Lichtenhagen wird wieder mit der „das Boot ist voll“-Parole und verfälschten Zahlen agitiert.
Der Flüchtlingsrat NRW und regionale Flüchtlingsorganisationen (1) verurteilen die rassistische Mobilmachung gegen Asylsuchende nachdrücklich und rufen zur Solidarität mit den Flüchtlingen und breitem politischen Widerstand gegen die rechtspopulistische Kampagne auf.
Der Flüchtlingsrat NRW und die regionalen Flüchtlingsorganisationen setzen sich für Menschenrechte ein, die nicht an den Grenzen eines Landes enden, sondern immer und für jeden gelten. Es ist nicht hinnehmbar, dass die Populisten wieder einmal die schillernden Farben der Demokratie missbrauchen, um die braunen Wände ihres Gedankengebäudes zu übermalen. Die Teilnahme an Protestveranstaltungen gegen die Kundgebungsserie ist damit nicht bloße Zustimmung zu einem interkulturellen Miteinander, sondern vielmehr die Verteidigung der Demokratie. Daher wird sich der Flüchtlingsrat NRW gemeinsam mit regionalen Flüchtlingsorganisationen und den Bürgerinnen und Bürgern aktiv an den Gegenveranstaltungen beteiligen. Protestaktionen, die auch durch lokale Gruppen organisiert werden, sind unter anderem in Aachen, Krefeld, Köln, Leverkusen, Düsseldorf, Essen, Duisburg und Bielefeld geplant.
Birgit Naujoks, Flüchtlingsrat Nordrhein-Westfalen e.V.
(1) Arbeitskreis Asyl Bielefeld, Flüchtlingsrat Krefeld, Flüchtlingsrat Leverkusen, Flüchtlingsrat Mönchengladbach, Friedensbüro Lemgo, Kölner Flüchtlingsrat, ProAsyl/Flüchtlingsrat Essen, Refugio Aachen, Zentrum für Sozial- und Migrationsberatung Düren.
Bislang bekannte Protestaktionen gegen die Kundgebungstour von PRO NRW (Stand: 06.03.2013)
09.03.2013, Bochum
Kundgebung des Bündnisses „Bochum gegen Rechts“
9.00 Uhr, Hollandschule, Fröbelstraße, Bochum-Wattenscheid
09.03.2013, Essen
Kundgebung des Bündnisses „Essen stellt sich quer“
13.00 Uhr, Auf‘m Bögel, Essen-Haarzopf
11.03.2013, Mülheim an der Ruhr
Solidaritätsfest der „Mülheimer Initiative für Toleranz“
14.00 Uhr Eltener Straße, Mülheim-Speldorf
12.03.2013, Duisburg:
Kundgebung des „Netzwerks gegen Rechts“
10.00 Uhr, In den Peschen, Duisburg-Bergheim
14.03.2013, Düsseldorf
Kundgebung antirassistischer Initiativen
10.30 Uhr, Lacombletstraße, Düsseldorf-Derendorf
18.03.2013, Bielefeld
Kundgebung des „Bündnis gegen Rechts“
9.30 Uhr, Gütersloher Straße 122, Bielefeld
www.bielefeldstelltsichquer.wordpress.com
Iranische Filmtage in Köln Gewünscht – Toleriert – Verboten: (Neue) Räume für den iranischen Film?
Negar Tahsili (Regisseurin, Iran)
Loghman Khaledi (Regisseur, Iran)
Massoud Bakhshi (Regisseur, Iran)
Davoud Zare (Regisseur, Iran)
Kurator: Amin Farzanefar
In heutigen Gesellschaften spiegelt der öffentliche Raum ein Spannungsfeld zwischen dem Entfaltungswillen einzelner Individuen und einem verbindlichen Netz sozialgemeinschaftlicher Regeln wider. Er wird Begegnungsfeld von Mehrheiten und Minderheiten, Geschlechtern und Generationen. Im Iran ist die Gestaltung wie auch die Nutzung des öffentlichen Raumes von religiösen und anderen Regeln bestimmt und begrenzt. Dies zeigt sich allerorten: neben der Werbung globaler Ladenketten prangen riesige Banner mit schiitischen Heiligen, religiösen Führerfiguren und frommen Erbauungssprüchen. Die islamischen Bekleidungsvorschriften und die Geschlechtertrennung stellen zwei besonders offenkundige Aspekte dar, die den Alltag auch im äußeren Erscheinungsbild stark prägen.
Neben den vom Staat bzw. der Staatsreligion klar vorgegeben und strikt einzuhaltenden Regeln und Grenzen ist der öffentliche Raum aber auch in einem erheblichen Maß von sozialen Instanzen und Traditionen bestimmt. Vor allem die Familie, aber auch Nachbarschaft und Kollegenkreis melden Ansprüche an ihre einzelnen Mitglieder an, mit denen sie massiv in deren Leben eingreifen und ihnen weitere Regeln und Grenzen auferlegen.
Trotz dieser staatlichen und gesellschaftlichen Einschränkungen – und vor allem trotz Repression und Zensur – entstehen im Iran weiterhin gesellschaftskritische und aussagestarke Filme. Dies ist nur möglich, weil Filmschaffende, Autorinnen und Autoren und Kulturschaffende immer wieder neue Räume für ihre Kreativität auftun, in denen sie sich verorten und ihre Werte und Anschauungen entwickeln und verteidigen können. Mit der Schaffung neuer geistiger Lebensräume können sie gegen die vermeintliche politische Erstarrung ankämpfen.
Die an jeweils vier Tagen in Berlin und Köln vorgestellten Dokumentar-, Spiel- und Kurzfilme sollen die Lebendigkeit, Vielfalt und Vielschichtigkeit der iranischen Gesellschaft aufzeigen und damit auch die iranischen Künstlerinnen und Künstler in ihrem steten Einsatz um Pluralität und Meinungsvielfalt unterstützen.
Eine Kooperation mit Diwan – Deutsch-Iranische Begegnungen und der Filminitiative Köln
Sprache:
Farsi mit englischen Untertiteln
Tickets
6,50 €/ erm. 5,00 € / 7.- 9.3.2013 Filmtage-Pass 20,-€
Karten an der Kinokasse
Vorbestellung: anmeldung@melanchthon-akademie.de
Vorbestellte Karten bitte 15 min vor Filmbeginn abholen.
Die Filmtage-Pass berechtigt zum freien Eintritt in alle Filmvorführungen
und gilt als Gutschein für Einzeltickets, die bis 15 min vor Filmbeginn
abgeholt werden müssen.
Information
Joachim Ziefle
Melanchthon-Akademie, Kartäuserwall 24, 50678 Köln
Tel: 0221-931 8 030, Email: mailto: ziefle@melanchthon-akademie.de
Diwan Deutsch-Iranische Begegnungen,
Tel: 02234 688 7702
Email: info@diwan-verein.de, http://www.diwan-verein.de
Veranstaltungsorte
Donnerstag, 7. März – Sonnabend, 9. März 2013
im Filmhaus Kino, Maybachstr. 111, 50670 Köln
Sonntag, 10. März 2013
Filmforum NRW e.V. im Museum Ludwig
Bischofsgartenstr. 1, 50667 Köln
Donnerstag, 7. März 2013 Filmhaus Kino
19.00 Eröffnung der Filmtage
19.30 A respectable Family
Spielfilm von Massoud Bakhshi, 2012, 87 min, OmeU
Nach 22 Jahren im Ausland wird Khosro Amini zu einem Gastsemester
in den Iran eingeladen und eckt als liberaler Freigeist überall an – beruflich
wie privat. Er will zurück, das Ausreisevisum wird nicht erteilt, dann
tauchen unbekannte Verwandte auf und Khosro erfährt von einem Erbe
des todkranken Vaters – immer kafkaesker und verschlungener wird der
Aufenthalt des Heimkehrers. Massoud Bakhshis Familien-Thriller enthält
dokumentarisches Material aus dem Iran-Irak-Krieg von 1980 bis 1988,
behält aber auch die jüngsten Ereignisse seit 2009 im Blick.
Komplette Program:
| Download | Programm Köln |
PERSIA / IRAN : Green Revolution Eve | Debate at de Balie, Amsterdam,
Persian Dutch Network (www.PersianDutch.com) — The evening “Green Revolution” organized by Human Rights Watch at Amsterdam’s de Balie. Lectures by Anna Timmerman (director of HRW in The Netherlands), Faraz Sanei (HRW New York), Marietje Schaake (Dutch politician for the social liberal party Democrats 66) and Damoon Golriz (activist).
- شب انقلاب سبز ایران در مرکز فرهنگی بالی در آمستردام – برنامه ای از دیده بان حقوق بشر / بخش هلند
Join United for Iran in a Worldwide Campaign: “Elections Aren’t Free Until We Are All Free”
PLEASE SUPPORT!
It’s been four years since the disputed Iranian presidential elections that resulted in massive uprisings and a brutal crackdown including extra-judicial killings, torture, arbitrary arrest, and detention; and infringements of rights to freedom of assembly and expression. Today—in the lead up to the June elections—we are witnessing the largest wave of detention of journalists since 2009. Opposition candidates remain on house arrest, and at least 500 political prisoners remain behind bars. Women and religious minorities are barred from running for president. And yet, Supreme Leader Ali Khameini has said Iran’s elections are “free” and the media “shouldn’t constantly say elections must be free.”

We say that elections are not fair or free until all political prisoners in Iran are free. Elections are not fair or free until every citizen has equal opportunity to engage in the electoral process. Elections are not fair or free as long as the Iranian government vets candidates, restricts activities of political parties and forces votes from citizens. Elections are not fair and free when citizen voices are silenced.
Join us in demanding that Iranian officials allow for the conduct of genuine, democratic elections that uphold internationally accepted standards of “free and fair,” and that the Iranian government:
Release all political prisoners;
End all restrictions on media, free expression, and assembly;
Allow every citizen equal opportunity to engage in the electoral process;
Allow for independent observation of its presidential elections.
Join us in taking up the call that “Elections Aren’t Free Until We Are All Free.”
Email us if you are interested in spearheading or participating in actions around the world in the upcoming months: info@united4iran.org. More information will be coming soon!
BILD: BERLINALE SETZT ZEICHEN FÜR DIE MEINUNGSFREIHEIT IM IRAN
Diese mutige Frau zeigt den Film ihres Vaters
Der iranische Regisseur und Regime-Kritiker Jafar Panahi darf nicht ausreisen

Die junge zierliche Frau trägt ihre schulterlangen Haare offen. Gerade ist sie aus Teheran in Berlin gelandet.
Gestern huschte sie, in Begleitung von Berlinale-Chef Dieter Kosslick, über den roten Teppich. Es ist die Premiere von „Pardé“ („Geschlossener Vorhang“), dem iranischen Wettbewerbs-Beitrag. Ein Film, der in seiner Heimat nicht gezeigt werden darf! Dass er in Berlin zu sehen ist, ist eine Sensation.
Solmaz Panahi ist die Tochter des iranischen Filmemachers und Regime-Kritikers Jafar Panahi (52). Der wurde 2010 zu 20 Jahren Berufsverbot verurteilt, darf nicht ausreisen. Den Film „Pardé“ hat er heimlich gedreht und außer Landes geschmuggelt.
Panahis Tochter zeigt nun in Berlin für ihren Vater Gesicht. Bei ihrem Auftritt auf dem roten Teppich wagte sie aber nicht, etwas zu sagen. Nach einem Statement gefragt, lächelte sie nur schüchtern und schüttelte den Kopf. Panahis Co-Regisseur Kamboziya Partovi, seit 34 Jahren mit Panahi befreundet, durfte nach Berlin reisen und berichtete von den heimlichen Dreharbeiten in einer abgedunkelten Villa.
Die junge zierliche Frau trägt ihre schulterlangen Haare offen. Gerade ist sie aus Teheran in Berlin gelandet.
Gestern huschte sie, in Begleitung von Berlinale-Chef Dieter Kosslick, über den roten Teppich. Es ist die Premiere von „Pardé“ („Geschlossener Vorhang“), dem iranischen Wettbewerbs-Beitrag. Ein Film, der in seiner Heimat nicht gezeigt werden darf! Dass er in Berlin zu sehen ist, ist eine Sensation.
Solmaz Panahi ist die Tochter des iranischen Filmemachers und Regime-Kritikers Jafar Panahi (52). Der wurde 2010 zu 20 Jahren Berufsverbot verurteilt, darf nicht ausreisen. Den Film „Pardé“ hat er heimlich gedreht und außer Landes geschmuggelt.
Panahis Tochter zeigt nun in Berlin für ihren Vater Gesicht. Bei ihrem Auftritt auf dem roten Teppich wagte sie aber nicht, etwas zu sagen. Nach einem Statement gefragt, lächelte sie nur schüchtern und schüttelte den Kopf. Panahis Co-Regisseur Kamboziya Partovi, seit 34 Jahren mit Panahi befreundet, durfte nach Berlin reisen und berichtete von den heimlichen Dreharbeiten in einer abgedunkelten Villa.
RASTAK ENSEMBLE – BERLIN – IRANIAN FOLKS MUSIC کنسرت گروه رستــاک ـ همه اقوام من ـ – Berlin Konzert
Persian Concert & Haus der Kulturen der Welt e.V. präsentieren
EUROPE TOUR 2013
گروه موسیقی رستاک تور اروپایی
IRANIAN FOLKS MUSIC
RASTAK ALL MY FOLKS
رستاک همه اقوام من
LIVE IN CONCERT
RASTAK ENSEMBLE

BERLIN
URANIA (HUMBOLDT-SAAL)
FR. 10. MAI 2013
Vorverkauf : 20,-€ / 27,-€ / 34,-€ / 41,-€
Abendkasse : +3,-€
Einlass : 19.30 Uhr
Beginn : 20.00 Uhr
Adresse : An der Urania 17, 10787 Berlin
Info. : +49 (0) 151 547 260 27
+49 (0) 178 414 78 65
Email : info.event@web.de
Ticketonline : www.kodoom.com
So politisch geht’s auf der Berlinale zu: Iran – Jafar Panahi / Shirin Neshat
Die Berlinale politisch
Der iranische Regisseur Jafar Panahi (hier bei der Berlinale 2006) darf nicht nach Berlin. Kulturstaatsminister Bernd Neumann hatte eindringlich an das Regime in Teheran appelliert, ihn zur Premiere seines Films reisen zu lassen.
Die Berlinale politisch
Die im Iran geborene Künstlerin Shirin Neshat setzt sich mit der Rolle der Frau in islamischen Gesellschaften auseinander. Bei der Berlinale sitzt sie in der Jury.
Die iranische Künstlerin Shirin Neshat (58), die zwar seit vielen Jahren in den USA lebt, doch sich mit kritischen Äußerungen zum Regime in Teheran nicht zurückhält.
Auch ihre Kunst ist politisch – in ihrer Fotoserie „Women of Allah“ thematisierte sie die Rolle der Frau im Iran, ein Leben zwischen Schleier und Waffe. Mit ihrem ersten Film „Women without Men“ erregte sie auf der Biennale 2009 in Venedig Aufsehen.
Women Without Men, Shirin Neshat’s first feature film, explores the 1954 CIA coup in Iran from the perspective of two very diferent women.
Women Without Men Discussion
Deutschlandradio Kultur: Den Iran im Herzen
Den Iran im Herzen (Beitrag hören)
Shirin Neshat, Jurymitglied bei der Berlinale
Sendezeit: 07.02.2013 23:19
Die Wahlamerikanerin Shirin Neshat ist Jurorin im Berlinale-Wettbewerb
Von Barbara Wiegand
Die in den USA lebende Iranerin Shirin Neshat sitzt in der Wettbewerbs-Jury der Berlinale – als eine Bildende Künstlerin unter lauter Filmleuten. Ihr erster Spielfilm zeigte die Mauern, die Männer- von Frauenwelten im Iran trennen.
“Für mich ist das absolut spannend – gerade weil ich neu bin in der Filmwelt. Und es zeigt, dass dieses Festival seinen Horizont erweitern will. Schließlich hat man außer mir ja noch andere Leute eingeladen, die unterschiedliche Hintergründe haben und nach anderen Wegen suchen, um ihre Geschichten zu erzählen.”
Klein, zierlich und dabei energiegeladen – so wirkt Shirin Neshat auch noch nach dem zigstem Interviewtermin. Die dick mit schwarzem Kajal untermalten Augen sprühen. Sie hat spürbar Lust darauf, Jurymitglied der Berlinale zu sein – als Bildende Künstlerin unter Filmleuten. Und vielleicht schaut sie bei den 19 Wettbewerbsfilmen dann doch ein wenig anders hin als die anderen. So wie die Bilder ihrer Video- und Filmarbeiten auch eine eigene, besondere Ausdruckskraft haben. Lies den Rest dieses Artikels
Spiegel: Begrüßung in München – Claudia Roth und die Hand des iranischen Botschafters
München/Berlin – Es ist nur ein kurzer Augenblick, eine kleine Geste: Claudia Roth geht am vergangenen Wochenende bei der Münchner Sicherheitskonferenz auf Reza Attar, Irans Botschafter in Berlin, zu, die beiden klatschen ihre Hände ab. An Attars Miene ist zu erkennen, dass er offenbar erfreut ist, die Grünen-Chefin in München zu sehen, er hält seine rechte Hand hoch, bereit zu der Geste – daraufhin geht Roth zu dem Mann, der auf seinem Platz sitzt.
Die “Bild”-Zeitung machte sie daraufhin am Donnerstag auf der Seite 1 zur “Verliererin” des Tages: “Sonst spricht sie gerne von Menschenrechten…”, schreibt die Zeitung. Attar werde vorgeworfen, er habe in den achtziger Jahren als Gouverneur in Iran Oppositionelle aufhängen lassen. “BILD meint: Rote Karte!”
Stellungnahme von Claudia Roth zum Knicks vor dem iranischen Botschafter
Münchner Sicherheitskonferenz
Im Netz kursiert derzeit ein Video, das Claudia Roth bei einer vermeintlich freundschaftlichen Geste mit dem iranischen Botschafter zeigt. Doch wie so oft zeigen die Bilder nur einen kleinen Ausschnitt der wirklichen Geschehnisse.
Claudia Roth kennt den Botschafter Irans, Ali Reza Sheikh Attar, aus der parlamentarischen Arbeit, wenn der Botschafter iranische Parlamentarier in Berlin begleitet hat. Darüber hinaus hat sie im Rahmen ihres langjährigen Einsatzes für die iranische Oppositionsbewegung an ihn immer wieder Appelle zum fairen Umgang mit iranischen Oppositionellen gerichtet.
Der Botschafter der Islamischen Republik Iran gibt einer Frau grundsätzlich nie die Hand, er hat auch Claudia Roth noch nie die Hand geschüttelt. In dieser Situation hat er offenbar den Versuch eines höflichen Entgegenkommens gemacht, ohne Claudia Roth wirklich die Hand geben zu müssen. Völlig überrascht von dieser unerwarteten Geste hat Claudia Roth sie mit einem kurzen Berühren der Hand des Botschafters erwidert. Ihre höfliche Reaktion war der Tatsache geschuldet, dass sie den iranischen Außenminister und den iranischen Botschafter am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz in einem Gespräch dazu bewegen wollte, den bekannten iranischen Filmemacher Jafar Panahi zur Berlinale ausreisen zu lassen. Bereits am Freitag vor der Sicherheitskonferenz hatte sich Claudia Roth mit diesem Anliegen in einem entsprechenden Brief an den Botschafter gewandt.
Im Wettbewerb der Berlinale läuft der neueste Film Panahis. Bei der letzten Berlinale war Jafar Panahi Jury-Mitglied, durfte dafür aber nicht nach Berlin ausreisen. Jafar Panahi ist im Iran aufgrund seiner Unterstützung der Oppositionsbewegung zu Haftstrafen und einem langjährigen Reise- und Berufsverbot verurteilt worden. Gegenwärtig steht er dort unter Hausarrest. Claudia Roth hofft, dass Jafar Panahi in diesem Jahr eine Ausreisegenehmigung zum Besuch der Berlinale bekommt. Sie wird auch in Zukunft mit ihrer Kritik an der Politik der iranischen Machthaber nicht nachlassen.
Quelle: http://www.claudia-roth.de/startseite/volltext-startseite/article/-013259b780/
Berlinale 2013: Wettbewerbsbeitrag – Pardé| Jafar Panahi, Kamboziya Partovi
Pardé
Closed Curtain
SYNOPSIS
Sie werden gesucht: der Mann und sein Hund, den er eigentlich nicht besitzen darf, da das Tier nach islamischen Geboten als unrein gilt. Die junge Frau, die an einer verbotenen Party am Ufer des Kaspischen Meers teilgenommen hat. Sie verbarrikadieren sich in einer abgelegenen Villa mit verhängten Fenstern und beäugen einander misstrauisch. Warum hat er sich den Schädel kahl rasiert? Woher weiß sie, dass er von der Polizei verfolgt wird? Beide sind sie Gefangene eines Hauses ohne Aussicht inmitten einer bedrohlichen Umgebung. Aus der Ferne hört man die Stimmen von Polizisten, aber auch das beruhigende Rauschen des Meeres. Einmal betrachten die beiden nachts den Sternenhimmel, bevor sie wieder hinter die Mauern zurückkehren.
Ob man es hier mit Outlaws in mehrfacher Hinsicht zu tun hat? Oder sind der Mann und die junge Frau Phantome, Kopfgeburten eines Filmemachers, der nicht mehr arbeiten darf? Jetzt betritt der Regisseur die Szene, die Vorhänge werden wieder aufgezogen. Die Wirklichkeit erhält Einzug, doch wird sie von der Fiktion immer wieder eingeholt. Eine absurde Situation: Zwei Drehbuchgestalten suchen und beobachten ihren Regisseur.
Iran 2013, 106 Min
Farsi
REGIE
Jafar Panahi, Kamboziya Partovi
DARSTELLER
Kamboziya Partovi
Maryam Moghadam
Jafar Panahi
Hadi Saeedi
Azadeh Toradi
Agha Olia
Zeynab Khanum
TERMINE
-
120013
Di 12.02. 16:00
Berlinale Palast (D)
-
130742
Mi 13.02. 09:30
Friedrichstadt-Palast (E)
-
131073
Mi 13.02. 10:00
Haus der Berliner Festspiele (D)
-
170884
So 17.02. 18:00
Cubix 8 (D)
LEGENDE
derStandard: Irans Amputier-Maschine

In der Islamischen Republik wurde ein neues Gerät präsentiert, um Körperteile von Verurteilten Straftätern zu entfernen. Der Anstieg an öffentlichen Strafmaßnahmen ist kein Zufall, meinen Menschenrechtsaktivisten
Drei maskierte Männer halten einen bärtigen Mann, dem die Augen verbunden wurden, fest. Sie führen seine Hand zu einer Maschine mit einem eingespannten Sägeblatt, kurze Zeit später fällt ein abgetrennter Finger des Mannes zu Boden. Die Bilder stammen aus dem Iran, bei dem Mann soll es sich um einen verurteilten Dieb, bei der Amputier-Maschine um die neueste Erfindung des iranischen Justizsystems handeln.
Die ISNA, Irans studentische Nachrichtenagentur, veröffentlichte vier Fotos von der öffentlichen Amputation und ihrem blutigen Ende auf ihrer Homepage Ende Jänner. Bei den maskierten Männern dürfte es sich um Mitglieder des iranischen Justizsystems handeln. Laut ISNA wurde der 29-Jährige beschuldigt, Kopf einer kriminellen Organisation zu sein, verurteilt wurde er wegen Raubes und Ehebruch in der südiranischen Stadt Shiraz – ein Hotspot für Irans Drogenschmuggel. Neben der Amputation aller Finger auf einer Hand wurde der Mann auch zu drei Jahren Haft und 99 Peitschenhieben verurteilt. Auffallend ist, dass der Verurteilte auf den Fotos keinerlei Anzeichen von Schmerzen zeigt. Ali Alghasi, Staatsanwalt der Stadt Shiraz, kündigte nach der Amputation an, dass die Strafen gegen Kriminelle zunehmend härter werden würden, einen Grund dafür nannte er allerdings nicht.
Präsidentschaftswahlen
Die öffentliche Amputation ist ein neuer, blutiger Höhepunkt in einer ganzen Reihe an öffentlichen Strafmaßnahmen im Iran. Laut der aus dem norwegischen Exil agierenden Organisation Iran Human Rights (IHR), gab es in den vergangenen Tagen acht öffentliche Hinrichtungen, eine öffentliche Amputation und vier Auspeitschungen vor Publikum. Mahmoud Amiry-Moghaddam, Sprecher der IHR, zeigt sich überrascht, dass die Amputation nicht nur in der Öffentlichkeit stattfand, sondern die Bilder auch über eine offizielle Nachrichtenagentur verbreitet wurden. “Wir beobachten, dass die Behörden Fälle von körperlicher Bestrafung immer öfter in die Öffentlichkeit bringen. Jedes Mal, wenn Wahlen vor der Tür stehen, sehen wir einen Anstieg an derartigen Vorgängen”, sagte der Menschenrechtsaktivist dem Sender France 24. Irans Präsidentschaftswahl soll voraussichtlich im Juni 2013 stattfinden.
Für Aufsehen sorgte zuletzt die öffentliche Hinrichtung von zwei Dieben in Teheran am 20. Jänner. Die beiden 20- und 23-Jährigen Männer wurden von Überwachungskameras dabei gefilmt, wie sie einen Mann mit einem Messer bedrohten und ausraubten. Ihre Beute: Umgerechnet 20 Euro. (stb, derStandard.at, 1.2.2013)
Quelle: derStandard.at




Horst Teltschik (72) leitete von 1999 bis 2008 die Münchner Sicherheitskonferenz. Zuvor war er außenpolitischer Berater von Bundeskanzler Helmut Kohl und stellvertretender Kanzleramtschef, dann Geschäftsführer der Bertelsmann-Stiftung, Vorstandsmitglied bei BMW und “President Boeing Deutschland”. Weltweit bekannt wurde er als Chef der Münchner Sicherheitskonferenz. Als internationaler Politikberater ist er nach wie vor gefragt.

Maryam Moghadam [...]

