Deutschland| Leistungen des AsylbLG auf Prüfstand

Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Luise Amtsberg, Dr. Wolfgang
Strengmann-Kuhn, Maria Klein-Schmeink, weiterer Abgeordneter und
der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 18/1934 –

Gesundheitliche Versorgung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz

Vorbeme rkung de r F r age s t e l l e r
„Die in Art. 1 Abs. 1 GG [GG: Grundgesetz] garantierte Menschenwürde ist migrationspolitisch nicht zu relativieren.“ Dies hat das Bundesverfassungsgericht
vor zwei Jahren mit seinem Urteil vom 18. Juli 2012 (1 BvL 10/10 und 1 BvL 2/11; Rn. 121) dem deutschen Gesetzgeber ins Stammbuch geschrieben.
Damit stellt das Bundesverfassungsgericht klar, dass die durch das Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) vorgesehene Ungleichbehandlung z. B.
von Asylsuchenden bei der Gewährung sozialer Leistungen zur Sicherung des Existenzminimums unzulässig ist.

Ob eine solche Ungleichbehandlung auch beim Zugang zu Gesundheitsleistungen verfassungsrechtlich zulässig ist, bzw. inwieweit die o. g. Rechtsprechung
des Bundesverfassungsgerichts auf Gesundheitsleistungen übertragbar ist, oder nicht, darüber liegt derzeit noch keine gerichtliche Entscheidung vor.
Als starkes Indiz aber stellte das Bundesverfassungsgericht in seiner o. g. Entscheidung klar, dass die Menschenwürde auch die „physische Existenz des
Menschen“ umfassen würde.
Mit dieser Frage hat sich die Zentrale Kommission zur Wahrung ethischer Grundsätze in der Medizin und ihren Grenzgebieten (ZEKO) bei der Bundesärztekammer
im Jahr 2013 mit einer ausführlichen Stellungnahme beschäftigt (Deutsches Ärzteblatt 18/2013, S. 899 ff.). Aus Sicht der Bundesärztekammer
müssten hier „wegen der existenziellen Bedeutung von Krankheit noch strengere Maßstäbe [als bei Sozialleistungen] angewandt“ werden. Denn der Katalog
des – für die Gewährung von Gesundheitsleistungen einschlägigen Fünften Buches Sozialgesetzbuch (SGB V) – bestünde ohnehin nur aus Leistungen, die „das Maß des Notwendigen nicht überschreiten“ würden (§ 12 Absatz 1 Satz 1 SGB V). Daher besteht aus Sicht der Bundesärztekammer eine „hohe Begründungslast“,
warum eine Leistung zwar generell, aber nicht für solche Patientinnen und Patienten notwendig sein soll, die dem AsylbLG unterworfen sind.
Einen eingeschränkten Zugang zu Gesundheitsleistungen haben nach dem AsylbLG nicht nur Asylsuchende, sondern auch Geduldete, Bürgerkriegs-flüchtlinge, vollziehbar Ausreisepflichtige sowie deren Ehegatten bzw. Lebenspartner und deren minderjährige Kinder. All diese Personengruppen haben
nach § 4 AsylblG nur Anspruch auf die Behandlung akuter Erkrankungen und akuter Schmerzzustände. Die Behandlung von chronischen Erkrankungen, Beeinträchtigungen
oder Traumata wird nach § 6 AsylbLG nur im Einzelfall und dann auch nur im Ermessen zur „Sicherung des unabweisbar Unerlässlichen“ gewährt – oder eben nicht. Einen Anspruch auf diese Leistungen haben die Betroffenen nicht.
Ob bzw. in welcher Form den Personen, die dem AsylbLG unterworfen sind, medizinisch geholfen wird, darüber entscheiden nicht – wie bei sonst allen anderen Menschen – Ärztinnen und Ärzte, sondern medizinisch nicht fachkundige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Sozialämtern. Und dort werden seit vielen Jahren Menschen unter Hinweis auf das AsylblG

● lebensnotwendige Operationen verweigert bzw. über Monate verschleppt,
● Zahnbehandlungen abgelehnt,
● Anträge von Traumatisierten auf eine psychotherapeutische Behandlung
zurückgewiesen sowie
● Rollstühle, Hörgeräte oder Mittel zur Inkontinenzpflege als „nicht lebensnotwendig“
– vorenthalten
(vgl. die Stellungnahme des Flüchtlingsrates Berlin vom 7. Januar 2012 zur
„Novellierung der verfassungswidrigen Regelungen des Asylbewerberleistungsgesetzes“,
Anhang I, S. 32 ff.). Lies den Rest dieses Beitrags

Amnesty kritisiert Lage der Journalisten im Iran

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat einen deutlichen Anstieg von Festnahmen und Inhaftierungen unabhängiger Journalisten im Iran kritisiert. Die Behörden machten damit Hoffnungen zunichte, die der Amtsantritt des iranischen Präsidenten Hassan Rohani am 3. August 2013 geweckt habe, erklärte die Organisation.

Nach Angaben von Hassiba Hadj Sahraoui, der stellvertretenden Direktorin der Amnesty-Abteilung für den Mittleren Osten und Nordafrika, gibt es zunehmend ein Klima der Einschüchterung und Furcht. Was der offiziellen Staatsideologie zuwiderlaufe, drohe mit Gefängnis bestraft zu werden.

In den vergangenen Monaten habe die Repression gegen die Medienschaffenden noch zugenommen. Betroffen seien unter anderen iranische Journalisten, ausländische Korrespondenten und Filmemacher. Festnahmen erfolgten vielfach gemäß der islamischen Strafgesetzgebung. Darin würden “Verbreitung von Lügen oder Propaganda” sowie “Erzeugung von Unruhe in der öffentlichen Meinung” als Verbrechen definiert. In Wirklichkeit werde damit eine große Zahl friedlicher Aktivitäten kriminalisiert. Kritische Journalisten würden mit verschiedenen Methoden drangsaliert und zur Selbstzensur gezwungen.

Der Verbleib des Korrespondenten der “Washington Post” im Iran und dessen ebenfalls als Journalistin arbeitende Ehefrau sei nach wie vor nicht bekannt. Jason Rezaian und Yeganeh Salehi wurden am 22. Juli in Teheran festgenommen. Ebenfalls an einem unbekannten Ort festgehalten wurde die am 28. Mai festgenommene Saba Azarpeik. Erst am vergangenen Sonntag wurde der Journalist Serajeddin Mirdamadi wegen “regierungsfeindlicher Propaganda” und “Verstoßes gegen die nationale Sicherheit” zu sechs Jahren Haft verurteilt – laut Amnesty ein Beispiel von vielen.

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Liste der Großstädte in Iran

Die Liste der Großstädte im Iran bietet einen Überblick über die Entwicklung der Einwohnerzahl der größeren Städte des vorderasiatischen Staates Iran.

Die mit Abstand größte Metropolregion im Iran ist Teheran mit einer Einwohnerzahl von 13.413.348 (Stand 25. Oktober 2006). Damit leben etwa 20 Prozent der Menschen des Landes in der Hauptstadtregion.

Die folgende Tabelle enthält die Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern, deren Namen in deutscher Transkription und in persisch, sowie die Ergebnisse der Volkszählungen vom 22. September 1986, 11. September 1991, 25. Oktober 1996 und 25. Oktober 2006. Aufgeführt ist auch die Provinz, zu der die Stadt gehört. Die Einwohnerzahlen beziehen sich auf die Stadt in ihren politischen Grenzen, ohne politisch selbständige Vororte.

(VZ = Volkszählung)

Rang Transkription Persisch VZ 1986 VZ 1991 VZ 1996 VZ 2006 Provinz
1. Teheran تهران  6.042.584 6.475.527 6.758.845 7.797.520 Teheran
2. Maschhad مشهد  1.463.508 1.559.155 1.887.405 2.427.316 Razavi-Chorasan
3. Isfahan اصفهان  986.753 1.127.030 1.266.072 1.602.110 Isfahan
4. Täbris تبریز  971.482 1.088.985 1.191.043 1.398.060 Ost-Aserbaidschan
5. Karadsch کرج  275.100 442.387 940.968 1.386.030 Albors
6. Schiras شیراز  848.289 965.117 1.053.025 1.227.331 Fars
7. Ahvaz اهواز  579.826 724.653 804.980 985.614 Chuzestan
8. Ghom قم  543.139 681.253 777.677 959.116 Qom
9. Kermānschāh کرمانشاه  560.514 624.084 692.986 794.863 Kermānschāh
10. Urmia ارومیه  300.746 357.399 435.200 583.255 West-Aserbaidschan
11. Zahedan زاهدان  281.923 361.623 419.518 567.449 Sistan und Belutschistan
12. Rascht رشت  290.897 340.637 417.748 557.366 Gilan
13. Kerman کرمان  257.284 311.643 384.991 515.114 Kerman
14. Hamadan همدان  272.499 349.653 401.281 479.640 Hamadan
15. Arak اراک  265.349 331.354 380.755 446.760 Markazi
16. Yazd یزد  230.483 275.298 326.776 432.194 Yazd
17. Ardabil اردبیل  281.973 311.022 340.386 418.262 Ardabil
18. Bandar Abbas بندر عباس  201.642 249.504 273.578 379.301 Hormozgan
19. Islamschahr اسلامشهر  215.129 230.183 265.450 357.389 Teheran
20. Qazvin قزوین  248.591 278.826 291.117 355.338 Qazvin
21. Zandschan زنجان  215.261 254.100 286.295 349.713 Zandschan
22. Chorramabad خرم آباد  208.592 249.258 272.815 333.945 Lorestan
23. Sanandadsch سنندج  204.537 244.039 277.808 316.862 Kordestān
24. Gorgan گرگان  139.430 162.468 188.710 274.438 Golestan
25. Sari ساری  141.020 167.602 195.882 261.293 Mazandaran
26. Kaschan کاشان  138.599 155.188 201.372 253.509 Isfahan
27. Dezful دزفول  151.420 181.309 202.639 235.819 Chuzestan
28. Golestan گلستان  … 231.905 Teheran
29. Ghods قدس  … 89.680 138.278 230.147 Teheran
30. Borudscherd بروجرد  183.879 201.016 217.804 229.541 Lorestan
31. Malard ملارد  … 88.118 228.713 Teheran
32. Chomeinischahr خمینی شهر  104.647 118.348 165.888 223.071 Isfahan
33. Abadan آبادان  21.900 84.774 206.073 219.772 Chuzestan
34. Sabsevar سبزوار  129.103 148.065 170.738 214.582 Razavi-Chorasan
35. Varamin ورامین  58.311 77.624 107.233 208.996 Teheran
36. Nischapur نیشابور  109.258 135.681 158.847 208.860 Razavi-Chorasan
37. Nadschafabad نجف آباد  129.058 160.004 178.498 208.647 Isfahan
38. Babol بابل  115.320 137.348 158.346 201.335 Mazandaran
39. Amol آمل  118.242 139.923 159.092 199.698 Mazandaran
40. Schahriyar شهریار  … 32.459 40.058 189.421 Teheran
41. Khoy خوی  115.343 137.885 148.944 181.465 West-Aserbaidschan
42. Saveh ساوه  64.081 87.621 111.245 180.548 Markazi
43. Bodschnurd بجنورد  93.392 112.426 134.835 176.726 Nord-Chorasan
44. Qaemschahr قائم شهر  109.288 123.684 143.286 174.768 Mazandaran
45. Ghartschak قرچک  77.957 98.202 142.690 174.006 Teheran
46. Sirdschan سیرجان  90.072 107.887 135.024 170.916 Kerman
47. Buschehr بوشهر  120.787 132.824 143.641 169.966 Buschehr
48. Birdschand بیرجند  81.798 101.177 127.608 166.138 Süd-Chorasan
49. Ilam ایلام  89.035 116.428 126.346 160.355 Ilam
50. Malayer ملایر  103.640 130.458 144.373 156.289 Hamadan
51. Bukan بوکان  67.938 83.401 120.020 150.703 West-Aserbaidschan
52. Maragha مراغه  100.679 117.388 132.318 149.929 Ost-Aserbaidschan
53. Rafsandschan رفسنجان  66.498 79.926 98.257 139.219 Kerman
54. Zabol زابل  75.015 91.041 100.887 136.956 Sistan und Belutschistan
55. Nasimschahr نسیم شهر  … 135.846 Teheran
56. Mahabad مهاباد  75.238 81.987 107.789 135.780 West-Aserbaidschan
57. Saqqez سقز  81.351 98.933 115.394 133.331 Kordestān
58. Schahrud شاهرود  78.950 92.195 104.765 132.379 Semnan
59. Schahr-e Kord شهر کرد  75.080 89.253 100.477 131.612 Tschahār Mahāl und Bachtiyārī
60. Gonbad-e Qabus گنبدکاووس  87.100 102.768 111.253 129.167 Golestan
61. Schahinschahr شاهین شهر  49.312 62.592 84.827 127.412 Isfahan
62. Pakdascht پاکدشت  … 49.220 126.937 Teheran
63. Semnan سمنان  64.891 75.131 91.045 126.780 Semnan
64. Chorramschahr خرمشهر  151.000 34.750 105.636 125.859 Chuzestan
65. Marvdascht مرودشت  79.132 92.013 103.579 124.350 Fars
66. Torbat-e Heydariyeh تربت حیدریه  72.068 81.781 94.647 121.300 Razavi-Chorasan
67. Andimeschk اندیمشک  56.288 73.759 106.923 120.177 Chuzestan
68. Marand مرند  71.394 85.253 96.396 114.841 Ost-Aserbaidschan
69. Miandoab میاندوآب  59.551 71.273 90.141 114.153 West-Aserbaidschan
70. Mahschahr بندرماهشهر  71.808 74.248 88.394 111.448 Chuzestan
71. Bandar Anzali بندر انزلی  87.063 94.697 98.544 110.643 Gilan
72. Schahreza شهرضا  73.367 84.666 89.779 109.601 Isfahan
73. Masdsched Soleyman مسجد سلیمان  104.787 107.539 116.883 108.682 Chuzestan
74. Dschahrom جهرم  77.174 88.693 94.185 105.285 Fars
75. Izeh ایذه  46.042 64.072 81.288 104.364 Chuzestan
76. Quchan قوچان  66.531 74.919 85.750 101.313 Razavi-Chorasan
77. Dorud دورود  62.517 77.299 88.152 101.219 Lorestan
78. Behbahan بهبهان  78.694 85.846 88.213 101.178 Chuzestan
79. Iranschahr ایرانشهر  40.027 56.581 76.959 100.642 Sistan und Belutschistan
80. Yasudsch یاسوج  29.991 48.957 69.133 100.544 Kohkiluyeh und Buyer Ahmad

Quelle: Statistical Centre of Iran

Verwaltungsgliederung des Iran

(Persisch: , Plural ) genannt werden, unterteilt. Jeder Provinzverwaltung steht ein Gouverneur, der (Persisch: ) genannt wird, vor. Dieser wird vom Innenminister mit Zustimmung des Kabinetts ernannt.

Provinzen untergliedern sich weiter in Verwaltungsbezirke, die, Plural: ) genannt werden.

Verwaltungsbezirke wiederum werden in Distrikte, die , Plural:) genannt werden, unterteilt.

Im Jahr 2006 gab es in Iran 30 , 336 , 889 , 1016 Städte und 2400 Dörfer. Am 23. Juni 2010 wurde die Provinz Alborz durch Abtrennung eines Teils der Provinz Tehrān gegründet.

 

Provinzen

 

Nr. Provinz(Persisch) Einwohner(Okt. 2006) Fläche
(März 2004)
Ew./
km²)</small>
Hauptstadt(Persisch)
31 Alborz Karadsch
6 Ardabīl 1.225.348 17.800 69 Ardabīl
9 Āzārbāyjān-e Gharbī 2.873.459 37.437 77 Orūmīyeh
8 Āzārbāyjān-e Sharqī 3.603.456 45.650 79 Tabrīz
17 Kohkīlūyeh va Boyer Ahmad 634.299 15.504 41 Yāsūj
18 Būshehr 886.267 22.743 39 Bandar-e Būshehr
16 Chahār Mahāl va Bakhtīārī 857.910 16.332 53 Shahr-e Kord
24 Esfahān 4.559.256 107.029 43 Esfahān
19 Fārs 4.336.878 122.608 35 Shīrāz
2 Ghom 1.040.681 11.526 90 Ghom
5 Gilān 2.404.861 14.042 171 Rasht
27 Golestan 1.617.087 20.195 80 Gorgān
11 Hamadān 1.703.267 19.368 88 Hamadān
20 Hormozgān 1.403.674 70.669 20 Bandar-e ‘Abbās
13 Īlām 545.787 20.133 27 Īlām
22 Kermān 2.652.413 180.836 15 Kermān
12 Kermānschāh 1.879.385 24.998 75 Kermānschāh
30 Khorāsān-e Junoubi 636.420 88.404 7 Bīrjand
29 Khorāsān-e Razavi 5.593.079 125.832 44 Mashhad
28 Khorāsān-e Shomali 811.572 28.434 29 Bojnūrd
15 Khūzestān 4.274.979 64.055 67 Ahvāz
10 Kordestān 1.438.543 29.137 49 Sanandaj
14 Lorestān 1.716.527 28.294 61 Khorramābād
3 Markazī 1.349.590 29.130 46 Arak
26 Māzandarān 2.920.657 23.701 123 Sārī
4 Qazvīn 1.143.200 15.549 74 Qazvīn
25 Semnān 589.742 97.491 6 Semnān
21 Sīstān va Balūchestān 2.405.742 181.785 13 Zāhedān
1 Tehrān 13.413.348 18.814 713 Tehrān
23 Yazd 990.818 129.285 8 Yazd
7 Zanjān 964.601 21.773 41 Zanjān
Iran 70.472.846 1.628.554 43 Tehrān

 

IRAN| Der Supermarkt des Todes

Informationen westlicher Geheimdienste zufolge decken sich militante Gruppen am Flughafen in Teheran mit Waffen ein

Waffen der Hisbollah-Miliz

Waffen der Hisbollah-Miliz. Diese kommen auch aus dem Iran

 

Am Flughafen in Teheran kann man fast alles kaufen, was sich zum Töten eignet: Kurzstreckenraketen, Flug- und Panzerabwehrgeschosse, Mörsergranaten, Kleinwaffen und Munition.

Dieser Supermarkt des Todes ist ein beliebtes Shopping-Ziel von allerlei finsteren Gestalten aus dem Nahen Osten: Assads Schergen decken sich hier mit Waffen ein für den blutigen Kampf gegen die eigene Bevölkerung. Und auch die Hisbollah und die Hamas beziehen sehr wahrscheinlich Kriegsausrüstung aus Teheran.

Das berichtet die Süddeutsche Zeitung. Die Hauptquelle für den Artikel ist „ein westlicher Diplomat, der Zugang zu Geheimdienstinformationen hat.“

Seit einigen Monaten sollen die Quds-Brigaden, eine Eliteeinheit des Iran für Operationen im Ausland, einen ganzen Hangar im Osten des Flughafen übernommen haben. Dieser dient ihnen jetzt als Logistikzentrum und Waffenlager.

Von hier aus wird das Kriegsgerät für das Gemetzel in Syrien verladen – nicht nur auf Militärtransporter, sondern auch an Bord von zivilen Fracht- und Passagiermaschinen.

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Iran: Rückkehr der Frauen in die Musik

Zu den großen „Errungenschaften“ der islamischen Revolution im Iran gehörte es unter anderem, den weiblichen Gesang in der Öffentlichkeit zu verbieten, und es dauerte lange, bis die ersten Frauenstimmen wieder in den iranischen Medien zu hören waren.
Madschid Darachschani, der einige Zeit in Deutschland in Köln gelebt hatte und hier als Musiklehrer tätig war und in Europa Konzerte gab, kehrte vor ca. 10 Jahren in den Iran zurück, wo er privaten Musikunterricht auch für Frauen gab und auch eine Musikgruppe namens „Mahbanu“ gründete, die von Frauen gebildet wird. Die Frauen spielen traditionelle iranische Instrumente, traditionelle Musik und singen alte Texte. In diesem youtube-Video stammt der Text von Dschalal ad-Din Muhammad Rumi (bekannt als Moulana Rumi), der 1273 in Konya starb. Die Lieder von Rumi werden von den Derwischen gesungen, die heute im Iran ebenfalls verfolgt und inhaftiert werden.

Who will be Iran’s next supreme leader?

Senior Iranian officials (L to R) Ali Larijani, Hassan Khomeini, Mahmoud Ahmadinejad, Gholamali Haddadadel, Mahmoud Shahroudi and Hashemi Rafsanjani listen to a speech by Supreme Leader Ayatollah Ali Khamenei, June 4, 2006.  (photo by REUTERS/Raheb Homavandi)

Who will be Iran’s next supreme leader?

“May God preserve the supreme leader and give him a long life,” said Hojat al-Islam Ghorbanali Dorri-Najafabadi. “However, we need to prepare for when he is gone.”

These comments, which were picked up by Shia Online, went largely unnoticed when they were made May 20. However, this is one of the most candid comments made by a member of the Assembly of Experts about their constitutional role of both choosing the next supreme leader and supervising him after Ayatollah Ali Khamenei’s reign ends. The topic came up while he was talking to reporters about the importance of the next Assembly of Experts election in February 2016.

By physical appearances, the 75-year-old Ayatollah Khamenei appears healthy. Iranian TV often shows him hiking in the mountains. He is capable of delivering long sermons and does not appear to be suffering from any mental fatigue or age-related illness. But the issue of succession is still very important for political groups in Iran.

Once the Assembly of Experts hold their election, the winners will hold the position for eight years. When that term comes to an end, the supreme leader will be 83 years old. Therefore, the possibility exists that the next elected Assembly of Experts might have to choose, or at the very least plan, a successor for Ayatollah Khamenei.

As of now, there is no official successor in place. While the previous supreme leader of Iran, Ayatollah Ruhollah Khomeini, was alive, Ayatollah Hossein Ali Montazeri was chosen as deputy supreme leader. However, Montazeri eventually opposed the direction taken by the revolution and wrote a letter to Ayatollah Khomeini criticizing the mass executions in 1988. This letter angered the supreme leader and eventually Ayatollah Montazeri was removed from his position.

No one has appointed a deputy supreme leader since, and for good reason. It appears that the practice of choosing a successor while the supreme leader is alive has not been a positive experience, with some describing it as too much like “having two kings in one kingdom.”

The quest for succession will be difficult and many groups with conflicting interests will attempt to sway the elections of the Assembly of Experts in their favor, especially the chairmanship. The official chairman of the Assembly of Experts, Mohammad Reza Mahdavi Kani, recently suffered a heart attack and is in critical condition with no hope of returning to the political arena.

Some have speculated that Ayatollah Hashemi Rafsanjani wants to retake the chairmanship. He was replaced by Mahdavi Kani in 2011 in what was viewed as a demotion for his support of the Reformists after the contested 2009 elections. Ayatollah Mahmoud Shahroudi, a prominent cleric with close ties to Ayatollah Khamenei, has been appointed acting chairman and will remain in the position until the fate of Mahdavi Kani becomes clear, or perhaps the elections.

Despite the importance of the position, there is doubt about how much weight it actually carries anymore.

Mohammad Noorizad, one of the most outspoken political dissidents in Iran, said of the election of the future supreme leader, “Neither the Assembly of Experts nor the parliament is independent. The supreme leader, the security organizations and the Islamic Revolutionary Guard Corps all interfere in the decisions of the assembly. There is no hope that the Assembly of Experts can choose the future supreme leader without the interference of the Guard and the intelligence organizations.”

Noorizad believes that the Revolutionary Guard will attempt to put forward a candidate who has general popularity in society but who is also loyal to the corps and its financial and foreign policy interests.

A cleric in Qom who spoke to Al-Monitor on condition of anonymity said that Ayatollah Shahroudi is someone the security organizations in Iran would accept as supreme leader. Shahroudi, who served as the chief justice of Iran for 10 years, is an influential Shiite marja. He was born in Iraq and is an Iraqi citizen. Shahroudi once led the Supreme Council of the Islamic Revolution of Iraq and was also a member of the Dawa Party in Iraq.

But the cleric believes that Shahroudi does not have the necessary charisma and oratory skills to be the supreme leader. Noorizad also believes that the supreme leader needs to be an internationally acceptable figure, while Shahroudi is not popular inside Iran and has no international prestige, either.

The Qom cleric believes that after the supreme leader’s death, politicians close to Rafsanjani, who is currently the chairman of the Expediency Discernment Council, will push for electing Hassan Khomeini, the grandson of Ayatollah Khomeini, as the next supreme leader of Iran. He said, “The seminary in Qom has accepted the religious authority of Hassan Khomeini. He has shown flexibility toward the Revolutionary Guard and therefore it is possible that members of the Revolutionary Guard and the Assembly of Experts would view his candidacy in a positive manner.”

Hassan Khomeini, a middle-aged cleric, is more popular than the older, more traditional clerics. He is a soccer fan and has stated in a TV program that he follows the European soccer league. He is a relative of Mohammad Khatami, the popular former Reformist president of Iran, and after the start of the Green Movement, maintained his relationship with its leaders, Mir-Hossein Mousavi and Mehdi Karroubi.

But his closeness with Reformists, which makes him popular among some in society, will pose a problem for the Revolutionary Guard, which views Reformists with suspicion. Noorizad believes that the promotion of Khomeini is not possible because he has not been able to stand on his own on issues that matter. “The political system has not facilitated the growth of independent individuals,” he said. “Throughout the years, Hassan Khomeini has been unable to protest against the hardships inflicted on people and thus has not been able to gain people’s trust.”

There is of course the possibility that a replacement may not be appointed immediately. Analyst Mohammad Javad Akbarein told Al-Monitor in an interview that it will be difficult for any individual to be picked to become the next supreme leader. “I predict that members of a council will take over the duties of the supreme leader” until the factions settle their differences, he said.

According to the constitution, the supreme leader should be a high-ranking jurist who can also manage political affairs. A very limited number of grand ayatollahs with the status of marja can manage the political affairs of the country. Others have tried to use the model of Ayatollah Khamenei’s own promotion to discern how the next one will be chosen, but many believe that his selection took place in a unique era in Iran, with the ending of a devastating eight-year war with Iraq and the passing of the Islamic Republic’s founder. That time, they say, is not comparable to the relatively stable conditions which Iran finds itself in today.

On concerns that the next supreme leader could be one of the more hard-line figures, Akbarein believes that when necessary, the Principlist members of the Assembly of Experts will support a supreme leader who is close Rafsanjani or other moderates. “Members of this faction believe that the actions of the radical Principlists, such as [Ayatollah Mohammad Taghi] Mesbah Yazdi, are not beneficial for the country and might result in the destruction of the religious government in Iran,” he said.

He believes that the members of the Assembly of Experts will not succumb to the Revolutionary Guard’s pressure due to their own desire for self-preservation — unless, of course, the Revolutionary Guard finds a cleric with the necessary charisma and general approval of various institutions.

Source: AL-Monitor

Iranian Child Brides = Socialized Slavery

child brides 2Within 9 months, roughly 31,000 girls under 15 were married in Iran. That’s about 36% of the new marriages. What’s worse is that the marriages of girls under 10 (!) is growing as well.

It’s time to put a stop to what seems to be a legal from of slavery in which small children find themselves at the will of their husbands and their families before they have even  found their own identities.

Time| Despite a Crackdown, Iranian Fashion Keeps Pushing Boundaries

Iranian fashion

Tehran fashion houses are pushing boundaries in TehranATTA KENARE/AFP/Getty Images

In the latest case of Iranian authorities cracking down on fashion they deem “un-Islamic,” a famous clothing design institute called “Khaneh Mode” or Mode House was shut down last week in Tehran. The fashion designer had caused a controversy last month when it held a show with models wearing coats which appeared to be made of the Iranian flag—minus its religious symbols. Nor did it help that the show had allowed men among its audience, which violates conservative Islamic taboos.

This was followed by intense reaction from conservative politicians and religious groups, who cited the show as yet another violation of Islamic mores and traditions, which in turn forced the government to react. “This fashion show did not match the regulations of the Fashion and Clothes Management Workgroup and therefore we havetaken legal action,” said Hamid Ghobadi, the workgroup’s secretary according to the official ISNA news agency. “The Khaneh Mode institute has been shut down until further notice.”

The workgroup, which was created by an enactment of parliament, is tasked with organizing Iran’s emerging fashion industry and making it compatible with Islamic standards. It is headed by a deputy minister of Iran’s Ministry of Culture and Islamic Guidance and its members are mostly government officials, with a handful of representatives from the fashion industry. Pictures of the show first emerged on Iranian websites in late June and showed men among the audience—until recently was unheard of in the Islamic Republic. The young female models, who wore white leggings, sported loose coats in the green, white and red tricolor of the Iranian national flag.

Iran’s fledgling fashion industry has begun to evolve in recent years, with shows on the rise. Most of these shows have permissions from the authorities but also underground shows are on the rise which depict more risqué dresses and even lingerie. However, until recently all shows for female clothes were held behind closed doors with no men allowed inside. The audience was also not permitted to take pictures or film.

Following the furor of religious and conservative groups the designers, Khaneh Mode immediately tried to do damage control with a statement on their website apologizing for having inadvertently offended anyone and reaffirming their commitment to “National and Islamic values.” Nonetheless, the authorities acted a few days later and shut them down.

Javid Shirazi, the director of the fashion house, told TIME in Tehran that that “we are completely committed to working within Iran’s native and Islamic framework and we tried to observe these in our show. Inviting men to view shows is permitted since last year so long as the clothes completely cover the body of models and models do not catwalk but walk in a normal and modest manner.”

The shutting down of the fashion house is just the latest instance of an endless tug of war between authorities and women in Iran, one that has been fought since an Islamic dress code was enforced in the aftermath of the 1979 revolution. This clash comes to the forefront every summer, when the latest female attire trends pick up with a tendency towards shorter and skimpier coats and ever tighter legwear, which has been epitomized this year in leggings.

The authorities react every year by escalating their “Morality Patrols.” The outcome is a cat and mouse game between more fashionably dressed women and the authorities. The results can be bizarre—women sporting trendy attire will sometimes take taxis from one side to the other side of squares and junctions just to bypass the morality police.

But over time the will of Iranian women has slowly but surely prevailed, with acceptable dress these days now far beyond the harsh codes of the first years of the revolution, when practically no makeup was tolerated and anything less than a chador—a loose robe that covers the body from head to toe—was frowned upon. And with the election of the more moderate Hassan Rouhani as president last year, many hope that the authorities will relax their strict stance on what women can wear in public.

Officially there has been no relaxation, in fact the authorities have tried everything they could think of to counter it. But in practice it’s a losing battle.

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Reisebericht| „WELCOME TO IRAN!“

… das sind die ersten Worte, die wir auf iranischem Boden hören. Und um dort hinzukommen, mussten wir lediglich eine gute halbe Stunde vor einem schweren Gittertor auf der türkischen Seite warten.

Es ist 12 Uhr mittags. Mittagspause. Ein Tag nach Ende des Ramadan. Es ist unerträglich heiß. Wir warten nicht alleine. Aber nur Jen und ich sind nicht von hier. Vor uns wartet ein großer Reisebus und will samt Gepäck durch das Grenzterminal abgefertigt werden. Er muss wohl die gleiche trostlose, vierspurige Straße von Doğubeyazıt hier her gefahren sein wie wir. 45 km nichts. Ein paar Berge – zu Beginn sehen wir noch den wunderschönen Mount Ararat im Rückspiegel – aber dann ist die Landschaft einfach nur noch karg, was auch schön sein kann – aber nicht um 12 Uhr mittags. Und nicht in der Kombination mit zerfallenen und zerstörten Häusern.

Mount AraratJen schlief während der Fahrt. Ich hatte viel Zeit, über die zurückliegende Zeit in der Türkei und die vor uns liegende Zeit im Iran nachzudenken. Was wird uns dort erwarten? Wie gehen wir mit den vermeintlichen Einschränkungen um? Lange Kleidung und meine Frau mit Kopftuch. Einen ganzen Monat lang. Wie gehen die Iraner nach den verschärften Sanktionen mit Ausländern, mit Deutschen im speziellen um? Wo werden wir parken und schlafen? Können wir uns frei bewegen? Wie steht der Iran zur Situation in Syrien? Hat der Konflikt Auswirkungen auf uns Reisende?

Wir erreichen also die Grenze, alles ist vorbereitet. Dokumente in der Tasche. Kleingeld für den Notfall auch. Unsere „Story“ – wie wir an der immens teuren Dieselkarte vorbei kommen – ist abgesprochen.
Die Türken stempeln uns aus. Wir müssen nun also vor diesem Tor warten und beobachten aus unserer Fahrerkabine, wie die Passagiere des Reisebusses aussteigen. Plötzlich, wie aus dem Nichts, fangen zwei Männer an sich zu prügeln. Und die meinen das ernst! Immer wieder geht der Busfahrer dazwischen, aber die beiden Jungs wollen nicht von sich lassen. Ich überlege nur kurz, ob ich mich schlichtend einmischen sollte und entscheide, dass ich mich unter den Augen der iranischen Grenzpolizei weder verprügeln lassen will, noch dabei beobachtet werden will, wie ich vermeintlich jemand anderen verprügle. Wir beide bleiben verstummt im Auto sitzen und sind irritiert, dass sich keiner der anwesenden Soldaten auch nur ansatzweise in Bewegung setzt um zu schlichten. Irgendwann können die beiden nicht mehr – und lassen voneinander ab. Wir reden nicht.

 

Die Mittagspause scheint beendet. Endlich öffnet sich das schwere Gittertor. Wir fahren durch und hören sogleich ein lautes„Welcome to Iran!“ von zwei uniformierten Grenzbeamten, die uns nahezu fröhlich anlächeln und uns äußerst höflich bitten, das Auto abzustellen und den Shelter unseres Trucks zu öffnen. Die beiden sind schwer neugierig und können es kaum erwarten hinten einzusteigen. Als sie sehen, dass ich mir vor der Einstiegsleiter die Schnürsenkel öffne um meine Schuhe auszuziehen, deutet einer auf seine Armeestiefel. Ich begegne mit einem Lächeln „No shoes in our house, please!“ Da er keine Ambitionen hat, seine Stiefel auszuziehen, meine Bitte aber scheinbar respektiert, ist er raus und dreht sich etwas beleidigt ab. Der Andere trägt leider nur Sandalen, schmeißt diese sofort von seinen Füßen und folgt mir in den Truck. Er öffnet ein paar Schränke, schaut in den Kühlschrank, fragt „Alcohol?“ Verdammt! Natürlich haben wir keinen Alkohol dabei! Wir wissen ja leider, dass man im Iran für ein Alkoholdelikt, also schlichtweg Alkoholkonsum, 80 Peitschenhiebe bekommen kann! „No! We don’t have any alcohol with us!“ ist meine bestimmte Antwort. Er lacht ein bisschen. Warum, verstehe ich zu diesem Zeitpunkt nicht.

Aber es ist wahr. Jen und ich haben am Abend zuvor genau aus diesem Grund unsere letzte Flasche Chateau Neuf-de-Pape geleert. Das war ein großer Genuss – am östlichsten Ende der Türkei umgeben von beeindruckenden Bergmassiven diese besondere Flasche unseres alten Lebens zu genießen. Ein großartiger Moment – gepaart mit vielen wunderschönen Erinnerungen – und gleichsam sehr viel Spannung und Vorfreude bei den Gedanken an den Iran.

DogubayazitNun gut. Der iranische Grenzbeamte steigt wieder aus dem Truck, Jen und ich schließen ab und folgen ihm. Nun müssen wir zur Passkontrolle und das Auto einführen. Wir stehen in einer Schlange. Nicht länger als 10 Meter. Doch sie bewegt sich keinen Zentimeter. Drei oder viermal werden wir von Geldwechslern bedrängt. Die Kurse sind lächerlich und wir wechseln nichts. Plötzlich, aus dem Nichts, kommt ein Mann auf uns zugestürmt. Er trägt keine Uniform. Er spricht etwas Unverständliches und will, dass wir ihm folgen. Ich will ihm erklären, dass wir noch durch die Passkontrolle müssen, doch er sagt nur „Later!“

Okay, dann gehen wir eben an der Schlange vorbei. Der Beamte am Schalter scheint nicht irritiert durch unser Verschwinden. Mir gehen ganz merkwürdige Gedanke durch den Kopf. Werden wir jetzt einfach durchgewunken? Abgeführt? Müssen wir zum Verhör? Unangenehme Filmszenen gehen mir durch den Kopf.

Doch wie sich heraus stellt, sollen wir zunächst die Zollpapiere für unser Auto, unser Carnet de Passage, abgeben. Wir bekommen einige Fragen gestellt, darauf düst ein anderer Mann mit unseren Papieren davon und ward erst einmal nicht wieder gesehen. Jen und ich sollen wieder zurück in die Schlange vor der Passkontrolle. Prima! Kein Verhör – und wir wurden auch nicht abgeführt!

Der Mann, der uns bisher unterstützt hat, begleitet uns. Er gibt nun dem Beamten am Schalter unsere Reisepässe. Sie wechseln ein paar Worte. Wir sollen uns mit ihm hinsetzen. Wir warten nun also zu dritt. Eine gute Stunde vergeht und nichts passiert. Wir reden kaum. Jen schwitzt unterm Kopftuch.

Es stellt sich heraus, dass unser „Begleiter“ ein Travel Agent ist, der eigentlich Touren im Iran organisiert und an dieser Grenze ein kleines Büro hat. Er heißt Ismail, der Einfachheit halber nennen wir ihn aber Agent 1. Während wir also da sitzen und warten erfahren wir, dass das Computersystem für die Passkontrolle der Touristen gerade nicht funktioniert, dass Frauen im Iran in den Städten nicht Auto fahren dürfen, dass 40.000 Rial für einen Euro (zumindest an diesem Tag) ein Super-Freundschaftswechselkurs seien und dass die Erde eine Scheibe ist. Nein, das nicht – aber noch so manch anderes Skurriles. Agent 1 ist ein illustrer Zeitgenosse. Jen sagt, er sähe aus wie Herr Bödefeld.

HeadscarfRial und TomanVisaNun kommt Agent 2 ins Spiel. Agent 2 hält unsere Zollpapiere in der Hand. Er will sie mir zunächst nicht geben. Er spricht fließend Farsi. Ich nicht. Englisch funktioniert nicht. Ich frage Agent 1, ob ich die Papiere mal sehen kann. Wunderbar, ich darf unsere eigenen Zollpapiere sehen. Sie wurden zum Glück richtig abgestempelt. Nun warten wir zu viert. Meine Frau, ihr zusehends genervter Ehemann, der gerade seine gesamte psychologische Vorbelastung zusammenkramen muss, um nicht ungeduldig zu werden, Agent 1 und Agent 2. Und es dauert immer noch. Nach gefühlten 2 Stunden dürfen wir endlich den Schalter passieren. Wir haben unsere Pässe, wir haben die Zolldokumente, also alles gut. Denke ich.

Plötzlich tauchen Agent 3, 4, 5 und 6 auf. Alle reden wirres Zeug. Auf Farsi natürlich. Agent 3 ist besonders konfus. Aber wahrscheinlich ist alles gar nicht wirr, und mir ist einfach nur zu heiß! Jen wird uneingeschränkt ignoriert. Agent 1 sagt etwa viermal „Don’t pay him money!“ Er meint Agent 3. Aber wofür sollte ich ihn denn bezahlen? Oder eben nicht bezahlen? Und wer gehört hier eigentlich zu welcher Mannschaft? Ich verstehe die Spielregeln nicht! Und was ist überhaupt das Spiel?

Wir bekommen nun noch zwei Zettel in die Hand gedrückt. Und dann taucht Agent 7 auf. Auf ihn haben wir anscheinend gewartet. In der Zwischenzeit spricht Agent 8 mit Jen und erzählt ihr, dass wir nun fahren dürften. Agent 8 wird später noch wichtig, da er sich als großer Fan meiner Frau herausstellen wird! Agent 7 ist angeblich ein offizieller Beamter. Er trägt keine Uniform, muss aber Zettel unterschreiben. Davon haben wir immer noch zwei in den Händen. Leider bin ich im geschriebenen Farsi keinen Deut besser als im gesprochenen. Ich habe also keine Ahnung, was auf diesen Papieren steht. Aber hier wimmelt es doch von Agenten, die mehr oder weniger gut englisch sprechen?

ÇayFarsiIch wende mich an Agent 1. Er sagt nochmals „Don’t pay him money!“ Ja, das habe ich schon vor 10 Minuten verstanden. Mein Blutdruck steigt! Was mache ich mit den Papieren! Mit gebündelter Kraft finden wir heraus, dass das eine Papier bestimmt, dass wir nach ein paar Wochen Aufenthalt im Land iranische Kennzeichen benötigen würden. Uns erst einmal total egal. Das andere Papier soll noch für eine weitere Stunde ein Mysterium bleiben. Endlich – der offizielle Agent 7unterschreibt eines der Papiere und sagt „You can go now!“ Daraufhin sage ich zu Jen „Nichts wie weg!“
Jen ist dabei: „Schnell! Sonst erschieße ich Agent 8!“ Wir fahren los und dann steht er wieder da. Agent 3 schreit irgendwas gegen den Motorenlärm an! Ich gebe Gas und wir rollen etwa 500 Meter die Straße des Zollhofs bergab. Fast geschafft!

Fast. Leider benötigen wir noch eine Autoversicherung.In diesem Moment fährt ein iranischer LKW-Fahrer neben uns her und ruft auf Deutsch, ob wir Hilfe brauchen? Inschallah! Ich schreie „Autoversicherung!“ Er deutet auf ein kleines Gebäude. Wir fahren dort hin. Mit einer Mischung aus Verzweiflung über die letzten Stunden und der totalen Überzeugung, dass wir den letzten Schritt nun auch noch schaffen werden, betreten wir den kleinen Bretterverschlag. Drinnen will ich meinen Augen nicht trauen. Ich beginne zu zweifeln, dass das alles wahr ist. Gibt es im Iran eine „Versteckte Kamera“? Agent 3steht vor uns. Agent 4 auch. Der redet aber nicht. Sitzt nur da. Agent 3 beginnt wieder zu blubbern. Ich ignoriere ihn. Meine Frau versucht es. Hinter dem einzigen Computer in diesem Büro von „Iran Insurance“ sitzt ein junger Mann. Er ist offensichtlich der Bearbeiter. Er spricht kein Wort Englisch. Er spricht aber eh sehr wenig. Vielleicht würden wir ihn beim Lärm seines Fernsehers auch nicht verstehen? Er bekommt jedenfalls unsere Fahrzeugpapiere. Tippt in seinen Computer. Raucht. Schaut aber mehr in Richtung des Fernsehers. Nach ein paar Minuten sagt er etwas auf Farsi. Ich verstehe nichts.Agent 3 mischt sich ein.

In diesem Moment kommt ein neuer Agent durch die Tür. Der Neue versucht nun zu erklären, was die Versicherung kostet, was die Deckungssumme ist und für welchen Zeitraum sie gültig ist. Wir sollen 150 € für einen Monat bezahlen. Es kommt uns sehr teuer vor. Aber wie das Schicksal so will, erscheint nun der LKW-Fahrer von der Straße wieder. Inschallah! Er hat unser Auto vor der Tür gesehen und wollte kurz checken, ob wir alles bekommen. Er ist oft in Europa unterwegs und spricht daher Deutsch. Wir fragen ihn, ob die 150 € okay sein können. Er bejaht und ergänzt: „Bei eurem großen Auto, ja!“ Wir kramen also das Geld aus der Tasche und wollen nun wirklich ganz schnell weg bevor Agent 3 einem Impulsverbrechen zum Opfer fallen muss. Jen ist bereits so weit, das Doppelte zu bezahlen, sofern uns all diese Agenten nur einfach in Ruhe lassen.

Mit einem Versicherungswisch in der Hand rennen wir aus dem Gebäude. Agent 3, Agent 4 und der neue Agent hinter uns her. Sie wollen immer noch irgend etwas, erzählen etwas von Tankkarten und „money for the government“ bis wir lernen, dass das bei unserem „B Visa“ alles ganz anders ist!

Jetzt aber wird der 2. Zettel wieder wichtig. Ganz klar wurde es uns nicht, aber wahrscheinlich war das eine Art Laufzettel, der nun noch von 2 weiteren Personen abgestempelt werden muss. Der Eine stellt sich an, will den Versicherungsnachweis sehen, doch nun taucht Agent 4 wieder auf. Er faselt etwas von Bakschisch und dass wir damit im ganzen Iran umher reisen können. 10 $ und alles ist erledigt. Ich hätte ihm 50 gezahlt nur um möglichst schnell rauszukommen. Wir drücken die 10 $ ab, bekommen den Stempel und gehen weiter.

Der neue Agent nimmt unseren Zettel und rennt damit zum nächsten Offiziellen. Dieser stempelt einfach. Wir spurten zum Auto. Der Neue neben uns her. Mir ist heiß. Ich will wissen ob es nun vorbei, alles erledigt ist. Er bejaht und wünscht uns eine gute Fahrt! Wir sitzen im Auto, lassen den Motor an, übergeben den Laufzettel dem letzten Offiziellen und fahren nun endlich und endgültig vom Zollhof!

BazarganTeheranIMG_2650Welcome to Iran! Wir sind drin! Langsam rollen wir die Hauptstraße von Bazargan hinunter. Noch sieht es nicht anders aus als in der Türkei. Wir schütteln immer noch den Kopf über das Ausmaß an Durcheinander und Wahnsinn, die einzelnenAgents, denken darüber nach, ob das ein durch und durch choreografiertes Schauspiel war, um uns 10 $ abzuknöpfen, ich spreche meine Vermutung aus, dass Agent 8 der einzig wirklich Offizielle war … und dann erfahre ich von Jen, dass genau dieser ihr zum Abschied augenzwinkernd eine Kusshand zugeworfen! Ich muss lachen. Jen zum Glück auch.

Und dann fahren wir direkt nach Makoo. Wir wurden – noch in der Türkei – von Fathme und Berus zum Abendessen eingeladen.

Inschallah! Iran, wir kommen! Und dabei haben wir noch nicht die geringste Ahnung, wie viel Wundervolles uns in diesem Land erwartet.

 

Fortsetzung folgt …

 

Quelle: Reisedepeschen/Glaarkshouse

 

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