Iran| Buntes Leben abseits der Moscheen

Zwischen Minaretten und Palästen zeigt sich der Orient von seiner freundlichen, aber nie aufdringlichen Seite.

Ein Kugelschreiber im Teeglas, das kann Farid nicht einfach so hinnehmen. Also verlässt er seine bequeme Lümmelecke hinten in dem bescheidenen Teehaus in Isfahan und nimmt sich des ahnungslosen Touristen an, der sich da gerade mit dem Schreibwerkzeug als Löffelersatz zu helfen versucht. Ein Lächeln, ein fast schüchternes Hilfsangebot und schon bekomme ich einen Schnellkurs im iranisch Teetrinken. Also, Zuckerwürfel zwischen die Zähne und den Tee mit Geduld und Gefühl da durchrinnen lassen, ganz ohne Kugelschreiber.

 

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Foto: KURIER/Claudius Rajchl

Man kann im Teehaus sitzen oder in einem der knallbunten Fast-Food-Restaurants, die bei jungen Iranern derzeit groß in Mode sind: Ins Plaudern kommt man überall. Das Interesse an den Gästen aus dem Westen ist groß. Und es sind gerade junge gebildete Leute, die das Gespräch suchen. Aufdringlich, wie man es als leidvoll geprüfter Orientreisender aus anderen islamischen Ländern kennt, ist man hier nie. Zu stolz ist man, und auch zu höflich, um sich dem Gast aufzudrängen.

Gute Preise

 

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Foto: Konrad Kramar

Selbst auf den Basars kann man in Ruhe die Ware begutachten, ohne gleich irgendeinen Ramsch für Touristen aufgedrängt zu bekommen, auch weil es davon nicht allzu viele gibt. Von Teppichen bis Metallarbeiten reicht dagegen die Palette orientalischen Kunsthandwerks – zu Preisen, die dank der schwächelnden Landswährung Rial wirklich günstig sind.

Natürlich stehen für jeden Iranreisenden zuerst einmal die großen Sehenswürdigkeiten auf der Agenda: Persepolis, die antike Kaiserstadt, die einem auf atemberaubende Weise die Größe und Macht des alten Weltreichs der Perser vor Augen führt. Oder etwa der Imam-Platz in Isfahan, schon aufgrund seiner Größe einzigartig. Moscheen, wie die Freitagsmoschee in Isfahan, in der die Stile eines ganzen Jahrtausends persischer Kultur ihre Spuren hinterlassen haben.

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Bericht des Generalsekretärs der Vereinten Nationen zur Menschenrechtslage

UN Human Rights Council (formerly UN Commission on Human Rights)  Quellenbeschreibung anzeigen

Iran

Bericht des Generalsekretärs der Vereinten Nationen zur Menschenrechtslage (Hinrichtungen; Folter; Haftbedingungen; Einschränkungen der Meinungsfreiheit; Lage von MenschenrechtsverteidigerInnen; politische Beteiligung von Frauen; etc.) [ID 271990]

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Spezieller Bericht oder Analyse: Report of the Secretary-General on the situation of human rights in the Islamic Republic of Iran [A/HRC/25/75]

Bericht des Sonderberichterstatters über die Menschenrechtssituation in der Islamischen Republik Iran

 UN Human Rights Council (formerly UN Commission on Human Rights)  Quellenbeschreibung anzeigen

Iran

Bericht des Sonderberichterstatters über die Menschenrechtssituation in der Islamischen Republik Iran (legislative Entwicklungen; MenschenrechtsverteidigerInnen; JournalistInnen; religiöse Minderheiten; ethnische Minderheiten; Unabhängigkeit von RichterInnen; Unabhängigkeit von AnwältInnen; etc.) [ID 271950]

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Spezieller Bericht oder Analyse: Report of the Special Rapporteur on the situation of human rights in the Islamic Republic of Iran [A/HRC/25/61]

Iran: Tschahar-Schanbeye Suri, Tradition im Wandel

by didarsabz


Sprung übers Feuer – die alte Tradition

Der Tschahar-Schanbeye Suri ist der letzte Mittwoch im persischen Jahr, vor Beginn des iranischen Neujahrsfestes Nourus. Traditionell machen die Jugendlichen in der Nacht vor diesem Mittwoch sieben Feuer an und springen darüber. Das Fest ist vorislamisch, aber 35 Jahre Islamische Republik haben es nicht geschafft, das Fest auszurotten. Auch dieses Jahr haben die Mollas wieder gegen die Feier gewettert und der oberste Polizeichef Radan hat die Bevölkerung aufgerufen, nicht daran teilzunehmen, es sei gefährlich für die jungen Menschen und fordere Todesopfer.
Das hat die Jugendlichen nicht abgehalten. Allerdings sind sie vorsichtiger geworden. Sieben Feuer zu entfachen, um darüber zu springen, kostet Zeit. Also beschränkt man sich vielerorts darauf, nur ein Feuer anzumachen, und wenn die Polizei kommt, rennt man weg.
Auffällig ist dafür, dass das Fest immer mehr den Charakter von Silvester annimmt. Es werden Raketen angezündet, Knaller und Heuler, man stellt Bengalische Feuer auf, und dieses Jahr konnte man noch eine weitere Neuerung beobachten: Die jungen Leute stellen große, mit Kerzen erleuchtete Lampions her, die sie dann hochfliegen lassen.
Interessante Beobachtung am Rande: Währen die Behörden einerseits diese Feier unterdrücken, sehen sie andererseits doch, dass man mit dem Verkauf von Knallern und Raketen ein gutes Geschäft machen kann. Die Händler freuen sich, und es gibt auch im Iran Importeure und Hersteller von Feuerwerkskörper, die mitverdienen – dass die Pasdaran dabei nicht leer ausgehen, versteht sich.

Hier einige Fotos aus Teheran:


Feuerwerksraketen

und Lampions steigen lassen:

Neue OZ| Iranische Studenten müssen in ihr Heimatland zurück – Zu wenig Grundsicherung für die Promotion

Wegen finanzieller Probleme müssen viele Studenten ihre Promotion abbrechen.. Foto: colourbox.deWegen finanzieller Probleme müssen viele Studenten ihre Promotion abbrechen.. Foto: colourbox.de

Osnabrück. Die beiden iranischen Masterabsolventen Hamid Asiayee und Maryam Hosseini mussten Anfang diesen Jahres aufgrund finanzieller Probleme in ihr Heimatland zurück. Das Paar kam als Doktorandenanwärter für den Fachbereich englische Sprach- und Literaturwissenschaft an die Universität Osnabrück. Trotz Hilfe durch Professoren fanden die Studenten nicht genug finanzielle Unterstützung.

„Wir beide sind Masterabsolventen von führenden Universitäten im Iran“, sagt Hamid Asiayee. Nach Deutschland wollten sie, um sich weiteres Wissen anzueignen und Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Für einen zweiten Masterabschluss in Cognitive Science und eine Promotion sparten die Iraner schon in ihrem Heimatland Geld an. Wegen des schlechten Wechselkurses verringerten sich jedoch ihre Ersparnisse erheblich, und die Absolventen stießen bald auf Probleme. „Bei der Deutschen Bank konnten wir als Iraner kein Konto eröffnen“, erzählt Hamid Asiayee. Ein Konto war für die beiden allerdings notwendig, da sie die Studiengebühren aufgrund eines Zahlungsverkehrsverbots zwischen dem Iran und Deutschland nicht überweisen konnten. Erst nach einer Woche gelang es, ein Konto bei der Sparkasse zu eröffnen.

Bewerbungen erfolglos

Maryam bekam eine Doktorandenstelle am Institut für Anglistik. Hamid promovierte übergreifend in Englischer Literatur- und Sprachwissenschaft sowie in Cognitive Science. Das iranische Paar erhoffte sich, so größere Chancen auf finanzielle Unterstützung zu bekommen. Doch Anfragen, zum Beispiel bei der Caritas und der Diakonie, blieben erfolglos. Um Geld zu verdienen, bewarben sich Maryam und Hamid um Teilzeitjobs. Obwohl Qualifikationen vorlagen, blieben Bewerbungen ohne Erfolg. Zum Beispiel arbeitete Hamid zuvor als Dolmetscher, Englischdozent an iranischen Universitäten und Koordinator des internationalen Universitätsprogramms im Iran. „Ich bin sicher, dass die Ansprechpartner der Universität ihr Bestes versucht haben, aber wir bekamen keinen Job.“ Der Verein Sozialfonds fürOsnabrücker Studierende förderte die Iraner mit einmalig 400 Euro pro Person. „Der Verein ,SOS‘ fördert Studenten, die unverschuldet in eine finanzielle Notlage geraten sind“, sagt Karoline Bachteler, Beraterin für internationale Studenten der Universität Osnabrück.

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Information der Abteilung Internationale Menschenrechtspolitik anlässlich des Berichts der UN-Sonderberichterstatterin zu Menschenrechtsverteidigern

Information der Abteilung Internationale Menschenrechtspolitik anlässlich des Berichts der UN-Sonderberichterstatterin zu Menschenrechtsverteidigern, Margaret Sekaggya, zu Menschenrechtsverteidigern und großen Entwicklungsvorhaben

Information der Abteilung Internationale Menschenrechtspolitik anlässlich des Berichts der UN-Sonderberichterstatterin zu Menschenrechtsverteidigern, Margaret Sekaggya, zu Menschenrechtsverteidigern und großen Entwicklungsvorhaben

Am 5. August 2013 veröffentlichte die UN-Sonderberichterstatterin zu Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidigern, Margaret Sekaggya, einen Bericht über deren Rolle in großenEntwicklungsvorhaben. Das Institut veröffentlicht heute eine Zusammenfassung des Berichts sowie Auszüge aus den Schlussfolgerungen und Empfehlungen in deutscher Übersetzung.
In ihrem Bericht kritisiert die Sonderberichterstatterin, dass Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger aufgrund ihres Engagements oft stigmatisiert und verfolgt werden. Sie unterstreicht die bedeutende Rolle, die ihnen in der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit zukommen könnte und fordert daher die Umsetzung eines menschenrechtlichen Ansatzes bei der Verwirklichung von großen Entwicklungsvorhaben, insbesondere in Bezug auf Teilhabe und den Schutz von Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidigern.

24 S.

(PDF, 235 KB, nicht barrierefrei)

Publikationsart: Weitere Publikationen

Sprache: Deutsch

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Focus| Verstoß gegen Waffen-EmbargoIran kauft über Tarnfirmen Rüstungsgüter in Deutschland

Zollfahnder, Embargo, Deutschland, Hassan Rohani, Rüstungsgüter, Iran

dpa/Abedin TaherkenarehDer iranische Präsident Hassan Ruhani schlägt in der Öffentlichkeit gerne versöhnliche Töne an

Trotz der Friedenssignale von Präsident Hassan Rohani beschafft sich der Iran weiterhin illegal Rüstungsgüter aus Deutschland. 70 Prozent der Verfahren des Zollkriminalamts betreffen Lieferungen in den Iran, der mit Tarnfirmen internationale Embargos umgeht.

Der Iran versucht FOCUS-Informationen zufolge, sich über ein komplexes Netz aus Tarnfirmen weiterhin illegal Rüstungsgüter aus Deutschland zu beschaffen. „Mehr als 70 Prozent unserer Verfahren betreffen geplante oder durchgeführte Lieferungen in den Iran”, sagte der Chef des Zollkriminalamts Norbert Drude gegenüber FOCUS. Insgesamt führten Zollfahnder nach internen Statistiken im vergangenen Jahr 128 Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen das Außenwirtschaftsgesetz, acht Fälle weniger als im Rekordjahr 2012.

Der Iran umgeht das Embargo der westlichen Welt über ein komplexes Tarnfirmennetz. So ermittle der Zoll in Hamburg gegen deutsche Unternehmen, die über Banken in Hongkong, China, Südkorea und den Vereinigten Arabischen Emiraten den Transfer von 14 Millionen Euro an eine iranische Schiffsfirma zu verschleiern suchten. Der Empfänger stehe auf der Embargoliste.

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NIEMAND WEISS, DASS ES EINEN SKATEBOARD HERSTELLER IN IRAN GIB

Bisher wußte wohl niemand, dass es einen Skateboard Hersteller in Iran gibt. Wie so vieles, findet auch dieser Prozess in einem Keller, im Untergrund statt. Während in vielen Ländern auf der Welt das Skaten weit verbreitet ist, kann man hier die ersten aufkommenden Zeichen einer Skateboard-Kultur erleben.
Dieser Film zeigt die Reise junger Skater und Journalisten, die auf der Suche nach einer Skateboard-Subkultur sind:

<iframe class=’ThrasherVideo’ width=’100%’ height=’100%’ frameborder=’0′ style=’margin:0px;padding:0px;border:0px;’ src=’http://www.thrashermagazine.com/Embed.php?VideoId=2818&Remote=1&Width=610′&gt;

Berlin| Sachspenden für Flüchtlinge gesucht

Wir benötigen ganz dringend Sachspenden für Flüchtlinge aus dem Iran bzw. Afghanistan.

Gesucht wird dringend:

  • Kinderwagen für 14 Monate alten Jungen und ein Kinderwagen für 8 Monate altes Mädchen
  • Kinderspielzeug für Jungen (5J.) und Mädchen (4,5 J.) Baby ( 8 M. + 14 M.)
  • Kinderbekleidung – Junge und Mädchen (Junge (14 M.)/ Mädchen (8Mo.)
  • Fahrräder – Damen und Herrenräder – bitte unbedingt noch verkehrstüchtig

 

Kontakt über: Flüchtlingshilfe Iran e.V. 2010 – Email: lutz.bucklitsch@fluchtlingshilfe-iran.de – Telefon 030/ 2236 1830

News from Iran – Week 12 – 2014

by lissnup

Prisoners’ News

A-Transfers

  • Shahram Ahmadi transferred to hospital and then to Rejaei Shahr.

  • Taleb Maleki, Mokhtar Rahimi, Behrouz Shah-Nazari, Kaveh Veisi,  Arash and Kaveh Sharifi transferred to Rejaei Shahr.

  • Mostafa Daneshjou and Hamid-Reza Moradi-Sarvestani transferred to hospital.

  • Kurdish journalist Adnan Hasanpour transferred to Zahedan prison.

  • Afshin Karampour back from hospital to Evin without any treatment.

  • Reza Shahabi, workers’ rights activist, moved from hospital to Evin.

  • Mohammad-Hasan Yousef-Pourseifi returned to Evin from hospital.

  • Kurdish journalist Khosro Kordpour transferred to Tabriz prison.

B-Arrests-Detentions

  • Yekta Fahandej, Baha’I from Shiraz, arrested.

  • 17 young boys and girls arrested in a party in Abbasabad.

C-Liberations

  • Kurdish political activist Ebrahim Hosseinpour released on furlough.

  • Cyrus Mansouri released on 50 million toman bail.

  • Dr. Ali Nazeri released on furlough.

D-Other News

  • Mohammad-Amin Agooshi on hunger strike and sewed his lips closed.

  • Nemat Fatehi, Mohsen Khodayari, Kianoosh Rostami, Kurdish political activists, launch hunger strike in Dizel Abad.

  • Mostafa Abdi,  Omid Behrouzi, Mostafa Daneshjou, Reza Entesari, Amir Eslami, Abdol-Ghafour Ghalandari, Afshin Karampour, Gholamreza Khosravi, Hamid-Reza Moradi-Sarvestani , Kasra Nouri , Ali Salanpour and Farshid Yadollahi end hunger strike.

News of injustice in Iran

  • Jamal Agooshi, son of Mohammad-Amin Agooshi, sentenced to 1 year in prison for contacting Human Rights Organisations about his father’s fate.

  • Nemat Fatehi, Kurdish political activist, sentenced to 10 years in prison.

  • Mohsen Khodayari and Kianoosh Rostami , Kurdish political activists, each sentenced to 15 years in prison.

  • One hanging in Semnan on Sunday.

University – Culture

  • “Ayandeh Online” website stopped activities due to pressure from hardliners.

  • Home of prominent artist Parviz Tanavoli was raided by officials, his sculptures confiscated and damaged.

  • Hardliner weekly 9 Rooz banned.

Protests

  • Kurdistan steel workers protest in front of ministry of labour.

  • 40000 workers petition to Labour Ministry for immediate revision of minimum wage.

  • People gathered to protest the destruction of historical monuments in Ahvaz.

Iran abroad

  • Greek FM meets Zarif in Tehran.

  • Zarif meets Qatari and Tajik conterparts.

Iran Economics

  • Journalists of Tabnak Newspaper not been paid for three months.

Iran Politics

  • Larijani condemns Ban Ki-Moon’s report on Iran.

  • 13 revolutionary guards arrested for alleged trading in seized guns.

Miscellaneous

  • Floods in Bandar Abbas.

  • Iran is World Champion of Wrestling.

  • Japan provides $1m grant to aid support effort in restoration of Lake Urmia.

As usual, list of political prisoners in Iran: http://hyperactivist.info/ipr.html

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Welt| “Ich bin eine Vollblut-Tussi” – Comedy-Hoffnung Enissa Amani über Perser, Stefan Raab und Vorurteile

Neben ihr klingt Heidi Klums Stimme wie ein Nebelhorn. Das hat Enissa Amani einmal selbst über sich gesagt – und es stimmt. Piepsiger geht kaum. Lustiger aber auch nicht. Die Deutsch-Perserin Enissa Amani ist die Newcomerin in der deutschen Comedy-Szene. Sie ist hübsch, witzig, clever und absolut nicht auf den Mund gefallen. Im Iran geboren, in Frankfurt aufgewachsen ist Enissa Amani prädestiniert dafür, über beide Kulturen Witze zu machen. Und genau damit spielt sie bei ihren Auftritten. Im Gespräch erzählt die ehemalige Miss Westdeutschland was sie mit Lenins Geliebter teilt und wie sie Nouruz verbringt.

Die Welt:

Wie würden Sie sich selbst beschreiben?

Enissa Amani:

Ich beschreibe mich oft als Vollblut-Tussi. Manche sagen zwar, ich tue mir damit Unrecht, aber ganz objektiv gesehen bin ich eine Frau, die gerne Frau ist. Gleichzeitig komme ich aus einem sehr belesenen Elternhaus. Meine Mutter ist Ärztin, mein Vater hat Literatur und Philosophie studiert.

Ich bin also auch mit Büchern aufgewachsen.

Was bedeutet Ihr Vorname?

Ich bin benannt nach Inessa Armand, einer russischen Kommunisten französischer Herkunft. Meine Kindheit war sehr sozialistisch geprägt. Es gibt einen Film über Lenin, “Der Zug”, der von Lenins Leben im Exil handelt. Inessa Armand war wohl Lenins heimliche Geliebte – man kann also sagen, dass ich nach Lenins Affäre benannt bin.

Sind Sie Moderatorin, Miss oder Comedian?

Ich bin Moderatorin und Comedienne. Ich habe über die Comedy gestartet, mache mittlerweile aber auch Moderationsprojekte. Ich bin sehr froh, dass ich so schnell bereits von dem leben kann, was ich als Künstlerin mache.

Wo möchten Sie noch hin?

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Spiegel| Uno-Asylbericht: Deutschland ist für Flüchtlinge das begehrteste Ziel

Asylbewerber in Berlin: Die Zahl der Flüchtlinge steigt weltweitZur Großansicht

DPA

Asylbewerber in Berlin: Die Zahl der Flüchtlinge steigt weltweit

Nirgendwo auf der Welt wurden 2013 so viele Asylanträge gestellt wie in Deutschland. Die Bundesrepublik überholte sogar die USA, heißt es in einem Bericht des Uno-Flüchtlingshilfswerks. Allerdings werden die meisten Anträge erfahrungsgemäß abgelehnt.

Genf - Deutschland ist wieder zu einem Hauptziel für Asylsuchende geworden: Erstmals seit zwei Jahrzehnten sind 2013 in der Bundesrepublik wieder mehr Asylanträge gestellt worden als in jedem anderen westlichen Land. Die Zahl stieg gegenüber dem Vorjahr noch einmal sprunghaft um 70 Prozent auf 109.600, heißt es in einem Uno-Bericht. Sie lag damit deutlich über dem Durchschnitt der 28 EU-Staaten, die 2013 eine Zunahme um 32 Prozent auf insgesamt 398.200 Anträge verzeichneten. Zuletzt war die Situation in den neunziger Jahren so, alsFlüchtlinge des Bosnienkriegs Zuflucht in Deutschland suchten.

Die Bundesrepublik sei damit noch weit vor den USA, Frankreich und Schweden zum größten Aufnahmeland für Asylbewerber unter allen 44 als industrialisiert eingestuften Staaten geworden, erklärte das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) in seinem globalen Asylbericht 2013. Insgesamt sei die Zahl der registrierten Asylsuchenden in diesen 44 Ländern 2013 um 28 Prozent auf 612.700 gestiegen, heißt es in dem am Freitag in Genf vorgelegten Bericht.

2,5 Millionen Syrer auf der Flucht

Eine der wichtigsten Ursachen sei der Krieg in Syrien, erklärte der Uno-Hochkommissar für Flüchtlinge, António Guterres. Mehr als 2,5 Millionen Menschen sind bereits in benachbarte Länder geflohen, täglich werden es mehr. Inzwischen versucht eine wachsende Zahl außerhalb der direkt betroffenen Region Aufnahme zu finden. Die Zahl dervon Syrern in Deutschland gestellten Asylanträge hat sich laut UNHCR 2013 auf 11.900 im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt.

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President Obama wishing the people of Iran a happy, healthy, and prosperous Nowruz

John Kerry
Secretary of State
Washington, DC
March 20, 2014

 


 

I’m privileged to join President Obama in wishing the people of Iran and all those who celebrate around the world — from East Asia to the Persian Gulf region — a happy, healthy, and prosperous Nowruz.

All who celebrate Nowruz remember that it is not just an ancient tradition dating back over 3,000 years, but a time of renewal and hope. This season we reflect on the shared humanity that binds us together.

My own family is stronger today because of the presence and love of Iranian-Americans, and I am proud of the family ties that we Americans have to Iran and its people. Here in America, we value the significant contributions that Iranian-Americans continue to make, whether it’s in science, medicine, engineering, business, art, or so many other ways.

On this Nowruz, we reaffirm our belief that strengthening cultural and academic ties between our two countries benefits our two peoples. Today, I am pleased to note that the Treasury Department will issue a new General License that will enhance educational ties between Iran and the United States through exchanges and the provision of new opportunities for Iranians to study in our country.

It’s not lost on any of us that the United States and Iran have endured harsh winters in our past, but gathering to welcome Spring and the New Year with friends and family is an opportunity to look forward to what can lie ahead with hard work and commitment. And it is our hope that the people of Iran will be able to fulfill their aspirations in their own society in the coming year.

So as you gather with your loved ones around the Haft Seen Sofreh, the United States wishes you a joyous New Year filled with the hope for a better tomorrow.

Nowruzetan Pirooz!

The Baha’i and Political Change in Iran – Dr. Kishan Manocha

“Outside the Law?” The Baha’i and Political Change in Iran
Dr. Kishan Manocha
Director of Public Affairs, National Spiritual Assembly of the Baha’is, UK
http://migs.concordia.ca/personnel/Fe…

The Future of Religious Minorities in the Middle East
A Series of CSI-sponsored Public Discussions | 2012-2014
http://www.middle-east-minorities.com

Kishan Manocha: “Menschenrechte bei allen Verhandlungen mit dem Iran thematisieren”

Der Iran führe eine “systematische Kampagne zur Ausrottung der Bahai”, sagte der Bahai Kishan Manocha gestern in Zürich. Sein Referat – “Ausserhalb des Gesetzes? Die Bahai und der politische Wandel im Iran” – war der neunte Beitrag in der Vortragsreihe von Christian Solidarity International zu den religiösen Minderheiten im Nahen/Mittleren Osten.

Menschenrechtslage im Iran weiterhin “haarsträubend” Lies den Rest dieses Beitrags

Über alle Hindernisse: Die Parkour-Frauen von Teheran

Der akrobatische Großstadthindernislauf Parkour findet weltweit immer mehr Anhänger, auch in der iranischen Hauptstadt Teheran. Dort ist Parkour bei vielen jungen Frauen populär – allen gesellschaftlichen Hürden in der islamischen Republik zum Trotz.

Secretary-General Ban Ki-moon to all iranian peoples – NOURUZ

On this International Day of Nowruz, I offer my best wishes to those who celebrate, and express hope that all people can use the occasion to reflect on the beauty of nature, the promise of Spring and the power of culture to build peace “

Secretary-General Ban Ki-moon

Happy NOURUZ! Har Ruzetan Nouruz, Nouruzetan Piruz

„Jeder Tag soll ein neuer sein, und der Tag soll gesegnet sein!“

Har Ruzetan Nouruz, Nouruzetan Piruz

HAPPY NOURUZ!

„Da saß, wie die glänzende Sonn’ auf der Luft,
Der Schah, der kein Gebot widerruft.
Juwelen ihm streuend standen sie,
den Tag Neujahrtag nannten sie.
Jahranfang, Hormus des Ferwedin
War’s, als die Freude der Welt erschien.

Aus jenen Tagen solch froher Tag
Blieb uns von jenem Fürsten nach.“

– Firdausi

Flüchtlingshilfe Iran e.V. 2010

Prof. Dr. Hajo Funke / Farin Fakhari / Lutz Bucklitsch

Das iranische Frühlings- und Neujahrsfest – Nouruz

Nouruz ist der Name des iranischen 13-tägigen Frühlings- und Neujahrsfest, welches alljährlich am 1.Farwardin, dem 1. Monat des iranischen Kalenders und der Sonnenzeitrechnung, entsprechend dem 20. bis 22. März, im iranischen Kulturraum unabhängig von der jeweiligen Religionszugehörigkeit gefeiert wird.

Das Fest zählt zu den ältesten Festen des iranischen Kulturkreises und wird seit mehr als 2500 Jahren begangen. Nouruz beginnt genau zur Tag- und Nachtgleiche, dem sogenannten Frühlingsäquinoktikum, und wird entsprechend für jedes Jahr neu berechnet.

Termin

Dieser Brauch ist vom 20.03.2014 bis zum 22.03.2014. Er findet jedes Jahr zu diesem Datum statt. Lies den Rest dieses Beitrags

MDR eXakt| Flucht in die Sicherheit?

Die Flüchtlings-Situation in Mitteldeutschland

Sie fliehen vor Bomben, Hunger und Krieg aus ihrer Heimat. Viele von ihnen haben alles verloren: Zuhause, Arbeit, Familie. Hier suchen sie nur eins: Sicherheit. Dafür nehmen sie zum Teil lebensgefährliche Wege in Kauf. Doch hier in Deutschland sind sie vielerorts nicht willkommen. Mit Fackeln marschieren Bürger und Neonazis vor Flüchtlingsunterkünften auf. Politiker heizen die Debatte über vermeintliche “Sozialbetrüger” oder “Armutseinwanderung” zusätzlich an. Woher kommt der Hass? Ist Rassismus ein ostdeutsches Phänomen? “Exakt – Die Story” geht der Frage nach, wie tief verwurzelt die Angst vor “den Fremden” wirklich ist.

Ein Film von Axel Hemmerling & Johanna Hemkentokrax. Mitteldeutscher Rundfunk. Weitere Infos auch unter:http://www.mdr.de/nachrichten/fluecht…

RBB| Alltagsrassismus in Berlin – Leistungen verwehrt – JobCenter Reinickendorf

Jobcenter Logo (Quelle: rbb)Beitrag ansehen

 

Eigentlich sollte man sich freuen über Flüchtlinge, die schnell und engagiert Deutsch lernen wollen. Und eigentlich wird dies von Migranten immer wieder gefordert. Nicht so in einigen Berliner Jobcentern.

Dort, so berichtet der iranische Karrikaturist Ahmad Barakzadeh, sei ihm ein Deutsch-Aufbaukurs mit dem Hinweis “zum Putzen reichen ihre Deutschkenntnisse doch jetzt schon” verweigert worden.

Der 44-jährige hat als Journalist und Dozent an der Kunsthochschule Teheran gearbeitet und lebt jetzt als politischer Flüchtling in Deutschland.

Beitrag von Agnes Taegner

Concern over persecution of Iranian Baha’is at UN Human Rights Council

Overall, human rights in Iran have not improved substantially since the election of President Hassan Rouhani last year, despite his promises to grant citizens more rights and to end discriminatory practices, according to Ahmed Shaheed, the UN special rapporteur on human rights in Iran.

In a presentation to the Human Rights Council yesterday, Dr. Shaheed said that while Iran had made a few positive steps towards strengthening human rights, the government continues to violate international legal standards, oppress women, and persecute ethnic and religious minorities, including members of the Baha’i Faith.

“Hundreds of individuals reportedly remain in some form of confinement for exercising their fundamental rights, including some 39 journalists and bloggers, 92 human rights defenders, 136 Baha’is, 90 Sunni Muslims, 50 Christians, and 19 Dervish Muslims,” Dr. Shaheed said.

The session marked the formal presentation of his annual report to the Council. In that report, which was issued last week, and before the Council yesterday, Dr. Shaheed noted that while Iran’s proposed charter of citizen’s rights is “a step in the right direction,” it nevertheless “falls short of strengthening protections for the equal enjoyment of human rights for women and members of the country’s religious and ethnic minority communities.”

“It also fails to address the use of cruel, inhumane or degrading punishment, including flogging, hanging, stoning and amputation.”

“The charter does not ban the execution of juveniles and also fails to address concerns about the use of capital punishment, in particular for offenses that do not meet the standards for most serious crimes under international law,” Dr. Shaheed said.

Last week, UN Secretary General Ban Ki-moon also released his annual report to the Council on human rights in Iran. He said that he found no improvements for Baha’is and other religious minorities, and few improvements in Iran’s human rights situation overall.

“There have been no improvements in the situation of religious and ethnic minorities, who continue to suffer severe restrictions in the enjoyment of their civil, political, economic, social and cultural rights,” said Mr. Ban. “Religious minorities such as Baha’is and Christians face violations entrenched in law and in practice.”

Yesterday, during Dr. Shaheed’s presentation, known as an interactive dialogue, country delegations and non-governmental organizations were allowed to respond and ask questions.

At least nine countries specifically expressed concern about the ongoing persecution of Iranian Baha’is. They included Australia, Belgium, Botswana, France, Germany, Ireland, Switzerland, the United Kingdom, and the United States. The European Union, in its statement, also mentioned the Baha’is.

Ireland said: “The situation of members of religious minorities continues to be of concern.”

“We note in particular the information contained in the Special Rapporteur’s report on the situation of the Baha’is, including that they are regularly prosecuted for participation in their community affairs, including by facilitating educational services and publicly engaging in religious practices, such as attending devotional gatherings, but that they are typically charged with political or security crimes, such as espionage or ‘propaganda against the ruling system.’”

Botswana said: “We also ask Iran to eliminate discrimination against religious minorities, including Baha’is.”

Switzerland asked why Baha’is are “subjected to growing oppression, despite the fact that they are very discreet in Iran” and are “not critical of the government.”

Diane Ala’i, the representative of the Baha’i International Community to the United Nations in Geneva, also participated in the session, as did a number of other NGO representatives.

“To date, there has been no improvement in the situation of Iranian Baha’is,” Ms. Ala’i said, addressing Dr. Shaheed. “As you indicated yourself, 136 Baha’is are in prison solely on religious grounds, not one Baha’i youth has been able to complete his or her studies in an Iranian university and most of them are denied access in the first place, shops continue to be sealed, work in the public sector is prohibited, cemeteries are desecrated, and incitement to hatred in state-sponsored media is rampant.”

Source: Bahá’í International Community

Eklat in Wien – Iran versetzte Ashton bei Abendessen

Catherine Ashton, Mohammad Javad Zarif

Catherine Ashton, Mohammad Javad Zarif (© AP)

Die Atomverhandlungen zwischen dem Iran und den fünf UN-Vetomächten sollten am Dienstag in Wien fortgesetzt werden. Am Vorabend solcher Treffen hatten Irans Außenminister Mohammed Javad Zarif und  EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton zuletzt immer ein Arbeitsessen. Am Montag wurde die Lady von ihrem Gegenüber versetzt.

Irans Außenminister Mohammed Javad Zarif hat ein für Montagabend geplantes Abendessen mit der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton in Wien abgesagt. Nach Angaben iranischer Medien erfolgte dies aus Protest gegen das Treffen Ashtons mit Dissidentinnen während ihres Besuchs in Teheran in der vergangenen Woche. Darüber sei angeblich das iranische Außenministerium nicht informiert worden.

Die konservative Opposition im Iran hatte Ashtons Treffen als Gefährdung der nationalen Sicherheit ausgelegt. Dem Außenministerium wurde vorgeworfen, entweder das Treffen wissentlich verheimlicht zu haben oder aber unfähig gewesen zu sein, es zu verhindern. Auch die iranische staatliche Nachrichtenagentur IRNA bestätigte die Absage des Abendessens.

Gespräche sollen drei Tage dauern
Die Unterhändler beider Seiten wollen in Wien bei den voraussichtlich dreitägigen Gesprächen weitere Hürden auf dem Weg zu einer umfassenden Lösung des Streits ausräumen. Der Iran strebt eine Aufhebung der Wirtschaftssanktionen an, soll dafür aber den friedlichen Charakter seines Atomprogramms garantieren.

Bis zum Juli wollen die fünf UNO-Vetomächte (USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich) sowie Deutschland mit dem Iran ein entsprechendes Abkommen aushandeln. Knackpunkt ist unter anderem der Schwerwasserreaktor in Arak, dessen Plutonium zur Herstellung einer Atombombe benutzt werden könnte.

Einfluss des Ukraine-Konflikts unklar
Unklar ist, ob die aktuellen Spannungen mit Russland im Ukraine-Konflikt die Iran-Verhandlungen beeinflussen werden. Die USA hofften, dass die Krise auf der Krim die Atom-Verhandlungen nicht substanziell gefährde, sagte ein hoher US-Regierungsbeamter. Klar sei aber, dass eine Einigung nur gemeinsam möglich sei.

Zudem betonte die US-Seite, dass es keine Teil-Lösungen in diesem Konflikt geben werde. Entweder die Verhandlungspartner einigten sich in allen kritischen Punkten oder der Konflikt bleibe in Gänze ungelöst. Es sei wie mit dem berühmten Zauberwürfel (Rubik’s Cube), der nur dann als gelöst gelte, wenn alle Seiten perfekt seien. Es werde allerdings anerkannt, dass der Iran bisher alle konkreten Schritte zur Überprüfung seines Atomprogramms penibel einhalte. So hat die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA/IAEO) attestiert, dass Teheran den Bestand an hochangereichertem Uran deutlich gesenkt hat.

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Bericht zur politischen Lage (politische Geschichte; Struktur des Regimes, Stabilität und Opposition; Menschenrechtspraxis; Massenvernichtungsprogramme; terroristische Gruppen; Regimewechsel) [ID 271516]

Congressional Research Service  Quellenbeschreibung anzeigen

Iran

Bericht zur politischen Lage (politische Geschichte; Struktur des Regimes, Stabilität und Opposition; Menschenrechtspraxis; Massenvernichtungsprogramme; terroristische Gruppen; Regimewechsel) [ID 271516]

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Bericht zu staatlichen Einschränkungen der Meinungsfreiheit im Internet im Jahr 2013 [ID 271411]

Reporters Sans Frontières  Quellenbeschreibung anzeigen

Iran

Bericht zu staatlichen Einschränkungen der Meinungsfreiheit im Internet im Jahr 2013 [ID 271411]

Dokument öffnen Periodischer Bericht: Enemies of the Internet 2014 – Iran: Cyberspace ayatollahs

Spiegel| Schweizer Rohstoffhändler: Dunkle Gschäftli

Von Günter Heismann

Die Schweiz ist Europas wichtigste Drehscheibe im Rohstoffhandel. Jetzt aber fürchtet das Land um sein Image – denn in der Branche herrschen raue Sitten. Auch die EU übt deshalb inzwischen Druck auf die Eidgenossen aus. Ein Beitrag aus dem Wirtschaftsmagazin “enorm”.

Glencore-Zentrale: Der Gründer hat den heutigen Rohölhandel quasi erfundenZur Großansicht

REUTERS

Glencore-Zentrale: Der Gründer hat den heutigen Rohölhandel quasi erfunden

Die brisante Ladung wechselte unter größter Geheimhaltung den Besitzer. In der Straße von Malakka, der Meerenge zwischen Malaysia und Sumatra, trafen sich Ende August 2012 zwei Öltanker. Der eine war die leer fahrende “Ticen Ocean”, der andere die “Leadership”, die zuvor im iranischen Ölhafen Kharg zwei Millionen Barrel Schweröl gebunkert hatte. Von Land aus nicht zu sehen, beförderten Pumpen über lange Leitungen das Öl von der “Leadership” auf die “Ticen Ocean”. Als sie ihre Ladung gelöscht hatte, setzte die “Leadership” ihre Fahrt fort. Um zu verbergen, welchen Kurs das Schiff nahm, war offenbar der Transponder abgestellt, mit dem Reedereien und Behörden per Satellit feststellen können, auf welcher Position ein Schiff sich befindet.

 

Die “Ticen Ocean” blieb einige Tage in den Gewässern vor der Küste Malaysias liegen. Dann kreuzte ein dritter Öltanker auf, die “Speranza” der chinesischen Firma Sino Shipping Holdings. Das Schiff übernahm einen Teil des iranischen Öls und lief damit am 13. September den malaysischen Hafen Tanjung Pelepas an. Schließlich beteiligte sich ein vierter Tanker an dem Verwirrspiel: Die “Kamari I”, die unter der Flagge Panamas läuft, übernahm von der “Ticen Ocean” das restliche Schweröl.Drahtzieher der Transaktion war laut Recherchen der Nachrichtenagentur Reuters die Schweizer Handelsgesellschaft Vitol, eines der größten Unternehmen Europas. Die Geheimnistuerei hatte einen Grund: Mit dem Kauf des Schweröls umging Vitol die Handelssanktionen gegen den Iran, die von der EU und den USA am 1. Juli 2012 verhängt worden waren und den Iran zum Stopp seines Atombomben-Programms zwingen sollten. Die Schweiz hat sich dem Embargo zwar nicht angeschlossen, anrüchig sind solche Geschäfte aber allemal.

Vitol ließ keinen Trick und Kniff aus, um den umstrittenen Deal zu verschleiern. Die Ladung aus dem Iran mixte das Unternehmen vermutlich mit Schweröl aus der Nordsee, um die Herkunft zu vertuschen. Chemiker können leicht feststellen, aus welchem Ölfeld eine Charge stammt. Das gepanschte Öl wurde dann offenbar Raffinerien in China zum Kauf angeboten.

Arbeiter werden ausgebeutet, die Umwelt wird vergiftet

“Eine Tochterfirma in Bahrain hat von einem nichtiranischen Geschäftspartner im Juli 2012 eine Schiffsladung Schweröl angekauft. Das Öl war iranischer Herkunft”, bestätigte eine Vitol-Sprecherin gegenüber Reuters. “Die Firmen der Vitol-Gruppe handeln nicht mehr mit Ölprodukten aus dem Iran.”

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ORF| Rouhanis Reformen als leere Versprechen

Atomprogramm: Iran bleibt vertragstreu

Kaum Hoffnung auf mehr Freiheit

Seit einem halben Jahr ist Hassan Rouhani Präsident des Iran. Bei seinem Amtsantritt hatte er Hoffnungen geweckt, das abgeschottete Land nach außen hin wieder zu öffnen. Das begann damit, dass er etwa via Twitter allen Juden zum jüdischen Neujahrsfest gratulierte. Eine Charmeoffensive begann, die sich in den folgenden Monaten fortsetzte. Doch was seither innerhalb des Iran passierte, hat mit Offenheit nichts zu tun.

Denn Menschenrechtler und die Vereinten Nationen (UNO) sehen die Situation weiter äußerst problematisch bzw. als „Gegenstand enrster Sorge“. Hinrichtungen, Steinigungen und Repressionen sind nach wie vor alltäglich. Einige Beobachter waren davor ausgegangen, dass sich die Situation nach dem Amtsaustritt von Ex-Präsident Mahmud Ahmadinedschad zumindest vereinzelt bessern könnte – entsprechende Reformankündigungen Rouhanis ließen diese Hoffnungen weiter steigen.

Zahl der Exekutionen gestiegen

Doch die bestätigten Fakten sind ernüchternd – denn sie geben Anlass, vom Gegenteil auszugehen: Im Jahr 2014 sind laut UNO bis dato 176 Menschen gehängt worden. Zuvor hatte bereits die Iranische Exilopposition, der Nationale Widerstandsrat Iran (NWRI) Alarm geschlagen. Damit ist ein deutlicher Anstieg der Hinrichtungen zum Vergleichszeitraum des Vorjahres belegt. Nach NWRI-Angaben seien 2013 insgesamt mindestens 660 Hinrichtungen gezählt worden, davon zwei Drittel, also 430, seit der Wahl Rouhanis am 14. Juni, hieß es. Die UNO dokumentierte 500 Hinrichtungen für das Jahr 2013, 57 davon öffentlich.

Laut Amnesty International (AI) werden viele Urteile von Revolutionsgerichten hinter verschlossenen Türen gesprochen. Die meisten Todesurteile werden gegen Drogenhändler verhängt – der Iran versucht auf diese Weise, den Schmuggel von Drogen etwa aus Afghanistan einzudämmen. Viele Todesurteile werden zudem weiterhin aus politisch-religiösen Motiven gesprochen, wie die Exekution des Dichters Haschem Schabani im Jänner zeigt. Bereits Anfang 2011 war er zusammen mit vier weiteren Männern arabisch-ahwasischer Abstammung unter dem Vorwurf, gegen den Iran gerichtete arabische Kultur zu verbreiten, festgenommen worden.

„Feindschaft gegen Gott und seinen Propheten“

AI warf der iranischen Regierung im Vorfeld der Exekution vor, dass die Verhaftung lediglich aufgrund kultureller, nicht aber politischer Aktivitäten vorgenommen worden sei. Begründet wurde das Todesurteil gegen den Literaten schließlich mit „Muharaba“ (übersetzt etwa „Feindschaft gegen Gott und seinen Propheten“), „Mofsed fil-ars“ („Verbreitung von Korruption auf Erden“) sowie angeblichen Aktivitäten gegen die nationale Sicherheit und Verbreitung von Propaganda gegen die Islamische Republik.

Die UNO machte zuletzt auf einen besonders gravierenden Unrechtsfall aufmerksam – dabei ging es um die Hinrichtung einer Frau, die unter zweifelhaften Umständen zunächst gestanden, dann aber widerrufen hatte, vor sechs Jahren ihren Ehemann ermordet zu haben. Farsaneh Moradi, die am 4. März gehängt wurde, war laut UNO-Darstellung im Alter von 15 Jahren zwangsverheiratet worden. In ihrem Widerruf habe sie geltend gemacht, sie sei vom tatsächlichen Mörder überredet worden, die Tat auf sich zu nehmen, da man im Iran keine junge Mutter hinrichten würde. Das Gericht habe jedoch eine Revision des Verfahrens verweigert.

Gleichzeitig berichtete die Nachrichtenagentur ISNA unlängst von Amnestieerlässen mit starker politischer Prägung. Dem Bericht zufolge seien 15 bereits zum Tode Verurteilte freigesprochen worden, in einem Fall wurde die Todesstrafe in eine 15-jährige Haftstrafe umgewandelt. Die Bedingung war ein Auswendiglernen des Koran – was die Verurteilten im Zuge einer Zeremonie vor Tausenden Mitgefangenen und Wärtern im Gefängnis von Isfahan glaubhaft zu belegen hatten. ISNA berief sich dabei auf den Chef für Stiftungen und Wohltätigkeitsorganisationen der Provinz Isfahan.

Haarsträubende Praktiken

Die Gewähr einer solchen Amnestie ist völlig willkürlich und gründet auch nicht auf geltendes Recht im Iran. De facto hängt eine Amnestie von mehreren Faktoren ab, maßgeblich sind die Art des Verbrechens und der Wille der Behörden. Weniger Chancen haben politische Saboteure. Mehr Chancen werden offenbar Verurteilten eingeräumt, deren Delikt keine Nähe zu einem politischen Motiv aufweist – unabhängig, ob es sich dabei um Mord, Diebstahl, Missbrauch, Drogenhandel, bewaffneten Raub, Entführung, Terrorismus oder Verrat handelt. Doch generell sind Amnestien die absolute Ausnahme.

Für weltweite Aufregung hatte ein Hinrichtungsfall im vergangenen Herbst gesorgt. Ein zum Tode verurteilter Drogenhändler hatte seine Hinrichtung mit schweren Hirnschäden überlebt. Ein Arzt hatte zwar zunächst seinen Tod festgestellt, als Familienangehörige die Leiche zur Beerdigung abholen wollen, stellte sich heraus, dass der vermeintlich Tote noch lebte. Der iranische Justizchef Sadegh Laridschani entschied danach, den Mann nicht erneut zu hängen. „Er hat de facto dem Tod ins Auge gesehen, aber da er die Hinrichtung überlebt hat, sollte ihm nun Amnestie gewährt werden“, sagte Laridschani damals.

Gesamtes Kapital für Außenpolitik verbraucht?

Während die UNO Teheran erneut auffordert, Rechtsverstöße im Zusammenhang mit Drogen nicht mehr als Kapitalverbrechen zu ahnden und ein Moratorium für alle Hinrichtungen zu erlassen, werden in Teheran weiterhin Journalisten und politische Aktivisten im berüchtigten Ewin-Gefängnis festgehalten, Internetcafes geschlossen und Millionen Websites gesperrt. Die Ankündigung Rouhanis, die Sozialen Netzwerke Facebook und Twitter sowie YouTube zu legalisieren und der jungen iranischen Bevölkerung mehr Freiheiten im Alltag zu gewähren, wurde bisher ebenso wenig umgesetzt wie die versprochene Bürgerrechtscharta.

Kritiker werfen Rouhanis Regierung vor, beim obersten geistlichen Führer, Ajatollah Ali Chamenei, der in allen Belangen das letzte Wort hat, außenpolitisch sein gesamtes politisches Kapital verbraucht zu haben. Durch die Unterstützung Chameneis beim Kuschelkurs der Regierung mit dem Westen sei der Präsident innenpolitisch an die kurze Leine gezwungen worden, so der Vorwurf. Die Iraner jedenfalls warten ungeduldig darauf, dass sich auch im Inneren des Landes maßgeblich etwas ändert: wirtschaftlich, politisch und die Lockerung der Zensur betreffend.

UNO forderte konkrete Schritte

Auch die UNO forderte Teheran angesichts mangelnder Fortschritte bei den Menschenrechten unlängst zu konkreten Schritten auf: So seien die beiden Oppositionspolitiker Mehdi Karubi und Mir-Hossein Mussawi „sofort“ freizulassen, „dringend benötigte und angemessene medizinische Hilfe“ müsse man ihren umgehend zukommen lassen, schrieb Ban in einem Bericht zuletzt.

Der frühere Ministerpräsident Mussawi und der ehemalige Parlamentspräsident Karubi waren bei der Präsidentschaftswahl 2009 offiziell dem Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad unterlegen. Wie auch viele Wähler warfen sie den Behörden aber Fälschung vor und weigerten sich, die Ergebnisse anzuerkennen. Die Massenproteste nach der Wahl wurden letztlich aber blutig niedergeschlagen. Mussawi und Karubi stehen seit Februar 2011 unter Hausarrest.

UNO-Bericht als „Lüge“ zurückgewiesen

Justizchef Laridschani hatte Ende des Vorjahres einen Bericht der UNO-Menschenrechtskommission über die Verschlechterung der Menschenrechtslage im Iran als „Lüge“ und „einseitig“ zurückgewiesen. Zur Kritik an der Todesstrafe hatte er gesagt, wer gegen diese Strafe sei, widersetze sich „den Geboten des Islam“. Laut NWRI gibt es Tausende Todeskandidaten im Iran. Um die Hinrichtungen zu beschleunigen, habe das Regime Galgen mit einer Kapazität für zwölf Personen anfertigen lassen – das öffentliche Hängen mittels Kränen ist noch immer die Regel.

Quelle: ORF.at

NZZ| Die Uno fordert Moratorium

Gegenüber dem Westen zeigt sich die iranische Führung flexibel und um Entspannung bemüht. In Iran selbst ist von Entspannung nichts zu spüren. Die Zahl der Hinrichtungen steigt an.
Jean-Pierre Kapp, Genf

Die Uno-Sonderberichterstatter für Folter, willkürliche Hinrichtungen und Gewalt gegen Frauen haben in dieser Woche Iran aufgefordert, die Anwendung der Todesstrafe auszusetzen. In einem gemeinsamen Bericht zuhanden des Uno-Menschenrechtsrates zeigen sie sich über den exzessiven Einsatz der Todesstrafe beunruhigt. Gemäss ihren Angaben hat die Zahl der Exekutionen seit dem vergangenen Sommer stark zugenommen. Allein seit Beginn dieses Jahres seien in Iran 176 Personen hingerichtet worden. Die Sonderberichterstatter weisen in ihrem Bericht zudem darauf hin, dass die Todesurteile sehr oft unter Missachtung der grundlegendsten Rechte der Angeklagten verhängt werden und die Verurteilten kaum die Möglichkeit haben, die Urteile anzufechten.

Politisches Instrument

So sei beispielsweise am 4. März im Gefängnis von Isfahan eine junge Frau gehängt worden, obwohl sie ihre Unschuld bis zuletzt beteuert habe. Farzaneh Moradi, die im Alter von 15 Jahren gegen ihren Willen verheiratet wurde, hatte zwar zuerst zugegeben, ihren Ehemann ermordet zu haben, hatte ihr Geständnis später aber widerrufen. Auf ihren Widerruf seien die zuständigen Gerichte dann aber nicht eingegangen. Der Uno-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in Iran, Ahmed Shaheed, erklärte, Farzaneh sei anscheinend vom Mörder ihres Gatten mit dem Hinweis darauf, dass eine Minderjährige kaum mit einer langen Gefängnisstrafe rechnen müsse, dazu überredet worden, die Tat auf sich zu nehmen.

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Die Wut einer ganzen Generation

Interview mit dem iranischen Filmemacher Reza Dormishian

Die Wut einer ganzen Generation

Reza Dormishians Spielfilm “Asabani Nistam!” handelt von der Frustration iranischer Jungendlicher während der Regierungszeit Ahmadinedschads. Obwohl der Film Publikumsliebling beim diesjährigen iranischen Fajr-Filmfestival war, wurde er trotzdem aus dem Wettbewerb entfernt. Darüber hat sich Igal Avidan mit dem Regisseur unterhalten.

Wie erklären Sie sich den Unmut Ihres Protagonisten in “Asabani Nistam” (“Ich bin nicht wütend!”)?

Reza Dormishian: Sein Unmut korrespondiert mit der zunehmenden Frustration junger Iraner in den letzten acht Jahren.

Welchen Stellenwert hatte die grüne Protestbewegung und der Widerstand gegen Ahmadinedschad für Navid und seine Freunde im Sommer 2009?

Dormishian: Navid ist ein sehr friedlicher Mensch, der auch während der Demonstrationen darum bemüht war, die Gewalt zu stoppen. Er wurde schließlich vom Studium ausgeschlossen, weil er an einer Demonstration teilnahm und das Auto eines Professors mit Farbe beschmierte. Er verändert sich. Nach einer Weile beginnt er, seine Mitmenschen zu hassen und sie zusammenzuschlagen.

Viele Studenten im Iran müssen aufgrund ihrer Einstellungen oder ihrer Aktivitäten das Studium abbrechen – ein Erbe der früheren Regierung. Doch jetzt hat der neue Bildungsminister angeordnet, 400 ehemaligen Studenten die Rückkehr an die Universität zu erlauben. Studieren ist ein Grundrecht.

Navids Freunde raten ihm auszureisen, aber seine Freundin Setareh will im Land bleiben. Wie sehr beschäftigt die junge Generation im Iran heute das Thema Auswanderung?

Dormishian: Auswanderung ist derzeit wohl eines der meist diskutierten Themen unter jungen Iranern. Sie fragen sich, ob es sich angesichts der zahlreichen Probleme im Iran überhaupt noch lohnt, im Land zu bleiben oder dem Land endgültig den Rücken zu kehren. Ich habe in dieser Frage bislang gezögert.

Baran Kosari and Navid Mohammadzadeh in einer Filmszene aus "Asabani Nistam!"

Genug von den politischen und gesellschaftlichen Zwängen in der Islamischen Republik: In “Asabani Nistam!” schlägt Navids Frustration in Aggression um. Das Lebensgefühl einer Jugend ohne Zukunft bestimmt den Tonfall von Reza Dormishians zweitem Film.

Und was hält Sie noch im Iran?

Dormishian: Ich möchte im Iran Filme machen und sie dort zeigen. Es ist sehr wichtig für mich, mein Land im Ausland zu präsentieren und über meine Mitmenschen Filme zu drehen, die ich ja am besten kenne. Daher habe ich diesen Film im Iran gedreht und alle notwendigen Genehmigungen erhalten. Eines Tages werde ich diesen Film gewiss auch im Iran zeigen – allen Widerständen zum Trotz.

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tagblatt| Kahve Pouryazdani: Selbstverbrennung als ein letztes politisches Signal

Mehr als hundert Gäste bei der Trauerfeier

Mehr als hundert Trauergäste verabschiedeten sich gestern von Kahve Pouryazdani. Der Exil-Iraner hatte sich am 20. Februar hinter der Stiftskirche selbst verbrannt. Beim Begräbnis auf dem Bergfriedhof war auch OB Boris Palmer anwesend. Eberhardskirchen-Pfarrer Christoph Wiborg geißelte bei der Trauerfeier die deutsche Asylpolitik.

VOLKER REKITTKE

 

Tübingen. „Es lebe die Freiheit – es leben die Menschenrechte und die Demokratie für den Iran!“ Ganz am Ende der Trauerfeier, viele waren schon gegangen, verbeugte sich Ali Hashemi ein letztes Mal am offenen Grab seines toten Freundes Kahve Pouryazdani. Er rief ihm seine Abschiedsworte auf Farsi zu. In der persischen Sprache hatten Ali Hashemi und andere Exil-Iraner zuvor bei der Beerdigung ein Lied angestimmt: „Oh Iran, du wertvolles Land.“

Am offenen Grab von Kahve Pouryazdani, der sich hinter der Tübinger Stiftskirche selbst verbrannt ...Am offenen Grab von Kahve Pouryazdani, der sich hinter der Tübinger Stiftskirche selbst verbrannt hatte, nimmt Ali Hashemi Abschied von seinem langjährigen Freund. Neben zahlreichen Exil-Iranern waren auch viele deutsche Tübinger/innen unter den mehr als hundert Trauergästen.Bild: Rekittke

„Als ich 1970 nach Reutlingen kam, waren wir erst fünf“, sagte Ali Hashemi nach der Trauerfeier. Fünf Iraner. „Heute sind wir Hunderte in Reutlingen und Tübingen – das verdanken wir dem Regime im Iran.“ Weltweit, schätzte er, leben zwei Millionen Exil-Iraner, die vor der Diktatur der Mullahs flüchteten. Einer davon war Kahve Pouryazdani, den die meisten nur unter seinem Vornamen kannten. „Er litt stark darunter, dass er seine Tochter nicht sehen konnte.“ Was mit dem jahrelangen Arbeitsverbot durch deutsche Ausländerbehörden zusammenhing. Gern hätte er sein Kind, das im Iran zurückbleiben musste, in der Türkei getroffen. Doch das Geld dafür durfte er nicht verdienen.

„Ich will arbeiten, ich bin ein guter Schweißer“, habe er immer wieder von seinem Freund gehört, sagte Mehrdad. Seinen Nachnamen will er nicht im Blatt lesen – aus Angst um seine Familienangehörigen im Iran. Kahve beschrieb er als „einen wahren Menschenrechtler“, der nie aufgehört habe, die Diktatur und die Verbrechen der Mullahs in seiner Heimat anzuprangern. „Ich war 14, als im Iran eine Katastrophe passierte“, schrieb er einmal. Die islamische Revolution von 1979 sei „ein Anschlag“ gewesen, „auf meine persönliche Freiheit und auf die aller Iraner“. Kahve protestierte auch gegen die ausländischen Unterstützer der Mullahs, prangerte etwa die Lieferung von Abhör-Technologie durch deutsche Firmen an.

Die Trauerrede von Pfarrer Christoph Wiborg im Wortlaut

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BZ| Schlagen Freiburg und Isfahan ein neues Kapitel einer schwierigen Städtepartnerschaft auf?

Nachdem die EU die Sanktionen gegen den Iran gelockert hat, will Oberbürgermeister Salomon im Oktober mit einer Delegation in die Partnerstadt Isfahan reisen.

  1. Seit 14 Jahren Partner: Freiburg und Isfahan Foto: ingo schneider

In die Beziehungen zwischen Freiburg und Isfahan kommt neues Leben: Im Oktober will Oberbürgermeister Dieter Salomon mit einer Delegation, der auch Stadträte angehören sollen, in die iranische Partnerstadt reisen. Seit 2005 lag die 2000 besiegelte Städtepartnerschaft auf offizieller Ebene auf Eis. Als der damals neu gewählte iranische Präsident Mahmoud Ahmadinedschad eine Hass-Rede über Israel gehalten hatte, sagte Salomon damals seine geplante Reise kurzfristig ab. Danach gab es keine Besuche von Politikern mehr, zu groß war die Angst der Freiburger, instrumentalisiert zu werden.

Ganz beenden wollte man im Rathaus – Freiburg ist die einzige deutsche Stadt, die eine Partnerschaft mit einer iranischen Stadt unterhält – die Beziehung allerdings nie. Zuletzt debattierte der Gemeinderat im Dezember 2010 kontrovers über die Beziehung. Anlass waren Berichte über gravierende Menschenrechtsverletzungen und die drohende Steinigung einer angeblichen Ehebrecherin.

Nie abgerissen sind hingegen die Kontakte zwischen den Einwohnern und Verwaltungen beider Städte. Im April wird die 24. Gruppe Freiburger Bürger in die iranische 1,75-Millionen-Stadt aufbrechen. Da die Nachfrage so groß war, folgt kurz darauf eine weitere, und schon für den Herbst ist eine dritte Bürgerreise geplant. Bereits am kommenden Donnerstag wird eine Gruppe aus Isfahan in Freiburg erwartet. Dass die Rathausspitze nach Isfahan fliegen will, habe sie alleine entschieden, Ratschläge aus dem Auswärtigen Amt habe es nicht gegeben, sagt Günter Burger, Leiter des städtischen Referats für internationale Kontakte. Im Auswärtigen Amt habe man die Städtepartnerschaft stets begrüßt. Auslöser für Salomons Entscheidung, nun zu reisen, sei gewesen, dass die EU nach der Wahl des neuen Präsidenten Hassan Rohani, der als gemäßigter gilt, das Embargo gelockert habe. Voraussetzung dafür, dass die Freiburger Delegation im Herbst tatsächlich nach Isfahan aufbricht, sei natürlich, dass sich im Iran bis dahin nichts zum Negativen entwickle und die Entspannungspolitik fortgesetzt werde, sagt Burger. “Stand heute können wir reisen.”

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