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Zeit| GRÜNE BEWEGUNG – Nie ganz weg aus dem Iran

In Deutschland leben hundert iranische Veteranen der Grünen Bewegung. Einer von ihnen ist Hesam Misaghi. Sein Heimatland will er nicht vergessen.

© Rico Grimm

Hesam MisaghiHesam Misaghi

Als es bei den iranischen Protesten vor vier Jahren darum ging, wo die Freiheit beginnt und wo sie endet, hatte Hesam Misaghi zweimal eine Grenze überschritten. Die erste war auf keiner Karte verzeichnet, das Mullah-Regime hatte sie gezogen. Die zweite entstand in einer Zeit, als das Land noch Persien hieß, und lag im Nordwesten nahe dem Irak und der Türkei.

Nachdem Misaghi die erste Grenze überquert hatte, packte ihn die Angst. Erst als er die zweite Grenze zur Türkei hinter sich ließ gelassen hatte, wich sie einem Gefühl der relativen Sicherheit – jetzt konnte das Regime seine Wohnung nicht mehr stürmen, denn er hatte keine mehr. Aber vor dem iranischen Auslandsgeheimdienst musste er sich weiter fürchten.

Misaghi war Teil der Grünen Bewegung, jener Massendemonstrationen, die vor vier Jahren bei den letzten Präsidentschaftswahlen das iranische Regime ins Wanken, aber nicht zu Fall brachten. Sein Heimatland hat er seit mehr als drei Jahren nicht mehr betreten können. Misaghi lebt heute in Berlin-Charlottenburg.

Er ist einer von knapp hundert Iranern, die ins politische Exil nach Deutschland gegangen sind. Ursprünglich wollte Deutschland nur 20 iranische Polit-Flüchtlinge aufnehmen. Es gab Proteste, 50 wurden zugelassen. Lutz Bucklitsch von der Flüchtlingshilfe Iran sagt, dass “aufgrund der guten Erfahrungen” mit diesen Iranern die Innenministerkonferenz die Aufnahme weiterer Flüchtlinge erleichtert habe. “Diese Flüchtlinge sind gut integriert, sie arbeiten, sind selbständig, es gibt keine Asylverfahren”, sagt er. Ihm ist wichtig, dass die Iraner in Deutschland ihre politische Arbeit fortsetzen können. Dass sie ihre Stimme behalten können – anders als 2009.

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Welt| Iran auf der Suche nach der grünen Hoffnung

Am Freitag wählen die Iraner einen Präsidenten – Erinnerungen an die Proteste der Reformbewegung von 2009 werden wach Von 

Negin Behkam ist bitter enttäuscht. Die Stimme der 28-jährigen Iranerin stockt. “Wir haben noch nicht einmal das Minimum unserer Erwartungen erfüllen können”, sagt sie dann. “Wir”, das ist die sogenannte Grüne Bewegung – Millionen Iraner, die vor der Präsidentenwahl im Juni 2009 all ihre Hoffnungen auf den Kandidaten Mir Hussein Mussawi gesetzt hatten. Reformen, Meinungsfreiheit, mehr Frauen- und Bürgerrechte in der Islamischen Republik, so lauteten ihre Forderungen.

Die Erinnerungen an die Tage vor der Wahl sprudeln aus Behkam nur so heraus: “In den Straßen waren Menschen, die Wahlslogans riefen. Überall grüne Bänder, viele trugen grüne Kleidung. Autos waren mit dem Bild von Mussawi geschmückt.” Grün, die Farbe des Propheten, sollte die Farbe des Wandels sein – auch für Behkam, die damals für eine regimekritische Zeitung arbeitete. “Meine Kollegen und ich waren voller Hoffnungen und Energie”, erinnert sie sich. Doch schon am Tag nach der Wahl schlug der Freudentaumel in Wut und Enttäuschung um, die Behkam auch heute noch spürt. Als der konservative Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad am 13. Juni 2009 zum Sieger erklärt wurde, gingen Hunderttausende Anhänger Mussawis aus Protest gegen das Wahlergebnis auf die Straßen. Das Regime schlug die Demonstrationen gewaltsam nieder, inhaftierte Hunderte, folterte und verurteilte Menschen, die öffentlich Kritik geübt hatten. “Fast jeden Morgen erfuhr ich von einem neuen Kollegen, der nachts festgenommen worden war”, erzählt Behkam. Noch bis Februar 2010 gingen die Menschen gegen die Wahlentscheidung auf die Straße – dann wurde es still um die Grüne Bewegung.

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THE TEXT OF MY OPENING SPEECH AT THE HOPE CONCERT FOR THE PEOPLE OF IRAN

Text of the opening speech at the Hope Concert for the People of Iran
(The entire text is also available in فارسی / Farsi)
My name is Roxana Saberi, and I composed much of this piece in prison in Iran. I didn’t have a piano there, but in solitary confinement, I practiced by tapping my fingers on the wall of my cell.

I’m not a professional musician like the many talented artists you will hear tonight, but I wanted to share this piece with you, and to dedicate it to the hundreds of prisoners of conscience in Iran who are being punished for peacefully exercising their basic human rights.

These prisoners include journalists and bloggers, human rights advocates, student activists, and attorneys.

They also include two women who were my cellmates, members of Iran’s minority Baha’i faith who are serving 20-year sentences for practicing their religion.

These prisoners cannot hear our concert tonight, but there’s a great possibility that they will hear about it because news about events like this can travel through cement walls and steel doors.

I’d like to ask you to please close your eyes for a moment. Imagine you are in a prison cell, alone, accused of a crime you didn’t commit. No one knows where you are and you’re denied access to an attorney. And no matter how much you might dream that the raindrops on the roof are the footsteps of your saviors coming to rescue you, there is no escape.

Now imagine that you learn people outside prison not only know where you are, but they are also calling for your release. They are signing petitions, spreading the word on Facebook, and praying for you.  Even little children are praying for you!

These people are focusing not only on your plight but also on the reasons behind your imprisonment:  They are highlighting issues greater than yourself:  freedoms we’re all entitled to.

And you realize: You are not alone!  You don’t have to stand up to injustice by yourself anymore!  You feel empowered.  You feel hope.

Please open your eyes.

I felt this way in 2009, when I was in Tehran’s Evin Prison, facing a fabricated charge of espionage. When I learned – through my interrogator and later, my parents — that friends and strangers around the world were calling for my release, I realized something crucial:  When we don’t have a voice, we need others to speak out for us, and when we do have a voice, we have the responsibility to be a voice for the voiceless.

While we each have just one voice, together, our voices can make a difference.

Tonight we want to use our voices to make a difference—through music. Music can unite people across cultures, countries, and continents …

This evening’s artists speak different languages, but we don’t need to understand each other’s words to grasp each other’s plights … and to show solidarity with Iranians striving for human rights, freedom, and dignity. These Iranians are not only prisoners of conscience but also many who are outside prison. They want to write openly in their newspapers, surf the Web freely, to rally peacefully in the streets, to exercise their basic rights without fear and with hope that they can play a role in creating a better future for their country.

The proceeds from tonight’s concert will be donated to two non-profit organizations:  the Children of Persia, which helps needy children in Iran, and the International Campaign for Human Rights in Iran.

We are broadcasting this concert live into Iran on the radio, TV, and the Internet.

The Iranian authorities will likely try to block people from watching and listening, but we have faith that many Iranians will still find ways to tune in.

And now I want to say a few words in Farsi for people in Iran:

:به عزیزانمان در ایران

در حالی که ممکن است مرزها و حکومتها ما را از هم جدا کند، همه ما در نهایت بخشی از بشریت هستیم و به عنوان  برادر و خواهر در کنار هم می‏ایستیم. هر چند فاصله‏ها ما را از هم دور می‏کنند، در غمها و شادیهایمان، در بیم و امید و از همه مهمتر در مهر و محبت با هم متحدیم. ما برای همبستگی با شما اینجا جمع شده‏ایم تا بگوییم که در تلاش مسالمت‏آمیزتان برای دستیابی به حقوق بشر، آزادی و کرامت انسانی تنها نیستید. هر یک از ما تنها یک صدا داریم، اما جمع صداهایمان می‏تواند تأثیری مثبتی بر جای بگذارد. این کنسرت به شما تقدیم می‏شود

 

 

HOPE for Iran – Konzert Berlin – 07. Juni2013

Berlin: Künstler vorm Vergessen bewahren – Akademie-Gespräch geht es um Künste und Menschenrechte im Iran

Der iranische Oppositionsführer Mir Hossein Mussawi (Bild: AP)Der iranische Oppositionsführer Mir Hossein Mussawi (Bild: AP)

Künstler vorm Vergessen bewahren (anhören)

Im Akademie-Gespräch geht es um Künste und Menschenrechte im Iran

Klaus Staeck im Gespräch mit Susanne Brinkmann

Der iranische Künstler Mir Hossein Mussawi ist Thema beim 49. Akademie-Gespräch in der Akademie der Künste in Berlin. Klaus Staeck spricht mit der iranischen Menschenrechtsaktivistin über die Situation der Künste im Iran.

Über die Umstände von Mir Hossein Mussawi und seiner Ehefrau wisse man derzeit wenig, sagt Klaus Staeck, Präsident der Akademie der Künste in Berlin. “Aber seine Situation ist mit Sicherheit keine gute.” Hausarrest sei ja auch immer eine milde Form von Gefängnis. Mussawi sei zur Galionsfigur der Grünen Bewegung im Iran geworden, eine direkte Anklage gegen ihn gebe es nicht. “Aber das ist ja das Problem, Menschen wie er werden weggesperrt.” Auch deshalb finde die Ausstellung mit seinen Arbeiten statt. Die Menschenrechtsaktivistin Shirin Ebadi, die extra aus London anreist, habe der Kooperationsrat der Grünen Bewegung in Paris vermittelt.

Von dort stammen auch die Blätter mit Arbeiten des Künstlers Mussawi . Woher die Blätter kommen, gehöre zu einem, der Geheimnisse, “die wir erfragen, aber nicht beantwortet bekommen”, sagt Staeck. Angeblich seien sie schon länger im Westen, aber wie und woher die Arbeiten stammen, das könne man nicht so genau sagen, “Wir freuen uns, dass wir sie haben”, sagt Staeck.

Mit Mussawi verbinde die Akademie der Künste, dass der früher auch mal Leiter der Kunstakademie in Teheran gewesen sei. Mit der Ausstellung wolle man Künstler vorm Vergessen bewahren, die wegen ihrer Arbeit und wegen ihres politischen Engagements mit Gefängnis bedroht werden.

 

Protestaktion gegen die undemokratischen Präsidentschaftswahlen im Iran!Berlin, 14.06.2013, um 14.00Uhr, iranische Botschaft

Aufruf zur Protestaktion gegen die undemokratischen  Präsidentschaftswahlen im Iran!
Freiheit für alle politischen und andersgläubigen Gefangenen!
Nein zur Islamischen Republik Iran!

Berlin, 14.06.2013, um 14.00Uhr, vor iranischer Botschaft

Im System der Islamischen Republik Iran sind freie Wahlen aufgrund der Geschlechter Apartheid, Ausschluss der Andersdenkenden und der reaktionären Verfassung völlig ausgeschlossenDie Kandidaten, die vom Wächter für die diesjährigen Präsidentschaftswahlen bestätigt wurden, gehören den hochrangigen Machthabern an, die an den systematischen Verbrechen in den letzten 35 Jahren beteiligt waren. Die Konstellation, der bestätigten Kandidaten und der Ausschluss einiger  Kandidaten, zeigt den internen Machtkampf auf und die Konflikte, die innerhalb der verschiedenen Flügel des Regimes vorhanden sind. Zum Beispiel Ali Akbar Hashemi Rafsanjani, ein Mitbegründer des Systems, Ex- Staatspräsidenten und der Vorsitzende des Schlichtungsrats, ist einer der mächtigsten Machthaber des Regimes. Diese Kandidaten sind für Tausende von Hinrichtungen, die brutalen Menschenrechtsverletzungen und den Staatsterrorismus verantwortlich gewesen. Lies den Rest dieses Beitrags

DW| Nimmermüder Regimekritiker: Abbas Maroufi

maroufi

20 Peitschenhiebe sollte der iranische Autor Abbas Maroufi bekommen. Das war vor 17 Jahren – seitdem lebt er in Deutschland und leistet literarischen Widerstand. Für die iranischen Machthaber ein Ärgernis.

“Hedayat. Haus der Kunst und Literatur” steht zweisprachig über dem Eingang der Buchhandlung. Der Laden in der Kantstraße in Berlin Charlottenburg ist das größte iranische Buchgeschäft in ganz Europa. Quer an Buchregalen und der Buchmanufaktur vorbei kommen Besucher schließlich zu einem kleinen Raum mit Regalen. Das ist der Arbeitsplatz des Autors Abbas Maroufi. Hier, wo er jeden Abend schreibt, erzählt er bei einem Glas Tee seine Geschichte, die mit einem Abschied beginnt und bis heute bestimmt wird vom nimmermüden Widerstand gegen die Machthaber im Iran. Lies den Rest dieses Beitrags

Bundestag: Gesundheitliche Versorgung von Folteropfern und traumatisierten Flüchtlingen in Deutschland | Kleine Anfrage

Antwort der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Maria Klein-Schmeink, Josef Philip
Winkler, Volker Beck (Köln), weiterer Abgeordneter und der Fraktion
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

– Drucksache 17/13327 –

Gesundheitliche Versorgung von Folteropfern und traumatisierten Flüchtlingen in Deutschland

Vo r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r

Dem Bericht der Bundesregierung über die medizinische Versorgung von Folteropfern und Traumatisierten zufolge ist davon auszugehen, dass bis zu
40 Prozent der Personen, die in die Europäische Union (EU) einreisen und Schutz suchen, traumatische Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, Verfolgung,
Folter oder Flucht erlebt haben. Neben der spezifischen Diagnose einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD) leiden diese Menschen oft an Erkrankungen wie depressiven Störungen, Angststörungen bis hin zur Suizidgefährdung. Zudem kann es zu Missbrauch oder Abhängigkeit von Alkohol
und anderen psychoaktiven Substanzen kommen.
Leistungen zur medizinischen Versorgung nach § 4 des Asylbewerberleistungsgesetzes (AsylbLG) werden in der Bundesrepublik Deutschland nur
bei akuter Krankheit bzw. akutem Behandlungsbedarf und bei schmerzhafter Krankheit erbracht. Zusätzliche Leistungen nach § 6 AsylbLG „können“ für sonstige unerlässliche Behandlungen zur Sicherung der Gesundheit gewährt werden. Leistungsberechtigt nach dem AsylbLG sind Asylbewerberinnen und Asylbewerber und Geduldete sowie deren Familienangehörige. Außerdem fallen auch Inhaberinnen und Inhaber humanitärer Aufenthaltserlaubnisse unter das AsylbLG. Aufgrund dieser Ermessenregelung haben traumatisierte Flüchtlinge einen erschwerten Zugang zur gesundheitlichen Versorgung, insbesondere im Bereich der psychischen Gesundheit. Die Einschätzung des Gesundheitszustandes nach
Ermessen wird von oft nicht ausreichend qualifiziertem Personal in der Ausländer- bzw. der Sozialbehörde durchgeführt. Zudem bestehen lange, regional unterschiedliche Wartezeiten bei den Therapieeinrichtungen für Folteropfer und traumatisierte Flüchtlinge.

Für anerkannte Flüchtlinge gilt das Regelangebot der gesetzlichen Krankenversicherung. Hier fehlen jedoch häufig die fachlichen Voraussetzungen zur
Behandlung Traumatisierter. Zudem bestehen Sprachbarrieren. Lies den Rest dieses Beitrags

Berlin| Künste und Menschenrechte im Iran: Mir Hossein Mousavi 49. Akademie-Gespräch/ Do, 06. Juni 2013

Do, 06. Juni 2013,

19:00 Uhr, Pariser Platz
Plenarsaal
 Mit Ardeshir Amir Arjomand, Shirin Ebadi, Naika Foroutan und Klaus Staeck
€ 5/3

Mir Hossein Mousavi, Demonstration in Teheran 2009

Der Künstler und Politiker Mir Hossein Mousavi und seine Frau, die Bildhauerin und Kunstprofessorin Zahra Rahnaward, stehen seit 2011 in Teheran unter Hausarrest. Jede Kommunikation mit der Außenwelt wird ihnen verwehrt, die freie Ausübung ihrer künstlerischen Arbeit ist für sie unmöglich. Der Oppositionsführer und Präsidentschaftskandidat hatte 2009 unmittelbar nach den Präsidentschaftswahlen in Teheran zu Massenprotesten gegen Wahlmanipulationen aufgerufen. Mit der Niederschlagung dieser Demonstrationen wurde die „Grüne Bewegung“ geboren.
Im Anschluss an die Ausstellungseröffnung sprechen Naika Foroutan und Klaus Staeck mit Ardeshir Amir Arjomand und Shirin Ebadi über die Situation des ehemaligen Präsidenten der iranischen Akademie der Künste und anderer verfolgter Künstler im Iran.
Die Ausstellung „Meditationen der Freiheit“ zeigt bis zum 23. Juni  28 Papierarbeiten von Mir Hossein Mousavi in der Akademie der Künste am Pariser Platz. Sie stammen aus dem letzten Jahrzehnt. Ein großer Teil seines Werks wurde beschlagnahmt. Mousavis abstrakte Arbeiten nehmen die Tradition der islamischen Mystik auf und verstehen sich als Meditationen zur individuellen und gesellschaftlichen Existenz.

Teilnehmer am Gespräch:
Ardeshir Amir Arjomand, Berater von Mir Hossein Mousavi
Shirin Ebadi, Juristin, erste Richterin im Iran, Friedensnobelpreisträgerin 2003, seit 2009 Exil in Großbritannien
Naika Foroutan, Sozialwissenschaftlerin, Humboldt-Universität zu Berlin
Klaus Staeck, Präsident der Akademie der Künste

Bis 23.6. werden ausgewählte Arbeiten von Mir Hossein Mousavi in der Akademie am Pariser Platz 4 gezeigt.

 

SPD thematisiert Verfolgung der Glaubensgemeinschaft der Baha’i im Iran

Die Sozialdemokraten setzten sich für eine Stärkung der Religionsfreiheit im Iran und der Rechte Glaubensgemeinschaft der Baha’i ein. Die „vehemente Verfolgung“ der Baha’i durch die iranische Regierung sei religiös und politisch begründet, heißt es in einem Antrag der SPD-Fraktion (17/13474) der am heutigen Donnerstag erstmals auf der Tagesordnung des Bundestagsplenums steht. Ihnen werde zum einen unterstellt, Spione Israels zu sein, zum anderen werde ihnen Apostasie, der Abfall vom Islam, vorgeworfen.

Die Bundesregierung wird unter anderem aufgefordert, Menschenrechtsverletzungen im Iran bilateral und auf internationaler Ebene zu thematisieren und sich „konsequent für die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses“ einzusetzen. Die iranische Regierung sei aufzufordern, Repressionen und Diskriminierungen gegenüber den Baha’i einzustellen, alle politischen und aus Gewissensgründen Inhaftierten freizulassen und den Menschenrechtsdialog mit der EU wieder aufzunehmen. Mitglieder der iranischen Baha’i-Gemeinde sollen zudem als Gruppenverfolgte in Deutschland aufgenommen werden.

 

Berlin: KOSTENLOSE HARTZ IV RECHTSBERATUNG DURCH ANWÄLTE

Auch acht Jahre nach Einführung der Hartz-IVRegelungen sind die Bescheide der Job-Center für viele Betroffene unverständlich, kaum nachvollziehbar und oftmals auch schlichtweg falsch. Fast 30.000 Klagen wurden im vergangenen Jahr am größten deutschen Sozialgericht in Berlin eingereicht. Das sind mehr als 80 Einwände pro Tag. Mehr als 50 Prozent der Kläger erzielen mindestens einen Teilerfolg.

Die Unsicherheit ist in den letzten Wochen weiter gestiegen, nachdem das Landessozialgericht die Heizkostenzuschüsse für Hartz-IVEmpfänger als zu hoch einstufte und die Sätze kippte. Der Berliner Anwaltsvereins (BAV) führt daher zum mittlerweile 11. Mal eine kostenlose Rechtsberatung zu Hartz IV durch. Zehn – an diesem Tag ehrenamtlich tätige – Rechtsanwälte stehen im Haus des Deutschen Anwaltvereins, Littenstraße 11 in Berlin-Mitte, mit ihrem Rechtsrat zur Verfügung. Die Betroffenen können ihre Unterlagen mitbringen, individuellen Probleme schildern und erhalten eine unabhängige Beratung durch Rechtsanwälte. Ulrich Schellenberg, Vorsitzender des BAV: „Der Anwalt ist der einzige unabhängige und neutrale Berater, der außerdem zur Verschwiegenheit verpflichtet ist.” Der Berliner Anwaltsverein (BAV) ist mit 4.100 Mitgliedern der zweitgrößte örtliche Verein im Deutschen Anwaltverein.

Die Hartz IV Rechtsberatung durch Fachanwälte für Sozialrecht findet am 14. Mai 2013 zwischen 10 und 14.00 Uhr im Haus des Deutschen Anwaltsvereins statt. Die Räumlichkeiten finden Sie in der Littenstraße 11, 10179 Berlin-Mitte.

Quelle: PM

 

BILD: Senator Czaja prüft Revision gegen Hartz-IV-Urteil

Senator Czaja prüft Revision gegen das Hartz-IV-Urteil

Sozialsenator Mario Czaja (CDU) hatte die Miet-Richtwerte 2012 festgesetzt

Foto: dapd

Berlin – Tiefschlag für bis zu 300 000 Berliner und Sozialsenator Mario Czaja (37, CDU): Das Landessozialgericht hat die Mietsätze für Hartz-IV-Empfänger gekippt!

Fotografin Petra Spielmann (46) war mit ihrem Sohn (5) vor Gericht gezogen: Für ihre 3-Zimmer-Wohnung in Prenzlauer Berg zahlt das Jobcenter nur 490 statt 580 Euro Miete.

Die Klage ging voll nach hinten los! Das Gericht hält die Wohnkosten-Verordnung (siehe Kasten) grundsätzlich nicht mehr für tragbar.

➜ HÄRTEFÄLLE: Bei Alleinerziehenden, Schwangeren, Kurzzeit-Arbeitslosen, über 60-Jährigen, Langzeitmietern sind derzeit um 10 Prozent höhere Mieten angemessen. Der Richter: „Viel zu viele Ausnahmeregelungen. Härtefälle müssen im Einzelfall geprüft werden.“

➜ HEIZKOSTEN: Die Kosten werden derzeit pauschal festgesetzt und überwiesen. Vorteil: Wer sparsam heizt, kann sich eine höhere Quadratmeter-Miete leisten

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Berlin muss Hartz-IV-Mietsätze neu regeln

von 

Hartz-IV-Klagen im Sozialgericht. Vor allem um die Übernahme der Mietkosten wird besonders oft gestritten. Foto: Thilo Rückeis
Hartz-IV-Klagen im Sozialgericht. Vor allem um die Übernahme der Mietkosten wird besonders oft gestritten. - FOTO: THILO RÜCKEIS

Bereits zum zweiten Mal hat das Landessozialgericht die Regelung zu den Mietsätzen für Hartz-IV-Empfänger gekippt. Unter anderem seien die Grenzwerte für Heizkosten zu hoch angesetzt.

Das Landessozialgericht hat die Regelung zu Mietsätzen für Hartz-IV-Empfänger für unwirksam erklärt. Geklagt hatte eine 46-jährige alleinerziehende Mutter aus Prenzlauer Berg. Das Land Berlin muss nun eine neue Regelung finden, eine Revision gegen das Urteil ist jedoch möglich. Das Gericht bemängelte vor allem, dass die Grenzwerte für Heizkosten zu hoch angesetzt seien.

Streitigkeiten um die Übernahme der Mietkosten durch die Jobcenter gehören zu den häufigsten Klagegründen beim Sozialgericht.

Erst im Februar hatte eine Kammer des Sozialgerichts entschieden, dass die Berliner Richtwerte für Hartz-IV-Mieten zu niedrig angesetzt sind und die seit Mai 2012 geltende Verordnung des Senats nicht rechtmäßig ist. Geklagt hatte ein Hartz-IV-Empfänger aus Friedrichshain-Kreuzberg. Der Richter entschied damals, dass die zugrundeliegende Berechnung anhand des Mietspiegels nicht aussagekräftig sei. Außerdem seien die steigenden Mietpreise in der Stadt nicht berücksichtigt worden.

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Werden Sie Deutscher – ein Dokumentarfilm von Britt Beyer

Filmplakat des Kinofilms "Werden Sie Deutscher"Quelle: Marcus Lenz

Ein halbes Jahr lang begleitet der Film die Teilnehmer eines Integrationskurses an einer Berliner Volkshochschule, zeigt ihre persönlichen Motivationen und Mühen, und das Bild, das Deutschland in den Lehrmaterialien von sich selbst entwirft. Während auf der Leinwand Menschen aus aller Welt lernen was es heißt, deutsch zu sein, lernt der Zuschauer was es bedeutet, ein Immigrant in Deutschland zu sein. Und wird mit seinem Selbstbild als Deutscher konfrontiert. Das ist häufig komisch, manchmal absurd und erlaubt zum Teil auch Einblicke in tragische Situationen – ein Film, der Verständnis schafft und verbindet.

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Impulsive Musik, ruhiger Musiker – Mohammad Reza Mortazavi

Das klassische persische Instrument Daf (Bild: spa/picutrealliance/Caroline Seidel)Das klassische persische Instrument Daf (Bild: spa/picutrealliance/Caroline Seidel)

Impulsive Musik, ruhiger Musiker

Der iranische Percussion-Künstler Mohammad Reza Mortazavi

Von Anna Marie Goretzki

Seine Hände pochen, trommeln, krabbeln, fliegen, streichen, schnipsen. Mohammad Reza Mortazavi ist einer der bekanntesten Musiker auf den klassischen persischen Instrumenten Tombak und Daf, deren Spielweise er revolutioniert hat.

Mortazavi: “Musik ist meine erste Sprache.”

Eine lichtdurchflutete Wohnung am Waldrand von Buckow in der Märkischen Schweiz. Ein Raum mit der Wirkung eines Saales ist gleichzeitig Küche, Wohnzimmer und Probenraum. Auf dem Herd brodelt persischer Schwarztee mit Safran. Seit wenigen Monaten erst lebt Mohammad Reza Mortazavi hier mit seiner Lebensgefährtin, der Künstlerin Monika Przewoznik.

Mortazavi: “Ich bin viel unterwegs auf meiner Tour. Wenn ich zurück komme, nach Hause, möchte ich an einem Ort leben, wo viel Klarheit und Ruhe da ist. Ich versuche, dass ich treu bei der Musik bleibe und keine anderen Sachen mich beeinflussen.”

In Buckow scheint genau das möglich zu sein: aus der offenen Wohnküche fällt der Blick auf eine Trauerweide, einen kleinen Bach und einen Komposthaufen. Wenn es dämmert, kommt ein Reh vorbei und bedient sich dort an den Essensresten, erzählt Mortazavi, während die ersten Frühlingsgeräusche zur offenen Balkontür herein dringen. An der Wand lehnt eine Daf, daneben stehen mehrere Tombaks. Er greift sich eine der persischen Handtrommeln: Lies den Rest dieses Beitrags

Berlin: PREMIERE – Soloperformance Ein eigenes Zimmer mit Salome Dastmalchi, Brotfabrik/Berlin am Dienstag, dem 9.4. um 20 Uhr

Ausgehend nur von Raum und Zuschauer richtet Salome Dastmalchi sich in Worten ein, die mehrere Ausgänge skizzieren: Die Erfindung des Paradieses im Zuge der Eroberung Babylons, Gedanken einer Rechtsanwältin in einer Einzelzelle des Teheraner Gefängnisses, Briefe vom Ende der Welt, die Liebesgeschichte von der armenischen Prinzessin Schirin, dem persischen König Chosrau und dem Architektem Farhad. Dem erfolgreichen Hörspiel Die Republik der Verrückten (RBB, WDR, Deutschlandradio Kultur, CD bei buchfunk erschienen) folgt nun mit Ein eigenes Zimmer eine performative Interaktion im Raum.

Inhalt:“Schirin war schön, sie vertrug keine Laktose, sie war Prinzessin von Armenien, sie konnte gut schwimmen. Ich erzähl dir ihre Geschichte, aber du mußt die Augen zu machen. Vierundzwanzig Stunden lang. Stell dir vor, ich sitze in einer Zelle von 2 mal 3 Metern, die Wände sind grau, es gibt kein Fenster außer einem kleinen Schlitz recht weit oben über der Tür und auch keine Lüftungsanlage. Und das bei der Teheraner Sommerhitze, die einen schon ausmergelt, wenn man im abgedunkelten Wohnzimmer nackt vor einem Ventilator liegt, wie du es jetzt vielleicht tust, allein oder mit Freunden.

“Eine inflated tear Produktion von: 
Salome Dastmalchi (Spiel), Oliver Kontny (Text und Regie), Susanne Hiller (Raum und Kostümbild) und Johanna Ackva (Dramaturgie)

Weitere Aufführungstermine in der Brotfabrik (Caligariplatz 1) sind am 11., 12. und 13. April 2013 jeweils um
20 Uhr: Am 11. und 13. April findet anschließend ein Publikumsgespräch statt.
Außerdem wird Ein eigenes Zimmer am 23. und 24. April in der Frühperle (Boddinstraße 57 a, Neukölln) zu sehen sein: Am 23. April um 20 Uhr mit anschließender Releaseparty anlässlich der CD-Erscheinung von Republik der Verrückten (http://www.buchfunk.de/hörbücher/zeitgenössisches/iranian-voices/) statt.

Kartenbestellungen für die Brotfabrik können über die E-Mail-Adresse karten@brotfabrik-berlin.de oder telefonisch ab 18 Uhr unter der Nummer 030/4714001 gemacht werden.
Vorbestellungen für die Aufführungen in der Frühperle bitte per E-Mail an ein-eigenes-zimmer@web.de
Wir empfehlen, Karten zu bestellen, da es nur begrenzt Plätze im Raum gibt. Lies den Rest dieses Beitrags

Abgeordnetenhaus: Abschiebungen im Winter | Kleine Anfrage

Nicht behandelte Mündliche Anfrage Nr. 18
des Abgeordneten Fabio Reinhardt (PIRATEN)
aus der 27. Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 21. Februar 2013 und Antwort

Abschiebungen im Winter?

Im Namen des Senats von Berlin beantworte ich Ihre nicht erledigte Mündliche Anfrage gemäß § 51 Abs. 5 der Geschäftsordnung des Abgeordnetenhauses wie folgt:

1. Wie viele Menschen wurden seit Weihnachten 2012 in welche Länder abgeschoben?

Zu 1.: Eine Rückführung von vollziehbar ausreisepflichtigen Personen über die Weihnachtszeit – vom 24.12.2012 bis zum 31.12.2012 – wurde vom Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten – Abteilung IV Ausländerbehörde – nicht durchgeführt.
In der Zeit vom 02.01.2013 bis zum 31.01.2013 wurden insgesamt 41 Rückführungen von vollziehbar ausreisepflichtigen Personen durch das Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten – Abteilung IV Ausländerbehörde – durchgeführt. Bei 12 von 41 vollziehbar ausreisepflichtigen Personen erfolgte die Rückführung in Drittstaaten.

Iran: 1

2. Wie viele davon waren besonders schutzbedürftige Personen gemäß Artikel 17 EU-Aufnahmerichtlinie, das heißt Minderjährige, unbegleitet Minderjährig, Behinderte, ältere Menschen, Schwangere, Alleinerziehende mit minderjährigen Kindern und Personen, die Folter, Vergewaltigung oder sonstige schwere Formen psychischer, physischer oder sexueller Gewalt erlitten haben?

Zu 2.: In der Abschiebungsstatistik des Landesamtes für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten – Abteilung IV Ausländerbehörde – werden lediglich die Zielstaaten der Abschiebung, nicht aber die Unterscheidung der in Artikel 17 EU- Aufnahmerichtlinie vorgesehenen Kriterien erfasst.
Berlin, den 10. März 2013
Frank Henkel
Senator für Inneres und Sport
(Eingang beim Abgeordnetenhaus am 15. Mrz. 2013)

 

KAS:„Das Wichtigste sind freie Wahlen im Iran und die Freilassung von Moussawi und Karroubi!“

Oliver Ernst

Herausgeber: Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.

Gespräch mit Ardeshir Amir Arjomand, dem Berater des unter Hausarrest stehenden ehemaligen iranischen Ministerpräsidenten und Präsidentschaftskandidaten 2009, Mir Hossein Moussawi, zu den iranischen Präsidentschaftswahlen 2013.

 

Ardechir Amir Arjomand fordert auch von der deutschen Politik einen Einsatz für freie Wahlen im Iran. Foto: Dr. Oliver Ernst
Ardechir Amir Arjomand fordert auch von der deutschen Politik einen Einsatz für freie Wahlen im Iran. Foto: Dr. Oliver Ernst

Ardeshir Amir Arjomand war bei den letzten Präsidentschaftswahlen im Iran Berater des einstigen iranischen Ministerpräsidenten und Präsidentschaftskandidaten Mir Hossein Moussawi. Moussawi steht gemeinsam mit seiner Frau Zahra Rahnaward– wie auch der zweite renommierte Reformkandidat der letzten beiden Präsidentschaftswahlen von 2005 und 2009, Mehdi Karroubi, seit über zwei Jahren unter Hausarrest. Bei den Wahlen 2009 hatte Moussawi die sogenannte „grüne Bewegung“ angeführt, die sich aus verschiedenen gesellschaftlichen und politischen Kräften zusammensetzt und für politische Reformen im Iran eintritt. 

Im Interview beschreibt Ardeshir, der heute im europäischen Exil lebt, Moussawi als eine politisch starke und kämpferische Natur. Anders als Chatami, der 2009 zugunsten von Moussawi auf eine eigene erneute Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen verzichtet hatte, stelle sich Moussawi dem Druck der politischen Führung auf die Reformbewegung entgegen. Chatami habe dies zuwenig getan, obwohl er in der Zeit seiner doppelten Präsidentschaft (1997-2005) über 20 Millionen Wähler hinter sich gehabt habe.

Scharf kritisiert Arjomand den religiösen Führer Chamenei. Dieser lege die Verfassung der Islamischen Republik Iran sehr restriktiv aus. Tatsächlich sei es aber auch unter der heutigen Verfassung möglich, alle Gruppen, auch die säkularen Kräfte, gleichberechtigt an freien Wahlen zu beteiligen. Respekt für politisch Andersdenkende sei daher das wichtigste Ziel der grünen Bewegung im Iran.

Er wirft Chamenei vor, die Opposition zu bedrohen, um diese an der Teilnahme der Präsidentschaftswahlen zu hindern. Auch auf Ex-Präsident Chatami werde dieser Druck ausgeübt, daher zögere Chatami noch, sich zur Wahl zu stellen.

Von der internationalen Gemeinschaft fordert Arjomand, auf die Herrschenden im Iran Druck auszuüben, damit freie Wahlen ermöglicht und die unter Hausarrest stehenden Politiker freigelassen werden. Sollten die Wahlen am 14. Juni 2013 nicht frei stattfinden, dann sollte die internationale Gemeinschaft die iranische Regierung nicht als legitim anerkennen.

Im Folgenden das Interview in Auszügen.

Lieber Herr Arjomand, im Iran hat vor drei Tagen ein neues Jahr begonnen. Hierzu möchten wir Ihnen alles Gute wünschen!

Wie beurteilen Sie die Entwicklung im Iran im vergangenen Jahr?

Arjomand: Das Jahr 1391 war für Iran ein schwieriges Jahr. Die Probleme mit dem Ausland konnten nicht gelöst werden. Die politische und sozio-ökonomische Lage hat sich sogar weiter verschlechtert.

Welche Erwartungen haben Sie für das neue Jahr im Iran?

Ich habe zwar die Hoffnung, dass es im Iran und in unseren Außenbeziehungen zur Entspannung kommt, aber hierfür gibt es derzeit leider keine großen Anzeichen.

Am 14. Juni sind Präsidentschaftswahlen im Iran. Die ehemaligen Kandidaten Karroubi und Moussawi stehen immer noch unter Hausarrest. Wer könnte unter diesen Umständen das Reformerlager vertreten?

Personen sind nicht das Wichtigste, sondern die politischen Forderungen. Solange der religiöse Führer Chamenei seine Politik nicht ändert, solange er freie Wahlen verhindert, machen Wahlen keinen Sinn!

Ist die grüne Bewegung in der Lage, bei den nächsten Wahlen gegen mögliche erneute Wahlmanipulationen zu protestieren, wie im Jahre 2009?

Es müsste eine Wahlaufsicht geben. Die Reformkräfte haben dafür protestiert, dass sie sich an den Wahlen beteiligen können. Die grüne Bewegung vereint die unterschiedlichen Strömungen der Opposition im Iran, ohne Unterscheidung von säkularen oder religiösen Gruppen.

Welche Themen werden den Wahlkampf bestimmten?

Dass wichtigste Thema ist die freie Wahl und das sich das Volk autonom entscheiden kann.

Wird es einen Wahlboykott der Reformkräfte geben?

Das Volk hat ein Recht auf Wahlen. Wenn die Regierung keine freien Wahlen zulässt, dann hat das Volk das Recht „nein“ zu den Wahlen zu sagen. An manipulierten Wahlen muss man nicht teilnehmen, auch wenn Chamenei von der Pflicht zur Wahl zu gehen gesprochen hat. In ihrer Neujahrsbotschaft hat die grüne Bewegung freie Wahlen gefordert.

Befürchten Sie Unruhen vor oder nach den Wahlen?

Was wir befürchten sind Manipulationen der Wahl. Welcher Präsident gewählt wird, das wird von Chamenei entschieden. Und das wollen wir ändern.

Wie wirken sich die internationalen Sanktionen auf die politische Stimmung im Land aus?

Die Sanktionen treffen vor allem die Menschen mit geringen Einkommen negativ, daher sind sie gegen die Sanktionen.

Welche Lösung wünschen Sie sich für Syrien?

Wir wünschen uns den Abgang von Assad und für das syrische Volk wünschen wir freie Wahlen ohne ausländische Einflussnahme. Die iranische Regierung stützt Assad auf jede erdenkliche Art, das iranische Volk unterstützt ihn nicht. Ich hoffe, dass die Syrer ihre Probleme ohne Gewalt lösen können.

Wird es im Iran auf absehbare Zeit tiefgreifende politische Änderungen wie in Ägypten, Tunesien oder Libyen geben?

Eine Situation wie in Libyen wird es im Iran nicht geben. Wir sind gegen jede ausländische Intervention. In Ägypten ist die Situation wie im Iran 1979. Wir haben diese Phase schon hinter uns. Während in Ägypten und Tunesien die islamistischen Kräfte an die Macht gekommen sind, sinkt ihr Einfluss in der iranischen Gesellschaft. Insbesondere die paramilitärischen Kräfte, die gewaltsam vorgehen, haben die Legitimation und die Unterstützung des Volkes verloren. Wir wollen friedliche Reformen und nicht eine Situation wie in Syrien. Die Probleme des Iran kann man nicht mit Gewalt lösen. Die Freilassung von Moussawi und Karroubi wäre ein erstes Zeichen für ein Einlenken von Chamenei.

Welche Rolle können die Iraner im Ausland spielen?

Ich repräsentiere eine Bewegung, die sich auf dem Gebiet des Iran befindet. Wir können die Öffentlichkeit in anderen Ländern über die Lage im Iran informieren. Nicht nur über die nukleare Frage, sondern auch über die inneren Probleme, die für die Iraner wichtig sind. Die iranische Regierung sieht, dass die Iraner im Ausland beispielsweise mit den europäischen Abgeordneten sprechen und diese beeinflussen können. Daher ist es wichtig, dass die Freunde in Deutschland und Europa ihnen die Möglichkeit geben mit vielen politischen Kräften zu sprechen. Die seit über 30 Jahren im Ausland lebenden Iraner haben im Iran nichts bewegt, können nichts bewegen und wissen dies sehr genau. Die grüne Bewegung versteht sich aber nicht als Bewegung im Ausland, sondern im Inland. Ohne die grüne Bewegung gibt es keinen Wandel. Eine Alternative zur derzeitigen Politik gibt es nur im Innern des Iran.

Was könnte die internationale Gemeinschaft tun, um die Reformen im Iran zu unterstützen?

Die internationale Gemeinschaft kann Druck auf die iranische Regierung ausüben, dass diese freie Wahlen zulässt. Sie sollte die iranische Regierung auch dazu drängen, Moussawi und Karroubi freizulassen. Wenn es nicht zu freien Wahlen kommt, dann sollte die Legitimität der iranischen Regierung durch die internationale Gemeinschaft nicht anerkannt werden. Im Moment sind Veränderungen nur durch Druck auf Chamenei möglich, nicht durch Gespräche.

Ich glaube aber, dass sich die Situation im Iran zum Positiven verändern wird.

Sehr geehrter Herr Arjomand, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Die Fragen stellt Dr. Oliver Ernst

Quelle: Konrad-Adenauer-Stiftung

 

Bundestag: Zahlen in der Bundesrepublik Deutschland lebender Flüchtlinge zum Stand 31. Dezember 2012 | Kleine Anfrage

Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke, Jan Korte, Sevim Dag˘delen,
weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
– Drucksache 17/12105 –

Zahlen in der Bundesrepublik Deutschland lebender Flüchtlinge zum Stand 31. Dezember 2012

Vo r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r

Aktuelle Asylstatistiken beinhalten zumeist nur Zugangs-, Antrags- und Anerkennungsdaten.
Zahlen zu aktuell in Deutschland lebenden anerkannten, abgelehnten
oder (noch) nicht anerkannten Flüchtlingen und genauere Angaben
zu ihrem aufenthaltsrechtlichen Status sind hingegen nur schwer verfügbar,
weshalb die Fraktion DIE LINKE. sie seit dem Jahr 2008 regelmäßig erfragt.
Daraus ergibt sich, dass die Zahl der in der Bundesrepublik Deutschland lebenden
Flüchtlinge in den letzten 15 Jahren drastisch gesunken ist. Die Zahl der
anerkannten Flüchtlinge (Asylberechtigte und Personen mit Flüchtlingsschutz)
halbierte sich fast von über 200 000 im Jahr 1997 auf nur noch gut 113 000
zum Stand 31. Dezember 2011 (vgl. Bundestagsdrucksachen 16/8321 und
17/8547), vor allem infolge massenhafter Asyl-Widerrufe (über 70 000 im letzten
Jahrzehnt), aber auch durch Einbürgerungen und Ausreisen. Die Zahl der
(noch) nicht anerkannten nur geduldeten und asylsuchenden Flüchtlinge sank
wegen der erheblich zurückgegangenen Zugangszahlen noch stärker – um fast
80 Prozent – von knapp 650 000 (Ende des Jahres 1997) auf nur noch gut
134 000 Personen (Ende des Jahres 2011).
Zum Stand 31. Dezember 2011 lebten weiterhin gut 27 000 Menschen mit
einem so genannten subsidiären Schutzstatus in Deutschland (Aufenthaltserlaubnis
nach § 25 Absatz 3 des Aufenthaltsgesetzes – AufenthG) und etwa
5 700 Personen aufgrund einer individuellen Härtefallentscheidung nach § 23a
AufenthG. Lies den Rest dieses Beitrags

SG Berlin erklärt WAV Berlin für unwirksam – Urteil vom 22.02.2013- Az.: S 37 AS 30006/12

Das SG Berlin hat mit Urteil vom 22.02.2013 die WAV Berlin – also die Verordnung zur Bestimmung der Höhe der angemessenen Aufwendungen für Unterkunft und Heizung nach dem Zweiten und Zwölften Buch Sozialgesetzbuch – im Rahmen einer inzidenten Normenkontrolle für unwirksam erklärt.

Damit ist die Berechnung der Unterkunftskosten für Hartz IV-Empfänger und Grundsicherungsempfänger wohl hinfällig.

Die insofern zuerst relevanten Teile des Urteils (es handelte sich um ein Verfahren mit Klagehäufung)

sind hier abrufbar (Seite 6 ff.)

Urteil des SG Berlin vom 22.02.2013 S 37 AS 30006/12

Update: Der Volltext des Urteils S 37 AS 30006/12 ist hier abrufbar.

Damit hat das Gericht im Rahmen einer indirekten Rechtskontrolle die WAV Berlin für nicht anwendbar erklärt.

Das JobCenter kann dieses Urteil noch Berufung einlegen.

Hierneben ist noch der Normenkontrollantrag vor den Bundessozialgericht anhängig. Lies den Rest dieses Beitrags

Bundestag: Attentatspläne gegen kurdische Exilpolitikerinnen- und -politiker| Kleine Anfrage

Kleine Anfrage


der Abgeordneten Ulla Jelpke, Heidrun Dittrich, Annette Groth, Andrej Hunko,
Ingrid Remmers, Harald Weinberg und der Fraktion DIE LINKE.

Attentatspläne gegen kurdische Exilpolitikerinnen- und -politiker
Am Abend des 9. Januar 2013 wurden drei kurdische Exilpolitikerinnen in den
Räumen des Pariser Kurdistan-Informationsbüros mit Kopfschüssen regelrecht
exekutiert. Bei den Getöteten handelt es sich um die Mitbegründerin der
Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Sakine Cansiz, die Frankreich-Vertreterin des
Kurdistan Nationalkongresses Fidan Dogan und die Jugendaktivistin Leyla
Saylemez, die ein Praktikum im Kurdistan-Informationsbüro absolvierte. Während
Ermittlungsbehörden am 21. Januar einen ersten Tatverdächtigen präsentierten,
bleiben der politische Hintergrund des Attentats und mögliche Hintermänner
bislang Spekulation. Sowohl auf Seiten der türkischen Regierung als
auch kurdischer Verbände wird allerdings davon ausgegangen, dass der Anschlag
im Zusammenhang mit den seit Dezember 2012 mit dem inhaftierten
PKK-Vorsitzenden Abdullah Öcalan aufgenommenen Friedensverhandlungen
durch den türkischen Geheimdienst steht. Lies den Rest dieses Beitrags

Bundestag: Öffentliche Anhörung des Auswärtigen Ausschusses – “Die Entwicklung des Politischen Islam in der MENA-Region”

Die 81. Sitzung des Auswärtigen Ausschusses findet statt als öffentliche Anhörung am:
Mittwoch, dem 20.03.2013, 09:00 Uhr, 10557 Berlin,
Adele-Schreiber-Krieger-Straße
Sitzungssaal: 3.101
Sitzungsort: Marie-Elisabeth-Lüders-Haus
Allgemeine Informationen zum Besuch öffentlicher Anhörungen
Bitte teilen Sie uns zur Anmeldung bis zum 18. März 2013 (Anmeldeschluss) per E-Mail
(auswaertiger-ausschuss@bundestag.de) oder Fax (030-227 36131) folgende Angaben mit:

  • Datum und Thema der Anhörung
  • Name, Vorname
  • Geburtsdatum

Wir bitten um Verständnis dafür, dass die Anmeldung aus Kapazitätsgründen nicht immer den
Zugang garantieren kann. Ein frühzeitiges Erscheinen ist daher empfehlenswert. Wegen des teilweise
großen öffentlichen Interesses können wir Ihre Anmeldung leider grundsätzlich nicht
bestätigen. Ein Rede- und Fragerecht besteht nicht.

Bitte überprüfen Sie kurz vor dem Termin der Anhörung die Raumangaben auf der Internetseite
des Auswärtigen Ausschusses, da sich diese kurzfristig ändern können, und bringen Sie zur
Einlasskontrolle einen gültigen Personalausweis oder Reisepass mit.

 

Thema der öffentlichen Anhörung:


Die Entwicklung des Politischen Islam in der MENA-Region

Geladene Sachverständige:

 

  • Thomas Birringer - Konrad-Adenauer-Stiftung, Leiter Team Afrika und Naher Osten
  • Dr. Michael Bröning - Friedrich-Ebert-Stiftung, Internationale Entwicklungszusammenarbeit, Referat Naher und Mittlerer Osten/Nordafrika
  • Prof. Dr. Mathieu Guidère - Universität Toulouse/Frankreich, Fachbereich Islamische Studien
  • Prof. Gudrun Krämer - Freie Universität Berlin, Lehrstuhl für Islamwissenschaften
  • N.N.

Ruprecht Polenz, Mdb

Vorsitzender

Lies den Rest dieses Beitrags

3Sat heute ab 17:15: Menschenrecht Asyl

Menschenrecht Asyl

Abschieben? Aufnehmen?

Asylrecht ist eine wichtige humanitäre Errungenschaft und keine ärgerliche Last. Immer wieder zeigen Krisen auf der ganzen Welt: Jeder kann irgendwann von der Solidarität anderer abhängig sein, um zu überleben

2012 sind mehr als 500 Flüchtlinge aus neun deutschen Städten in einem Demonstrationsmarsch nach Berlin gezogen. Ihr Anliegen: Protestieren gegen die deutsche Asylpolitik, die unmenschliche Bedingungen für die Asylbewerber schaffe. Sie fordern ein Leben in Würde, mit Arbeit und der Chance, sich in dem Land, in das sie geflüchtet sind, zu integrieren.

 

Nicht zuletzt wurde die Idee des Rechts auf Asyl vor allem durch europäische Krisen gestärkt: durch die massenhafte Flucht vor dem Terror der Nazis und aus kommunistischen Regimen. Vor allem aber rückt das “3sat thema” die Schicksale Asyl suchender Menschen ins Zentrum, und zeigt, wie Asylverfahren funktionieren und wie Asylantenheime von innen aussehen.

Das 3sat thema beleuchtet in Dokumentationen und Filmen sowohl die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen als auch individuelle Schicksale von Asylanten in verschiedenen Ländern.

 

Der Abend in der Übersicht

 

17.15 Uhr
Exil in der Karibik 
Ein Diktator rettet deutsche Juden
Dokumentation

© dpa

Ausländerrechtliche Gesetzgebungsverfahren 2013


1. Entwurf Gesetz zur Verbesserung der Rechte von international Schutzberechtigten und ausländischen Arbeitnehmern
2. Entwurf Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie 2011/95/EU – Flüchtlingsschutz
3. Entwurf Gesetz zur Änderung des Aufenthaltsgesetzes – stichtagsunabhängiges Bleiberecht § 25b AufenthG neu
4. Entwurf Beschäftigungsverordnung neu
5. Entwurf verfassungskonforme Neuregelung Familienleistungen
6. Entwurf verfassungskonforme Neuregelung Asylbewerberleistungsgesetz
7. Änderung FreizügG/EU
8. Entwurf Gesetz zur Anpassung von Rechtsvorschriften infolge des Beitritts Kroatiens zur EU
9. Entwurf Gesetz zum Schutz der Opfer von Menschenhandel

1. Entwurf Gesetz zur Verbesserung der Rechte von international Schutzberechtigten und ausländischen Arbeitnehmern
Umsetzung der
1.  Richtlinie 2011/51/EU v. 11.5.2011 zur Anwendung der Daueraufhältigen-Richtlinie 2003/109/EG auch auf Flüchtlinge, und der
2.  Richtlinie 2011/98/EU v. 13.12.2011 über Aufenthalt und soziale Rechte für Arbeitnehmer aus Drittstaaten

Die Daueraufhältigen-RL regelt Rechtsstellung und Freizügigkeit langfristig aufenthaltsberechtigter Drittstaatsangehöriger innerhalb der EU-Staaten.
Den nach fünf Jahren möglichen Status Daueraufenthalt-EU (§§ 9a – c AufenthG, vgl. auch § 38a AufenthG) können künftig auch Flüchtlinge beanspruchen.

Die Arbeitnehmer-RL regelt Aufenthaltsrecht und Gleichbehandlung von Nicht-EU-Arbeitnehmern. U.a. sollen sie anders als bisher Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenrentenansprüche in gleicher Höhe und unter den gleichen Bedingungen wie Deutsche in ihre Heimat bzw. einen Drittstaat mitnehmen können.

Außerdem
 uA geplant:
* Neuregelung Lebensunterhaltssicherung § 2 Abs. 3 AufenthG
* für alle Ausländer mit familiärer Aufenthaltserlaubnis unbeschränkter Zugang zu Erwerbstätigkeit jeder Art (§ 27 Abs. 5 AufenthG neu)
* ohne schriftliche Deutschkenntnisse B1 nur noch befristete Aufenthaltsverlängerung für Ehepartner Deutscher (§ 28 AufenthG)

Entwurf BMI, Stand 9.1.2013
Entwurf Bundesregierung, BR-Drs 97/13 v. 8.2.2013, neu zB § 32 AufenthG

Stellungnahmen
PRO ASYL 18.1.2013
Verband Binationaler 19.1.2013
UNHCR Januar 2013
DRK Januar 2013
Caritas 21.1.2013
dpw 22.1.2013
Diakonie 29.1.2013

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Arseh Sevom: Iran: Wrestling with the BBC, the South Pole, and the IOC

Post image for Iran: Wrestling with the BBC, the South Pole, and the IOC

Arseh Sevom — From the “not again” department, we hear news that the Intelligence Ministry won’t let up on the BBC and continues to arrest, hold, and harass journalists and filmmakers. Meanwhile, Jafar Panahi receives international acclaim despite being under house arrest and banned from filmmaking. The South Pole could become a vacation spot for Nowruz revelers if Iran’s claim to some of its vast territory holds up. The Supreme Leader chastises Ahmadinejad and the Larijani brothers for their very public dispute. And Iran and the US finally agree on one thing: removing wrestling from the Olympic games is just tragic.

Iran’s Intelligence Ministry Targets BBC

On Tuesday, February 19, Iran’s Intelligence Ministry released its third announcement [fa] regarding arrested journalists. The ministry claims the journalists worked for Western news agencies, specifically the BBC. In the ministry’s literature, the BBC is not just a news agency, it is “Psychological Operation Unit of British Government’s Spying Organization.” According to the announcement, a number of the detained journalists have been released on bail, while four others have fled the country.

The statement continues by providing a list of BBC-linked agencies, including Jaras, Kalemeh, Roozonline, Neday-e sabz-e azadi, Saham News, Khodnevis, Ghozar, Melli Mashabi, Radio Free Europe/Radio Liberty, Deutsche Welle, R.F.I, VOA, and even Man-o-to TV, all related to the “presidential elections sedition in 2009. The list is huge, as you can see, and may be well extended by “anonymous soldiers of Imam Zaman” in coming pronouncements.

Iran Claims the South Pole!

Mohammad Bagheri, a high-ranking official of the Iranian Armed Forces, said on Monday, February 18 that Iran can legally claim governance of some parts of the South Pole, Radiofarda [fa] reported. Here is the rationale behind his words: Iran has direct access to the high seas from Makran’s shores, there is no land in Iran’s path to the South Pole and, according to international rules and regulations, Iran can legally claim governance of some portions of the South Pole. While the legality of the issue needs to be addresses by an expert panel, let’s just say it’s right. Isn’t it weird? Maybe Iranian people can spend a holiday in South Pole in the coming years!

All jokes aside, a few months ago Iranian Navy Commander Rear Admiral Habibollah Sayyari said: “We have the capability to hoist Iran’s flags in various regions from the North Pole to the South Pole, and we are preparing plans for a presence near the South Pole.” Iran has shown its stubbornness on many occasions. So… maybe we should take the South Pole Project more seriously.

Jafar Panahi Awarded in Berlin Film Festival
Jafar PanahiIranian director Jafar Panahi shared the award for best script at the Berlin film festival on Saturday, February 16 for the film “Closed Curtain” with co-director Kamboziya Partovi. The film was made in secret, showing some aspects of Panahi’s life under house arrest. The film follows the story of a man and a woman on the run from security officers. Critics believe that the film shows Panahi’s depression and even thoughts of suicide. Panahi himself once said that he started the film in a state of deep melancholy, but recovered while shooting.

Iran banned Panahi from making films for 20 years in 2010 and sentenced him to six years in prison on charge of “propaganda against the state” following the country’s 2009 disputed presidential elections. And now Panahi has not only made a film, but yet again has been recognized with an award at an international film festival, angering Iranian authorities. ISNA [fa] reported on the objections of the head of Iran’s national cinema organization Javad Shamaghdari:

“We have protested to the Berlinfilm festival. Its officials should amend their behavior because in cultural and cinematic exchange, this is not correct.”

Maybe they have a right to be angry. The international community has seen fit to award student activist Majid Tavakoli last week and Jafar Panahi this week. It seems that for every prisoner of conscience in Iran there awaits an international honor!

TedX in Tehran

Despite the odds, Tehran hosted its first ever TedX conference. The Washington Post blogged about the eventhere.

Khamenei Reacts to Ahmadinejad and Larijani Dispute

Iran’s supreme leader Ayatollah Ali Khamenei reacted to the dispute between President Mahmoud Ahmadinejad and the powerful Larijani brothers (in which Ahmadinejad accused speaker of the parliament Ali Larijani and judiciary chief Ayatollah Sadeq Larijani of corruption). Speaking to a crowd in Tabriz, Khamenei sharply criticized the president and the brothers, Fars News Agency [fa] reported. He criticized Ahmadinejad’s behavior as “acting against sharia” and the parliament’s impeachment of Minister of Labour as a “bad decision”.

The Larijani brothers and Ahmadinejad expressed their “obedience” to Khamenei in separate letters, but, of course, Ahmadinejad did so in his own way. While Ali and Sadeq Larijani released their letters immediately following Khamenei’s speech, Ahmadinejad‘s had a one-day delay. The delay may mean nothing or it may point to disagreements between the Khamenei and Ahmadinejad camps. Having in mind the whole unrest and demonstrations after 2009 presidential elections and Khamenei’s determined attempts to keep Ahmadinejad in the office, it is reasonable to imagine Khamenei asking himself: “Was it worth it?!”

Olympics without Wrestling?!

wrestling-us-iranphoto tweeted by US wrestler Jason Buroughs

With a reported more than 300,000 wrestlers in Iran and a long history of medals, Iranian wrestling supporters were shocked by the news that The International Olympic Committee will remove wrestling from the 2020 Games. Wrestling is one of the oldest Olympic sports and one can barely find a rationale behind the decision. Wrestling, which combines freestyle and Greco-Roman events, goes back to the inaugural modern Olympics in Athens in 1896. Iran isn’t alone. Many countries are shocked by the news. See for yourself hereherehere, and everywhere.

The New York Times gives a great overview of wrestling culture in Iran, explaining the significance of the wrestler:

Wrestling, Mr. Dodangeh [a wrestling coach] said, is about becoming a “pahlavan,” a respectable, forgiving man, caring for the downtrodden and standing up for justice. “A good wrestler is a good, religious person,” he said.

It seems that it takes removal of wrestling from the Olympic Games to put Iran and America on the same side!

 

DJIR-SARAI(MdB): Irans Kritik an Preisverleihung der Berlinale fehl am Platz

BERLIN. Zum eingelegten Protest der iranischen Regierung gegen die Verleihung des “Silbernen Bären” der Berlinale an den iranischen Regisseur Dschafar Panahi erklärt der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Außenpolitik der FDP-Bundestagsfraktion Bijan DJIR-SARAI: 

Die Internationalen Filmfestspiele Berlin sind international anerkannt. Sie sind selbständig und unabhängig. Die Jury entscheidet bei der Auswahl der Preisträger völlig frei und eigenständig.

Die Kritik der iranischen Regierung an der Verleihung des Silbernen Bären an Dschafar Panahi ist völlig fehl am Platze. Der eingelegte Protest zeigt ein Regierungs-System, für das elementare Grund und Menschenrechte nicht zählen, das auf staatlicher Lenkung und Unterdrückung basiert.

Die FDP-Bundestagsfraktion kritisiert daher den Protest des stellvertretenden iranischen Kulturministers als unverhältnismäßig und schauderhaft. Ein unabhängiges Filmfestival darf sich nicht von Regierungen bei der Veranstaltungs-Organisation und der Auswahl der Preisträger beeinflussen lassen.

Ganz im Gegenteil: die FDP-Bundestagsfraktion begrüßt ausdrücklich, dass die Berlinale auch eine Plattform für Künstler ist, deren Freiheit, deren Rechte und Werke in den jeweiligen Heimatländern unterdrückt werden.

Dschafar Panahi ist eine der wichtigsten Stimmen des iranischen Kinos. Auch im Ausland ist er ein Botschafter der iranischen Bevölkerung. Der Iran bleibt aufgefordert, ihn unverzüglich und bedingungslos frei zu lassen und sein Berufsverbot aufzuheben. Wir fordern die iranische Regierung zudem auf, keine weiteren Strafmaßnahmen und Sanktionen aufgrund des Berlinale-Films “Geschlossener Vorhang” an ihm zu vollziehen.

Die FDP-Bundestagsfraktion fordert weiterhin, alle politischen Gefangenen freizulassen und die Rechte der Zivilgesellschaft zu stärken.

WAHNSINN!!! Iran protestiert gegen Preis für Filmemacher Panahi bei Berlinale

Die Regierung in Teheran hat gegen die Auszeichung des iranischen Filmemachers Dschafar Panahi bei der Berlinale Protest eingelegt. “Wir haben bei den Organisatoren des Filmfestivals von Berlin protestiert”, erklärte der stellvertretende Kulturminister Dschawad Schamakdari laut einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur Isna vom Montag. Die Regierung sei der Auffassung, dass die Macher des Festivals “ihr Verhalten korrigieren müssten”. “Alle Welt weiß, dass es einer Genehmigung bedarf, um einen Film zu machen und ihn ins Ausland zu schicken”, erklärte Schamakdari.

 

BILD: BERLINALE SETZT ZEICHEN FÜR DIE MEINUNGSFREIHEIT IM IRAN

Diese mutige Frau zeigt den Film ihres Vaters

Der iranische Regisseur und Regime-Kritiker Jafar Panahi darf nicht ausreisen

Berlinale - Meinungsfreiheit im Iran: Jafar Panahis verbotenen Film

Die junge zierliche Frau trägt ihre schulterlangen Haare offen. Gerade ist sie aus Teheran in Berlin gelandet.

Gestern huschte sie, in Begleitung von Berlinale-Chef Dieter Kosslick, über den roten Teppich. Es ist die Premiere von „Pardé“ („Geschlossener Vorhang“), dem iranischen Wettbewerbs-Beitrag. Ein Film, der in seiner Heimat nicht gezeigt werden darf! Dass er in Berlin zu sehen ist, ist eine Sensation.

Solmaz Panahi ist die Tochter des iranischen Filmemachers und Regime-Kritikers Jafar Panahi (52). Der wurde 2010 zu 20 Jahren Berufsverbot verurteilt, darf nicht ausreisen. Den Film „Pardé“ hat er heimlich gedreht und außer Landes geschmuggelt.

Panahis Tochter zeigt nun in Berlin für ihren Vater Gesicht. Bei ihrem Auftritt auf dem roten Teppich wagte sie aber nicht, etwas zu sagen. Nach einem Statement gefragt, lächelte sie nur schüchtern und schüttelte den Kopf. Panahis Co-Regisseur Kamboziya Partovi, seit 34 Jahren mit Panahi befreundet, durfte nach Berlin reisen und berichtete von den heimlichen Dreharbeiten in einer abgedunkelten Villa.

Die junge zierliche Frau trägt ihre schulterlangen Haare offen. Gerade ist sie aus Teheran in Berlin gelandet.

Gestern huschte sie, in Begleitung von Berlinale-Chef Dieter Kosslick, über den roten Teppich. Es ist die Premiere von „Pardé“ („Geschlossener Vorhang“), dem iranischen Wettbewerbs-Beitrag. Ein Film, der in seiner Heimat nicht gezeigt werden darf! Dass er in Berlin zu sehen ist, ist eine Sensation.

Solmaz Panahi ist die Tochter des iranischen Filmemachers und Regime-Kritikers Jafar Panahi (52). Der wurde 2010 zu 20 Jahren Berufsverbot verurteilt, darf nicht ausreisen. Den Film „Pardé“ hat er heimlich gedreht und außer Landes geschmuggelt.

Panahis Tochter zeigt nun in Berlin für ihren Vater Gesicht. Bei ihrem Auftritt auf dem roten Teppich wagte sie aber nicht, etwas zu sagen. Nach einem Statement gefragt, lächelte sie nur schüchtern und schüttelte den Kopf. Panahis Co-Regisseur Kamboziya Partovi, seit 34 Jahren mit Panahi befreundet, durfte nach Berlin reisen und berichtete von den heimlichen Dreharbeiten in einer abgedunkelten Villa.

Vollständiger Artikel

 

RASTAK ENSEMBLE – BERLIN – IRANIAN FOLKS MUSIC کنسرت گروه رستــاک ـ همه اقوام من ـ – Berlin Konzert

Persian Concert & Haus der Kulturen der Welt e.V. präsentieren

EUROPE TOUR 2013
گروه موسیقی رستاک تور اروپایی

IRANIAN FOLKS MUSIC

RASTAK ALL MY FOLKS
رستاک همه اقوام من

LIVE IN CONCERT
RASTAK ENSEMBLE

RASTAK ENSEMBLE - BERLIN - IRANIAN FOLKS MUSIC کنسرت گروه رستــاک ـ همه اقوام من ـ

BERLIN
URANIA (HUMBOLDT-SAAL)
FR. 10. MAI 2013

Vorverkauf : 20,-€ / 27,-€ / 34,-€ / 41,-€
Abendkasse : +3,-€

Einlass : 19.30 Uhr
Beginn : 20.00 Uhr

Adresse : An der Urania 17, 10787 Berlin

Info. : +49 (0) 151 547 260 27
+49 (0) 178 414 78 65
Email : info.event@web.de

Ticketonline : www.kodoom.com

 

Horst Teltschik: Iran-Politik des Westens von Anfang an falsch

Im Gespräch mit EurActiv.de zieht Horst Teltschik, selbst langjähriger Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, kritische Bilanz des jüngsten Treffens und analysiert, warum die westliche Iran-Politik von Anfang an falsch war, wie der Westen die Konflikte in der iranischen Führung für sich nutzen soll, warum die EU-Chefdiplomatin Catherine Ashton ihren Job falsch versteht und warum Margaret Thatcher cleverer war als David Cameron.

Zur Person

Horst Teltschik (72) leitete von 1999 bis 2008 die Münchner Sicherheitskonferenz. Zuvor war er außenpolitischer Berater von Bundeskanzler Helmut Kohl und stellvertretender Kanzleramtschef, dann Geschäftsführer der Bertelsmann-Stiftung, Vorstandsmitglied bei BMW und “President Boeing Deutschland”. Weltweit bekannt wurde er als Chef der Münchner Sicherheitskonferenz. Als internationaler Politikberater ist er nach wie vor gefragt.

 

____________

EurActiv.de: Soeben erteilte der iranische Ayatollah Ali Khamenei den bilateralen Gesprächen mit den USA eine klare Abfuhr. Dabei war das Angebot dieser bilateralen Gespräche gerade erst in der Münchner Sicherheitskonferenz entstanden. Was soll der Westen von der Reaktion des Ayatollah halten?

TELTSCHIK: Die Absage von Ayatollah Ali Khamenei an bilaterale Gespräche mit den USA ist natürlich mehr als bedauerlich. Seine Aussagen sowie die von Präsident Mahmud Ahmadinedschad diese Woche in Kairo und auch die des iranischen Außenministers Ali Akbar Salehi auf der Münchner Sicherheitskonferenz zeigen erneut, dass es in der iranischen Führung nicht nur erhebliche Meinungsunterschiede gibt, sondern im Vorfeld der Präsidentenwahl härter werdende Machtkämpfe.

EurActiv.de: Wie sollte sich der Westen jetzt verhalten?

TELTSCHIK: Es geht jetzt darum, wer den ersten Zug macht. Der Westen könnte die Konflikte innerhalb der iranischen Führung verstärken und durch eine wohlüberlegte Vorleistung für sich nutzen.

Jedenfalls muss er weiterhin verhandlungsbereit bleiben, denn die Gespräche mit der Internationalen Atomenergieorganisation in Wien (IAEO) gehen weiter, und das Gespräch P5+1 (USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich mit Deutschland) soll nach wie vor stattfinden.

EurActiv.de: Ist 2013 dennoch etwas Bewegung oder so etwas wie ein Durchbruch im iranisch-westlichen Verhältnis zu erwarten?

TELTSCHIK: Der iranische Präsident wird ja demnächst aus seinem Amt ausscheiden. Wir wissen nicht, wer ihm nachfolgt. Vielleicht der jetzige Parlamentspräsident, Ali Laridschani, der war der erste Iraner, der nach München zu meiner Konferenz kam. Das war zwar nicht sehr erhellend. Aber immerhin: Er kam.

Ob Laridschani als neuer Präsident flexibler wäre, wissen wir nicht. Er wird es vorher nicht andeuten. Wenn Syrien für die Iraner wegbricht, sind sie geschwächt. Sie hätten dann keinen politischen Counterpart.

Es hängt auch vom Verhalten der Israelis ab. Wenn die Israelis glauben, sie müssten die Verhandlungen zwischen Iran und den USA nicht abwarten, weil es für sie gefährlich sein könne, wenn sich die Amerikaner auf ein Spiel einlassen, und sie glauben, intervenieren zu müssen, wäre das eine Katastrophe. In diesem Zusammenhang halte ich Benjamin Netanjahu für unberechenbar.

Was US-Präsident Barack Obama machen und ob er sich engagieren wird, weiß man nicht. Wird sich Außenminister John Kerry, wie er es angekündigt hat, um den palästinensisch-isrealischen Konflikt kümmen? Wird er Druck auf Israel ausüben

EurActiv.de: Und wird er von beiden Seiten akzeptiert?

TELTSCHIK: Sobald die Palästinenser das Gefühl haben, Kerry will wirklich eine Zweistaatenlösung, werden sie ihn akzeptieren. Bei Netanjahu bin ich mir nicht sicher. Das ist eine große Unbekannte.

EurActiv.de: Hätte sich der Westen gegenüber Iran anders verhalten sollen?

TELTSCHIK: Ich persönlich bin der Meinung, dass die Politik gegenüber Iran von Anfang an falsch ist. Die Sanktionen haben zwar gewisse Wirkung, aber werden unterlaufen von Indien, von China, von dem einen oder anderen Golfstaat, auch von russischer und von türkischer Seite. Ich hab das schon erlebt, als der Irak mit Sanktionen überzogen war.

Als in Iran die Barbie-Puppen verboten und alle Geschäfte durchsucht wurden, hätte ich Barbie-Puppen abgeworfen und das Land mit Barbie-Puppen überzogen. Ich hätte sie korrumpiert. Die Iraner lieben mehrheitlich den American Way of Life. Dem würde ich auf allen Ebenen entsprechen, aber nicht Sanktionen verhängen.

Auf meiner letzten Sicherheitskonferenz hatte ich sogar eine offizielle Anfrage von Iran, ob ich nicht Mahmud Ahmadinedschad einlade. Der wollte zur Konferenz kommen. Das wäre ja eine Bombe gewesen. Es war mir dann aber doch zu brisant. Aber wer weiß, was er gesagt hätte. Vielleicht hätte es Bewegung gegeben. Doch ich musste befürchten, dass die amerikanische Delegation nicht kommt. In solchen Fragen sollte man ruhig mutiger sein.

EurActiv.de: Sie haben von 1999 bis 2008 die Münchner Sicherheitskonferenz geleitet. Wie lautet Ihr Resümee der 49. Konferenz, die vor wenigen Tagen zu Ende ging? Was hat sie gebracht?

TELTSCHIK: Die Münchner Sicherheitskonferenz hat erneut bewiesen, dass sie die bedeutendste Sicherheitskonferenz weltweit ist. Ihre Bedeutung liegt in zwei Dingen:

Die, die kommen und reden dürfen, nutzen die Konferenz sehr häufig für Botschaften. Jüngstes Beispiel war eben der iranische Außenminister mit der Botschaft, dass sein Land zu bilateralen Gesprächen mit den USA bereit sei. Umgekehrt sagte US-Vizepräsident Joe Biden, dass die Amerikaner zu bilateralen – also nicht nur zu den multilateralen – Gesprächen bereit sind. Für die Weltöffentlichkeit waren das doch klare Botschaften.

Zweitens bietet sich die Chance, dass sich die Parteien, die oft aus politischen Gründen nicht in der Öffentlichkeit aufeinandertreffen wollen, sich auf dieser privaten Konferenz ohne Protokoll und ohne Medien in Suiten treffen und austauschen können. Für die Konfliktparteien können sich aus diesen informellen dann offizielle Gesprächsebenen entwickeln.

Die Konferenz kann keine Konflikte lösen. Das wäre eine Illusion. Aber sie ist eine Art Resonanzboden.

EurActiv.de: Es zeigten sich aber auch Defizite der Konferenz. Ist der Rummel nicht zu groß für fruchtbringenden Meinungsaustausch?

TELTSCHIK: Das größte Problem der Konferenz ist es für den Veranstalter, Nein sagen zu müssen: Nein, Sie können nicht teilnehmen. Oder: Sie können teilnehmen, aber nicht reden. Jeder Präsident, jeder Regierungschef, jeder Minister will reden. Doch bei fünfzig Ministern: No way!

Da geht es meinem Nachfolger Wolfgang Ischinger nicht besser als mir damals. Man sagt zu wenig Nein, man lässt zu viele Reden zu, man hat zu viele Foren, sodass kaum noch Diskussion stattfindet. Wenn jeder auf dem Podium fünf Minuten reden soll, aber zehn Minuten spricht, und wenn die Moderatoren – Ischinger moderiert ja nicht selbst, sondern lässt moderieren – einleitend selber 10, 15 Minuten reden, dann bleibt keine Zeit für Diskussion. Dann gibt es vielleicht noch ein, zwei schriftliche Fragen, bei denen man nicht einmal mehr den Frager erlebt. Ich habe diese Erfahrungen anfangs auch gemacht. Da muss man daraus lernen.

Ferner: Die Konferenz muss natürlich immer die aktuellen Themen aufgreifen. Es gibt Standardthemen, die zur Tradition gehören. Die transatlantischen Beziehungen müssen immer auf der Agenda stehen. Aktuelle Themen waren diesmal Mali und natürlich Syrien und Iran.

Aus Syrien kam ein Führer der Opposition, der sehr vage war in seinen Aussagen. Da wäre es gut gewesen, wenn man hätte nachfragen können: Wer seid ihr denn, wenn Baschar al-Assad stürzt? Was vertritt ihr eigentlich?

Auch Sergei Lawrow, der russiche Außenminister, war viel zu vage. Lehnt jeden Eingriff ab. Aber was ist denn die Alternative? Auch da gab es keine Möglichkeit nachzufragen.

Das Thema Syrien war inhaltlich jedenfalls nicht erleuchtend.

 

Quelle: EurActiv.de

 

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