Archiv für den Tag 21. April 2011

Terra incognita – Iran

oe1/ORF: Shahriar Mandanipur: „Eine iranische Liebesgeschichte zensieren“. Aus dem Englischen von Ursula Ballin. Es liest Rainer Stelzig

Zensur im Iran? Gibt es nicht!

Natürlich gibt es keine Zensur im Iran! In der Verfassung steht ausdrücklich – und zwar in den Grundsätzen 23 und 24 -, dass Meinungsfreiheit in Publikation und Presse gewährleistet ist, und dass niemand aufgrund seiner Überzeugung angegriffen und bestraft werden darf. Die Realität ist anders.

Gegen die Zensur anschreiben

Die Verfassung lässt ein Schlupfloch. Der Grundsatz 24, in dem es so forsch heißt, dass „Meinungsfreiheit in Publikation und Presse gewährleistet ist“, hat einen kleinen Zusatz, einen Satz, der mit den Worten „es sei denn“ beginnt. Diese drei kleinen Worte und ihr Gefolge – „es sei denn, die Grundlagen des Islam und die Rechte der Öffentlichkeit werden beeinträchtigt“ – haben unzählige Menschen ins Unglück gestürzt, ins Gefängnis gebracht, Mord und Totschlag verursacht, Verlagshäuser in den wirtschaftlichen Ruin und Autoren, Journalisten und Künstler aller Sparten ins Exil getrieben. Aber selbst da sind sie nicht vor Übergriffen sicher, wie das Beispiel des iranischen Künstlers und Filmemachers Daryush Shokof zeigt: Vom 24. Mai 2010 bis zum 5. Juni war er spurlos verschwunden. Laut seiner Aussage haben ihn arabisch sprechende Männer entführt und wegen seiner Iran-kritischen Haltung mit dem Tod bedroht. Lies den Rest dieses Beitrags

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