ftd: US-Finanzaufsicht – Standard Chartered bei Iran-Deals ertappt

Der britische Ableger von Standard Chartered soll die Identität iranischer Geschäftspartner verschleiert und damit das US-Geldwäschegesetz gebrochen haben. Auf einen Hinweis der US-Mutter reagierten die Londoner Banker deftig.

© Bild: 2011 Bloomberg

Der britische Ableger von Standard Chartered soll die Identität iranischer Geschäftspartner verschleiert und damit das US-Geldwäschegesetz gebrochen haben. Auf einen Hinweis der US-Mutter reagierten die Londoner Banker deftig.

von Kim bode, New York und Reinhard Hönighaus Frankfurt

Die Finanzaufsicht des US-Bundesstaates New York wirft dem amerikanischen Ableger der britischen Großbank Standard Chartered illegale Transaktionen mit der iranischen Regierung im Gesamtwert von mehr als 250 Mrd. Dollar vor. Hochrangige Manager hätten über fast zehn Jahre den Bruch von US-Geldwäschegesetzen in Kauf genommen, um hunderte Millionen von Dollar an Gebühren zu kassieren, teilte Chefaufseher Benjamin Lawsky am Montagabend mit. Er drohte, Standard Chartered die Lizenz in dem Bundestaat zu entziehen.
Die Bank habe die Identität ihrer iranischen Geschäftspartner bei rund 60.000 Transaktionen bewusst verschleiert. Dabei sei die Bank offenbar auch von ihrem Abschlussprüfer Deloitte & Touche unterstützt worden. Die Behörde untersucht auch weitere Transaktionen von Standard Chartered mit anderen, lange Zeit sanktionierten Regimen wie denen in Libyen, Myanmar und dem Sudan.
Laut US-Gesetz werden Transaktionen mit iranischen Banken streng kontrolliert. Angesichts der amerikanischen Sorgen, dass Banken möglicherweise bei der Finanzierung des iranischen Atomprogramms oder extremistischer Organisationen helfen könnten, unterliegen sie Sanktionen. Zudem soll Waffenhändlern und Drogenhändlern der Zugang zur US-Währung erschwert werden. Banken unter US-Aufsicht sind dazu angehalten, Geldströme auf verdächtige Anzeichen hin genau zu beobachten.
Standard Chartered habe das „US-Finanzsystem angreifbar für Extremisten, Waffenhändler, Drogenhändler und korrupte Regime gemacht“, heißt in der Klage des New York State Department of Financial Services. Ein Sprecher von Standard Chartered teilte per Email mit, die Bank untersuche die Vorwürfe und diskutiere sie mit den US-Ermittlungs- und Aufsichtsbehörden. Das Geldhaus könne „nicht voraussagen, wann diese Überprüfung und diese Diskussionen abgeschlossen sein werden oder was das Ergebnis sein wird.“

Veröffentlicht am 6. August 2012 in Gesetze, Medien, Meinungen, Politik, Wirtschaft und mit , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für ftd: US-Finanzaufsicht – Standard Chartered bei Iran-Deals ertappt.

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