Archiv für den Monat Oktober 2012

BR III TV-Tipp: Das Lied der Sperlinge – 1.Nov. 2012 / 23:50 Uhr / Avaze gonjeshk-ha ( Spielfilm, Iran 2008 )

BR 3 , 1.November 2012 , 23:50 Uhr

Die Arbeiter einer Straußenfarm versuchen ein entlaufenes Tier einzufangen.

Geschichte:

Karim arbeitet auf einer Straußenfarm nahe Teheran. Sein geruhsames Familienleben gerät aus dem Gleichgewicht, als er den Job verliert und seine älteste Tochter gleichzeitig ein nahezu unerschwingliches neues Hörgerät benötigt. Doch Karim hat Glück und findet Arbeit als Motorrad-Taxifahrer in Teheran.

Dabei verdient er plötzlich mehr denn je. Doch sein unerwarteter Reichtum verändert seinen Charakter und macht ihn zu einem habgierigen Menschen. Erst nach einem schweren Unfall entdeckt er die eigentlichen Werte des Lebens neu.

Mit seinem Job auf einer Straußenfarm kann der bescheidene Landarbeiter Karim seine Familie nur mühsam ernähren. Als ihm eines der Tiere entkommt, verliert Karim seine Arbeit. Glücklicherweise lässt sich der Familienvater davon nicht leicht erschüttern. Im nahen Teheran, wo er ein neues Hörgerät für seine älteste Tochter besorgen will, kommt ihm der Zufall zur Hilfe: Im Verkehrschaos der Metropole werden Motorradtaxis gebraucht.

Und so chauffiert Karim mit seiner altersschwachen Maschine bald Geschäftsleute durch die Metropole. Auf seinen Fahrten lernt er die Wirren des modernen Großstadtlebens kennen und steigt rasch zum viel beschäftigten Kurierfahrer auf. Doch das Geld verändert seinen Charakter: Aus dem einst freigebigen Mann wird ein emsiger Kleinunternehmer, der auf seinem Hof ausrangierte Möbel und Altmetall aus der Stadt hortet. Erst als er einen Unfall hat und auf die Hilfe seiner Nachbarn angewiesen ist, entdeckt er die wahren Werte des Lebens neu: Großzügigkeit, Mitgefühl und Uneigennützigkeit.

Hintergrund:

Der Filmemacher Majid Majidi zählt zu den bedeutendsten Regisseuren des Iran und wurde international bekannt mit Werken wie dem Jugendfilm „Kinder des Himmels“ und seinem meditativen Meisterwerk „Die Farben des Paradieses“. Wie in seinen bisherigen Filmen wirft Majidi in „Das Lied der Sperlinge“ einen unprätentiösen Blick auf die Missstände seines Landes und nutzt zugleich eine malerische Bildsprache, die auf symbolisch-poetische Motive setzt.

Und dank des subtilen Humors wirkt die Botschaft dieser filmischen Parabel in keinem Moment aufgesetzt. Hauptdarsteller Reza Naji wurde auf der Berlinale 2008 mit dem „Silbernen Bären“ als bester Darsteller ausgezeichnet.

Schauspieler: Karim (Reza Naji)
Nargess (Maryam Akbari)
Abbas (Kamran Dehghan)

Hossein (Hamed Aghazi)
Haneyeh (Shabnam Akhlaghi)
Zahra (Neshat Nazari)
Ramezan (Hassan Rezaee)
Pouya (Pouya Salehi)
Haji (Asghar Khorram)
Betrüger (Farhad Esmaeili)
Hausbesitzer (Amir Hossein Ashraf Kashani)

Regie: Majid Majidi

 

BR TV-Tipp: Nader und Simin – Eine Trennung / 1.Nov. 2012 – 21:50 Uhr

BR III – Donnerstag, 1.November 2012 – 21.50 Uhr

Das Bayerische Fernsehen zeigt den preisgekrönten Film an diesem Abend als deutsche Erstausstrahlung.

Simin (Leila Hatami, links) plant, den Iran mit ihrem Gatten Nader (Peyman Moadi) und der Tochter Termeh zu verlassen. Den zuständigen Behörden gibt sie an, die 14-jährige solle nicht weiter „unter diesen Bedingungen“ aufwachsen. „Unter welchen Bedingungen?“ lautet die Frage des Beamten. Verbirgt sich dahinter eine versteckte Drohung? Simin wird den Blick senken und nicht antworten …

Geschichte:

Seit 14 Jahren sind Nader und Simin verheiratet. Zusammen mit ihrer Tochter, der elfjährigen Termeh, lebt das Paar in der iranischen Hauptstadt Teheran. Doch wenn es nach Simin ginge, würde die Familie schnellstmöglich Iran verlassen, um ihrer Tochter ein besseres Leben zu ermöglichen.

Nader wiederum sorgt sich um seinen an Alzheimer erkrankten Vater, der mit der Familie in der gemeinsamen Wohnung lebt. Wer soll sich um ihn kümmern, wenn die Familie ins Ausland geht? Doch Simins Entschluss steht fest. Als ihre beim Familiengericht eingereichte Scheidung abgelehnt wird, verlässt sie Nader und zieht bei ihrer Mutter ein. Der muss sich nun allein um Termeh und seinen pflegebedürftigen Vater kümmern. Immerhin hat er mit Razieh eine neue Haushaltshilfe bekommen. Doch die junge Frau, die aus einer armen und streng religiösen Familie stammt, ist mit der Pflege von Simins Vater völlig überfordert. Als sie sich nicht mehr zu helfen weiß, fesselt sie den alten Mann ans Bett. Nader ist schockiert und wirft Razieh aus der Wohnung. Dabei kommt es zu einem folgenschweren Unfall, nach dem die im vierten Monat schwangere Razieh ihr Kind verliert. Nun muss sich Nader wegen Totschlags vor Gericht verantworten. Razieh wiederum wird wegen der Misshandlung von Naders Vater angeklagt.

Hintergrund:

Mit „Nader und Simin – Eine Trennung“ inszenierte Drehbuchautor und Regisseur Asghar Farhadi ein mitreißendes Drama, das zugleich einen facettenreichen Einblick in den Alltag und die zwischen Tradition und Moderne gespaltene Gesellschaft der Islamischen Republik Iran gibt. Zu den vielen Auszeichnungen, die das Ehedrama auf internationalen Festivals erhalten hat, zählen der „Goldene Bär“ für den besten Film auf der Berlinale 2011, der „Silberne Bär“ für das beste männliche und weibliche Schauspielensemble sowie die Auszeichnung als „Bester fremdsprachiger Film“ bei den „Golden Globes“ 2012.

Bei der 84. Verleihung der „Academy Awards“ am 26. Februar 2012 wurde Asghar Farhadis einfühlsames Drama, das auch für das beste Originaldrehbuch nominiert war, mit einem Oscar als „Bester fremdsprachiger Film“ ausgezeichnet. Das Bayerische Fernsehen zeigt den preisgekrönten Film an diesem Abend als deutsche Erstausstrahlung.

Schauspieler: Simin (Leila Hatami)
Nader (Peyman Moadi)
Hodjat (Shahab Hosseini)

Razieh (Sareh Bayat)
Termeh (Sarina Farhadi)
Richter (Babak Karimi)
Naders Vater (Ali-Asghar Shahbazi)
Simins Mutter (Shirin Yazdanbakhsh)
Somayeh (Kimia Hosseini)
Frl. Ghahraei (Marila Zare’i)

Regie: Asghar Farhadi

 

Focus: Gastkommentar von August Hanning – Der Westen muss den Druck auf den Iran erhöhen

Mahmud Ahmadinedschad, Atomstreit, EU, August Hanning, Iran, Vereinte Nationen

dpaViktoryzeichen vor seiner Rede bei der 67. Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York: Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad
Die Wirtschaft bricht ein, die Unzufriedenheit über Ahmadinedschad wächst. Die Sanktionen gegen den Iran zeigen Wirkung – allerdings nicht genug. Das Volk stellt das Atomprogramm noch nicht in Frage.
Ein Gastkommentar von August Hanning, Ex-BND-Chef

Die europäischen Außenminister habenvergangene Woche neue Sanktionen gegen den Iran beschlossen. Sie treffen vor allem den Finanz- und Handelssektor. Außerdem wurden neue Restriktionen bei Gasexporten verabschiedet. Nach den US-Wahlen wollen die P5+1 – das sind die fünf ständigen Mitglieder im UN-Sicherheitsrat plus Deutschland –Presseberichten zufolge eine neue Verhandlungsrunde wagen. Dies sind wichtige Schritte auf dem Weg zu einer diplomatischen Lösung im Atomstreit. Damit diese eine Chance auf Erfolg hat, war es geboten, den Verhandlern die bestmögliche Ausgangsbasis zu verschaffen.

Sanktionen treffen Wirtschaft empfindlich

Der Iran zeigte auch schon eine Reaktion auf die verschärften Sanktionen. So drohte der iranische Ölminister damit, den Ölhandel mit dem Ausland vollständig einzustellen, sollte die internationale Gemeinschaft erneut Sanktionen gegen die Islamische Republik verhängen. Obwohl der Iran finanziell vom internationalen Ölhandel abhängig ist und daher diese Drohung hinterfragt werden muss, zeigt dies, dass das Sanktionsregime wirkt und Teheran immer mehr unter Druck setzt.

Die Restriktionen gegen den iranischen Ölhandel haben den Iran an einem empfindlichen Punkt getroffen und zu einem Einbruch der Staatseinnahmen um mehr als 50 Prozent geführt. Die Versorgung der Wirtschaft mit harter Währung wird zum Problem. Die iranische Währung brach in den vergangenen drei Monaten ein und hat 57 Prozent ihres Wertes verloren. Die Talfahrt hält an. Gründe für den Währungszerfall sind neben den Sanktionen vor allem der Sturm auf US-Dollars, nachdem die Regierung in Teheran versucht hatte, die Nachfrage mit sogenannten „foreign exchange centres“ zu kontrollieren.
                Zur Person August Hanning
August Hanning war Präsident des Bundesnachrichtendienstes und Staatssekretär im Bundesinnenministerium. Inzwischen berät der Jurist die transatlantische Initiative der amerikanischen OrganisationUnited Against Nuclear Iran(UANI). Außerdem ist er Mitglied des ThinktanksInstitute for Strategic Dialogue(ISD).
Mahmud Ahmadinedschad, Atomstreit, EU, August Hanning, Iran, Vereinte Nationen

-August Hanning
Erste gewaltsame Proteste in Teheran

Der zunehmende wirtschaftliche Verfall des Landes schürt Unmut und Skepsis innerhalb der Bevölkerung. Produkte, die auf Dollarbasis importiert wurden, sind durch den Währungseinbruch unbezahlbar geworden. Die Preise für Lebensmittel sind in den vergangenen Monaten um bis zu 50 Prozent gestiegen. Diese Entwicklung hat Anfang Oktober erste gewaltsame Proteste in Teheran ausgelöst. Zwar konnten die iranischen Sicherheitskräfte die Situation relativ schnell wieder in den Griff bekommen. Es wurde jedoch deutlich, dass die Unzufriedenheit innerhalb der Bevölkerung wächst.

Gründe sind neben dem Kaufkraftverlust und steigenden Lebensmittelpreisen die wachsende Arbeitslosigkeit. Nach offiziellen Angaben liegt die Arbeitslosenquote im Iran bei 12,5 Prozent. Experten gehen aber davon aus, dass die Dunkelziffer weitaus höher ist. Die tatsächliche Quote dürfte bei mehr als 27 Prozent liegen. Die Anzahl der insolventen iranischen Unternehmen ist in diesem Jahr ein Drittel höher als 2011. Iranische Firmen kämpfen mit dem Währungszerfall und steigenden Preisen für Importe. Zusätzlich werden ihre Exporte durch die internationalen Finanzsanktionen reduziert.


Vollständiger Kommentar

Who ist Jafar Panahi?

Jafar Panahi (Persian: جعفر پناهی ‎; born 11 July 1960) is an Iranian film directorscreenwriter and film editor most commonly associated with theIranian New Wave film movement. After several years of making short films and working as an assistant director for fellow Iranian filmmaker Abbas Kiarostami, Panahi first achieved international recognition with his feature film debut The White Balloon in 1995. The film won the Caméra d’Or at the1995 Cannes Film Festival, which was the first major award won by an Iranian film at Cannes. Panahi was quickly recognized as one of the most influential filmmakers in Iran. Although his films were often banned in his own country, he continued to receive international acclaim from film theoristsand critics and has won numerous awards, including the Golden Leopard at the 1997 Locarno International Film Festival for The Mirror, the Golden Lion at the 2000 Venice Film Festival for The Circle and the Silver Bear for Best Director at the 2006 Berlin Film Festival for Offside.[1] His films are known for their humanistic perspective on life in Iran, often focusing on the hardships of children, the impoverished and women. Author Hamid Dabashihas said that „Panahi does not do as he is told — in fact he has made a successful career in not doing as he is told.“[2]

جعفر پناهی
Jafar Panahi

Jafar Panahi, Cines del Sur 2007
Born 11 July 1960 (age 52)
MianehIran
Residence Tehran, Iran
Nationality Iranian
Ethnicity Azerbaijani
Alma mater Iran Broadcasting College of Cinema and TV
Occupation Film director, screenwriter, producer, film editor, assistant director
Years active 1988–Present
Known for The White BalloonThe Circle
Influenced by Vittorio De SicaAbbas Kiarostami
Criminal charge Propaganda
Criminal penalty 6 years
Criminal status Awaiting Trial
Spouse(s) Tahereh Saidi
Children Solmaz Panahi (daughter)
Panah Panahi (son)

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Who ist Nasrin Sotoudeh?

Nasrin Sotoudeh (Persianنسرین ستوده‎, also spelled Sotoodeh) is a prominent human rights lawyer in Iran. She has represented imprisoned Iranian opposition activists and politicians following the disputed June 2009 Iranian presidential elections as well as prisoners sentenced to death for crimes committed when they were minors.[1] Her clients have included noted journalist Isa Saharkhiz and Heshmat Tabarzadi, the head of Iran’s banned opposition group, the Democratic Front.[2] Sotoudeh was arrested in September 2010 on charges of spreading propaganda and conspiring to harm state security[1] and has been imprisoned in solitary confinement in Evin Prison.[2] In January 2011, Iranian authorities sentenced Sotoudeh to 11 years in prison in addition to barring her from practicing law and from leaving the country for 20 years. According to her husband, Reza Khandan, She has stated that she has withdrawn her appeals request.

نسرین ستوده
Nasrin Sotoudeh
Born April 3, 1963 (age 49)
TehranIran
Residence TehranIran
Nationality Iranian
Alma mater Shahid Beheshti University
Occupation Human rights lawyer
Religion Shia Muslim

Dr. Ahmed Shaheed presents report on situation of human rights in the Islamic Republic of Iran

Iran Human Rights Documentation Center

 

—      Member states welcome Dr. Ahmed Shaheed’s latest report, criticize challenges placed in his way by not being permitted to travel freely in Iran

—      Member states express concern with violations of the freedom of expression, freedom of assembly and restrictions on access to information

—      Member states alarmed by rate of executions in Iran

—      Criticism by other states of continued „politicization“ of the UN Special Rapporteur’s mandate

NEW HAVEN — On Wednesday, October 24, 2012 the UN Special Rapporteur on the situation of human rights in the Islamic Republic of Iran (IRI), Dr. Ahmed Shaheed, introduced his latest report to the eighth meeting of the third committee of the General Assembly. Dr. Shaheed registered concerns of a „deeply troubling“ state of affairs, noting the imprisonment of over 40 journalists and at least 32 lawyers and human rights defenders, along with continued repression of religious and ethnic minorities. Dr. Shaheed’s full report can be read here and a brief summary of the report’s findings by the Iran Human Rights Documentation Center can be read here.

Dr. Shaheed’s presentation was welcomed by several member states in the dialogue that followed, with support from the United States, the European Union (EU), and the United Kingdom, among others. The report received praise for its breadth despite the IRI’s continued refusal to allow Dr. Shaheed to visit the country. Member states shared concerns regarding the status of political prisoners (Norway), human rights defenders (Czech Republic), and imprisoned attorneys (UK). Dr. Shaheed was „deeply concerned“ about the situation of imprisoned attorney Nasrin Sotoudeh, who has been on hunger strike since October 17 due to denials of visitation with her family and the travel ban on her 13-year old daughter. Brazil called for the IRI to view cooperation with the UN Special Rapporteur as a confidence-building measure.

Several member states including Brazil, Norway, the UK and the Czech Republic joined Dr. Shaheed in expressing concern regarding the conditions faced by human rights defenders. The delegation from the Czech Republic highlighted the intimidation of family members and friends of human rights defenders as a particular source of concern and argued that legislation inconsistent with Iran’s human rights obligations, widespread impunity and insufficient adherence to the rule of law contributed to the dire human rights situation. The UK also decried the IRI’s failure to implement the 123 accepted suggestions from its Universal Periodic Review, reiterating its criticisms from the UN Human Rights Council’s 19th session.

Canada, meanwhile, also welcomed the report and further inquiry into human rights violations in Iran, emphasizing the opacity and restrictiveness of the electoral process in the IRI. In his response, the UN Special Rapporteur underscored the vetting of candidates by unelected officials, the persecution of journalists, the gender ban on women running for president and other indirect causes as contributing to the obstacles to free and fair elections in Iran.

The Canadian delegation also criticized the treatment of religious minority communities and violations of the right to education, especially with regards to recent discrimination against women in higher education and the criminalization of education for Baha’i youth.

While there were calls by Dr. Shaheed and the delegation from the EU for the IRI not to view the UN Special Rapporteur’s mandate as a punitive measure, comments from the IRI and China during the dialogue with Dr. Shaheed indicate that obstacles to cooperation from the IRI persist.

The IRI and the People’s Republic of China (PRC) criticized the process. The IRI expressed the belief that the UN Special Rapporteur’s mandate was motivated by the political goals „of the United States and its European allies“ and that the report lacked independence and objectivity. It complained that its substantive responses to the report had not been adequately registered.

Furthermore the IRI disputed the report’s depiction of internet restrictions in Iran, countering that the IRI’s recent „cybersecurity measures“ were not an attack on the freedom of expression, as the report and several member states suggest. The IRI’s representative did not respond directly to paragraph 17 of the report, which points out that the IRI has 19 netizens in prison and four on death row.

The representative of the PRC rejected the use of country-specific mandates on the grounds that it politicized the UNSR system, and supported the IRI’s response while the Maldives joined the IRI in urging the UN Special Rapporteur to examine the impact of recent sanctions on the human rights situation in Iran. Dr. Shaheed once again expressed a willingness to do so, but explained that such a study would require a different methodology–the Special Rapporteur currently focuses on witness testimony, and an analysis of the impact of sanctions would require broader sets of data–and would require cooperation from the IRI, which has not as of yet been forthcoming.

The delegation from the EU also expressed interest in learning whether or not the IRI’s recently revised Islamic Penal Code eliminated the most violent punishments, as claimed by the IRI, and drew attention to the recent executions of 10 prisoners for drug-related crimes and the frequency of executions in the IRI.

For more on the issues raised in Dr. Shaheed’s report and by member states at the third committee of the General Assembly, see:

Abuses against human rights defenders:

On the Margins: Arrest, Imprisonment and Execution of Kurdish Activists in Iran Today

Abuses against members of religious minority groups:

The witness statement of Danial Shahri

Crimes Against Humanity: The Islamic Republic’s Attacks on the Bahá’ís

Restrictions on access to information:

The witness statement of Sara

Forced Confessions: Targeting Iran’s Cyber-Journalists

Restrictions on the rights to free assembly and expression:

Violent Aftermath: The 2009 Election and Suppression of Dissent in Iran

Executions:

IHRDC’s Chart of Executions to date in 2012

FAZ-Roman der Woche: Der grüne Baum der Jungfräulichkeit

Fünfzehn Kapitel über fünf Frauenschicksale aus den fünfziger Jahren: „Frauen ohne Männer“ von Shahrnush Parsipur ist ein unerhört vielschichtiges Werk.

Von STEFAN WEIDNER

Frauen ohne Männer© VERLAG

Leidgeschwängert ist sie, tiefschwarz und vom Tode besessen, die iranische Literatur der Gegenwart. Meisterwerke sind darunter wie „Die blinde Eule“ von Sadeq Hedayat, der klassisch-realistische Roman „Savushun“ (im Deutschen „Drama der Trauer“) von Simin Daneshwar oder die Epen über die iranischen Dörfer von Mahmud Doulatabadi. Aber nachdem Daneshwar in diesem Frühjahr im Alter von 91 Jahren verstarb, fehlen die hochkarätigen Autorinnen.

Fattaneh Haj Seyed Javadis Bestseller „Morgen der Trunkenheit“ liest sich zwar streckenweise wie Dostojewski, wird aber von gebildeten Iranern als Trivialliteratur abgetan; so dass wir gestehen, über die persischsprachige Frauenliteratur der Gegenwart beschämend wenig zu wissen.

Von Mythos und Aufklärung

Doch es gibt noch Shahrnush Parsipur! 1946 in Iran geboren, hat sie eine dieser mustergültigen iranischen Autorenbiographien: in der politischen Opposition und im Gefängnis erst unter dem Schah, dann unter Chomeini, Publikationsverbot, Exil in den Vereinigten Staaten. Ihr erstes und einziges Buch auf Deutsch, „Tuba“, ist vor siebzehn Jahren erschienen und über den regulären Buchhandel gar nicht mehr zu beziehen.

Tuba ist zugleich der Name der Heldin und des Paradiesbaums aus der islamischen Mythologie. Der Roman erzählt die Lebensgeschichten Tubas und zahlreicher Nebenfiguren von der ersten Jahrhunderthälfte bis zur iranischen Revolution. Die Konfrontation von Mythos und Aufklärung, von altem Denken und neuer Zeit ist der nie versiegende Treibstoff, der diesen wunderbaren Roman durch Kopf und Herz des Lesers rasen lässt.

Eigentlich hätte man Parsipurs nun vorliegenden Roman gleich nach „Tuba“ publizieren können; „Frauen ohne Männer“ erschien auf Farsi bereits 1989. Aber wir mussten auf die Verfilmung durch die berühmte iranische Foto- und Videokünstlerin Shirin Neshat warten, bis sich die westlichen Verlage dafür interessierten. „Frauen ohne Männer“ erhielt 2009 bei den Filmfestspielen in Venedig einen Silbernen Löwen für die beste Regie. Man mag über die mit dem Stoff sehr frei umgehende Verfilmung denken, was man will: Das Buch ist besser!

Die Obsession der Jungfräulichkeit

Fünfzehn kurze Kapitel über fünf Frauenschicksale aus der Zeit der fünfziger Jahre, mehr ist es nicht. Keine erzählerischen Schwelgereien wie in „Tuba“, kein großes Zeitpanorama, wenig Welthaltigkeit, keine Politik (anders als im Film), gar keine Wehleidigkeit (ganz anders als im Film). Und doch, was für ein Traum von einem Buch, ein Märchen, eine Utopie, echte persische „Metamorphosen“, tiefsinnig und leichtfüßig, verspielt und verrückt.

Da bekommt die Lehrerin Madokht von ihrem Kollegen, der eine Frau sucht, eine Einladung ins Kino. Madokht, stolz und altmodisch, lehnt empört ab und gibt ihre Stelle auf. Als alternde Jungfer vegetiert sie im Garten ihres Bruders in der Teheraner Sommerfrische Karadsch dahin. Die Obsession mit der Jungfräulichkeit, von Männern und Frauen gleichermaßen geteilt, ist das große Leitmotiv der Erzählungen: „Plötzlich schoss es ihr durch den Kopf: Meine Jungfräulichkeit ist wie ein Baum. Vielleicht bin ich ja deshalb so grün. Ich bin ein Samenkorn, ich bin ein Baum, ich muss mich selbst einpflanzen.“ So geschieht es, und die Verwandelte träumt davon, wie bald „die ganze Erde voller Madokht-Bäume“ steht.

Ähnliche, mehr oder weniger drastische Metamorphosen machen auch die anderen Frauen bei ihren manischen Versuchen durch, ihre Ehre zu bewahren, selbst die Hure Zarrinkolah. Eines Tages sieht sie alle Männer ohne Kopf. Um nicht verrückt zu werden, wäscht sie sich, „bis ihr Körper lichterloh brennt“, und zieht dann ebenfalls nach Karadsch, wo sie, vom Gärtner geschwängert, allmählich „kristallfarben, transparent“ wird: „Man konnte langsam durch sie hindurchsehen.“

Frauen gegen Frauen

Die seltsamen Gesetze dieser Welt gelten auch für die sozialen Beziehungen. Ein gestandener Mann tötet seine erwachsene Schwester, weil sie für ein paar Tage spurlos verschwindet. Und die Freundin der Schwester – sie hat ein Auge auf den Bruder geworfen – hilft ihm, sie zu verscharren. Wundert es da, dass die Tote sich zwei Tage später wieder ausgraben lässt und fortan Gedanken lesen kann?

Was zu recht komischen Verwicklungen führt, wie überhaupt alles mit einem feinen, hintergründigen Witz erzählt wird und die Gefahr des Pathos, üblicherweise der auf jeder Seite lauernde Killer der persischen Literatur, von Anfang an in Schach gehalten wird. Da lesen wir zum Beispiel eine großartige Parodie auf die iranische Lyriktrunkenheit. In dem Gedicht, das Farrokhlagha nach Monaten der Klausur endlich zustande bringt, stimmen zwar Versmaß und Reim, aber der Gehalt ist ein weißhaariger Revolver, den André Breton sich nicht schöner hätte ausdenken können.

Mit einem tüchtigen Stoß in die Magengrube hat Farrokhlagha zuvor ihren Mann getötet. Trotzdem – oder eben deshalb – taugt „Frauen ohne Männer“ nicht zum feministischen Manifest. Diese gutbürgerlichen Sittenwächterinnen sind Biester, die die Werte, von denen sie sich unterdrücken lassen, am liebsten selbst gegen ihre Leidensgenossinnen vertreten.

Der Garten in Karadsch, den Farrokhlagha schließlich mietet und in dem sie die anderen aufnimmt, ist auch kein Paradies, sondern soll ihr (wie die Lyrik und der Madokht-Baum!) dabei helfen, eine politische Karriere einzuschlagen.

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tagesschau: Sacharow-Preis des EU-Parlaments Ehrung für Anwältin und Filmemacher aus dem Iran

Zwei Iraner werden für ihr politisches Engagement mit dem diesjährigen Sacharow-Preis des EU-Parlaments ausgezeichnet: die inhaftierte Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh und der Filmemacher Dschafar Panahi.

Nasrin Sotudeh (Foto: dpa)Großansicht des BildesSotoudeh ist im Iran zu elf Jahren haft verurteilt.Jafar Panahi (Foto: dpa)Großansicht des BildesPanahi wurde für seine Arbeit auch mit dem Silberen Bären geehrt.

Panahi prangert in seinen Filmen die politische Unterdrückung im Iran an, vor allem die der Frauen. Für den Streifen „Offside“ erhielt er 2006 in Berlin den Silbernen Bären. Im Iran sind seine Filme verboten. Panahi wurde im Dezember 2010 zu sechs Jahren Haft wegen „Propaganda“ gegen die iranische Regierung verurteilt, ist aber derzeit auf freiem Fuß. Die Menschenrechtsaktivistin Sotoudeh hat als Anwältin Jugendliche, Frauen und politische Gefangene verteidigt. Sie sitzt derzeit einer elfjährige Freiheitsstrafe ab.

Pussy Riot und Menschenrechtler waren nominiert

Außer den beiden Iranern waren die zu Lagerhaft verurteilten Musikerinnen der russischen Punkband Pussy Riot und der weißrussische Menschenrechtsaktivist Ales Beljazki für den Preis nominiert.

Die feierliche Preisverleihung ist für den 12. Dezember in Straßburg geplant. Die mit 50.000 Euro dotierte Ehrung „für die Freiheit des Geistes“ wird seit 1988 an Menschen und Organisationen verliehen, die sich besonders mutig für Menschenrechte und Meinungsfreiheit einsetzen. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an fünf Aktivisten des „Arabischen Frühlings“. Zu den früheren Preisträgern gehören unter anderen der Apartheidsgegner und spätere Staatschef von Südafrika, Nelson Mandela, der Vater des Prager Frühlings, Alexander Dubcek, die birmanische Oppositionspolitikerin Aung San Suu Kyi, der chinesische Bürgerrechtsaktivist Hu Jia und die russische Menschenrechtsorganisation „Memorial“.

Mehr zum Thema

Bundesinnenminister Friedrich spricht sich für Beschleunigung von Asylverfahren aus

Hinsichtlich der Debatte um einen Anstieg der Asylbewerber-Zahlen aus Serbien und Mazedonien hat sich Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) für eine Beschleunigung von Asylverfahren ausgesprochen. In einer Sitzung des Europaausschusses am Mittwochnachmittag sagte Friedrich, dass man die entsprechenden Verfahren „unter Einhaltung aller rechtlichen Vorgaben“ innerhalb von vier Wochen abwickeln könne. Zuvor hatte er mit Blick auf die neuesten Zahlen von einem „dramatischen Anstieg“ gesprochen. Allein im Oktober hätten bislang 2.700 Menschen aus Mazedonien und Serbien Asyl beantragt. Er rief dazu auf, den Bürgern in Serbien und Mazedonien „vor Ort zu helfen“. Gleichzeitig müsse man hoffen, „dass wir ein klares Signal aussenden, hier in Deutschland gibt es nichts zu holen“, sagte der Minister.

Die CDU/CSU-Fraktion verwies auf die geringe Anerkennungsquote von Asylbewerbern aus Serbien und Mazedonien. Sie liege derzeit bei 0,1 Prozent. Gleichzeitig sei es ein Widerspruch, betonte der Vertreter der CDU, dass es sich bei einem Land wie Mazedonien, das sich um die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der EU bemühe, um ein Land handeln solle, in dem es einen Asylgrund geben solle. Ein anderer Vertreter der Union sagte, dass das Thema momentan in den Kommunalparlamenten stark diskutiert werde. Die SPD warf dem Innenminister vor, erneut eine Asylmissbrauchsdebatte angefangen zu haben. Auch die beiden großen Kirchen hätten den Innenminister daher bereits „zur Besonnenheit gemahnt“, sagte sie. Zudem betonte die SPD-Abgeordnete, dass es sich im Vergleich mit den hohen Asylbewerberzahlen zu Beginn der 90er Jahre nur um ein Zehntel der Bewerberzahlen handele. Sie halte es daher auch für problematisch, dass der Minister am geltenden Flughafenverfahren festhalten wolle. Die FDP sagte dazu, dass die „schärfsten Worte“ zum Thema Asylmissbrauch vom SPD-Innenexperten Michael Hartmann gekommen seien. Der FDP-Vertreter sagte, er sei erstaunt gewesen, dass man von der SPD derartig „martialische Töne“ gehört hätte.

Die Fraktion Die Linke machte mit Blick auf das Schengen-Abkommen deutlich, dass die Reisefreiheit innerhalb der EU ein „enormer Mehrwert“ sei. Der Abgeordnete wollte daher vom Innenminister wissen, ob demnächst wieder „eine Teilaufhebung von Schengen“ zu erwarten sei. Gleichzeitig sprach er die Situation von Flüchtlingslagern in Griechenland an. „Das ist sehr bedrückend“, erklärte der Vertreter der Linken und sagte in diesem Zusammenhang, dass auch das Erstarken von Neonazis in Griechenland Thema in der EU sein müsse. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen widersprachen der Auffassung Friedrichs, dass es einen Asylmissbrauch gebe. „Das Thema eignet sich nicht zur Wahlkampfprofilierung“, sagte die Vertreterin von Bündnis 90/Die Grünen. Sie erklärte, dass man die Menschen kurzfristig unterbringen könne, aber langfristig andere Konzepte hinbekommen müsste. Die Vertreterin von Bündnis 90/Die Grünen warnte, es handle sich um eine „extrem gefährliche Debatte“ und endete mit der Frage an den Minister: „Welchen Gruppierungen geben Sie hier Nährboden?“.(hib/AS)

Mir Hossein Mosuavi – Our Victory Will Not Be Achieved Through the Defeat of Another

On the last Friday of Ramadan this year, I was amongst a group of individuals, some of whom welcomed me with clenched fists, desiring nothing more than to to see me dead. While traversing the commotion filled road alongside each other, I closely examined the expression on their faces and realized how dear those faces are to me. It became apparent to me that our victory will not be achieved through the defeat of another, for we must all prosper together, even though the journey to awareness and the full recognition of the promise of such prosperity may take longer for some than others.

Mir Hossein Mousavi Statement #13 [following the protests on Quds Day in 2009]
اینجانب آخرین جمعه از رمضان امسال را در میان کسانی حاضر شدم که جمعی از آنان با مشت‌های گره کرده به پیشوازم آمده بودند و برایم آرزوی مرگ داشتند. در مسیر پرهیاهویی که بایکدیگر همراه شده بودیم سیمایشان را مرور می‌کردم و می‌دیدم‌ که آن چهره‌ها را دوست دارم. و می دیدم پیروزی ما آن چیزی نیست که در آن کسی شکست بخورد. همه باید با هم کامیاب شویم، اگرچه برخی مژده این کامیابی را دیرتر درک کنند

میر حسین موسوی ، بیانیه ۱۳

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