Dritte Welt, globaler Islam und Pragmatismus – Wie die Außenpolitik Irans gemacht wird

von Walter Posch

SWP-Studien 2013/S 04, März 2013, 33 SeitenDie Islamische Republik Iran ist einer der letzten Nationalstaaten, die sich strategisch und ideologisch bewusst in einen Gegensatz zu den USA stellen. Die Gründe hierfür liegen in der iranischen Geschichte des 20. Jahrhunderts sowie, aus Sicht des Regimes in Teheran, im islamischen Charakter und persischen Eigenheiten des Landes. Vor allem in der westlichen Welt herrscht mehr als dreißig Jahre nach der Islamischen Revolution nach wie vor Unklarheit darüber, welcher Ideologie die »Islamische Republik Iran« eigentlich anhängt und daraus folgend an welchen Grundsätzen und Zielen sich die Außenpolitik des Landes orientiert. Die Meinungen dazu sind einerseits von Misstrauen gegenüber der islamischen Natur des Regimes oder gar Furcht vor religiösem Fundamentalismus bestimmt, andererseits von Überraschung über den Pragmatismus in der iranischen Außenpolitik.

Je nach dem, welche Wahrnehmung überwiegt, führt dies zu zwei gegenteiligen Beurteilungen der Islamischen Republik: der Behauptung, ihre Politik sei von religiösem Irrationalismus dominiert, der in Kombination mit dem iranischen Nuklearprogramm eine globale Bedrohung darstelle, weshalb die internationale Gemeinschaft diesem Programm wiederum energisch entgegentreten müsse; und der gegenteiligen Auffassung, nach der die Ideologie nur schmückendes Beiwerk eines rational und interessengeleitet handelnden Nationalstaats ist. Betrachtet man die Schwerpunkte der iranischen Außenpolitik genauer, so ist für sich gesehen keine der beiden Positionen haltbar.

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Dr. Walter Posch

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Forschungsgruppe: Naher / Mittlerer Osten und Afrika
Wissenschaftler

2004-2009 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Europäischen Institut für Sicherheitsstudien in Paris (EUISS)

2000-2004 Forscher an der Landesverteidigungsakademie, Wien

1999 Dr. phil. Iranistik, Bamberg

 

Aktuelle Schwerpunkte:

Transformationsprozesse bei den iranischen Neofundamentalisten

SWP-Papiere (Auswahl):

mit Sascha Albrecht

Kriegstheater im Persischen Golf

Völkerrechtliche und militärische Aspekte einer ideologischen Konfrontation zwischen Iran und den USA

SWP-Aktuell 2012/A 17, März 2012, 8 Seiten

Ahmadineschad und die Prinzipalisten

Irans politische Rechte und die Perspektiven für einen neuen Elitenkompromiss

SWP-Studien 2011/S 35, Dezember 2011, 33 Seiten

Der Arabische Frühling und die Islamische Republik Iran: Islamistische Vision trifft auf ihre realpolitischen Grenzen

in: Muriel Asseburg
Proteste, Aufstände und Regimewandel in der arabischen WeltAkteure, Herausforderungen, Implikationen und Handlungsoptionen

SWP-Studien 2011/S 27, Oktober 2011, 67 Seiten, S. 39-41

Foreign Minister Mottaki Dismissed and Salehi Installed

New Trends in Iranian Diplomacy before Istanbul Nuclear Talks

 

SWP Comments 2011/C 02, Januar 2011, 6 Seiten

Die Sanktionsspirale dreht sich

Europäische Iranpolitik auf dem Prüfstand

SWP-Aktuell 2010/A 26, März 2010, 4 Seiten

Publikationen (Auswahl):

Prospects for Iran’s 2009 Presidential Elections

Middle East Institute, Policy Brief 24, Washington D.C., June 2009

Only Personal? The Larijani Crisis Revisited

Durham University Centre for Iranian Studies, Policy Brief 3, November 2007

Arbeitspapiere (Auswahl):

A Last Chance for Iran’s Reformists? The „Green Struggle“ Reconsidered

Working Paper based on a presentation delivered on 17 March 2010 at the European Parliament

Working Papers FG 6 2010/Nr. 02, Mai 2010, 49 Seiten

Medienbeiträge/ „Kurz gesagt“ (Auswahl):

Fraktionskämpfe in Teheran

Wie stark ist Ahmadinejad?

in: Die Presse, 02.08.2011, (online)

Quelle: SWP

 

Veröffentlicht am 13. März 2013 in Dokumente, Empfehlungen, Gesetze, Medien, Meinungen, Politik und mit , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

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