Archiv für den Tag 12. Juni 2013

Parkour life: Iranian women get physical

First it was martial arts. Now Iranian women are combating their bullying street culture by taking up parkour

On any given Friday, groups of young women across Iran can be seen jumping from rooftops, scaling the graffitied walls of apartment blocks, and catapulting themselves over stairways. They are not being chased by riot police, but merely practising their parkour moves, especially the ground roll, tricky to execute while wearing a headscarf.

Parkour’s popularity among young women in Iran is soaring, despite the bulkier clothing and head coverings Islamic dress codes require them to wear. The outdoor sport, a fast-paced hybrid of gymnastics and martial arts, seems designed to get you out of a fix quickly, which perhaps explains its appeal to young Iranians, whose social lives in the strict Islamic republic often require considerable agility. Iran’s female practitioners are running their own threads on Persian-language forumsand posting films online to showcase their skills. Unlike the men’s scene, with its heavy rap culture overtones and emphasis on group rivalries, the girls‘ movement comes across as more athletic and purposeful, despite the greater challenges women face practising outdoors.

Men hold major parkour tournaments in urban parks and talk openly online about parkeur being accepted by local police. Not so for women, whose equal access to sports facilities and public areas for exercise has long been contested by the government.

The authorities may tolerate matrons doing aerobics in parks, but young women dashing over obstacles pushes the boundaries of acceptability.One young woman, hiding behind oversize sunglasses, says in a YouTube clip: „It’s become quite acceptable for guys, but because we’re girls, when we’re out practising, they sometimes hassle us.“

What’s striking about parkour’s appeal among Iranian women is the sheer breadth of the trend. It’s not being led by the reed thin, Fendi-clad women of north Tehran, but girls in trainers and practical headscarves (maghnaeh) from Lahijan to Shiraz. Parkour’s punchiness seems to resonate among Iranian women, who in recent years have also taken up martial arts in record numbers.

The context is the bullying culture and street violence that women face under the country’s Islamic government, whose discriminatory laws make seeking legal recourse for domestic violence almost pointless.

Women in Iran, who make up 60% of graduates, have never had so much to feel angry about, with the state increasing gender segregation at university, among other changes.

Nooshin, a councillor for Iran’s welfare organisation in the city of Hamedan, says she has seen women’s awareness of their own physical capabilities shifting. „Do you think it’s coincidence that more women are taking karate and kung-fu classes? Women, especially young women, are learning about their rights and fighting back.“ Even in the rebellious milieu of Iran’s parkour scene, where you encounter endless clips set to edgy Persian hip-hop and would expect to find more progressive social mores among men, women’s involvement has met with criticism. One young man questioned on the national parkour website whether the sport was in line with women’s „modesty and chastity“. But in film clips online there are also scenes of men standing by to aid women doing air somersaults, clearly enjoying their role as helpers.

As one student from a Tehran parkour clan says: „It gives us courage and helps us release our pent-up energy. It’s great to feel that nothing can stand in your way.“

 

Boell-Stiftung| Präsidentschaftswahlen im Iran: Beteiligung oder Boykott?

Ehsan Mehrabi und Farin Fakhari

Nach der Revolution von 1979 war Beteiligung oder  Boykott von Wahlen in der Islamischen Republik Irans eine entscheidende Frage für die Oppositionellen des Landes. Heute ist ein erheblicher Teil, insbesondere wenn er säkular ist, aus den politischen Institutionen ausgeschlossen,  und  kann nur in der Illegalität oder im Exil aktiv sein. Der Begriff der „Opposition“ ist im iranischen Kontext ein wenig missverständlich. Es ist nicht immer klar, ob damit nur jene Kräfte gemeint sind, die aus der aktiven Beteiligung im politischen System ausgeschlossen sind, wie Monarchisten, die säkulare Linke, republikanische und religiöse Nationalisten oder etwa die Volksmujahedin.

Wahlwerbung des Präsidentschaftskandidaten Dr. Mohsen Rezai - „Wir wollen wieder Moral in der Politik, Erfolge in der Wirtschaft und Frieden in den Familien“

Wahlwerbung des Präsidentschaftskandidaten Dr. Mohsen Rezai – „Wir wollen wieder Moral in der Politik, Erfolge in der Wirtschaft und Frieden in den Familien“
Volksnahe Organisation der Veteranen, CC-BY-SA 2.0

Die aus dem politischen Establishment der Islamischen Republik kommenden und in den vergangenen Jahren immer mehr aus der Politik Gedrängten, die zum Teil ebenfalls Verfolgten oder ins Exil getriebenen Reformisten –  jene die noch innerhalb des Systems gelegentlich als „kleineres Übel“ ausgemacht werden – können auch als „Opposition“ betrachtet werden. Bei der Frage der Wahlbeteiligung geht es genau darum, ob man deren Kandidaten aus strategischen Gründen unterstützen soll oder nicht.

Dies hängt unmittelbar mit ihren Erfahrungen in den letzten fünfzehn Jahren zusammen. Die Präsidentschaftswahlen von 1997, die zur Präsidentschaft von Seyed Mohammad Khatami führten, wie die umstrittenen Wahlen von 2009, boten aus strategischer Perspektive den Oppositionskräften im Ausland mehr Anreiz, an den Wahlen teilzunehmen. Zum Beispiel unterstützten Teile der Exilopposition Kandidaten der Reformisten, wie den Kandidaten Mehdi Karoubi , insbesondere wegen seiner Position zu Menschenrechtsfragen. Lies den Rest dieses Beitrags

Welt| Iran auf der Suche nach der grünen Hoffnung

Am Freitag wählen die Iraner einen Präsidenten – Erinnerungen an die Proteste der Reformbewegung von 2009 werden wach Von 

Negin Behkam ist bitter enttäuscht. Die Stimme der 28-jährigen Iranerin stockt. „Wir haben noch nicht einmal das Minimum unserer Erwartungen erfüllen können“, sagt sie dann. „Wir“, das ist die sogenannte Grüne Bewegung – Millionen Iraner, die vor der Präsidentenwahl im Juni 2009 all ihre Hoffnungen auf den Kandidaten Mir Hussein Mussawi gesetzt hatten. Reformen, Meinungsfreiheit, mehr Frauen- und Bürgerrechte in der Islamischen Republik, so lauteten ihre Forderungen.

Die Erinnerungen an die Tage vor der Wahl sprudeln aus Behkam nur so heraus: „In den Straßen waren Menschen, die Wahlslogans riefen. Überall grüne Bänder, viele trugen grüne Kleidung. Autos waren mit dem Bild von Mussawi geschmückt.“ Grün, die Farbe des Propheten, sollte die Farbe des Wandels sein – auch für Behkam, die damals für eine regimekritische Zeitung arbeitete. „Meine Kollegen und ich waren voller Hoffnungen und Energie“, erinnert sie sich. Doch schon am Tag nach der Wahl schlug der Freudentaumel in Wut und Enttäuschung um, die Behkam auch heute noch spürt. Als der konservative Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad am 13. Juni 2009 zum Sieger erklärt wurde, gingen Hunderttausende Anhänger Mussawis aus Protest gegen das Wahlergebnis auf die Straßen. Das Regime schlug die Demonstrationen gewaltsam nieder, inhaftierte Hunderte, folterte und verurteilte Menschen, die öffentlich Kritik geübt hatten. „Fast jeden Morgen erfuhr ich von einem neuen Kollegen, der nachts festgenommen worden war“, erzählt Behkam. Noch bis Februar 2010 gingen die Menschen gegen die Wahlentscheidung auf die Straße – dann wurde es still um die Grüne Bewegung.

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