Das freundliche Gesicht des jungen Iran | Kurier.at

Wer den Iran bereist, muss viel Scheu und ein paar Mühen überwinden. Dafür empfängt einen dieses Land mit einer einzigartigen Kultur und seinen stolzen, weltoffenen und gastfreundlichen Menschen.

Womit man als Tourist am allerwenigsten rechnet, ist, selbst fotografiert zu werden. Im Iran hat man sich rasch daran gewöhnt. Ob man nun in Shiraz vor dem Grabmal des berühmten Dichters Hafis steht, oder staunend über den gigantischen Imam-Platz in Isfahan schlendert, plötzlich steht ein junges Paar vor einem, oder eine kichernde Gruppe Mädchen. Das Lächeln fällt vielen von ihnen leichter als Englisch, doch früher oder später verständigt man sich. Ein Foto, zusammen mit dem Gast aus dem Westen wünschen sich die meisten. Wenn dann mit der Kamera und ein paar freundlichen Worten der Bann gebrochen ist, packt viele der jungen Iraner die Neugier. „Kann ich eine Unterhaltung mit Ihnen haben“, fragt einer höflich und ein anderer wird bei dem Fremden gleich seinen ganzen Ärger über das Regime los, das sich einfach überall in sein Leben einmische: „Ich hab’ keine Lust mehr, ständig kontrolliert zu werden.“

Noble Zurückhaltung

 

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Foto: Konrad Kramar

Für wen sich das alles nach Belästigung anhört, wie man sie in vielen Ländern des Orients erleben muss, der liegt völlig falsch. Die Perser sind ein stolzes Volk, stolz vor allem darauf, anders als ihre arabischen Nachbarn zu sein. Hier drängt man sich keinem Gast auf, überschreitet nie die Grenze der Höflichkeit.

 

 

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Foto: KURIER/Claudius Rajchl

Auffallend ist das etwa bei einem Spaziergang über einen der alten Bazare wie in Isfahan. Wer, geprägt von Erfahrungen aus Nordafrika, sich auf einen Spießrutenlauf durch aufdringliche Verkäufer vorbereitet, ist fast irritiert, wie lange Händler ihre Kunden in Ruhe die Ware begutachten lassen, bevor sie sie sich um sie kümmern.

 

Kein Ramsch

Natürlich wird auch im Iran gefeilscht und gehandelt, wird bei den Geschichten rund um Ware und Preise lustvoll übertrieben, doch all das läuft in einer Atmosphäre ab, in der man sich nie unwohl und vor allem immer wirklich willkommen fühlt. Dazu kommt die galoppierende Inflation, die für die Iraner zwar das Leben furchtbar teuer macht, macht es für den Fremden aber billig.

 

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Foto: Konrad Kramar

Es gibt unzählige Gelegenheiten, um einzukaufen, nicht nur im Bazar, auch in den modernen Geschäftsstraßen. Hier gibt es natürlich Teppiche, aber auch Tücher, Gewürze, kurz die ganze Vielfalt des Orients gibt. Anders als in den üblichen Massendestinationen in Nahost, wird man nicht mit Ramsch für Touristen überhäuft. Schließlich gibt es davon derzeit nur herzlich wenige.

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Veröffentlicht am 7. Juli 2013 in Dokumentation, Gesetze, Human Rights, Küche, Kultur, Medien, Meinungen, Politik und mit , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für Das freundliche Gesicht des jungen Iran | Kurier.at.

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