Archiv für den Tag 19. Oktober 2013

BAMF| Studie zur Unterbringung von Asylbewerbern

 

Titelbild vom Working Paper 55

Seit 2008 ist ein stetiges Ansteigen der Asylbewerberzahlen in Deutschland zu verzeichnen. Daraus erwachsen administrative und organisatorische Herausforderungen bei der Unterbringung von Asylbewerbern. In der EU stellt Deutschland in dieser Hinsicht keinen Einzelfall dar; auch in vielen anderen EU-Mitgliedstaaten steigen die Asylbewerberzahlen. Vor diesem Hintergrund entsteht ein zunehmender Informationsbedarf in Politik und Verwaltung hinsichtlich der Möglichkeiten einer effektiven Organisation der Aufnahmesysteme. Die hiermit vorgelegte Fokus-Studie soll Entscheidungsträgern aus Politik und Verwaltung auf europäischer wie nationaler Ebene die nötigen Informationen liefern, um ein effektives und menschenwürdiges Aufnahmesystem für Schutzsuchende zu gewährleisten.

Das Working Paper 55 zeigt, wie die Aufnahme und Unterbringung von Asylbewerbern in Deutschland organisiert ist. Es beschreibt die föderale Zuständigkeitsverteilung zwischen Bund und Ländern und erläutert die Mechanismen, mit denen die Aufnahme von Asylbewerbern zwischen den Bundesländern koordiniert wird. Darüber hinaus werden die verschiedenen Verfahren dargestellt, mit denen die Bundesländer die Unterbringung von Asylbewerbern organisieren und die verschiedenen Unterbringungsformen von Asylbewerbern und die ihnen zur Existenzsicherung gewährten Leistungen aufgezeigt.

Die Fokus-Studie wurde von der deutschen EMN-Kontaktstelle im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge als Teilbericht zu einer europäisch-vergleichend angelegten Studie erarbeitet und aus EU-Mitteln kofinanziert.

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BAMF| Lexikon des Dialogs

Grundbegriffe aus Christentum und Islam klar und ansprechend erklärt

Was verstehen muslimische Theologen unter Begriffen wie Auferstehung und Jenseits, Toleranz oder Heilige Stätten? Was ist die die Methode des Analogieschlusses (qiyas) und warum ist sie für die islamische Rechtsprechung so wichtig?

Zwei Bände des "Lexikon des Dialogs - Grundbegriffe aus Christentum und Islam".

Mit Unterstützung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge wurde das neue „Lexikon des Dialogs – Grundbegriffe aus Christentum und Islam“ erstellt. Das Nachschlagewerk wurde im Auftrag der Eugen-Biser-Stiftung und der Islamisch-Theologischen Fakultät der Universität Ankara erstellt, um Begriffe zum einen mit theologischer Fachexpertise und zum anderen aus einer authentischen Innenansicht der jeweiligen Religionen zu beantworten.

Den Herausgebern und Autoren ist es gelungen die Artikel überschaubar und zugleich umfassend zu halten. Das Lexikon zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass die Widergabe der jeweiligen Positionen differenziert erfolgt. Durch den leichtverständlichen Schreibstil ist es den Autoren gelungen ein Lexikon zu erstellen, das für Laien wie für den Spezialisten gleichermaßen ansprechend ist.

Der Präsident des Bundesamtes, Dr. Manfred Schmidt, und Dr. Heiner Köster vom Stiftungsrat der Eugen-Biser-Stiftung präsentieren das "Lexikon des Dialogs". Der Präsident des Bundesamtes, Dr. Manfred Schmidt (links), und Dr. Heiner Köster (rechts) vom Stiftungsrat der Eugen-Biser-Stiftung präsentieren das „Lexikon des Dialogs“.

Da alle Artikel sowohl in deutscher, als auch auf türkischer Sprache vorliegen, können diese von beiden Dialogpartnern gleichermaßen verwendet werden, als reichhaltige Informationsquelle und als Basis für einen Gesprächsaustausch über die Inhalte dieser Religionen.

Bei einer Begegnung in den Räumen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge übergab Dr. Heiner Köster vom Stiftungsrat der Eugen-Biser-Stiftung ein Exemplar des zweibändigen Werkes an den Präsidenten Dr. Manfred Schmidt.

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Deutschland|Start des Modellprojekts „Ausländerbehörden – Willkommensbehörden“ in zehn Bundesländern

„Willkommenskultur etablieren“ – mit dieser Zielsetzung fördert das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit Unterstützung von zehn Bundesländern das zweijährige Modellprojekt „Ausländerbehörden – Willkommensbehörden“. Das Projekt startete am 10. Oktober 2013 mit einem Auftakttreffen im Bundesamt, zu dem Vertreter der beteiligten Ausländerbehörden, von Länderministerien, und derProjektträger nach Nürnberg gekommen waren.

„Wenn Deutschland langfristig ein attraktiver Arbeits- und Lebensstandort für Zuwanderer werden und bleiben möchte, muss es uns gelingen, eine lebendige Willkommens- und Anerkennungskultur zu entwickeln“, so der Präsident des Bundesamts, Dr. Manfred Schmidt, anlässlich des Auftakts des Projektes.„Ausländerbehörden sind die ersten Anlaufpunkte für Menschen, die neu nach Deutschland kommen. Sie sind zentrale Partner wenn es darum geht, eine Willkommenskultur vor Ort zu etablieren.“

Ziel des Projektes ist es, Ausländerbehörden auf dem Weg zu „Willkommensbehörden“ zu begleiten und zu unterstützen. Dabei werden insbesondere drei Kernbereiche ins Auge gefasst:

  • Organisation interner Prozesse und Arbeitsabläufe auch zur Wirkung von Service- und Kundenorientierung
  • Personalentwicklung zur Stärkung der interkulturellen Kompetenzen
  • Vernetzung und Zusammenarbeit mit weiteren für die Integration wichtigen Akteuren vor Ort Lies den Rest dieses Beitrags

Neue EU-Re­geln zur Be­rech­nung von Auf­ent­halts­zei­ten für Dritt­staats­an­ge­hö­ri­ge im Schen­gen­raum ab 18. Ok­to­ber 2013 in Kraft

Bundespolizei stellt Hilfsmittel online zur Verfügung.

Bundespolizisten kontrollieren Pässe.+ Bundespolizisten kontrollieren Pässe.Quelle: Bundespolizei

Mit dem Inkrafttreten der Änderungen in der Visum-Verordnung, dem Schengener Grenzkodex, dem Schengener Durchführungsübereinkommen, der VIS-Verordnung und dem Visakodex werden ab 18. Oktober 2013 neue Regelungen zur Berechnung der Kurzzeitaufenthaltsdauer von Drittstaatsangehörigen schengenweit angewandt.

Zukünftig findet die sog. „Rückwärtsrechnung“ Anwendung, d. h. es wird der – dem Tag des Antreffens gerechnet – zurückliegende Zeitraum von 180 Tagen betrachtet, in dem sich Drittstaatsangehörige bis zu 90 Tage im Schengengebiet aufhalten dürfen. Wenn der „Blick zurück“ ergibt, dass in den letzten, vom Tag des Antreffens vorausgehenden 180 Tagen die maximal mögliche Aufenthaltsdauer im Schengengebiet noch nicht aufgebraucht ist, ist ein weiterer Aufenthalt möglich.

Dies gilt sowohl für den visumfreien Drittstaatsangehörigen, dessen maximal mögliche Aufenthaltsdauer 90 Tage je Zeitraum von 180 Tagen beträgt, als auch für einen Visuminhaber für die durch das Visum erlaubte individuelle Aufenthaltsdauer, höchstens jedoch ebenfalls 90 Tage je Zeitraum von 180 Tagen. Bei der Aufenthaltsberechnung sind künftig sowohl der Tag der Einreise als auch der Tag der Ausreise in die Aufenthaltsberechnung mit einzubeziehen.

Zur komfortablen Berechnung der Aufenthaltszeiten wird die Bundespolizei zeitnah auf ihrer Internetseite einen elektronischen Aufenthaltsrechner einstellen. Dort können sich interessierte Reisende vor Antritt oder während des beabsichtigten Aufenthalts in derEU über ihre Aufenthaltszeiten informieren.

Die neue Berechnungsmethode gilt nicht für die Staatsangehörigen von Brasilien, Antigua und Barbuda, Bahamas, Barbados, St. Kitts und Nevis, Mauritius und den Seychellen. Mit diesen Staaten hat die Europäische Union Visumbefreiungsabkommen abgeschlossen. Hier findet aufgrund des Wortlauts dieser Abkommen die alte Berechnungsmethode weiterhin Anwendung.

 

Deutschland|Elternratgeber: Ausbildung in Deutschland (deutsch – englisch)

Titelbild der Publikation

Elternratgeber: Ausbildung in Deutschland (deutsch – englisch)

Zugewanderte Eltern unterstützen ihre Kinder beim Einstieg ins Berufsleben
2013
45 Seiten
Bestell-Nr.: 30864

Download [PDF – 2,16 MB]

KODE-NQf Erfassung und Validierung von non-formalen und informellen Kompetenzen im Kontext von Nationalen Qualifikationsrahmen

Im Innovationstransferprojekt KoDE-NQF haben Partner aus Italien, Polen und Deutschland verschiedene Werkzeuge für in der Bildungsberatung Tätige entwickelt. Ziel war es, das Erkennen und Erfassen von non-formal und informell erworbenen Kompetenzen, die arbeitsplatzrelevant sein können, zu erleichtern. Mit Blick auf einen europäischen Arbeitsmarkt wurde darüber hinaus die länderübergreifende Vergleichbarkeit dieser Kompetenzen durch die Zuordnung zum Europäischen Qualifikationsrahmen sichergestellt. Die Erprobung fand anhand von vier Berufsprofilen aus dem Gesundheitsbereich statt.

Kategorie: Projektergebnisse und Produkte
Artikelnr.: 400.NA 464

BAMF| Partnerschaft: Bildungsperspektiven für Flüchtlinge

EduAsyl fördert den europäischen Dialog zur Integration

Lange Zeit hatten Flüchtlinge in Deutschland keinen Zugang zum Bildungs- und Arbeitsmarkt, wenn sie nicht im rechtlichen Sinne anerkannt waren. In den letzten Jahren ist eine Wende erkennbar: Auch geduldete Flüchtlinge werden zunehmend in integrationspolitische Maßnahmen einbezogen. Die Partnerschaft EduAsyl fördert den europäischen Dialog.

Was aber bringen die Flüchtlinge mit? Wie sehen ihre Wege in den Bildungs- und Arbeitsmarkt aus? Und wie unterscheiden sich diese innerhalb Europas? Diesen Fragen stellte sich das Projekt EduAsyl, das von August 2010 bis Juli 2012 alsLEONARDO DA VINCI Partnerschaft den Austausch von Unternehmen, wissenschaftlichen Institutionen und Akteurinnen wie Akteuren der Flüchtlingsarbeit aus fünf europäischen Ländern förderte. Das Projekt folgte dem so genannten City-Ansatz, der Städte als Orte der Vielfalt und Integration begreift. Es konzentrierte sich auf Hamburg, Florenz, Thessaloniki, Glasgow und Göteborg, wobei der griechische Partner aus wirtschaftlichen Gründen während der Projektphase aussteigen musste.

Methodisch stand die Zielgruppenorientierung im Vordergrund. Dazu Professor Dr. Louis Henri Seukwa von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg, Koordinator des Projekts: „Wir wollten Sichtweisen verändern, indem wir erstmals Strukturen und Systeme der Integration aus Sicht der Betroffenen geprüft und hinterfragt haben. So konnten wir die Ressourcen der Flüchtlinge in den Fokus stellen und herausarbeiten, wie diese zur Stabilisierung ihrer Lebenslage beitragen und ihnen einen Einstieg in den Bildungs- und Arbeitsmarkt ermöglichen.“ Lies den Rest dieses Beitrags

Deutschland|Reaktionen auf und Alternativen zu den Forderungen des Rates für Migration

Die Forderungen und Kritik des Rates für Migration (RfM) stießen in der Unionsfraktion weitestgehend auf Unverständnis.
Ihr stellvertretender Vorsitzender Günter Krings (CDU) verteidigte das Innenministerium als „Grundsatzministerium“,
das „für die Organisation unseres Staates, die Sicherheit der Bürger und den gesellschaftlichen Zusammenhalt
und damit auch für die Integration der hier lebenden Ausländer“ zuständig sei. Zudem hob Krings die Arbeit
des Innenministers positiv hervor. Die Forderung nach einer ministeriellen Neuausrichtung der Migrations- und
Integrationspolitik ist dabei innerhalb der Union nicht unumstritten. Sowohl die Beauftragte der Bundesregierung
für Migration, Flüchtlinge und Integration Maria Böhmer (CDU) als auch der ehemalige Integrationsminister in
Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet (CDU), befürworten seit Jahren die Einführung eines „Integrationsministeriums“,
stoßen aber hierbei auf den Widerstand innerhalb der eigenen Partei (vgl. Ausgaben 9/10, 8/09).
Die migrationspolitischen Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen, Memet Kılıç, sowie der Linken, Sevim Dağdelen,
begrüßten hingegen die Forderungen des RfM. Unterstützung kam auch von NRW-Integrationsminister
Guntram Schneider (SPD), der dem Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales vorsteht und die eigenen
Positiverfahrungen des seit 2010 existierenden Querschnittministeriums hervorhob. Auch der Sachverständigenrat
deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) und die Türkische Gemeinde Deutschland (TGD)
sprachen sich für die Auslagerung der Migrations- und Integrationspolitik vom Innenministerium in ein eigenes
Bundesministerium (Forderung der TGD) oder das Ministerium für Arbeit und Soziales (SVR) aus.

Migrations-Info

 

Traniningshandbuch zur Glaubwürdigkeitsprüfung in Asylverfahren erschienen

Das ungarische Helsinki-Komitee hat im Oktober 2013 ein Handbuch zur Prüfung der Glaubwürdigkeit von Asylsuchenden vorgelegt. Die auf Englisch erschienene Publikation ergänzt Studien zur Glaubwürdigkeitsprüfung, die UNHCR und die International Association of Refugee Law Judges (IARLJ) zuvor veröffentlicht hatten.

In der umfangreichen, von UNHCR erarbeiteten Studie „Beyond Proof – Credibility Assessment in EU Asylum Systems„, die im Juni 2013 erschien, wird besonders auf die Methoden eingegangen, die bei der Glaubwürdigkeitsprüfung im Asylverfahren zur Anwendung kommen. Speziell untersucht wurden hierfür die Verfahren in Belgien, den Niederlanden und in Großbritannien.

Die im April 2013 publizierte Studie der IARLJ „Assessment of Credibility in Refugee and Subsidiary Protection claims under the EU Qualification Directive – Judicial criteria and standards“ richtet sich besonders an Richterinnen und Richter in Asylverfahren, daneben aber auch an die Personen, die in der Entscheidungs- und Beratungspraxis tätig sind. Sie enthält u.a. einen Kriterienkatalog für die Glaubwürdigkeitsprüfung.

Das jetzt veröffentlichte Traniningshandbuch des ungarischen Helsinki-Komitees vermittelt im Rahmen eines multidisziplinären Ansatzes verschiedene Methoden, die für die Glaubwürdigkeitsprüfung angewandt werden können. Das Handbuch soll im Jahr 2014 durch einen zweiten Teil erweitert werden. Es steht hier zum Download zur Verfügung:

Die genannten Publikationen entstanden im Rahmen des Projekts „CREDO – Improved Credibility Assessment in EU Asylum Procedures“, an dem das ungarische Helsinki-Komitee, UNHCR, die IARLJ sowie Asylum Aid (Großbritannien) beteiligt waren.

 

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