3Sat| Iran – Aufbruch in den unbekannten Orient – Mittwoch, 20. November 2013, 14.40 Uhr

Dokumentation

Eisenbahnbau mitten durch die Wüste
Iran – Aufbruch in den unbekannten Orient
Er war der erste Europäer, der die brennend heiße Wüste Lut im damaligen Persien in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts durchquerte – der österreichische Arzt und Forscher Alfons Gabriel erlebte gemeinsam mit seiner Frau einen Orient, wie er westlichen Reisenden bis damals weitgehend verschlossen war. Das Film-Team folgt in „Iran – Aufbruch in den Orient“ den Spuren des österreichischen Arztes und Forschungsreisenden Alfons Gabriel – ein Unbekannter im eigenen Land, eine Legende im Iran.
Als erstem Europäer gelang es ihm in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts beim dritten Anlauf die südliche Lut, eine der lebensfeindlichsten Wüstenregionen der Welt, zu durchqueren. Für „Universum“ präsentieren Wolfgang Thaler und Peter Thomsen die wichtigsten Stationen von Gabriels Reisen, dokumentieren die unterschiedlichen Wüstenarten – Geröll, Stein und Salz – und zeigen das heutige Leben der Menschen und ihre Strategien, um in diesen unwirtlichen Gebieten zu überleben. Geboten werden faszinierende Einblicke in eine für Kameras bisher verschlossene Lebenswelt des Iran.
Zu heiß selbst für Bakterien
Die Wüste Lut ist eines der trockensten, unerforschtesten und heißesten Gebiete der Welt. Hier herrscht ein Klima mit Temperaturunterschieden von bis zu 70 Grad Celsius. Nicht einmal Bakterien können hier überleben. 1927 war Alfons Gabriel gemeinsam mit seiner Frau Agnes Kummer zum ersten Mal aufgebrochen, um die Lut zu durchqueren. Ein Unterfangen, das vor ihm noch kein anderer bewältigt hat. Und auch er scheiterte zu Beginn. Erst beim dritten Anlauf 1937/38 gelang ihm das bisher als unmöglich Geltende.
Dreharbeiten unter schwierigsten Verhältnissen

Peter Thomsen über die Dreharbeiten: „Das Schwierigste war, in den Iran hineinzukommen. Einmal da, standen uns so manche Türen offen. Für die Filmer aus dem Ausland wurde vieles auf äußerst unbürokratische Art und Weise ermöglicht. Wir konnten von einem der höchsten Minarette des Landes filmen und, um die Dokumentation auch mit Luftaufnahmen zu versorgen, stellte uns das iranische Militär sogar einen Hubschrauber zur Verfügung. Keine Selbstverständlichkeit, da auch Flüge in dieser Gegend auf Grund der Größe und Abgeschiedenheit der Lut so gut wie nie stattfinden. Es gibt für die Piloten bei einem Notfall nicht einmal die Möglichkeit, Treibstoff aufzunehmen, und man ist mehr als 200 Kilometer von der nächsten Trinkwasserstelle entfernt.“

Im Iran sahen sich die „Universum“-Filmer auch mit anderen Schwierigkeiten konfrontiert: So mussten etwa für die Karawanen-Szenen Kamele aus 200 Kilometer Entfernung an den Drehort transportiert werden. Originalrequisiten und -kostüme waren kaum noch vorhanden. Außerdem bestand die Gefahr von Überfällen durch Drogendealer, deren Route von Afghanistan und Pakistan kommend durch die südliche Lut führt – ein großer Teil der Dreharbeiten konnte deshalb nur unter Polizeischutz durchgeführt werden. Unterstützt wurden die Filmteam von einer Teheraner Produktionsfirma, außerdem hatte sich ein iranisches Institut, das auf die Förderung anspruchsvoller Dokumentarfilme spezialisiert ist, dem Projekt angeschlossen. Auch das iranische Fernsehen hatte bereits großes Interesse an einer Ausstrahlung der „Universum“-Dokumentation bekundet – für eine ausländische Produktion gilt dies als kleine Sensation.

Wiederholung:
Mittwoch, 20./21. November 2013
um 4.25 Uhr
Stereo, 16:9, Videotext-UT
Credits
Eine Dokumentation von Wolfgang Thaler und Peter Thomsen, Österreich 2003
Quelle: 3Sat

Veröffentlicht am 18. November 2013, in Ohne. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für 3Sat| Iran – Aufbruch in den unbekannten Orient – Mittwoch, 20. November 2013, 14.40 Uhr.

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