Tagesspiegel| Iran im Umbruch – „Mit Religion ist kein Staat zu machen“

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Tausende Teheraner zieht es freitags in die Berge am Stadtrand. Foto: Katharina Eglau
Raus aus dem Mief. Tausende Teheraner zieht es freitags in die Berge am Stadtrand. In der Hütte feiern die jungen Leute. – FOTO: KATHARINA EGLAU

Bilder von geschminkten Frauen? Verboten. Dabei werden Kosmetika im Iran tonnenweise verkauft. Schnapstrinkende Romanhelden? Verboten. Obwohl wilde Partys längst zum Alltag gehören. Die Bigotterie zermürbt die Menschen in Teheran. Aber sie sind sicher: Das System ist am Ende.

Es sind intime Momente. Die Frauen betrachten ihre Gesichter, ernst und konzentriert. Die eine zupft ihre Augenbrauen, die andere zieht sich einen Lidstrich. „Das Selbst der Frauen“, nennt Nadia Shams ihren Zyklus. Fünf Jahre lang hat sie an den 15 großformatigen Ölbildern gearbeitet. Im Oktober wagte es die Shirin-Galerie in Teheran, ihre ungewöhnliche Serie auszustellen. Zwei Wochen ging alles gut, dann kam der Anruf. „Komm, hol alles ab, das Ministerium für Kultur und islamische Führung hat Probleme damit – und wir wollen keinen Ärger“, sagte der Galerist.

Ihre Hoffnung wurde enttäuscht

Nun ist Nadia Shams, eine zierliche Frau von 25 Jahren, in ihrem ohnehin vollgestopften Atelier also wieder von ihren 15 Heldinnen umgeben.

Die Künstlerin gestikuliert mit einer Zigarette in der Hand, als sie mit sanfter Stimme klagt: „Ich hatte so viele Hoffnungen, doch es gibt wieder nur die übliche Blockade.“ Bis der Sieg des neuen Präsidenten Hassan Ruhani „bei uns Künstlern ankommt, das kann noch lange dauern“.

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Veröffentlicht am 27. Dezember 2013 in Dokumentation, Empfehlungen, Gesetze, Human Rights, Iran Election 2013, Medien, Meinungen, Politik, Wirtschaft und mit , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für Tagesspiegel| Iran im Umbruch – „Mit Religion ist kein Staat zu machen“.

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