Handelsblatt| Irans Führung macht Schluss mit Gratis-Kondomen

Einst fürchtete der Iran eine Bevölkerungsexplosion. Jetzt droht dem Land eine Überalterung – Babys sind gefragt. Aber wie es aussieht, haben die jungen Paare im Land mittlerweile andere Vorstellungen von ihrem Leben.

Eine Kinderklinik in Teheran: Hier sollen künftig mehr Kinder geboren werden – so will es jedenfalls die iranische Regierung. Quelle: ap
Eine Kinderklinik in Teheran: Hier sollen künftig mehr Kinder geboren werden – so will es jedenfalls die iranische Regierung.Quelle: ap

TeheranDie Zeiten kostenloser Kondome im Iran sind vorbei, auch von der Regierung geförderte Sterilisationen für Männer gibt es nicht mehr. Stattdessen wird gepredigt, wie schön es sei, eine größere Familie zu haben. Und es wird sogar darüber diskutiert, die Ankunft von Nachwuchs mit einer Goldmünze zu belohnen. Nach zwei Jahrzehnten der Bemühungen, die Geburtenrate zu verringern, will die iranische Führung nun einen Babyboom im Land. Jetzt gilt es, eine drohende Überalterung der Bevölkerung zu verhindern.

Aber Paare davon zu überzeugen, dass mehr Kinder ein Segen sind, ist sehr schwierig, wenn die Wirtschaft wegen schlechten Managements und westlicher Sanktionen am Boden ist und die Inflation bei 36 Prozent liegt. „Eine Goldmünze würde nichts an den Überlegungen von Paaren ändern“, sagt Mohammad Dschalal Abbasi, Leiter des Demografischen Instituts der Universität Teheran. „Viele jungen Iraner ziehen es vor, ein Studium zu absolvieren, nicht zu heiraten. Andere verschieben eine Heirat oder wollen keine große Familie, weil sie nicht genug Geld haben, ein Haus zu kaufen oder auch nur ihre Rechnungen zu bezahlen.“

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Veröffentlicht am 18. Januar 2014 in Gesetze, Human Rights, Iran Election 2013, Medien, Politik und mit , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für Handelsblatt| Irans Führung macht Schluss mit Gratis-Kondomen.

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