MM| Iran will „Made in Germany“

Seit Jahren leiden die Iraner unter Sanktionen. Sie haben in den vergangen zwei Jahren zu einer dramatischen Verschlechterung der Wirtschaftssituation geführt: Preissteigerung bei Lebensmitteln und Energie. Westliche Produkte, wenn es sie überhaupt noch gibt, sind völlig überteuert. In dieses Vakuum sind zwar Hersteller aus Fernost gestoßen, aber lieber wären vielen Iranern Geräte „Made in Germany“.

Mohammad Sheikhan besitzt einen Laden. Er weiß: „Wenn die Sanktionen wegfallen und Waren mit realistischen Preisen auf den Markt kommen, kaufen die Iraner lieber Geräte beispielweise von Bosch aus Deutschland sogar zu einen höheren Preis. Die chinesischen werden nicht mehr so häufig gekauft.“
Mehr Investitionen gewünscht

Der Präsident der iranischen Industrie und Handelskammer startete eine Charmeoffensive und lud viele westliche Botschafter ein, um für Investitionen im Iran zu werben. In diesen Tagen war der deutsche Botschafter zu Besuch. Deutsche Firmen halten sich bisher noch zurück, wollen noch nicht mit Irangeschäften in Verbindung gebracht werden. Dabei besteht die Gefahr, dass andere europäische Länder die Gunst der Stunde nutzen, um möglichst von Anfang an am Irangeschäft zu verdienen.

Das bestätigt Gholam Hossein Shafei, Präsident der Industrie- und Handelskammer Iran: „Wir bekommen jetzt Anfragen aus der ganzen Welt. Viele Wirtschaftsdelegationen möchten jetzt in den Iran kommen und wir bekommen Einladungen aus aller Welt.“

Bald Geld für Investitionen

Wenn Anfang kommender Woche die Sanktionen gelockert werden, sollen rund 4,2 Milliarden Dollar blockiertes Kapital aus Ölgeschäften freigegeben werden. Geld, das der iranische Staat und die Wirtschaft dringend brauchen. Denn der Staat ist nahezu pleite und die Wirtschaft benötigt Geld für Investitionen.
Alte Beziehungen wiederbeleben

Einige europäische Firmen haben schon investiert – zum Beispiel in der Automobilherstellung – nach der Öl- und Gasindustrie der wichtigste Wirtschaftssektor des Landes. Jährlich verlassen 500.000 Autos die Bänder. Darunter auch Peugeot-Modelle, die in Lizenz gefertigt werden. An den Fließbändern überwiegend deutsche Fertigungsmaschinen. Während der Sanktionen haben die Iraner gelernt zu improvisieren, haben auch viele Autoteile, die einst aus Europa importiert wurden, selbst hergestellt oder in China, Korea oder sonst wo in Fernost gekauft. Jetzt würde man gerne die alten Geschäftsverbindungen wieder aufleben lassen, zum Beispiel mit Bosch und Continental. Die haben schon ihre Bereitschaft signalisiert.

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Veröffentlicht am 18. Januar 2014 in Atomprogramm, Dokumentation, Film, Gesetze, Human Rights, Iran Election 2013, Medien, Meinungen, Politik, Urteile, Wirtschaft und mit , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für MM| Iran will „Made in Germany“.

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