Reisebericht| Besuch der US-Botschaft in Teheran

Moment mal, es gibt keine amerikanische Botschaft in Teheran, werden manche sagen. Das stimmt, schon seit 33 Jahren keine aktive mehr. Dennoch haben wir sie besucht und das Besondere, die geheimen Räume der Botschaft inspizieren können. Mit „wir“ handelt es sich um Mitglieder des ASR-Teams, die eine Tour durch den Iran in den letzten Wochen unternommen haben. Hauptsächlich um zukünftige Gruppenreisen für ASR-Leser vorzubereiten und die interessantesten Orte zu erkunden.

Einer dieser Orte ist die ehemalige US-Botschaft in Teheran, wo uns Einlass gewährt wurde. Unser Team durfte die geheimen Räumlichkeiten sogar fotografieren und die folgenden Bilder zeigen Sachen die man sonst nicht zu Gesicht bekommt, wie den abhörsicheren Konferenzraum, die Fälscherwerkstatt, die Kommunikationszentrale und vieles mehr. So einen geheimen Teil gibt es in jeder Botschaft der USA weltweit.

Zunächst einige Bilder die vom Elburs-Gebirge aufgenommen wurden, an dessen Fuss Teheran liegt. Dort oben gibt es reichlich Schnee und es ist ein beliebter Ort für die Bewohner von Teheran für die Freizeit, um Wandern oder Skifahren zu gehen.

Mit der Seilbahn direkt aus Teheran rauf ins Skigebiet

 

Einige sind Skifahren gegangen …

 

… andere wanderten auf den Gipfel

 

Blick auf einer der Skipisten und Lifte

Teheran liegt auf 1’200 Meter und deshalb gibt es Schnee im Winter

Jetzt zu den geheimen Räumen der US-Botschaft:

Der Eingang von den öffentlichen Räumen zum geheimen Teil

 

Der abhörsichere Konferenzraum besteht aus Glaswänden

 

Glaswände deshalb, weil man dadurch keine Kabel und Mikros anbringen konnte

 

Einer der Aktenvernichter

 

Technik zum Abhören der Kommunikation

 

Waffen die in der Botschaft gefunden wurden

 

Die Fälscherwerkstatt

 

Dort stellte die CIA falsche Pässe und Dokumente für ihre Agenten her

 

Es wurden hauptsächlich Dokumente und Pässe von Kanada, Australien und Saudi Arabien nachgemacht

Die folgenden Fotos zeigen die Kommunikationszentrale. Sie wurde extra abgesichert und der Zugang erstaunlich schon vor 1979 mit einem Iris-Scanner versehen. Von Computern und Bildschirmen sieht man wenig, denn es war noch die Zeit der Fernschreiber und des Funkverkehrs.

 

 

 

 

 

 

Die Amerikaner trauten ihren eigenen Leuten nicht, deshalb gingen die eingegangenen Nachrichten durch eine kleine Schleuse in den nochmal abgesicherten Dechiffrierraum zum Entschlüsseln.

Wie kam es zur Botschaftsbesetzung?

Zur Erinnerung, der vom Westen eingesetzte Diktator, der sogenannte Schah von Persien, wurde durch die Grüne Revolution abgesetzt und bekam mit ausdrücklicher Hilfe durch den Vorstandsvorsitzenden der Chase Manhattan Bank David Rockefeller, seinen Bruder und früheren Vizepräsident Nelson Rockefeller, dem ehemaligen US-Aussenminister Henry Kissinger und dem ehemaligen Weltbank-Präsident John Jay McCloy Aufnahme aus „medizinischen Gründen“ in den USA. Da die US-Botschaft in Teheran während der Schah-Diktatur die wirkliche Regierung des Iran darstellte, so wie die US-Botschaften tatsächlich in den meisten Ländern die Regierung kontrollieren (wie in Deutschland), und weil Washington dem Schah Asyl gewährte, beschloss eine Gruppe von iranischen Studenten die US-Botschaft in Teheran zu besetzen und den Machenschaften ein Ende zu bereiten. Am 4. November 1979 stürmten die Studenten die Botschaft und nahmen die Botschafts- angehörigen als Geiseln. Sie verlangten die Auslieferung des Schah durch die USA, damit er vor Gericht gestellt werden kann. Washington weigerte sich dies zu tun.

In der Nacht vom 24. zum 25. April 1980 kam es zu einem Befreiungs- versuch durch US-Spezialeinheiten. Sie flogen mit C-130 Transport- flugzeuge und acht RH-53D Sea Stallion-Hubschraubern zu einem Behelfslandeplatz in der Grossen Salzwüste im Südosten des Iran, Codename Desert One. Zwei der Hubschrauber fielen wegen eines Sandsturms aus, ein dritter wurde bei der Landung beschädigt. Daraufhin wurde die Mission abgebrochen, doch beim Start der Flugzeuge berührte ein Hubschrauber eine Lockheed C-130 und stürzte ab. Die Militäroperation endete in einem Fiasko für die Amerikaner, nicht so heldenhaft wie in den Hollywoodfilmen.

Die gescheiterte Operation Freeper Canteen

132 Delta Force Kommandos wurden mit sechs C-130 von Oman nach Desert One geflogen. Acht Helikopter der Navy starteten vom Flugzeugträger USS Nimitz, die 80 Kilometer ab der iranische Küste lag, auch nach Desert One. Nach dem Auftanken war geplant die Spezialkräfte 80 Kilometer südwestlich von Teheran abzusetzen. Mit von CIA-Agenten organisierten Fahrzeugen wollte man zur Botschaft fahren und die Geiseln befreien. Drei AC-130 Gunships sollten die Operation aus der Luft sichern und iranische Kampfjets auf dem Flughafen von Teheran zerstören. Mit den Helikoptern wollte man die Geiseln zur ehemaligen Luftwaffenbasis von Manzariyeh bringen, um sie mit den C-130 nach Saudi-Arabien und Ägypten zu fliegen.

Dieser Plan scheiterte schon am Anfang aus eigener Schuld und dabei starben acht amerikanische Soldaten und mindestens vier weitere wurden verletzt. Später wurden die Leichen einiger der Männer während massiver Protestdemonstrationen in den Strassen Teherans vorgeführt, um die Verletzung der Souveränität und das Eindringen in den Iran durch US-Soldaten zu beweisen. Am 6. Mai 1980 wurden die Leichen der US-Soldaten in die USA überführt und US-Präsident Carter ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. Die Geiseln in der Botschaft wurden in den folgenden Tagen in verschiedene Städte im Iran gebracht, um einem erneuten Befreiungsversuch vorzubeugen.

Mit Hilfe algerischer Vermittlung wurde am 19. Januar 1981 ein iranisch-amerikanisches Abkommen zur Geiselfreilassung (Algiers Accords) abgeschlossen. Am Tag der Vereidigung von US-Präsident Ronald Reagan wurden die Gefangenen im Gegenzug zur Freigabe des iranischen Vermögens am 20. Januar 1981 freigelassen und konnten mit einer Boeing 727 von Teheran über Athen und Algier nach Frankfurt am Main fliegen.

Als Rache und weil ihnen der Iran aus ihrer Kontrolle entglitten war, beschlossen die Amerikaner daraufhin die Wirtschaftssanktionen gegen den Iran, die bis heute andauern. Seit 1979 wird der Iran dafür bestraft, sich von einem Diktator befreit zu haben und unabhängig von den USA. Es ist die Strafe dafür, sich nicht von Rockefeller und der verbrecherischen Finanzelite unterwerfen und ausbeuten zu lassen. Alles was uns über den „bösen Iran“ von den kontrollierten westlichen Medien erzählt wird sind Lügen und Propaganda.

Aber genug von Spionage, dreckiger US-Politik und kriminellen Machenschaften der Elite, zurück zu anderen interessanten Sehenswürdigkeiten. Wie zum Beispiel die folgenden Aufnahmen von der Insel Kisch. Ja, das kann auch der Iran sein, Palmen, Sandstrand und Meer. Unsere Gruppe besuchte dieses Paradies im Persischen Golf. Am besten kann man die Insel mit Elektroroller oder Segway erkunden.

 

 

 

 

 

Das war’s fürs erste. Wenn ich mehr Bilder von dieser Erkundungsreise zeigen soll oder wenn Ihr Euch für eine geführte ASR-Gruppenreise durch den Iran interessiert, dann schickt mir eine Mail. Teilnehmerzahl ca. 10 bis 15 Personen und wir sind Eure Guides. Die erste wird im Frühling voraussichtlich sein.

QUELLE: Alles Schall und Rauch: Besuch der US-Botschaft in Teheran http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2014/01/besuch-der-us-botschaft-in-teheran.html#ixzz2qn1OVNNq

Veröffentlicht am 18. Januar 2014 in Dokumentation, Empfehlungen, Gesetze, Human Rights, Medien, Meinungen, Politik und mit , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für Reisebericht| Besuch der US-Botschaft in Teheran.

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