Welt| Irans größter Binnensee wird zur Salzwüste

Vor zehn Jahren war der Urmia-See zehn Mal größer als der Bodensee. Doch schon in zwei Jahren, so warnen Experten, könnte der riesige Salzsee verschwunden sein. Lässt sich die Katastrophe abwenden?Von Ali Akbar Dareini und Alexandra Rehn

Der Salzsee trocknet aus – in den vergangenen Jahren schrumpfte er um mehr als 80 Prozent seiner ursprünglichen Fläche auf 1000 Quadratkilometer

Mosafar Tscheragi steht auf einem staubigen Podest, auf dem sich einst sein Teehaus befand. „Der See ist weg, mein Job ist weg, meine Kinder sind weg und die Touristen auch“, klagt der 58-jährige Iraner. Sein persönliches Schicksal ist Teil eines drohenden ökologischen und ökonomischen Desasters im Nordwesten des Iran, unweit der türkischen Grenze.

Noch vor weniger als einem Jahrzehnt hatte Tscheragi mehrere Dutzend Gäste am Tag. Seine Söhne machten Bootstouren über den Urmia-See, den größten Binnensee des Iran. Doch der Salzsee trocknet aus und droht völlig zu verschwinden. Er ist in den vergangenen Jahren um mehr als 80 Prozent seiner ursprünglichen Fläche auf 1000 Quadratkilometer geschrumpft. Salzbedeckte Felsen, die einst tief unter der Wasseroberfläche lagen, ragen nun inmitten einer Wüste aus dem Boden.

Die erste Kabinettsentscheidung des seit einem halben Jahr amtierenden iranischen Präsidenten Hassan Ruhani galt nicht etwa dem internationalen Streit über das iranische Atomprogramm. Vielmehr hatte Ruhani schon im Wahlkampf versprochen, den Urmia-See zu retten. Zu diesem Zweck beschloss die neue Regierung, eine Arbeitsgruppe zu bilden und zu einer internationalen Konferenz einzuladen.

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Veröffentlicht am 22. Februar 2014 in Gesetze, Iran Election 2013, Medien, Politik, Wirtschaft und mit , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für Welt| Irans größter Binnensee wird zur Salzwüste.

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