BZ| Schlagen Freiburg und Isfahan ein neues Kapitel einer schwierigen Städtepartnerschaft auf?

Nachdem die EU die Sanktionen gegen den Iran gelockert hat, will Oberbürgermeister Salomon im Oktober mit einer Delegation in die Partnerstadt Isfahan reisen.

  1. Seit 14 Jahren Partner: Freiburg und Isfahan Foto: ingo schneider

In die Beziehungen zwischen Freiburg und Isfahan kommt neues Leben: Im Oktober will Oberbürgermeister Dieter Salomon mit einer Delegation, der auch Stadträte angehören sollen, in die iranische Partnerstadt reisen. Seit 2005 lag die 2000 besiegelte Städtepartnerschaft auf offizieller Ebene auf Eis. Als der damals neu gewählte iranische Präsident Mahmoud Ahmadinedschad eine Hass-Rede über Israel gehalten hatte, sagte Salomon damals seine geplante Reise kurzfristig ab. Danach gab es keine Besuche von Politikern mehr, zu groß war die Angst der Freiburger, instrumentalisiert zu werden.

Ganz beenden wollte man im Rathaus – Freiburg ist die einzige deutsche Stadt, die eine Partnerschaft mit einer iranischen Stadt unterhält – die Beziehung allerdings nie. Zuletzt debattierte der Gemeinderat im Dezember 2010 kontrovers über die Beziehung. Anlass waren Berichte über gravierende Menschenrechtsverletzungen und die drohende Steinigung einer angeblichen Ehebrecherin.

Nie abgerissen sind hingegen die Kontakte zwischen den Einwohnern und Verwaltungen beider Städte. Im April wird die 24. Gruppe Freiburger Bürger in die iranische 1,75-Millionen-Stadt aufbrechen. Da die Nachfrage so groß war, folgt kurz darauf eine weitere, und schon für den Herbst ist eine dritte Bürgerreise geplant. Bereits am kommenden Donnerstag wird eine Gruppe aus Isfahan in Freiburg erwartet. Dass die Rathausspitze nach Isfahan fliegen will, habe sie alleine entschieden, Ratschläge aus dem Auswärtigen Amt habe es nicht gegeben, sagt Günter Burger, Leiter des städtischen Referats für internationale Kontakte. Im Auswärtigen Amt habe man die Städtepartnerschaft stets begrüßt. Auslöser für Salomons Entscheidung, nun zu reisen, sei gewesen, dass die EU nach der Wahl des neuen Präsidenten Hassan Rohani, der als gemäßigter gilt, das Embargo gelockert habe. Voraussetzung dafür, dass die Freiburger Delegation im Herbst tatsächlich nach Isfahan aufbricht, sei natürlich, dass sich im Iran bis dahin nichts zum Negativen entwickle und die Entspannungspolitik fortgesetzt werde, sagt Burger. „Stand heute können wir reisen.“

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Veröffentlicht am 14. März 2014 in Empfehlungen, Human Rights, Kultur, Medien, Meinungen, Politik und mit , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für BZ| Schlagen Freiburg und Isfahan ein neues Kapitel einer schwierigen Städtepartnerschaft auf?.

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