NZZ| Die Uno fordert Moratorium

Gegenüber dem Westen zeigt sich die iranische Führung flexibel und um Entspannung bemüht. In Iran selbst ist von Entspannung nichts zu spüren. Die Zahl der Hinrichtungen steigt an.
Jean-Pierre Kapp, Genf

Die Uno-Sonderberichterstatter für Folter, willkürliche Hinrichtungen und Gewalt gegen Frauen haben in dieser Woche Iran aufgefordert, die Anwendung der Todesstrafe auszusetzen. In einem gemeinsamen Bericht zuhanden des Uno-Menschenrechtsrates zeigen sie sich über den exzessiven Einsatz der Todesstrafe beunruhigt. Gemäss ihren Angaben hat die Zahl der Exekutionen seit dem vergangenen Sommer stark zugenommen. Allein seit Beginn dieses Jahres seien in Iran 176 Personen hingerichtet worden. Die Sonderberichterstatter weisen in ihrem Bericht zudem darauf hin, dass die Todesurteile sehr oft unter Missachtung der grundlegendsten Rechte der Angeklagten verhängt werden und die Verurteilten kaum die Möglichkeit haben, die Urteile anzufechten.

Politisches Instrument

So sei beispielsweise am 4. März im Gefängnis von Isfahan eine junge Frau gehängt worden, obwohl sie ihre Unschuld bis zuletzt beteuert habe. Farzaneh Moradi, die im Alter von 15 Jahren gegen ihren Willen verheiratet wurde, hatte zwar zuerst zugegeben, ihren Ehemann ermordet zu haben, hatte ihr Geständnis später aber widerrufen. Auf ihren Widerruf seien die zuständigen Gerichte dann aber nicht eingegangen. Der Uno-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in Iran, Ahmed Shaheed, erklärte, Farzaneh sei anscheinend vom Mörder ihres Gatten mit dem Hinweis darauf, dass eine Minderjährige kaum mit einer langen Gefängnisstrafe rechnen müsse, dazu überredet worden, die Tat auf sich zu nehmen.

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Veröffentlicht am 15. März 2014 in Aktionen, Dokumentation, Empfehlungen, Gesetze, Human Rights, Iran Election 2013, Medien, Politik, Urteile und mit , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für NZZ| Die Uno fordert Moratorium.

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