Eklat in Wien – Iran versetzte Ashton bei Abendessen

Catherine Ashton, Mohammad Javad Zarif

Catherine Ashton, Mohammad Javad Zarif (© AP)

Die Atomverhandlungen zwischen dem Iran und den fünf UN-Vetomächten sollten am Dienstag in Wien fortgesetzt werden. Am Vorabend solcher Treffen hatten Irans Außenminister Mohammed Javad Zarif und  EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton zuletzt immer ein Arbeitsessen. Am Montag wurde die Lady von ihrem Gegenüber versetzt.

Irans Außenminister Mohammed Javad Zarif hat ein für Montagabend geplantes Abendessen mit der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton in Wien abgesagt. Nach Angaben iranischer Medien erfolgte dies aus Protest gegen das Treffen Ashtons mit Dissidentinnen während ihres Besuchs in Teheran in der vergangenen Woche. Darüber sei angeblich das iranische Außenministerium nicht informiert worden.

Die konservative Opposition im Iran hatte Ashtons Treffen als Gefährdung der nationalen Sicherheit ausgelegt. Dem Außenministerium wurde vorgeworfen, entweder das Treffen wissentlich verheimlicht zu haben oder aber unfähig gewesen zu sein, es zu verhindern. Auch die iranische staatliche Nachrichtenagentur IRNA bestätigte die Absage des Abendessens.

Gespräche sollen drei Tage dauern
Die Unterhändler beider Seiten wollen in Wien bei den voraussichtlich dreitägigen Gesprächen weitere Hürden auf dem Weg zu einer umfassenden Lösung des Streits ausräumen. Der Iran strebt eine Aufhebung der Wirtschaftssanktionen an, soll dafür aber den friedlichen Charakter seines Atomprogramms garantieren.

Bis zum Juli wollen die fünf UNO-Vetomächte (USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich) sowie Deutschland mit dem Iran ein entsprechendes Abkommen aushandeln. Knackpunkt ist unter anderem der Schwerwasserreaktor in Arak, dessen Plutonium zur Herstellung einer Atombombe benutzt werden könnte.

Einfluss des Ukraine-Konflikts unklar
Unklar ist, ob die aktuellen Spannungen mit Russland im Ukraine-Konflikt die Iran-Verhandlungen beeinflussen werden. Die USA hofften, dass die Krise auf der Krim die Atom-Verhandlungen nicht substanziell gefährde, sagte ein hoher US-Regierungsbeamter. Klar sei aber, dass eine Einigung nur gemeinsam möglich sei.

Zudem betonte die US-Seite, dass es keine Teil-Lösungen in diesem Konflikt geben werde. Entweder die Verhandlungspartner einigten sich in allen kritischen Punkten oder der Konflikt bleibe in Gänze ungelöst. Es sei wie mit dem berühmten Zauberwürfel (Rubik’s Cube), der nur dann als gelöst gelte, wenn alle Seiten perfekt seien. Es werde allerdings anerkannt, dass der Iran bisher alle konkreten Schritte zur Überprüfung seines Atomprogramms penibel einhalte. So hat die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA/IAEO) attestiert, dass Teheran den Bestand an hochangereichertem Uran deutlich gesenkt hat.

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Veröffentlicht am 18. März 2014 in Atomprogramm, Gesetze, Human Rights, Medien, Meinungen, Politik und mit , , , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für Eklat in Wien – Iran versetzte Ashton bei Abendessen.

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