Iran: Tschahar-Schanbeye Suri, Tradition im Wandel

by didarsabz


Sprung übers Feuer – die alte Tradition

Der Tschahar-Schanbeye Suri ist der letzte Mittwoch im persischen Jahr, vor Beginn des iranischen Neujahrsfestes Nourus. Traditionell machen die Jugendlichen in der Nacht vor diesem Mittwoch sieben Feuer an und springen darüber. Das Fest ist vorislamisch, aber 35 Jahre Islamische Republik haben es nicht geschafft, das Fest auszurotten. Auch dieses Jahr haben die Mollas wieder gegen die Feier gewettert und der oberste Polizeichef Radan hat die Bevölkerung aufgerufen, nicht daran teilzunehmen, es sei gefährlich für die jungen Menschen und fordere Todesopfer.
Das hat die Jugendlichen nicht abgehalten. Allerdings sind sie vorsichtiger geworden. Sieben Feuer zu entfachen, um darüber zu springen, kostet Zeit. Also beschränkt man sich vielerorts darauf, nur ein Feuer anzumachen, und wenn die Polizei kommt, rennt man weg.
Auffällig ist dafür, dass das Fest immer mehr den Charakter von Silvester annimmt. Es werden Raketen angezündet, Knaller und Heuler, man stellt Bengalische Feuer auf, und dieses Jahr konnte man noch eine weitere Neuerung beobachten: Die jungen Leute stellen große, mit Kerzen erleuchtete Lampions her, die sie dann hochfliegen lassen.
Interessante Beobachtung am Rande: Währen die Behörden einerseits diese Feier unterdrücken, sehen sie andererseits doch, dass man mit dem Verkauf von Knallern und Raketen ein gutes Geschäft machen kann. Die Händler freuen sich, und es gibt auch im Iran Importeure und Hersteller von Feuerwerkskörper, die mitverdienen – dass die Pasdaran dabei nicht leer ausgehen, versteht sich.

Hier einige Fotos aus Teheran:


Feuerwerksraketen

und Lampions steigen lassen:

Veröffentlicht am 24. März 2014 in Empfehlungen, Gesetze, Kultur, Medien, Meinungen, Politik und mit , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für Iran: Tschahar-Schanbeye Suri, Tradition im Wandel.

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