HUFF| Atomverhandlungen: Iran setzt auf Spiel mit der Zeit

Die Atomverhandlungen mit der Teheraner Führung, die derzeit im Rahmen eines Übergangsabkommens zwischen den P5+1 und dem iranischen Regime geführt werden, sind ein Dauerbrenner. Nicht erst seit dem vor fünf Monaten ausgehandeltem Deal zwischen den westlichen Großmächten und dem Iran sitzt man an den Verhandlungstischen. Die schier endlos scheinende Bedrohung der Welt durch einen Staat islamistischer Extremisten mit Atombomben geht nun schon seit über einem Jahrzehnt und seit der Zeit des iranischen Präsidenten Chatami. Der damalige Chefunterhändler des Iran ist heute mittlerweile iranischer Präsident. Hassan Rohani leitete bereits 2003 eine Verhandlungsrunde zwischen Frankreich, Großbritannien und Deutschland mit dem Iran, die damals schon als großer Durchbruch im Westen gefeiert wurde.

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Kerry warnt Iran vor der unnachgiebigen Haltung (EPA)

Seitdem gibt es nur zwei wirkliche Ergebnisse zu vermelden. Das erste Ergebnis ist, dass der Iran heute näher am Bau von Kernwaffen denn je ist, dass er mit Rußland und China, Pakistan und Nordkorea potente Lieferanten von Kernwaffentechnologie gefunden hat und dass alle Länder kaum noch auf Linie des Westens zu bringen sind, wie die letzte Sanktionsrunde gegen den Iran zeigte, die überhaupt nur mit Mühe auf die Beine gestellt und nun kaum noch zu halten ist.

Das zweite Ergebnis ist, dass das Leiden des iranischen Volkes um weitere 10 Jahre verlängert wurde. Die dauerhafte Legitimierung der Mullahs, das Abducken vor seinen Drohgebährden und vor allem äußerst fragwürdige Deals haben nicht nur den Iran an seinem Weg in die Freiheit gehindert. Zu den schmutzigen Deals gehörten unter anderem die Terrorlistung der gut organisierten iranischen oppositionellen Volksmodjahedin (MEK), und ein verordnetes Schweigen, dass immer größer wurde, je näher die Konflikte in den Dunstkreis der Mullahs rückten. Dies sah man mehr als deutlich bei den iranischen Volksaufständen 2009, wo sich zwar die Welt empörte, aber unisono westliche Regierungen entweder schwiegen oder lapidare Worte für eine der größten Aufstände des Mittleren Ostens und eines unbändigen Mutes abließen und es endete mit dem Schweigen gegenüber den Menschenrechtsverletzungen, die danach stattfanden und die bis heute an vielen Stellen noch anhalten. Unter Hassan Rohani wurden mindestens 800 Menschen hingerichtet, so viele Menschen hingerichtet, wie seit 20 Jahren nicht mehr, aber der Westen schweigt, weil es die Atomverhandlungen – wie immer – nicht gefährden will.

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Veröffentlicht am 6. Juli 2014 in 2014, Atomprogramm, Gesetze, Human Rights, Iran after Election 2013, Medien, Meinungen, Politik, Wirtschaft und mit , , , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für HUFF| Atomverhandlungen: Iran setzt auf Spiel mit der Zeit.

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