Archiv für den Tag 11. Juli 2014

Bad NEWS: Iran, Turkey Ink Border Security Pact

Iran, Turkey Ink Border Security Pact
TEHRAN (FNA)- Iranian and Turkish officials in a meeting in Ankara signed an agreement to boost security along the two countries‘ borderline.

The border security agreement was signed between Iranian Governor of Chaldoran region Karim Hosseinzadeh and Turkey’s Agri Province Governor Mohammad Takin Arsalan on the sidelines of a joint periodic security commission in the Turkish capita on Thursday.

The periodic meetings of Iran-Turkey border security commission are held every four months either in Tehran or Ankara in the presence of provincial officials from Iran’s Chaldoran and Maku regions as well as Turkey’s Agri and Igdir provinces.

Hosseinzadeh and his Turkish counterpart reiterated that the two countries‘ borders are secured.

Meantime, the two officials called for enhancing level of border trade.

Iran and Turkey increased their trade transactions in the first two months of 2014 as compared with the figures of the corresponding period in the last year.

The value of trade transactions between Tehran and Ankara hit $2.115bln in January and February, the trade data recently released by the Turkish government said.

The two countries have in recent years increased their cooperation in all the various fields of economy, security, trade, education, energy and culture.

The Iranian and Turkish officials have repeatedly stressed the necessity for stronger relations and increasing bilateral trade to $30bln by 2015.

Source: FARSNEWS

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Iraaaaan, Iran! Nach diesem Song kann JLow ihren CULO einpacken

Ajam fährt definitiv den derbsten Iranian Dubstep, Dancehall oder einfach nur Bandari! Und ich werde mir diesen Song nicht nur zur WM anhören. Yallah Yallah Iran, ein Tor für die Herzen der Menschen!

Das Spiel heute Iran : Nigeria um 21:00 – Arena da Baixada, Curitiba – Gruppe F

Hier der Song als free Download zum mitbrüllen:

 

 

Quelle: NIROFAR

Ein Kreditkarteninstitut zeigt wie viele Iraner gesehen werden wollen

Ich schwöre, die Iraner sind nicht alle Böse. Nein Mann, wir haben alle auch Samba im Blut!
Ausgerechnet ein Imagevideo eines Kreditinstituts zeigt den modernen Iran so, wie wir es sonst aus Dokus und Urlaubsbildern kennen. Ich kann nur sagen, dass diese Bilder unsere zweiwöchige Reise im Iran auf den Punkt bringen: Stau, Essen, tanzen, lachen und Musik.
Aber….ein Kreditkartenanbieter?! Und nein! Dieser Beitrag wurde nicht finanziert. Von nichts und niemandem.

 

Quelle: NILOFAR

Galerie-Hopping in Teheran mit der Künstlerin Homa Arkani

Es sind sieben Stationen mit der Metro von Karaj nach Teheran Ekbatan, und freitags sind hauptsächlich Menschen unterwegs, die einen Ausflug machen. Was bei uns der Sonntag ist, ist im Iran der Freitag. Trockene Hitze drückt sich von außen an die Scheibe des Zuges, während Peter und ich im wohl klimatisierten, gemischten Abteil (meist steigen Frauen und Männer in getrennte Abteile ein) sitzen und beobachten, wie wir beobachtet werden.

Karaj_Metro

Wir sind auf dem Weg zu einem Treffen mit Homa Arkani. Eine grandiose Künstlerin, wie ich finde, die es schafft mit ihrer fotorealistischen Malerei, die tragische Komödie ihrer Generation einzufangen. Es sind meist Frauen, die wiehybride Gestalten die westliche Kultur mit ihrer lokalen Tradition vermischen.
Aufmerksam geworden bin ich über das Netz. Irgendwo hab ich ihre Bilder gesehen und war direkt gefangen und überwältigt. Ich musste sie sehen, sie sprechen.

Die siebte Station. Ekbatan. Draußen auf der Straße stehen erwartungsvoll Taxis in einer Reihe und rufen uns ihre Fahrtrichtungen entgegen. Ich versuche Homa zu entdecken. Etwas weiter die Straße hinauf steht eine kleine, zarte Person in einem Rock und Ballerinas, neben einem weißen Auto (irgendwie gibt es in Teheran auffällig viele weiße Autos). Wir begrüßen uns, wie es in Iran üblich ist; drei Küsse auf die Wangen und mein Lächeln im Gesicht wird breiter.
Gespannt, welchen Plan sie sich für unseren gemeinsamen Nachmittag ausgedacht hat, stiegen wir in ihr Auto und fuhren los in Richtung City.

Der Freitag in Teheran ist das Ereignis für die Kunstszene. Zahlreiche Galerien öffnen ihre Türen und Homa hatte drei Galerien für uns raus gesucht.
Es dauerte nicht lange und wir verwickelten uns in ein tiefes Gespräch über uns unser Leben – sie in Teheran, ich in Berlin. „Schau mal,“ sie deutete auf der Autobahn auf einen Wagen, der an uns vorbei fuhr. „So was gibt es viel hier. Der Fahrer tätowiert von oben bis unten und auf der Rückscheibe klebt ein Koranvers.“  Sie lächelte. Da war sie wieder; die Tragik in der Komödie.

 

blumen

Ich hielt mit Fragen Wie ist es als Malerin in Iran zu arbeiten? oder Hattest du schon mal Schwierigkeiten mit dem Staat zunächst inne. Ich kenne die Antwort. Wer hier lebt, findet sich damit ab, dass es ein Doppelleben gibt. Dinge, die gesagt werden dürfen und Dinge, die dich in Schwierigkeiten bringen. Selbstzensur fängt beim Rausgehen aus der Haustür an. Dann gibt es Grauzonen, in denen es möglich ist sich so zu bewegen, dass niemand offensichtlich was dagegen sagen kann.

Norden_Teheran

Wir fuhren die erste Galerie im Norden Teherans, der hauptsächlich mit luxuriösen Hochhäusern bestückt ist, an.
Entlang einer hohen Mauer liefen wir zum Haupteingang der Ariana Art Gallery.„Diese Galerie gibt es erst seit einigen Monaten und sie ist sehr besonders, da wir solch eine freie und große Fläche noch nie hatten.“ Bereitete mich Homa bereits vor der Tür vor.

Arian_Galerie

Und tatsächlich, wir betraten einen Garten, indem ich eine Leichtigkeit spürte. So fühlt es sich an, wenn man eine Grauzone betritt.  Der Wind wehte direkt unsere Kopftücher vom Kopf. Am liebsten hätte ich es abgenommen. Aber ich denke, damit wäre niemanden etwas Gutes getan. Diese Grauzonen stehen unter Beobachtung, sie werden zugelassen, aber wenn sich daraus ein Aufstand gegenüber vorherrschender Moral bilden sollte, werden sie gleich wieder geschlossen.

Der große Garten und die Menschen darin versprühten eine Energie, die mich nach zwei Wochen Aufenthalt, wieder tief durchatmen ließ. Vieles war so, wie ich es aus Deutschland kenne; Menschen, in gelassener Stimmung, die sich unterhalten. Keine Hektik, kein Lärm, kein Stress und saubere Luft.

Nilo_Homa

Homa: “Es ist ein Ventil für die Menschen hier. Es hilft davor, dass die Stimmung nicht überkocht.”
Ich:”Aber wenn sie wollten, könnten sie, das hier schließen?”
Homa: “Ja natürlich.”

Ehebett

Die Ausstellung behandelte auf sehr unterhaltsame und anspruchsvolle weise, gesellschaftliche Themen, die nicht offen angesprochen werden können: Zensur, Frau sein in einem von Männern dominierten Gesellschaft, Ehe, die Vermischung der traditionellen Kultur mit modernen Einflüssen. Inszeniert wurden die Themen nach den Vorgaben der islamischen Richtlinien.

weiblichkeit

Draußen auf dem Hof nahmen wir uns etwas Zeit, bevor es weiter ging. Ein Erfrischungsgetränk und der Blick auf die weiteren Besucher, die uns kurz nach Berlin versetzen. Lange, zottelige Haare bei den Männern, blaugefärbte Haare einer Frau, die Kontrast zu ihrem zitronengelben leichten Tuch auf dem Kopf bieten und T-Shirts mit Message:

needwifi

Peter und ich verließen die Galerie mit einem sehr guten Gefühl und tiefer Dankbarkeit, dass Homa uns diesen Ort gezeigt hat. Gespannt auf die nächsten Stationen, machten wir uns wieder auf dem Weg in den älteren Teil des nördlichen Teherans, wo wir die  Aaran Art Gallery und die Homa Art Gallery besuchten.

Galerie_Eingang

Wohnhäuser, deren Keller zu einer Ausstellungsfläche umgebaut wurde, die aber nicht weniger imponierend war. Abgesehen von den großartigen Malereien, die wir zu Gesicht bekamen, waren wir hier von dem stylischen Ambiente angetan.

pool

 

Die vorletzte Station: Khaneh Honarmandan

Zum Anbruch der Dunkelheit, kam auch die Schließzeit der Galerien. Wir waren aber noch nicht müde und Homa beschloss uns mit ins Khaneh Honarmandan – zu Deutsch Das Haus der Künstler – zu nehmen. Zum ersten Mal sahen wir ein vegetarisches Restaurant auf unserer Reise und nach langer Zeit wieder Menschen, die Deutsch sprachen.

khaneh_honarmandan

Für Peter war das großartig, war er doch sehr gefangen, weil viele sehr wenig bis gar kein Englisch sprachen. Leider kam es nicht, dazu, dass wir mit ihnen ein Gespräch führen konnten. Unser Tisch war weiter weg und es gab noch vieles, was wir Homa noch fragen wollten:

Peter: “Ist es schwer für dich deine Kunst hier auszustellen?
Homa: “Es gibt viele Vorgaben, an die man sich halten muss. Eine offizielle Stelle, die für kulturelle Belange zuständig ist, prüft Ausstellungen vor der offiziellen Eröffnung und urteilt, ob was gezeigt werden kann oder nicht. Bei meinen letzten Ausstellungen wurden einige meiner Bilder zensiert, weil einmal das Bein von einer Frau, die sich sonnt, nicht bedeckt war, dann ein anderes, weil eine Szene mit drei Frauen im Auto gezeigt wurde (siehe Bild unten), deren dargestelltes Verhalten einer schlechten kulturellen Erziehung entsprach.”

adad-bede1

Ich:”Was macht das mit dir und welche Auswirkungen hat das auf deine Arbeit?”
Homa:”Die Zensur und die Einschränkungen sind der Motor für meine Kreativität. Ich weiß nicht, wie ich mit uneingeschränkter Freiheit arbeiten würde. Aber deshalb möchte ich gerne ins Ausland, um das auszuprobieren. Der Blick von außen, wie du es hast. Das würde mich sehr interessieren.”
Ich, mit einem grinsen: “So viel anders sind wir nicht.”

Gespraech_homa_niloufar

 

Letzte Station: Ekbatan

Auf dem Weg nach Ekbatan fuhren wir an dem Tor der Freiheit vorbei. Ein unbeschreibliches Gefühl, nach solch einem Tag, der mir gezeigt hat, dass diese Kultur weder mir noch meinem deutschen Mann fremd ist. Veränderung ist ein Prozess, der nicht über das Knie gebrochen werden kann, selbst, wenn dies mit der Würde der Menschen passiert, sobald sie an der Oberfläche, oberhalb der unterirdischen Räume nach Luft schnappen wollen.

azadi

 

Quelle:

@nielow „Nix zu sehen – Kultur-Curry aus dem Feld“ Erzählt Geschichten, die ihr begegnen. Aus dem Netz, der Nachbarschaft, aus Berlin, Deutschland oder aus ihrer alten Heimat Iran.

Es sind sieben Stationen mit der Metro von Karaj nach Teheran Ekbatan, und freitags sind hauptsächlich Menschen unterwegs, die einen Ausflug machen. Was bei uns der Sonntag ist, ist im Iran der Freitag. Trockene Hitze drückt sich von außen an die Scheibe des Zuges, während Peter und ich im wohl klimatisierten, gemischten Abteil (meist steigen Frauen und Männer in getrennte Abteile ein) sitzen und beobachten, wie wir beobachtet werden.

Karaj_Metro

Wir sind auf dem Weg zu einem Treffen mit Homa Arkani. Eine grandiose Künstlerin, wie ich finde, die es schafft mit ihrer fotorealistischen Malerei, die tragische Komödie ihrer Generation einzufangen. Es sind meist Frauen, die wiehybride Gestalten die westliche Kultur mit ihrer lokalen Tradition vermischen.
Aufmerksam geworden bin ich über das Netz. Irgendwo hab ich ihre Bilder gesehen und war direkt gefangen und überwältigt. Ich musste sie sehen, sie sprechen.

Die siebte Station. Ekbatan. Draußen auf der Straße stehen erwartungsvoll Taxis in einer Reihe und rufen uns ihre Fahrtrichtungen entgegen. Ich versuche Homa zu entdecken. Etwas weiter die Straße hinauf steht eine kleine, zarte Person in einem Rock und Ballerinas, neben einem weißen Auto (irgendwie gibt es in Teheran auffällig viele weiße Autos). Wir begrüßen uns, wie es in Iran üblich ist; drei Küsse auf die Wangen und mein Lächeln im Gesicht wird breiter.
Gespannt, welchen Plan sie sich für unseren gemeinsamen Nachmittag ausgedacht hat, stiegen wir in ihr Auto und fuhren los in Richtung City.

Der Freitag in Teheran ist das Ereignis für die Kunstszene. Zahlreiche Galerien öffnen ihre Türen und Homa hatte drei Galerien für uns raus gesucht.
Es dauerte nicht lange und wir verwickelten uns in ein tiefes Gespräch über uns unser Leben – sie in Teheran, ich in Berlin. „Schau mal,“ sie deutete auf der Autobahn auf einen Wagen, der an uns vorbei fuhr. „So was gibt es viel hier. Der Fahrer tätowiert von oben bis unten und auf der Rückscheibe klebt ein Koranvers.“  Sie lächelte. Da war sie wieder; die Tragik in der Komödie.

 

blumen

Ich hielt mit Fragen Wie ist es als Malerin in Iran zu arbeiten? oder Hattest du schon mal Schwierigkeiten mit dem Staat zunächst inne. Ich kenne die Antwort. Wer hier lebt, findet sich damit ab, dass es ein Doppelleben gibt. Dinge, die gesagt werden dürfen und Dinge, die dich in Schwierigkeiten bringen. Selbstzensur fängt beim Rausgehen aus der Haustür an. Dann gibt es Grauzonen, in denen es möglich ist sich so zu bewegen, dass niemand offensichtlich was dagegen sagen kann.

Norden_Teheran

Wir fuhren die erste Galerie im Norden Teherans, der hauptsächlich mit luxuriösen Hochhäusern bestückt ist, an.
Entlang einer hohen Mauer liefen wir zum Haupteingang der Ariana Art Gallery.„Diese Galerie gibt es erst seit einigen Monaten und sie ist sehr besonders, da wir solch eine freie und große Fläche noch nie hatten.“ Bereitete mich Homa bereits vor der Tür vor.

Arian_Galerie

Und tatsächlich, wir betraten einen Garten, indem ich eine Leichtigkeit spürte. So fühlt es sich an, wenn man eine Grauzone betritt.  Der Wind wehte direkt unsere Kopftücher vom Kopf. Am liebsten hätte ich es abgenommen. Aber ich denke, damit wäre niemanden etwas Gutes getan. Diese Grauzonen stehen unter Beobachtung, sie werden zugelassen, aber wenn sich daraus ein Aufstand gegenüber vorherrschender Moral bilden sollte, werden sie gleich wieder geschlossen.

Der große Garten und die Menschen darin versprühten eine Energie, die mich nach zwei Wochen Aufenthalt, wieder tief durchatmen ließ. Vieles war so, wie ich es aus Deutschland kenne; Menschen, in gelassener Stimmung, die sich unterhalten. Keine Hektik, kein Lärm, kein Stress und saubere Luft.

Nilo_Homa

Homa: “Es ist ein Ventil für die Menschen hier. Es hilft davor, dass die Stimmung nicht überkocht.”
Ich:”Aber wenn sie wollten, könnten sie, das hier schließen?”
Homa: “Ja natürlich.”

Ehebett

Die Ausstellung behandelte auf sehr unterhaltsame und anspruchsvolle weise, gesellschaftliche Themen, die nicht offen angesprochen werden können: Zensur, Frau sein in einem von Männern dominierten Gesellschaft, Ehe, die Vermischung der traditionellen Kultur mit modernen Einflüssen. Inszeniert wurden die Themen nach den Vorgaben der islamischen Richtlinien.

weiblichkeit

Draußen auf dem Hof nahmen wir uns etwas Zeit, bevor es weiter ging. Ein Erfrischungsgetränk und der Blick auf die weiteren Besucher, die uns kurz nach Berlin versetzen. Lange, zottelige Haare bei den Männern, blaugefärbte Haare einer Frau, die Kontrast zu ihrem zitronengelben leichten Tuch auf dem Kopf bieten und T-Shirts mit Message:

needwifi

Peter und ich verließen die Galerie mit einem sehr guten Gefühl und tiefer Dankbarkeit, dass Homa uns diesen Ort gezeigt hat. Gespannt auf die nächsten Stationen, machten wir uns wieder auf dem Weg in den älteren Teil des nördlichen Teherans, wo wir die  Aaran Art Gallery und die Homa Art Gallery besuchten.

Galerie_Eingang

Wohnhäuser, deren Keller zu einer Ausstellungsfläche umgebaut wurde, die aber nicht weniger imponierend war. Abgesehen von den großartigen Malereien, die wir zu Gesicht bekamen, waren wir hier von dem stylischen Ambiente angetan.

pool

 

Die vorletzte Station: Khaneh Honarmandan

Zum Anbruch der Dunkelheit, kam auch die Schließzeit der Galerien. Wir waren aber noch nicht müde und Homa beschloss uns mit ins Khaneh Honarmandan – zu Deutsch Das Haus der Künstler – zu nehmen. Zum ersten Mal sahen wir ein vegetarisches Restaurant auf unserer Reise und nach langer Zeit wieder Menschen, die Deutsch sprachen.

khaneh_honarmandan

Für Peter war das großartig, war er doch sehr gefangen, weil viele sehr wenig bis gar kein Englisch sprachen. Leider kam es nicht, dazu, dass wir mit ihnen ein Gespräch führen konnten. Unser Tisch war weiter weg und es gab noch vieles, was wir Homa noch fragen wollten:

Peter: “Ist es schwer für dich deine Kunst hier auszustellen?
Homa: “Es gibt viele Vorgaben, an die man sich halten muss. Eine offizielle Stelle, die für kulturelle Belange zuständig ist, prüft Ausstellungen vor der offiziellen Eröffnung und urteilt, ob was gezeigt werden kann oder nicht. Bei meinen letzten Ausstellungen wurden einige meiner Bilder zensiert, weil einmal das Bein von einer Frau, die sich sonnt, nicht bedeckt war, dann ein anderes, weil eine Szene mit drei Frauen im Auto gezeigt wurde (siehe Bild unten), deren dargestelltes Verhalten einer schlechten kulturellen Erziehung entsprach.”

adad-bede1

Ich:”Was macht das mit dir und welche Auswirkungen hat das auf deine Arbeit?”
Homa:”Die Zensur und die Einschränkungen sind der Motor für meine Kreativität. Ich weiß nicht, wie ich mit uneingeschränkter Freiheit arbeiten würde. Aber deshalb möchte ich gerne ins Ausland, um das auszuprobieren. Der Blick von außen, wie du es hast. Das würde mich sehr interessieren.”
Ich, mit einem grinsen: “So viel anders sind wir nicht.”

Gespraech_homa_niloufar

 

Letzte Station: Ekbatan

Auf dem Weg nach Ekbatan fuhren wir an dem Tor der Freiheit vorbei. Ein unbeschreibliches Gefühl, nach solch einem Tag, der mir gezeigt hat, dass diese Kultur weder mir noch meinem deutschen Mann fremd ist. Veränderung ist ein Prozess, der nicht über das Knie gebrochen werden kann, selbst, wenn dies mit der Würde der Menschen passiert, sobald sie an der Oberfläche, oberhalb der unterirdischen Räume nach Luft schnappen wollen.

azadi

 

 

 Quelle: NILOFAR

 

Graffiti Künstler in Iran – Propaganda der westlichen Kultur und Verbreitung von Satanisten Logos

Das Urteil für Graffiti Künstler in Iran fällt meist sehr hart aus, denn sie werde bezichtigt, westliche Propaganda und Satanisten Logos zu verbreiten. Dabei sind die Themen der meisten jungen Künstler friedvoll. 
Diese kleine Doku zeigt einen historischen Rückblick auf das verbreiten von politischen Slogans. Angefangen von der Revolution 1978/79 bis hin zu den Unruhen 2009.

schrei_streetart_iran


Es ist kein Wunder, dass die Regierung das Anbringen von Bildern an öffentlichen Wänden nicht als eine eigene Kunstform anerkennt, denn diese Form des Ausdrucks ist politischer und ideologischer Propaganda vorbehalten. Dass es hier eine Entwicklung in der Subkultur gegeben hat, bekommen die wenigsten mit. Zu stark ist noch die Konnotation mit einer politisch, ideologischen Absicht, hier außerhalb eines politischen Kontexts zu agieren ist fast unmöglich.

wall_iran

Die Generation im Krieg geborener Kinder bringt sich immer mehr im öffentlichen Raum mit ihrer friedvollen Message ein. Ein weiterer Prozess der zum Neudenken einer liberaleren Gesellschaft anregen soll. Angefangen auf der Straße.

TT| Anschlagsopfer erhalten in den USA geparkte Milliarden des Iran

Die Hinterbliebenen von Anschlagsopfern bekommen Zugriff auf Gelder der iranischen Zentralbank, die auf einem Konto in den USA liegen. Ein New Yorker Berufungsgericht entschied, dass 1,75 Milliarden Dollar (1,29 Mrd. Euro) an die Familien von US-Soldaten ausgezahlt werden sollen, die 1983 bei einem Bombenanschlag auf eine Kaserne in der libanesischen Hauptstadt Beirut getötet wurden.

Die Angehörigen machen den Iran für den Anschlag verantwortlich und setzten sich mit dieser Sichtweise vor einem US-Gericht durch. Es verurteilte die Islamische Republik zur Zahlung von 2,65 Milliarden Dollar an die Hinterbliebenen. Die Auszahlung ist einer der seltenen Fälle, in dem die Familien von Anschlagsopfern tatsächlich Geld von einem anderen Staat erhalten. Meist gelingt es nicht, dieses Geld einzutreiben.

Dass es in diesem Fall anders läuft, liegt daran, dass die iranischen Gelder auf einem amerikanischen Konto der Citibank liegen, die als Depotbank der Deutschen-Börse -Tochter Clearstream fungiert. Clearstream verwaltet Wertpapiere und Sicherheiten für Banken und andere Investoren und hat sich lange geweigert, die Gelder freizugeben – schließlich zählt es zu ihrer Aufgabe, die Vermögenswerte ihrer Kunden zu schützen. 2012 verschärften die USA jedoch einige Gesetze, was eine Auszahlung erleichterte. Im Herbst 2013 stimmte Deutschlands größter Börsenbetreiber deshalb der Freigabe der Gelder zu.

Die Auszahlung wollte die iranischen Zentralbank (Bank Markazi) in den USA gerichtlich noch verhindern und argumentierte, sie verstoße gegen ein Abkommen zwischen den USA und China. Das New Yorker Berufungsbericht wies diesen Einwand am Mittwochabend jedoch einstimmig zurück. Die iranische Zentralbank, die für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen war, kann dagegen jedoch erneut Berufung einlegen.

In einem anderen Verfahren hat die US-Exportkontrollbehörde OFAC die Deutsche Börse im Rahmen eines Vergleichs zu einer Strafe von 152 Millionen Dollar verdonnert. Sie ist der Ansicht, dass die Tochter Clearstream bei der Schließung iranischer Konten Ende 2007 und Anfang 2008 gegen US-Handelssanktionen gegen den Iran verstoßen hat. Im April hat der Staatsanwalt des Southern District von New York in der gleichen Sache ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen Clearstream eingeleitet. Dieses befindet sich noch in einem frühen Stadium, erkläre ein Clearstream-Sprecher, das Unternehmen arbeite mit den Behörden zusammen.

Quelle: Tiroler Tageszeitung

DeutschlandRadio| „In Teheran gibt es zwei unterschiedliche Machtzentren“

Konservative Kräfte in Iran und USA behindern Verhandlungen

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Atomgespräche mit dem Iran in Wien.
In Wien sprechen die fünf UN-Vetomächte und Deutschland mit dem Iran über dessen Kapazitäten zur Anreicherung von Uran. (dpa / Hans Punz)

Die Verhandlungen um das Atomprogramm des Iran werden durch innenpolitische Vorbehalte auf beiden Seiten behindert, glaubt der Politikwissenschaftler Jochen Hippler.

Starker innenpolitischer Widerstand in beiden Ländern mache die Verhandlungen doppelt schwierig, sagte Hippler im Deutschlandradio Kultur. Insofern gebe es auf beiden Seiten noch bestimmte Probleme, die gelöst werden müssten.

Mit der Präsidentschaft Hassan Rohanis habe es zwar einen neuen Ton in der Regierung gegeben, meinte Hippler:

„Das Problem ist jetzt nur, dass diese positive Anfangssituation so ein Fenster der Möglichkeiten eröffnet hat. Dass das aber, wenn man das lange hinauszögert, sich schließen wird. Also die reaktionären, konservativen Kräfte in Teheran, angeführt vom Führer Chamene’i, die versuchen tatsächlich wieder Boden gutzumachen. Je schneller es geht, desto besser wäre es eigentlich für die Verhandlungen.“

Auf die Frage, ob das weitgehende Schweigen Teherans zum aktuellen Konflikt zwischen Israel und Palästina als ein Zeichen Richtung Westen zu verstehen sei, entgegnete Hippler:

„Ich glaube, dass wir in Teheran jetzt tatsächlich unterschiedliche Machtzentren haben, die sich in solchen grundlegenden Fragen nicht immer einig sind.“

Präsident Rohani und sein Außenminister Sarif wünschten sich zwar eine grundlegende Neuorientierung der Außenpolitik, dürften das aber nicht so offen sagen.

„Weil die reaktionären Kreise in Teheran sonst halt noch destruktiver werden und auch gefährlich sind. Die haben die Kontrolle über das Justizsystem, über die bewaffneten Kräfte, über die Medien. Da hat tatsächlich die gewählte Regierung nur einen begrenzten Handlungsspielraum.“

Deshalb sei das Interesse von Präsident Rohani, eine grundsätzlich bessere Beziehung zum Westen zu bekommen, nicht immer erkennbar: „Weil das einfach innenpolitisch zu gefährlich wäre.“

MEHR ZUM THEMA:

Irans Atomanlagen – Gutes Uran, böses Uran (Deutschlandradio Kultur, 18.02.2014, Reportage)

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