Iran statt Irak – REISEBERICHT: Frauen scheinen in diesem Land tatsächlich unterdrückt.

Da Austrian den Flug von Wien nach Teheran kurzfristig gecancelt hat (die Hamas hat an diesem Abend den Flughafen von Tel Aviv beschossen) hatte ich in Wien bei der wundervollen Claudia Uth (dade-Design PR Frau) einen ungeplanten Stopp over. Weiter ging’s via Istanbul nach Teheran. Im Flieger etwa 100 Frauen. …2 davon trugen Kopftuch. Kaum waren wir gelandet, holten alle Frauen einen Umhang und Kopftuch hervor und stiegen verschleiert aus dem Flugzeug. Freiwillig wäre anders…

Dass Iran eine totalitäre Diktatur ist, wird einem gleich bei der Einreise bewusst. …VISA bekommt man fuer 60 Euro problemlos (Visa on arrival), setzt sich aber einer massiven Willkür der Beamten aus. Nach ueber 30 Stunden auf der Reise gar nicht so einfach… 🙂

Ich habe noch nie ein so verschlossenes Land bereist. Als Tourist ist man Exot, wird nicht beachtet und auch nicht ständig angesprochen. Das liegt sicher auch daran, dass fast niemand english spricht. Es gibt auch fast keine Hotels und Touristen sieht man keine. Andererseits spürt man, dass dieser Staat mit eiserner Hand geführt wird. (Angst/Achtsamkeit vor Regelverstoessen ist omnipräsent) …einen Schwarzhandel von Alkohol, westlichen Konsumgütern, Drogen oder Prostitution sieht man nicht. Facebook und Twitter sind gesperrt. Massenansammlungen werden systematisch verhindert. (Zb kein Public viewing vom WM Final, …nicht mal in der Hotel Lobby… nungut, das Spiel war ja eh schlecht).

Man sieht viele Frauen auf der Strasse (immer verschleiert), und sogar in Restaurants essen Frauen nach Sonnenuntergang alleine. (Es ist gerade Ramadan). Frauen lachen, zeigen Gefühle in der Öffentlichkeit und hin und wieder sogar ein Blickkontakt … junge Frauen haben Smartphones. …andererseits sitzen Frauen im Auto fast immer hinten, der Mann bestimmt, bestellt und benimmt sich totalitär. Im generellen Eindruck auf der Strasse werden Frauen respektvoll aber nicht zuvorkommend behandelt. …im Strassenverkauf sowieso. (Die Frau kauft ein). tiefer jedoch blickt man nicht, alles ist und bleibt verschlossen. (Was das Reisen nicht unbedingt zum Genuss macht)

Alleine in 2 Tagen habe ich x Massenschlägereien gesehen, …doch Polizei ist nicht zu gegen. Diese beschäftigt sich primär mit der Regelung vom enormen Verkehrschaos in dieser 12 Mio City. Iraner wirken sehr selbstbewusst und autoritär. …als “westler” irritiert das oft.

Teheran ist eine solide laute grosse Stadt. Armut sieht man wenig. Wie in Cuba fehlt auch im Iran fast sämtlicher westlicher (Werbe-) Einfluss. …ausser Peugeot (fahren hier alle), Bosch (Werkzeuge) und hin oder wieder ein Pepsi in einem Regal von einem Restaurant ist hier der Westen ausgeschlossen… Resp wird durch die Amerikaner durch das Embargo wirksam verhindert. Dennoch fehlt hier nichts.
Erwartet habe ich mir auch üppiges und Reichtum zu sehen. Das ist nicht der Fall. …kein Gebäude glänz … Kein Mercedes auf der Strasse, keine Rolexshops.

In Iran wird einem bewusst, was Frauen in der westlichen Welt mit ihrem Gleistellungskampf geschafft haben. …diesbezüglich ist der nahe Osten noch meilenweit entfernt. Dieser Kampf muss hier erst geführt werden, insb da die Maenner hier absolut nicht erkennen, dass jeder Mensch die gleichen Rechte hat, ganz egal welches Geschlecht, Rasse oder Religion dieser Mensch hat.
…andererseits öffnet eine Reise in einem solchen Land auch die Augen, dass zuhause die Gleichstellung zum Luxusproblemchen geworden ist. De facto herrscht Gleichstellung und eigentlich müsste Feminismus und Maennerpolitik neu erfunden und definiert werden. #gemeinsam #vereinbarkeit … Auch der #Teilzeitmann gehört zu diesem Luxusproblemchen.

Quelle: http://papa-blog.com/iran/

Veröffentlicht am 14. Juli 2014 in 2014, Blogs, Empfehlungen, Gesetze, Human Rights, Iran after Election 2013, Kultur, Medien, Meinungen, Politik und mit , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für Iran statt Irak – REISEBERICHT: Frauen scheinen in diesem Land tatsächlich unterdrückt..

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