Amnesty kritisiert Lage der Journalisten im Iran

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat einen deutlichen Anstieg von Festnahmen und Inhaftierungen unabhängiger Journalisten im Iran kritisiert. Die Behörden machten damit Hoffnungen zunichte, die der Amtsantritt des iranischen Präsidenten Hassan Rohani am 3. August 2013 geweckt habe, erklärte die Organisation.

Nach Angaben von Hassiba Hadj Sahraoui, der stellvertretenden Direktorin der Amnesty-Abteilung für den Mittleren Osten und Nordafrika, gibt es zunehmend ein Klima der Einschüchterung und Furcht. Was der offiziellen Staatsideologie zuwiderlaufe, drohe mit Gefängnis bestraft zu werden.

In den vergangenen Monaten habe die Repression gegen die Medienschaffenden noch zugenommen. Betroffen seien unter anderen iranische Journalisten, ausländische Korrespondenten und Filmemacher. Festnahmen erfolgten vielfach gemäß der islamischen Strafgesetzgebung. Darin würden „Verbreitung von Lügen oder Propaganda“ sowie „Erzeugung von Unruhe in der öffentlichen Meinung“ als Verbrechen definiert. In Wirklichkeit werde damit eine große Zahl friedlicher Aktivitäten kriminalisiert. Kritische Journalisten würden mit verschiedenen Methoden drangsaliert und zur Selbstzensur gezwungen.

Der Verbleib des Korrespondenten der „Washington Post“ im Iran und dessen ebenfalls als Journalistin arbeitende Ehefrau sei nach wie vor nicht bekannt. Jason Rezaian und Yeganeh Salehi wurden am 22. Juli in Teheran festgenommen. Ebenfalls an einem unbekannten Ort festgehalten wurde die am 28. Mai festgenommene Saba Azarpeik. Erst am vergangenen Sonntag wurde der Journalist Serajeddin Mirdamadi wegen „regierungsfeindlicher Propaganda“ und „Verstoßes gegen die nationale Sicherheit“ zu sechs Jahren Haft verurteilt – laut Amnesty ein Beispiel von vielen.

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Veröffentlicht am 1. August 2014 in 2014, Gesetze, Human Rights, Iran after Election 2013, Medien, Meinungen, Politik, Urteile und mit , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für Amnesty kritisiert Lage der Journalisten im Iran.

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