Spiegel| Netzstreit in Iran: „Dieses Internet verdirbt unsere Jugend“

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Iranerinnen im Internetcafé: Twittern nur mit Proxy-ServerZur Großansicht
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Iranerinnen im Internetcafé: Twittern nur mit Proxy-Server

Die Iraner sollen schneller surfen, so will es Präsident Rohani mit seiner Internet-Offensive. Die Konservativen sind empört. Sie fürchten eine verdorbene Jugend – und oppositionellen Widerstand aus den sozialen Netzwerken.

Teheran – Mal eben mit dem Handy ein Foto machen und es rasch twittern – hierzulande für viele Menschen eine Selbstverständlichkeit. Bald soll das auch für Millionen in Iran möglich sein. Präsident Hassan Rohanihat in der vergangenen Woche entschieden, den Zugang zum schnellen, mobilen Internet massiv auszuweiten.

 

Bisher durfte nur ein einziger Anbieter 3G-Verbindungen anbieten. Nun haben auch die beiden wichtigsten Mobilfunkunternehmen 3G- und sogar 4G-Lizenzen erhalten.

Auch zu Hause dürfen die Iraner schneller surfen: Rohanis Regierung hat den Internetanbietern erlaubt, die Datentransfer-Geschwindigkeit auf 10 Megabits pro Sekunde zu erhöhen. Neben der Zensur war bisher die Drosselung der Geschwindigkeit ein Weg der Hardliner, den Einfluss des Internets zu beschränken.

Für den Präsidenten ist es ein großer Erfolg im Richtungsstreit mit den Konservativen. Rohani will den Menschen im Iran mehr Eigenverantwortung zugestehen. Die Hardliner dagegen glauben, nur durch strenge Überwachung die öffentliche Sittsamkeit garantieren zu können. Sie untergraben Rohanis Bemühungen, wo sie nur können.

Das iranische Parlament hatte über den Internetausbau schon Rohanis Kommunikationsminister einbestellt und verlangt, die Netzgeschwindigkeit wieder zu drosseln. Die Religiösen mahnen: Die Verbreitung von „schmutzigen Bildern und Videos“ über das Internet könnte die jungen Menschen verderben.

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Veröffentlicht am 4. September 2014, in Empfehlungen, Gesetze, Human Rights, Iran after Election 2013, Kultur, Medien, Meinungen, Politik. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für Spiegel| Netzstreit in Iran: „Dieses Internet verdirbt unsere Jugend“.

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