Für ein Jahr „freiwillig unters Kopftuch“

Vor der Abreise: In ihrer Leeraner Wohnung wartete Hilke Jabbarian zwischen gepackten Koffern und zahlreichen Büchern über den Iran auf ihren Abflug. Bild: Ortgies

Vor der Abreise: In ihrer Leeraner Wohnung wartete Hilke Jabbarian zwischen gepackten Koffern und zahlreichen Büchern über den Iran auf ihren Abflug. Bild: Ortgies

VON PETRA HERTERICH

Hilke Jabbarian aus Leer unterrichtet jetzt an der deutschen Botschaftsschule in Teheran. Die 58-Jährige ist seit rund einer Woche im Iran. Es war immer ihr Traum, die Kultur vor Ort kennenzulernen.

Leer – Die Sehnsucht nach dem Iran war schon lange da. Diese Neugier auf das Leben dort, die Kultur, die Menschen. Jetzt wurde sie gestillt: Vor rund einer Woche ist Hilke Jabbarian aus Leer Richtung Teheran aufgebrochen. Die Lehrerin wird dort ein Jahr lang in der deutschen Botschaftsschule unterrichten. Inzwischen ist sie angekommen: „Ich bin hier wunderbar aufgenommen worden“, schreibt sie in einer ersten Mail an die OZ.

Viele Vorträge hat sie in Deutschland zum Thema Iran gehalten, ein Buch über den Schleier geschrieben. Und jetzt: „Jetzt gehe ich selber ein Jahr lang freiwillig unters Kopftuch“, sagte sie vor ihrer Abreise lachend. Sie habe gar nicht damit gerechnet, dass sie die Stelle an der Botschaftsschule bekommen würde. Es habe so viele Bewerbungen gegeben. „Als die Zusage kam, habe ich mich unheimlich gefreut“, sagt die 58-Jährige.

Alle Klassen seien mit I-Pads ausgestattet

Ihre Familie – darunter ihre zwei erwachsenen Kinder – hätten gratuliert: „Sie wussten ja alle, dass das immer mein Traum war“, sagt Jabbarian. Seit dem Studium habe sie sich mit dem Iran beschäftigt – nun arbeitet sie dort. „Ich unterrichte eine dritte Klasse mit zehn Schülern – davon können die Lehrer in Deutschland nur träumen“, berichtet Jabbarian. Sie gibt die Fächer Deutsch, Sachkunde und Ethik. Auch eine Koch-AG hat sie geplant: „In Ostfriesland habe ich oft persisch gekocht – hier mache ich das umgekehrt.“

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Veröffentlicht am 13. September 2014 in Gesetze, Human Rights, Iran after Election 2013, Kultur, Medien, Meinungen und mit getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für Für ein Jahr „freiwillig unters Kopftuch“.

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