Bahai| Unerfüllte Versprechen – Irans Versagen in der Menschenrechtspolitik

Der Iran hat eine Reihe von Versprechen hinsichtlich des Umgangs mit den Bahá’í im eigenen Land in keinster Weise eingelöst, heißt es in einem aktuellen Bericht der Internationalen Baha’í-Gemeinde. 

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Der Bericht „Unfulfilled Promises” (dt.”Unerfüllte Versprechen“) wurde Anfang dieser Woche im UN-Hauptquartier in Genf vorgestellt. Dieser geht auf 34 spezifische Zusagen ein, die der Iran im Februar 2010 beim UN-Menschenrechtsrat gemacht hatte und die in irgendeiner Weise dazu beitragen könnten,  schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen gegenüber den Baha’i entgegenzuwirken.

“Der Iran hat vollkommen darin versagt, seinen Verpflichtungen nachzukommen, die er vor vier Jahren in Hinblick auf die Verbesserung der Menschenrechtslage der Baha‘i, eingegangen ist,“ kommentierte Diane Alai, Sprecherin der Internationalen Baha‘i-Gemeinde (BIC) bei den Vereinten Nationen in Genf.

“Der Menschenrechtsrat beruht auf dem Standpunkt, dass sich seine Mitglieder für die Wahrung und Förderung der Menschenrechte ehrlich und aufrichtig einsetzen. Der Iran, mit seinen „unerfüllten Versprechungen“, ist ein trauriger Beweis für Diskrepanz zwischen der Rhetorik des Landes und seiner Realität“, so Alai.

Die Zusagen des Iran erfolgten im Rahmen des sogenannten Universal Periodic Review (UPR). Alle vier Jahre findet bei den Mitgliedstaaten im Rahmen des UPR Prozesses eine Prüfung ihrer Menschenrechtsbilanz statt. Allen Staaten werden die gleichen Bewertungskriterien auferlegt. Die erste UPR Prüfung des Iran erfolgte im Februar 2010, die nächste steht im Oktober 2014 an.

Während der Überprüfung im Jahr 2010 akzeptierte der Iran 123 von anderen Ländern gemachte Empfehlungen hinsichtlich der Verbesserung ihrer Menschenrechte.

Vier dieser Empfehlungen bezogen sich speziell auf den Umgang mit der Baha‘i-Gemeinde.

Drei der vier Empfehlungen, die der Iran akzeptierte, forderten insbesondere einen  “fairen und transparenten” Gerichtsprozess der sieben ehemaligen Baha‘i-Führungsmitglieder, der zeitgleich während des UPR im Jahr 2010 stattfand.

“Wie jeder weiß, war dieses Gerichtsverfahren durch zahlreiche Verletzungen eines ordnungsgemäßen Prozess geprägt – vom Ausschluss der Öffentlichkeit bis hin zur offensichtlichen Befangenheit der Richter”, sagte Alai. Das Urteil der Sieben gleiche nach Auskunft der Verteidiger “eher einer politischen Kundgebung, als einem rechtsgültiges Dokument“ und bringe „keine Belege für diese Unterstellungen hervor.“

Eine weitere Empfehlung fordert den Iran auf, diejenigen strafrechtlich zu verfolgen, die zu Hass gegen die Baha‘i anstiften.

“In der ersten Jahreshälfte von 2014 stieg die Zahl solcher Angriffe in den Medien drastisch an – von 55 im Januar auf mindestens 565 im Juni“, zitierte Alai Zahlen aus dem Bericht. „Die Regierung unternahm jedoch nichts dagegen, da diese Angriffe auf Veranlassung der Regierung geschahen“.

“Baha’i haben weiterhin keinen Zugang zu jeglicher Art von iranischen Medien, in denen sie falsche Aussagen und Anschuldigungen gegen sich und ihren Glauben widerlegen könnten. Die Falschdarstellungen ziele auf nichts weniger ab als die Bevölkerung gegen die Baha‘i aufzuwiegeln und ihre Verfolgung zu rechtfertigen“, sagte Alai.

Weitere 26 Empfehlungen betreffen Menschenrechte, wie den Schutz vor Folter oder Freiheit von wirtschaftlicher Diskriminierung oder auch Zugang zu Bildung, welcher den Baha’i in vergangenen Jahren ebenfalls vorenthalten wurde.

“Unser Bericht belegt, dass keine einzige dieser Verpflichtungen erfüllt wurde“, sagte Alai.

Derzeit sind mehr als 100 Baha‘i ausschließlich aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen in Haft.

Bei der Präsentation des Berichts wurde auch Mahnaz Parakand, eine der Rechtsanwälte, die 2010 die sieben inhaftierten Baha‘i-Führer zu verteidigte, vorgestellt. Sie sagte, es sei klar gewesen, dass der Ausgang des Prozesses von vorneherein feststand. „Die Justiz ist zu einem Ort geworden, die die Freiheit der Menschen einschränkt”, sagte Parakand.

„Die Richter des Revolutionsgerichtes sind zu Maschinen geworden, die einfach die Urteile, die das Informationsministerium gefällt hat, unterschreiben. Die Art und Weise wie das Verfahren geführt wurde, zeigt, dass der gesamten iranischen Baha‘i-Gemeinde der Prozess gemacht wurde, nicht nur den sieben Führungsmitgliedern”, sagte Parakand.

New report on Iran’s failed promises on human rights

15 September 2014

— Iran has completely failed to live up to a series of promises it made regarding its treatment of Iranian Baha’is four years ago, says the Baha’i International Community in a new report.

Titled „Unfulfilled Promises„, and launched today at the United Nations headquarters in Geneva, the report discusses 34 specific pledges made by Iran in February 2010 at the UN Human Rights Council that in some way could address human rights violations faced by members of Iran’s Baha’i community.

„Iran has utterly failed in every case to fulfill the commitments it made to improve human rights in relation to its treatment of Baha’is when it stood before the Human Rights Council four years ago,“ said Diane Ala’i, the BIC’s representative to the United Nations in Geneva, discussing the report.

„The Council is built on the idea that its members will be honest and sincere in their pursuit of human rights, and Iran’s record of ‚unfulfilled promises‘ is a sad testimony of the gap between that country’s rhetoric and reality,“ said Ms. Ala’i.

The pledges made by Iran came during a procedure known as the Universal Periodic Review (UPR). Held on each member state every four years, the UPR is designed to be a process that treats all states equally in considering their human rights records. Iran’s first review was in February 2010, and it will undergo its next review in October 2014.

During its 2010 review, Iran accepted 123 recommendations made by other countries about specific steps it could take to improve its human rights.

Four of those recommendations referred specifically to Iran’s treatment of the Baha’i community.

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  • Among other things, „Unfulfilled Promises“ discusses the sharp rise in anti-Baha’i propaganda this year. As illustrated by this chart from the booklet, the number… »

Specifically, three recommendations accepted by Iran called for a „fair and transparent“ trial for the seven imprisoned Iranian Baha’i leaders, who, in fact, were being tried at the time of the UPR, in 2010.

„Unfortunately, as everyone knows, that trial was marked by numerous violations of due process, from a closed courtroom to obvious judicial bias,“ said Ms. Ala’i, noting that their lawyers have said the indictment against the seven was „more like a political announcement, rather than a legal document“ that was „written without producing any proof for their allegations.“

Another recommendation called on Iran to „judicially prosecute“ those who incite hatred against Baha’is.

„Yet, during the first half of 2014, the volume of such media attacks rose sharply, from 55 in January to at least 565 in June,“ said Ms. Ala’i, recounting figures from the report. „Yet the government has done nothing, as these attacks are made at the government’s instigation.

„Baha’is continue to be denied access to any form of Iranian mass media where they could counter the false statements and allegations being made about them and their faith, the purpose of which is nothing less than an attempt to rouse the general population against the Baha’is and to justify the persecution of them,“ said Ms. Ala’i.

Another 26 recommendations cover human rights, such as protection from torture or freedom from economic and educational discrimination, that have also been withheld from Iranian Baha’is in recent years.

„Our report shows, on a recommendation-by-recommendation basis, how none of these commitments have been fulfilled,“ said Ms. Ala’i.

There are currently more than 100 Baha’is in prison, she noted, all held solely because of their religious beliefs.

Today’s launch, held in room XXIV at the Palais des Nations, also featured the presence of Mahnaz Parakand, one of the lawyers who helped to defend the seven imprisoned Baha’i leaders during their trial in 2010.

She said it was clear that the outcome of the trial had been pre-determined.

„The judiciary has become a place to limit the freedom of people,“ said Ms. Parakand. „The judges of the revolutionary court have become machines that simply sign the sentences that had been decided by the Ministry of Information.

„Everything in the way the trial took place showed that it was the trial of the Baha’i community of Iran, not of the seven leaders,“ Ms. Parakand said.

Veröffentlicht am 20. September 2014 in Dokumentation, Empfehlungen, Gesetze, Human Rights, Iran after Election 2013 und mit , , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für Bahai| Unerfüllte Versprechen – Irans Versagen in der Menschenrechtspolitik.

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