Archiv für den Tag 30. Oktober 2014

Leipzig| Dokumentarfilm „No Land’s Song“: Gegen die Zensur ein Solo singen

Beyoncé tut es, Lady Gaga tut es und Helene Fischer tut es auch. All diese Frauen stehen auf der Bühne und singen. Soweit, so normal. Doch dass Frauen auf der Bühne etwas solistisch vortragen, das ist in anderen Ländern gar nicht so normal.
Ayat Najafi bei mephisto97.6
Ayat Najafi – der Regisseur des Films „No Land’s Song“.
Felicitas Förster
30.10.2014 – 16:39
  Kultur

„No Land’s Song“: 30. Oktober, 22.15 Uhr, Cine Star 4; 31. Oktober, 17 Uhr, Schaubühne Lindenfels; 1. November, 10.45 Uhr, Cine Star 4. Weitere Informationen auf der Webseite des DOK Leipzig .

Im Iran ist es Frauen untersagt, öffentlich solistisch zu singen. Sängerinnen haben es dort dementsprechend schwer. Von der Unterdrückung der weiblichen Stimme handelt der Dokumentarfilm “No Land’s Song”. Er begleitet eine junge Komponistin, die ein besonderes Konzert auf die Beine stellen will. Besonders deshalb, weil bei dem Konzert nur Frauen singen sollen. Der Film ist im Rahmen des DOK-Festivals nun auch in Leipzig zu sehen. Die Regie geführt hat Ayat Najafi. Er ist in Teheran aufgewachsen und lebt mittlerweile in Berlin.

Ayat Najafi im Gespräch mit mephisto97.6-Moderatorin Anne Eichhorn

In „No Land’s Song“ begleitest du eine Komponistin, die ein Konzert organisieren will, bei dem Frauen solistisch singen sollen. Diese Komponistin heißt Sara Najafi und ist keine Geringere als deine Schwester. Was hast du gedacht, als deine Schwester dir von ihrem Vorhaben erzählt hat?

Es ist besser zu sagen: Wir haben diese Idee zusammen entwickelt. Wir beide wollten dieses Konzert machen und ich habe gedacht, dass man mit einem Film dieses Konzert unterstützen kann. Wir haben also gleichzeitig angefangen. Sie hat sich um die Musiker gekümmert und auch um die Zensur, also um die gesamte Organisation des Konzertes. Ich wiederrum habe versucht, mit dem Film diese Geschichte zu erzählen.

Die Kamera war also von Anfang an dabei. Wie haben sich denn die Dreharbeiten gestaltet?

Wir hatten zwei Pläne. Der erste Plan war, alles mitzunehmen, was passiert. Das heißt, wir mussten immer bereit sein. Manchmal musste Sara sofort ins Kulturministerium kommen und da blieb uns nichts anderes übrig, als auch sofort aufzubrechen. Diese Situationen konnte man nicht planen. Der zweite Plan war unser Drehbuch. Dabei haben wir einige Momente geplant, zum Beispiel in das alte Theater oder in den Musikladen zu gehen und damit ein Bild von der Musikszene im Iran zu zeigen. Natürlich haben wir auch die Proben für das Konzert geplant, die in Teheran und in Paris stattfanden.

Gab es denn größere Einschränkungen, mit denen ihr während der Arbeit zurechtkommen musstet?

Also eigentlich kann man überall drehen. Aber man muss wissen, wie. Ich kann aber leider nicht meine Tricks verraten. Wenn ich das sagen würde, könnte ich nicht mehr im Iran arbeiten. Also tatsächlich durften wir nur im Kulturministerium nicht drehen, aber das darf man ja in Deutschland auch nicht. Etwas anderes war viel wichtiger: Die Leute wussten nicht immer, dass wir filmen, obwohl wir es ihnen hätten sagen können. Aber sie hätten sich dann anders verhalten. Sie hätten sich mehr kontrolliert und politisch korrekt gesprochen. Jetzt im Film sprechen sie frei, ohne Selbstzensur. Sie sagen einfach, was sie wollen.

Für welches Publikum ist der Film bestimmt?

Wir können den Film im Iran nicht zeigen. Er ist also für ein internationales Publikum bestimmt. Das können auch Iraner sein. Ehrlich gesagt: Wer geht denn schon ins Kino, um einen Dokumentarfilm zu sehen? Es ist im Iran genau so wie in Deutschland: Es gibt nur wenige Leute, die sich Dokumentarfilme anschauen. Es gibt natürlich diese Möglichkeiten wie das DOK Leipzig, bei dem man viele Zuschauer für den Dokumentarfilm gewinnen kann. In Teheran gibt es auch so ein Festival. Aber „No Land’s Song“ ist eigentlich nicht für den Iran bestimmt. Meine Hoffnung ist, dass die Iraner später den Film auf DVD sehen können oder dass er in einem Fernsehsender läuft, den man auch im Iran sehen kann. Genau so wie bei „Football undercover“, meinem ersten großen Film. Den kennen auch einige Menschen im Iran.

Du hast dich früh für Schauspiel interessiert, später hast du Bühnenbild studiert. Deine Schwester ist Komponistin. Kommt ihr denn auch einer Künstlerfamilie?

Ja. Mein Vater ist Architekt und ein großer Filmliebhaber und meine Mutter ist Musikerin.

Das heißt, die Kunst hat immer eine große Rolle bei euch in der Familie gespielt?

Sie hat eigentlich die einzige Rolle in unserer Familie gespielt.

Mit neunzehn Jahren hast du eine Jugendtheatergruppe in Teheran gegründet. Wie hat das funktioniert?

Das war sehr schwierig. Aber man muss wissen, dass die Kulturszene im Iran sehr aktiv und dynamisch ist. Es gibt einen großen Unterschied zwischen der Position des Kulturministeriums und der offiziellen Position der Kunst im Iran. Was wir in der Universität lernen, darf man im Iran eigentlich nicht machen. Wir lernen nichts über die Zensur, sondern wir machen, was wir wollen. Es gibt natürlich einen Untergrund und es gibt die Berge. Ich habe alle meine Proben in den Bergen gemacht. Da kommt niemand, um uns zu beobachten. Auch die meisten unserer Aufführungen fanden im Untergrund statt oder zuhause oder in kleinen Ateliers in der Uni. So haben wir gelernt. Seit den fünfziger Jahren herrscht ja im Iran die Diktatur. Erst war es die Diktatur des Shahs, dann die Diktatur der Mullahs. Beide haben ihre Regeln, aber die Künstler haben sich trotzdem durchgesetzt. Man sieht iranische Filme im Ausland, man sieht iranisches Theater und man hört iranische Musik … Die iranischen Künstler haben es geschafft, auf diese internationale Ebene zu kommen.

Eure Dozenten haben euch also empfohlen, in den Untergrund zu gehen?

Klar. Die haben das selber gemacht. Die meisten haben auch im Ausland studiert und sind dort mit internationalen Künstlern in Kontakt gekommen. Es gibt auch sehr viele Austauschprojekte. Das Theaterfestival in Teheran ist sehr aktiv. Dort kommen unter anderem viele Theatergruppen aus Deutschland hin. Auch die Staatstheater, wie zum Beispiel das Berliner Ensemble, kommen nach Teheran und machen Projekte mit iranischen Künstlern. Also diese Dynamik gibt es. Aber die Zensur gibt es natürlich auch. Das ist ein alter Kampf.

Was könnt ihr mit eurer Kunst erreichen, wenn sie versteckt bleiben muss?

Das ist nicht alles versteckt. Die Theaterszene in Teheran ist groß. Wenn man in Teheran ins Theater gehen will, muss man sich erst mal fragen, wohin man will, denn es gibt sehr viel. Wir Künstler lernen im Untergrund, aber später spielen wir vor Publikum. Wir benutzen die Spielräume. Viele iranische Filmer, die im Ausland erfolgreich sind, sind auch offiziell im Iran in den Kinos, wie „Nader und Simin, eine Trennung“ von Asghar Farhadi, der bei der Berlinale den Goldenen Bär gewonnen hat und später den Oscar. Dieser Film hat einen riesigen Erfolg im Iran und er läuft dort in der gleichen Fassung wie in Deutschland. Was ich sagen will: Es gibt Spielräume, die die Künstler nutzen können. Aber ich war nie jemand, der diese Spielräume benutzen wollte. Deswegen habe ich den Iran verlassen. Jetzt versuche ich, freier zu arbeiten und das internationale Publikum anzusprechen.

Wie steht denn das iranische Publikum der Kulturpolitik der Regierung gegenüber?

Dafür ist die letzte Szene in meinem Film ein gutes Beispiel. Dort sieht man, wie stark das Publikum im Iran so ein Projekt unterstützt.

Quelle: mephisto 97.6 – Lokalradio der Universität Leipzig

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Moderatorin Anne Eichhorn im Gespräch mit Ayat Najafi, Teil 1
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Moderatorin Anne Eichhorn im Gespräch mit Ayat Najafi, Teil 2

Iran: Leben mit der Todesstrafe

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30.10.2014 | 06:16 Min. | Quelle: Deutschlandfunk

Autor: Baumgarten, Reinhard Sendung

Iran’s Political Future Uncertain as Top Official Dies

Filmmakers Clash as Rouhani’s Agenda Leaves Iranians Divided

By Ladane Nasseri

After decades portraying starkly different visions of Iran through their movies, two of the nation’s leading filmmakers have turned on each other in a dispute that has sucked in some of the country’s top officials.

At the heart of the discord betweenEbrahim Hatamikia, a household name in Iran, and Abbas Kiarostami, whose films have won global recognition, is the cinematic portrayal of the 1980s war with Iraq. Hidden in the acrimonious exchanges is a tussle between those who stand by the tenets of the Islamic Republic, and draw power from proximity to the clerical establishment, and proponents of a more open, liberal Iran.

Their clash symbolizes “a type of free-thinking versus the authoritative opinion of the state,” said Parviz Barati, an author of books on Iranian culture and commentator for the Shargh newspaper in Tehran. “The same friction we see between these two icons of cinema is visible within Iranian society.”

Iran was invaded by its neighbor just months after the 1979 revolution, the start of an eight-year war that killed hundreds of thousands, and it remains a central pillar of the Islamic Republic’s identity, known as the Sacred Defense. Yet it’s receding into history for many younger Iranians, who are more concerned about the country’s international isolation and played a key part in electing President Hassan Rouhani with a mandate to end it.

The directors’ spat escalated last month, with Hatamikia, 53, for whom the revolution and the war continue to define the Iranian state, accusing Kiarostami of being a “darling of foreign film festivals” who has denigrated the conflict’s martyrs.

‘Time of Peace’

Kiarostami, 74, whose films explore human relationships and topics such as compassion or justice often through child actors, shot back in a newspaper interview, implying Hatamikia’s war movies were formulaic rehashes of Hollywood themes, while denying he doubted the heroism of those who died fighting Iraqi forces.

“In a time of peace, I am not interested in talking about war,” he told the Etemaad newspaper on Oct. 9, alluding to the need for cinema to discuss contemporary issues.

There are no shortage of those. Rouhani and his hardline opponents are at odds over policies from curbing the nation’s nuclear program, in return for the lifting of international sanctions, to greater access to the Internet.

No Slogans

Supporters have rallied round the two directors. Qassem Soleimani, the commander of the Qods Force and the increasingly public face of Iran’s contribution to the fight against the Islamic State militant group in Iraq and Syria, wrote an open letter to Hatamikia encouraging him to ignore criticism and “continue on your path” as “your prize is people’s awakened conscience.”

“In the West, they still make movies about World War II,” said Hamid Asemani, 34, a communications student at Allameh Tabatabai University in Tehran. “Our war only ended some two decades ago. Of course it’s important that we still document and discuss it.”

Defending Kiarostami, Hojatollah Ayoubi, deputy culture minister and head of Iran’s Organization of Cinema, said the director is also “enamored by” sacrifices made in the war though he wants to depict them in “his own style.”

Kiarostami is “very open to the world,” said Barati. “His fans are mostly liberal, more independent-minded reformists who back democracy,” he said. “Kiarostami doesn’t deliver slogans in his movies and stays away from ideology. Such people have always been under pressure. Some like Kiarostami have remained in Iran while others have left.”

Calibrated Defiance

Sparring between two stars of the cinema over something as sensitive as the war, the start of which authorities commemorate with the Sacred Defense Week each September, was bound to generate passions.

“In contemporary Iran, it’s impossible to criticize the war,” said Roxanne Varzi, an assistant professor of film and media studies at the University of California in Irvine and author of “Warring Souls: Youth, Media and Martyrdom in Post-Revolution Iran.” It’s “at the heart of the entire authority of the state.”

Most challenges to the clerical establishment in Iran are acts of calibrated defiance rather than outright confrontation. That’s become easier since Rouhani came to power signaling support for greater freedoms on university campuses and criticizing aggressive moral policing.

Formative Episode

Conservative opponents have accused his government of diluting the declared objectives of the revolution, such as independence from the U.S. and social stability.

Hatamikia, who spent time at the front in the 1980s documenting the conflict, “is a believer in the cause and what the war stood for,” said Saeed Zeydabadi-nejad, a senior fellow at the School of Oriental and African Studies’ Centre of Media Studies in London.

His dedication has won him support from conservatives who see the resistance of the then-nascent Islamic Republic to foreign aggression as one of Iran’s most formative episodes.

For many Iranians, half of whom according to the United Nations Population Fund are below the age of 24, his films don’t relate to their present lives. “Hatamikia made movies about a period of Iran’s history and they had their impact,” Ali Honarvar, a 29-year-old sculptor in Tehran, said by phone. “But this isn’t all there is.”

Source: Bloomberg

Rafsanjani may run for chairmanship of Iran’s Assembly of Experts

Source: Tehran Times

Ayatollah Akbar Hashemi Rafsanjani may run for the chairmanship of the Assembly of Experts, replacing late Ayatollah Mohammad-Reza Mahdavi Kani, a close source to him has said.


Read related article by Arman daily

Ayatollah Mahdavi Kani passed away on October 21. The 83-year-old ayatollah had gone into a coma on June 4 due to a major heart attack.

The Assembly of Experts is tasked with electing and supervising the leader of the Islamic Revolution.

The source close to Rafsanjani dismissed recent reports about his reluctance to be elected the chairman of the assembly, according to Jomhouri Islami newspaper.

„If certain people, whom I deem incompetent to be the chairman of the Assembly of Experts, intend to get nominated for the post, I will run for the chairmanship of the assembly,“ the source quoted Rafsanjani as saying.

Rafsanjani, who is currently chairman of the Expediency Council, held the post before Ayatollah Mahdavi Kani was elected the chairman of the assembly in March 2011.

UN Special Rapporteur concerned with forced and early marriages ahead of the upcoming UPR on Iran

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Justice for Iran | 28 October 2014 – During a Press Conference  held on October 26, the UN Special Rapporteur on the Situation of Human Rights in Iran, Dr Ahmed Shaheed, expressed his concern regarding forced and early marriages of girls in Iran, just ahead of presenting his seventh report to the UN Human Rights Committee. According to Shaheed, current bills under consideration further deepen discrimination against women. In addition, referring to JFI findings analysing 2012 official statistics, the rate of marriage involving girls below the age of 10 rose to 1537, while more than 40,000 girls below the age of 15 faced marriage, and courts were permitted to sanction marriage involving girls below the age of 9.

Following Iran’s first UPR in February 2010, the Islamic Republic failed to accept any of the three recommendations on sexual orientation and gender identity, or act on the ten recommendations it accepted regarding the rights of women and girls. Iran’ second UPR takes place on Friday 31 October 2014 in Geneva.

During a recent nationally televised interview, Mohammad Javad Larijani, Secretary General of Iran’s High Council for Human Rights, refrained from commenting on Shaheed’s report, particularly on homosexuality, forced and early marriage, and said: “We will respond to all issues in detail verbally and in writing through the media” and “in the upcoming UPR session later this week.” In reference to the right to free and full consent in marriage in the UN Declaration of the Right to Marriage and Family, Larijani exclaimed: “The west intends to impose and promote its new interpretation of marriage in the Islamic Republic and to us this is dangerous.”

Following Iran’s first UPR in February 2010, the Islamic Republic failed to accept any of the three recommendations on sexual orientation and gender identity, or act on the ten recommendations it accepted regarding the rights of women and girls. Iran’ second UPR takes place on Friday 31 October 2014 in Geneva.

According to the statistics reflected in Shaheed’s report at least 48,580 girls between 10 and 14 years of age were married out of whom, except for 13, every single girl gave birth to at least one child before reaching the age of 15. In response Iran claims forced marriages are illegal and all such cases were based on mutual consent.

His report makes reference to other related violations such as the legal age for marriage set at 13, conditioning marriage for younger girls on court permission, and refusal by the Guardian Council in 2002 to increase the minimum age to 15 while more recently Iranian MPs moved to accommodate adoptive parents marrying adopted children.

Shaheed’s criticism of gender pay gap

The Special Rapporteur also expressed his concern regarding lack of equal pay for women and men. He also highlighted gender-based discrimination in accessing higher education: “female student admission rate of 62% in 2007-2008 has dropped down to 48% in 2012-2013.” Meanwhile Larijani claims “with regards to education we have progress well and women have made great advances.”

During a recent nationally televised interview, Mohammad Javad Larijani, Secretary General of Iran’s High Council for Human Rights, refrained from commenting on Shaheed’s report, particularly on homosexuality, forced and early marriageDuring a recent nationally televised interview, Mohammad Javad Larijani, Secretary General of Iran’s High Council for Human Rights, refrained from commenting on Shaheed’s report, particularly on homosexuality, forced and early marriage

Larijani also states the Islamic Republic supports Universal Periodic Review (UPR): “…it is a regular report and we accept it; Iran has prepared a report following collaboration with organisations and supervision of the High Council for Human Rights, one of the most organised reports so far.”

In its report Iran writes it has implemented all recommendations it accepted in 2010 with the exception of only four. However, a cursory examination of Iran’s human rights record over the past four years and its report this year points to its failure to address many recommendations and issues submitted to the UN.

Over the past two months JFI has briefed more than 70 permanent missions at the UN in Geneva in order to present facts and recommendations regarding the situation of LGBT people and a number of issues pertaining to women’s rights.

JFI also submitted a shadow report with some recommendations on girl marriages, forced hijab, and the situation of homosexual and transgender citizens in Iran to the UN Human Rights Council, as well as recommendations regarding the new policies pertaining to family planning to various member states.

Source: http://justice4iran.org/english/?p=9560

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