Welt| Spione aus dem Iran greifen deutsche Firmen an

Vor allem China und Russland sind bisher berüchtigt für Cyber-Attacken auf deutsche Unternehmen. Jetzt greift auch noch der Iran an. Ein Ruhetag führte den Verfassungsschutz auf seine Fährte.


Iranischer Geheimdienstchef Mahmud Alawi: Iran soll sich entschieden haben, die eigene Wirtschaftsspionage auszubauen, nachdem seine Nuklearanlagen 2008 von der Sabotage-Software „Stuxnet“ angegriffen worden waren
Foto: picture alliance/landovIranischer Geheimdienstchef Mahmud Alawi: Iran soll sich entschieden haben, die eigene Wirtschaftsspionage auszubauen, nachdem seine Nuklearanlagen 2008 von der Sabotage-Software „Stuxnet“ angegriffen worden waren

Der Eindringling kam lautlos und unbemerkt. Über Monate hinweg hatten die Mitarbeiter eines Industrieunternehmens ihre Arbeit verrichtet und nicht einmal bemerkt, dass sich Fremde am Wichtigsten zu schaffen machten, das ein Unternehmen unterhält: dem Computersystem, in dem alles Know-how gespeichert ist.

Stillschweigend bahnten sich die Täter den Weg in die IT-Infrastruktur, gezielt suchten sie nach Schwachstellen, arbeiteten sich schrittweise vor. Als die Firma im April 2014 schließlich erste „Unregelmäßigkeiten im Rechnernetz“ feststellte, hatten die Angreifer bereits ein halbes Jahr lang Zeit gehabt, um die Mitarbeiter auszuspionieren und ihre Passwörter zum Firmennetz abzufischen.

Auf der Suche nach Hilfe wandte sich das Unternehmen daraufhin an denBayerischen Verfassungsschutz, dessen Experten sogleich die Fährte aufnahmen. Mehrere Mitarbeiter des 2013 speziell für den Kampf gegen Wirtschaftsspionage gegründeten Cyber-Allianz-Zentrums (CAZ) machten sich an die Arbeit und stießen schnell auf Spuren von Software-Werkzeugen, die die Hacker genutzt hatten, um heimlich in die inneren Sphären des Unternehmens vorzudringen.

Doch wenngleich das Aufdecken professioneller Cyberangriffe wie diese für die CAZ-Experten zum Alltag gehört, sorgte dieser Fall für großes Erstaunen. Nach Recherchen von „Welt“ und „BILANZ“ führten die Spuren nicht etwa zu Hackern in China oder Russland – von wo die Mehrzahl der Cyberangriffe auf Deutschland gestartet wird. Die Täter saßen in einem Land, das bis dato nicht eben als Zentrum für Wirtschaftsspionage bekannt war: im Iran.

Am Freitag ruhen die Hacker

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Veröffentlicht am 12. November 2014 in Ali Khamenei, Berlin, Cyber-War, Cyberwar, Deutschland, Iran und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für Welt| Spione aus dem Iran greifen deutsche Firmen an.

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