nordbayern.de| Im Iran ist ihre Musik bei Strafe verboten

Die Band Langtunes aus Teheran hat die Heimat verlassen und nimmt gerade in Nürnberg ihre Debüt-CD auf – vor 55 Minuten

Die Langtunes um den Sänger und Gitarristen Behrooz Moosavi (zweiter von links).

Die Langtunes um den Sänger und Gitarristen Behrooz Moosavi (zweiter von links).© Foto: PR


Wie viele junge Menschen steht Behrooz Moosavi auf den Sound von Bands wie Franz Ferdinand, The Strokes, Interpol und die Arctic Monkeys. Und wollte irgendwann selbst IndieRock in diesem Stil spielen: Wild, laut, verrückt, mit viel Melodie und zwischenrein knalliger, richtig harscher Elektronik. Nur lebt Behrooz in Teheran, wo westliche Musik bei Strafe verboten ist. Gleichwohl gibt es sie im ganzen Land – im Untergrund. „Bei Euch im Westen bedeutet Underground alles das, was nicht Mainstream ist“, erklärt der 29-Jährige bei einem Kaffee in Gostenhof, wo die vier feschen Indie-Boys seit einigen Wochen wohnen und wo sie schon so bekannt sind, dass ihnen beim Brötchen holen ein freundliches „Hey, ihr seid doch diese iranische Band!“ über die Straße entgegen schallt. „Bei uns im Iran gibt es aber nicht mal einen Mainstream!“

Gegen alle Widerstände

Musik machen gegen alle Widerstände. In einem Land, in dem das Radio keine westliche Musik spielt, Facebook und YouTube gesperrt sind und trotzdem jeder alles kennt. Behrooz erzählt von iranischen Rappern, deren Videos im Netz millionenfach geklickt werden, obwohl sie nicht mal eine Plattenfirma haben. Und von Death Metal Bands in irgendwelchen Kellern, von denen hierzulande noch nie jemand gehört hat. Ein Großteil des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens im Iran spielt sich im privaten Bereich ab, hinter verschlossenen Türen. Dort trifft sich auch die lebendige musikalische Szene. So fand der allererste Auftritt der Langtunes in einem Garten außerhalb der Hauptstadt statt, wo sich die Musiker eine eigene kleine Bühne bauten und vor 100 Freunden abrockten.

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Veröffentlicht am 14. November 2014 in Civil Rights, Iran, Zensur und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für nordbayern.de| Im Iran ist ihre Musik bei Strafe verboten.

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