Helfer sollten ihre Grenzen kennen

Boostedter Kirchengemeinde stellte den Arbeitskreis „Flüchtlingspartnerschaft“ vor. Außerdem wird der Verein „Willkommen in Boostedt“ gegründet.

Pastor Thomas Lemke (Mitte) begrüßt die Referenten und das Publikum im Hof Lübbe.

Pastor Thomas Lemke (Mitte) begrüßt die Referenten und das Publikum im Hof Lübbe.

Die Kirchengemeinde Boostedt hat einen Arbeitskreis „Flüchtlingspartnerschaft“ gegründet und lud am Donnerstagabend zu einer Informationsveranstaltung ein. Etwa 110 Besucher wollten mehr darüber wissen. Schließlich sollen in der Gemeinde ab 2015 bis zu 500 Flüchtlinge in vier Blöcken der Rantzau-Kaserne untergebracht werden.

„Wir wollen auf die Ängste und Sorgen reagieren, die auf der Einwohnerversammlung zutage traten, und Schritte in Richtung Flüchtlingsarbeit leisten“, erklärte Pastor Thomas Lemke. Der Arbeitskreis hatte zehn Fachreferenten eingeladen. Der Ablauf eines Asylverfahrens wurde erläutert, und ein virtueller Rundgang durch die Rantzau-Kaserne geboten.

Andrea Dallek vom Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein erklärte, dass im vergangenen Jahr 3756 Menschen nach Schleswig-Holstein aus Krisengebieten gekommen seien. Die Zahl werde sich in diesem Jahr vermutlich verdoppeln. Wer sich ehrenamtlich für Flüchtlinge engagieren wolle, der müsse genau wissen, wie viel Zeit er investieren und was er leisten könne. „Fragen Sie sich immer, wo Ihre Grenzen liegen“, riet Andrea Dallek und warnte davor, sich zu überfordern. Michael Frenzel von der Diakonie Altholstein machte dazu deutlich: „Der gesamte Rechtsbereich gehört in die Hände von Fachleuten.“

Pastorin Isabel Frey-Ranck aus Neumünster und Rieke Müller schilderten ihre Erfahrungen im insbesondere für Flüchtlinge offenen Café Vis-a-vis und aus der Seelsorge. Und auch Flüchtlinge kamen zu Wort. Ein Dolmetscher übersetzte die Wünsche und Bedürfnisse von mehreren iranischen Flüchtlingen. „Wir möchten ein normales Leben haben und Deutschkurse besuchen“, erklärten sie und machten auch deutlich: „Ich wünsche mir, dass ich wieder nach Hause komme.“

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Veröffentlicht am 16. November 2014 in Asyl, Schleswig-Holstein und mit , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für Helfer sollten ihre Grenzen kennen.

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