Archiv für den Tag 27. November 2014

Mitelbayerische| 1000 Kilometer durch den Iran geradelt

Trotz der unsicheren Lage im Nahen Osten reisten fünf Radler aus Lupburg in den Iran. Sie trafen auf viel Gastfreundschaft.

Bild weiterImmer wieder mussten die deutschen Radler anhalten, um ein Erinnerungsfoto mit einem Einheimischen zu machen.  Fotos: Stiegler

Immer wieder mussten die deutschen Radler anhalten, um ein Erinnerungsfoto mit einem Einheimischen zu machen. Fotos: Stiegler

VON LUDWIG WALTER

LUPBURG „Der Iran, eine Oase des Friedens und des Wohlstandes im Pulverfass Naher Osten“: So überschreibt Alois Stiegler seine Erfahrungen einer Radtour durch das ehemalige Persien, die er und einige Freunde unternommen haben.

„Spinnt’s ihr?“, lautete die erste Reaktion auf das Ziel, dass sich Alois Stiegler und seine Radsportfreunde für ihre Auslandstour vorgenommen hatten. Zugegeben, der Entschluss fiel nicht leicht und zwei der ursprünglichen Mitradler machten aufgrund der Ereignisse im Nahen Osten einen Rückzieher. Letztendlich war mit ausschlaggebend, dass der Flug von München nach Teheran und zurück den läppischen Preis von 184 Euro kostete.

Das Abenteuer begann aber schon vor der Abreise. Denn die beantragten Visa trafen erst einen Tag vor dem Abflug ein. Doch dann ging es endlich los. Um 2 Uhr nachts landeten Alois Stiegler, Josef Krotter, Hans Meier, Robert Seitz und Erich Vogl in Teheran.

Bis zum Sonnenaufgang waren die mitgebrachten Fahrräder zusammengebaut und unter den Blicken zahlreicher Schaulustiger radelten die Oberpfälzer bei 25 Grad Wärme los zu ihrer 1000 Kilometer langen Tour. Der Straßenverkehr in und um Teheran, einer 14-Millionen-Metropole, ist unbeschreiblich dicht und eigentlich für das Radfahren nicht geeignet. Hinzu kam noch, dass Wochenende war und dann alle Teheraner das gleiche Ziel haben – nämlich über das Elbrus-Gebirge hinunter an das Kaspische Meer.

Doch schon am Beginn der Passstraße wurden die Radler von der Polizei gestoppt. Am Freitag ist der Pass für Radfahrer gesperrt, weil dieser Tag im Iran als Sonntag gilt und der individuelle Autoverkehr das Maß aller Dinge ist und keinerlei Verkehrsvorschriften unterliegt. Auf „Befehl“ der freundlichen Polizisten nahm ein Fahrer eines offenen Viehtransporters die Radler mit. Entlang eines Gebirgsbaches und durch unzählige Tunnels ging es hinauf auf den Pass in 2600 Meter Höhe.

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FAZ| Die letzte Kaiserin – Farah Diba-Pahlavi im Gespräch

Die letzte Kaiserin

intro

© Picture-Alliance
Bevor sie Iran verlassen musste, war das Leben der Farah Diba ein Traum. Nun schaut die ehemalige Kaiserin Irans mit betrübtem Blick auf ihr Land und hält sich auch mit Kritik nicht zurück. Ein Treffen in Paris.

Von THIEMO HEEG und RAINER HERMANN

Ein Apartment ganz in der Nähe des französischen Außenministeriums. Der Lift, mit schwarzem Metallgitter, rumpelt nach oben. Im vierten Stock öffnet sie die Tür zur holzgetafelten Wohnung. „Paris ist eine wunderschone Stadt“, sagt Farah Diba nachdenklich, als sie aus dem Fenster ihrer Wohnung hinunter auf die Seine schaut. „Und Amerika ist ein phantastisches Land.“ Doch es ist Exil. Also zitiert sie einen iranischen Dichter: „Dieses Haus ist wunderschon, aber es ist nicht mein Haus.“
Die ehemalige Kaiserin Irans lebt sechs Monate im Jahr in der französischen Hauptstadt. Die übrigen Monate verbringt sie in Amerika bei ihren zwei überlebenden Kindern und den vier Enkelinnen. Fast nie hat sie Journalisten hier oben zu Gast. Aber heute will sie reden. Unprätentiös, reflektiert und doch eingängig spricht sie, inzwischen 76 Jahre alt, über ihr Leben. „Ich bin noch immer derselbe Mensch, der ich als Studentin und als Kaiserin war.“ Man glaubt es ihr, auch wenn der Einschnitt in ihr Leben so tief war, dass die Wunden nie verheilen können.

Immer mit Insignien: Farah Diba wahrt die Form, im Jahr 1970 (links) und 1979 mit ihrem Mann, dem Schah.© Ullstein

Am 16. Januar 1979 bestieg sie mit Schah Mohammad Reza Pahlawi in Teheran ein Flugzeug und verlies Iran für immer. Wenn sie nun auf die Seine blickt, steht eine Büste des Schahs zu ihrer Linken. Der Raum ist voller Erinnerungen, mit Fotos von damals, von befreundeten Monarchen, ihren Kindern, auch mit Exponaten zeitgenössischer iranischer Kunst. Ein trauriges Gemälde zeigt eine junge kniende Frau, das Haupt gesenkt. „Ja, die Künstlerin Anahita Masoudi hat in Iran sehr viel leiden müssen.“ Auch sie lebt nun im Exil. „Ihre Gemälde sind ein Abbild der Lage der Frauen in Iran.“

Vor dem Albtraum, das Land verlassen zu müssen, war das Leben der Farah Diba wie ein Traum. Schon als Kind hatte sie den Schah in Teheran gesehen, wenn er im Auto durch die Stadt fuhr. Als sie in Paris studierte, lud der iranische Botschafter für einen Empfang einige Studenten ein. Aufgeregt und glücklich sei sie gewesen, als sie dem Schah vorgestellt wurde, sagt sie. Überrascht habe er reagiert, als sie sagte, sie studiere Architektur; in Iran gab es damals nur eine einzige Architektin. In den Zeitungen stand, der Schah wolle wieder heiraten. Zwei Ehen hatte er hinter sich, zuletzt mit Soraya, aber der männliche Nachwuchs und potentielle Thronerbe blieb ihm versagt. Ihre Freundinnen witzelten, warum nicht sie, Farah Diba, sie sei doch so hübsch. Dann machte sie in Teheran Urlaub. Ihr Onkel arbeitete am Hof Seiner Majestät und stellte sie dem Mann der ersten Tochter des Schahs vor, Prinzessin Schahnaz. Sie wollte sich bei ihm um ein Stipendium bewerben, und er lud sie nach Hause ein. „Als ich sie besuchte, kam der Schah.“

Vollständiger Artikel

Berlin| Menschenrechte auf der Flucht? Die Rechte auf Gesundheit und Unterbringung in Deutschland

08.12.2014 14:15-19:00 | Diakonie Deutschland, Caroline-Michaelis-Str. 1, 10115 Berlin

Menschenrechte auf der Flucht? Die Rechte auf Gesundheit und Unterbringung in Deutschland

Seit einigen Monaten mehren sich Berichte über unhaltbare Zustände in deutschen Flüchtlingsunterkünften. Zudem werden Menschen, die nach einer Flucht vor Krieg, Terror oder Verfolgung in Deutschland ankommen, nur eingeschränkt und unzureichend ärztlich versorgt.

Wie sieht die Situation der Gesundheitsversorgung und Unterbringung von Flüchtlingen in Deutschland konkret aus? Was sind die größten Probleme und wie können sie überwunden werden? Welche menschenrechtlichen Verpflichtungen bestehen hier für Deutschland? Diese und weitere Fragen sollen bei der Veranstaltung erörtert werden.

Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten, insbesondere auch an politische Entscheidungsträger aus Bund und Ländern, Praktikerinnen bzw. Praktiker in der Verwaltung oder Träger von Einrichtungen.

Programm

14:15 Uhr Ankommen, Imbiss

14:45 Uhr Begrüßung

  • Beate Rudolf, Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte
  • Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik, Diakonie Deutschland

15:00-16:30 Uhr Podiumsdiskussion: Wenn kein Arzt kommt…
Das Recht auf Gesundheit ist ein Menschenrecht – das gilt auch für Asylbewerberinnen und Asylbewerber, die in Deutschland leben. Doch rechtliche, bürokratische und sprachliche Barrieren erschweren den Zugang zu ärztlicher Versorgung. Das kann dazu führen, dass Flüchtlinge im Krankheitsfall nicht rechtzeitig und ausreichende medizinische Hilfe bekommen.

Wie ist die Gesundheitsversorgung für Flüchtlinge in deutschen Kommunen konkret geregelt? Was sind die größten Probleme und wie können sie überwunden werden? Welche menschenrechtlichen Verpflichtungen hat Deutschland? Über diese und weitere Fragen diskutieren:

  • Sybille Röseler, Büro der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration
  • Claudia Mahler, Deutsches Institut für Menschenrechte
  • Eléne Misbach, Medi Büro Berlin, Alice Salomon Hochschule
  • Elke Böthin, Bundesärztekammer
  • Moderation: Sebastian Ludwig, Diakonie Deutschland

16:30-17:00 Uhr Kaffeepause

17:00-18:30 Uhr Podiumsdiskussion: Ein Dach über dem Kopf ist nicht genug…
Überfüllte Aufnahmelager ohne jegliche Privatsphäre, oft abgeschieden gelegen, keine ausreichende Betreuung und Beratung – für viele Menschen, die nach Deutschland geflohen sind, ist das bittere Realität. Die Ausstattung der Unterkünfte unterscheidet sich von Kommune zu Kommune, einheitliche Standards für die Unterbringung von Flüchtlingen gibt es bislang nicht, sie sind aber menschenrechtlich dringend notwendig.

Wie können das Recht auf Wohnen und weitere Menschenrechte bei der  Unterbringung von Flüchtlingen in Deutschland verwirklicht werden? Wie wird sichergestellt, dass Flüchtlinge ihre Rechte kennen und einfordern können? Was muss dafür aktuell geschehen, welche nachhaltigen Maßnahmen sollten ergriffen werden? Über diese Fragen diskutieren:

  • Bernd Mesovic, Pro Asyl
  • Hendrik Cremer, Deutsches Institut für Menschenrechte
  • Martin Gillo, Ausländerbeauftragter Sachsen
  • Sebastian Ludwig, Diakonie Deutschland
  • Moderation: Petra Follmar-Otto, Deutsches Institut für Menschenrechte

18:30-19:30 Uhr Ausklang

Veranstaltungsort

Diakonie Deutschland
Raum Amalie Sieveking R.0.K01 (Erdgeschoss)
Caroline-Michaelis-Str. 1
10115 Berlin

Barrierefreiheit

 Der Veranstaltungsort ist rollstuhlgerecht.
  Bei Bedarf bieten wir Ihnen im Rahmen unserer Möglichkeiten gerne weitere Unterstützung an. Bitte teilen Sie uns Ihren Bedarf bis zum 24.11.2014 mit.

Anmeldung

Anmeldungen erbitten wir bis zum 1. Dezember, bitte nutzen Sie unserOnline-Anmeldeformular!

Weitere Informationen

Deutsches Institut für Menschenrechte
André Klüber
Zimmerstraße 26/27
10969 Berlin
Tel.: 030 25 93 59 – 125
E-Mail: klueber@institut-fuer-menschenrechte.de

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