Archiv für den Monat Dezember 2014

Couchsurfing In Tehran, How Foreign Crashers Help Iranians Escape

Travel for Iranians is hard, which is why the young have found hosting foreigners is a way to explore the world vicariously. The latest twist to the private breaking of Iran’s myriad restrictions.

Article illustrative image Partner logoA birthday party in Tehran

TEHRAN — Looking around you see heavy doses of makeup and carefully coiffed hair, jeans and some mini skirts that really are too short. Western music is played almost exclusively on the high-tech sound system, and the pictures on the wall would almost certainly not meet the approval of the morality police. Home-brewed booze with a very high alcohol content — an anise schnapps — is being served liberally. Men and women socialize freely, and some flirt shamelessly.

All of this is nothing terribly exceptional for a party, except that it’s not happening in the West and is instead being hosted by two friends, Yara and Leyan*, in Tehran. Right in the capital of the Islamic Republic of Iran, where such things are not only forbidden but are demonized and punishable by law. And yet it’s happening. Privately. Even tourists can experience this secret Mideast world, via Couchsurfing.

Couchsurfing is a social network that connects people from all over the world, allowing guests to find hosts willing to offer free places to sleep in private homes. It allows a much more intimate experience for travelers and hosts, crossing geographic and social boundaries that more conventional tourists would be less likely to experience.

The practice is legal in Iran, if not some of the activity that goes behind the privacy of four walls. The government isn’t enthusiastic about it, but it doesn’t forbid it. Which is why the Couchsurfing Internet page for Iran can be used without a filter.

Just how many Iranians participate isn’t clear. Contacts usually happen through Facebook. That social network is officially forbidden, but there are enough apps available to easily circumvent the ban. President Hassan Rouhani, in power since 2013, has tweeted that it’s clear the Iranian authorities are less radical than they were during the days of Rouhani’s predecessor, avowed hardliner Mahmoud Ahmadinejad.

A difficult travel destination

But Iran remains a difficult destination, a country with an extremely bad reputation because of its morality police and other watchdogs, not to mention its arbitrary justice system, its nuclear ambitions, its liberally applied death penalty and hostility toward Israel. Anybody who travels there should be absolutely clear that in so doing they are supporting the regime of themullahs.

But Couchsurfing nevertheless offers rich opportunities for discovering Iran and the daily life of Iranians. And it’s obviously an inexpensive way to travel. But those choosing this travel strategy should be prepared to improvise at all times. The first Facebook contact with Omidin Tehran comes to mind, in fact.

Omid enjoys guiding Western Couchsurfers through his hometown. But shortly before my arrival, Omid wrote via Facebook that he couldn’t make it, that something had come up. So he promised to send two girlfriends, who turn out to be Yara and Leyan, hostesses of the party described above, and where the first Couchsurfing night is reserved.

Both the women are wearing headscarves, as is compulsory, but not the way you would think Iranians would wear them. Their hair is visible, and the women wear the scarves more like a stylish accessory that casually covers the back of their heads. Not everyone approves of this, and the morality police frequently stop passersby and check their identity when they believe civilians aren’t dressed with the requisite modesty.

Yara is undaunted. „Iranian law does say that a woman must wear a headscarf when she leaves the house, so we wear them,“ she says. „But the law doesn’t say exactly how they must be worn. So we wear them the way we want.“

They also live the way they want at home. They host private parties to which Couchsurfers are cordially invited and that offer insight into what lies behind the country’s religious facade.

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Willkommens-Geschichten 2014| Flüchtling kocht an Silvester für Behinderte

Mohammed floh allein aus dem Iran und kam zu Salesianern – Nun leistet er Bundesfreiwilligendienst in der Stiftung Attl

Kochen ist eigentlich nicht sein Ding. Mohammed arbeitet lieber mit Menschen.

Daher hat sich der unbegleitete minderjährige Flüchtling (umF), der als 16-Jähriger allein aus dem Iran floh, wo er von Kindesbeinen an auf der Straße arbeiten musste, und eine so abenteuerliche wie gefährliche Flucht auf sich nahm, um nach Europa zu kommen, auch für einen sozialen Beruf entschieden.

Als umF kam er von der Bayernkaserne in München vor fast vier Jahren zu den Salesianern Don Boscos nach Waldwinkel bei Aschau am Inn. Das Jugendwerk betreibt Flüchtlingsprojekte in Aschau und Mettenheim und gibt derzeit 64 umF ein Zuhause, betreut sie, bildet sie aus und hilft ihnen, ins Leben zu finden. Das Deutsche Jugendhilfegesetz sorgt dafür, dass Kindern und Jugendlichen in Not geholfen wird.

Vom umF zum Bufdi

Mohammed, heute fast 20, ist auf einem guten Weg. Sein Asylverfahren wurde anerkannt, er darf in Deutschland bleiben. Und er glaubt, seine Bestimmung gefunden zu haben. „Ich will Heilerziehungspfleger werden“, lautet sein erklärtes Ziel. Und so leistet er momentan ein Jahr Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) in einer Außenwohngruppe der Stiftung Attl. Hier leben schwer behinderte Erwachsene mit erhöhtem Betreuungsbedarf. Und der ehrgeizige junge Mann arbeitet mit ihnen. „Seine Bewohner“, nennt er sie freundschaftlich. Und er hat ihnen versprochen, an Silvester für sie ein Festessen zu kochen. Puh, für 25 Leute. Nicht ohne – das weiß er.

Auf den Tisch kommt ein Rezept aus seiner Heimat Iran: Ghormeh Sabzi, ein traditionelles persisches Gericht mit Fleisch, Bohnen und vielen Kräutern (siehe blauer Kasten). Dabei handelt es sich um eine Art Eintopf, ein Klassiker in der iranischen Küche. „Das kocht man, wenn Gäste kommen. Es ist ein Zeichen der Wertschätzung. Weil es teuer und aufwendig ist, gibt es das nicht oft“, erzählt der junge Mann.

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Flüchtlinge: Hilfe scheitert an Gesetz Vergeblich bemüht sich der Walheimer Klaus Lorenz um Arbeit für eine Asylbewerberin

Wer sich in Deutschland integrieren will, der schafft das auch. Wirklich? Das Beispiel der Flüchtlingsfamilie Esmaeili spricht eine andere Sprache. Bisher vergeblich hat der Walheimer Klaus Lorenz eine Arbeitsstelle für sie gesucht.

Wenn Klaus Lorenz an die Behördengänge denkt, an die vergeblichen Gespräche und Schreiben an Abgeordnete, an die gesetzlichen und bürokratischen Hürden, die er zu überwinden versucht hat, „dann rollen sich mir die Fußnägel auf“. Vor allem deshalb, weil der Einsatz des kirchlich engagierten Rentners für eine dreiköpfige Flüchtlingsfamilie aus dem Iran bisher vergeblich war. Denn trotz Arbeitserlaubnis, trotz eines Arbeitsvertrages und trotz ihres Arbeitswillens – mit der Integration seines Schützlings in das Arbeitsleben will es nicht vorangehen.

Sein Schützling, das ist die 35-jährige Mojgan Esmaeili, die vor zwei Jahren gemeinsam mit ihrem 43 Jahre alten Mann Hamid aus dem Iran geflohen ist. Das Paar aus Teheran bekam Schwierigkeiten mit den iranischen Behörden und mit Nachbarn, nachdem Mojgan und ihr Mann zum Christentum konvertiert waren. Seit einem Jahr leben sie in Walheim, wo ihre neun Jahre alte Tochter Sharzad in die Schule geht. Arbeiten möchten sie, als Christen in Deutschland leben und sich integrieren, so gut es geht, erzählen sie in ihrem leidlichen Deutsch, dass sie sich in Sprachkursen angeeignet haben. „Wenn wir dürfen, machen wir alles für Deutschland“, sagt Hamid Esmaeili, ein studierter Heizungs- und Klimatechniker und Religionswissenschaftler. Eine Wohnung haben sie bei Elisabeth Sick gefunden, die Lorenz bei seinen Bemühungen um das Paar und ihre Tochter hilft. Ihre Überzeugung bis dahin: „Wenn wir bei der Integration Hilfestellung leisten, dann sollte sie gelingen.“

Doch wenn das nur so einfach wäre. Während Hamid, trotz Sprachkurs und deutschem Führerschein, noch immer ohne Beschäftigung ist, hilft Mojgan, die Persisch studiert hat und in einer Bank in Teheran als Sekretärin beschäftigt war, seit acht Monaten ehrenamtlich im Robert-Breuning-Stift in Besigheim aus. Acht Mal pro im Monat arbeitet sie in der Küche, deckt bei den Mahlzeiten auf und spricht mit den Bewohnern, um die Sprache weiter zu lernen und um Beziehungen aufzubauen, sagt Klaus Lorenz. Das macht sie gut, bestätigt Michaela Sowoidnich, die Leiterin des Heims: „Sie ist sehr kontaktfreudig. Die Bewohner mögen sie.“

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RBB| Durch den Iran + Turkmenistan

Vom Urmiasee geht es über Teheran, der pulsierenden Metropole Persiens bis nach Usbekistan. Noch immer lässt sich die bedeutendste Handelsstraße von einst erkennen: die Seidenstraße, die schon vor Jahrhunderten Asien mit Europa verband.

StZ| Früher Flüchtling, heute Chefarzt

Von  27. Dezember 2014 

Mit 16 Jahren ist Farzam Vazifehdan aus dem Iran nach Deutschland gekommen, wo er zur Hauptschule gehen sollte. Eine Geschichte über bürokratische Hürden und viel Willensstärke.

Mit Hartnäckigkeit, Durchhaltevermögen und Fleiß  hat sich Farzam Vazifehdan in Deutschland sein Abitur  und seine gesellschaftliche Anerkennung erkämpft. Foto: Lichtgut/Horst Rudel
Mit Hartnäckigkeit, Durchhaltevermögen und Fleiß hat sich Farzam Vazifehdan in Deutschland sein Abitur und seine gesellschaftliche Anerkennung erkämpft.Foto: Lichtgut/Horst Rudel

Stuttgart – Farzam Vazifehdan hat es vom Flüchtling aus dem Iran zumChefarzt in Deutschland gebracht. „Es ist wie im Märchen, von der Putzfrau zur Prinzessin. Die Menschen mögen solche Geschichten vor allem um Weihnachten herum“, bemerkt der 47-Jährige trocken, die mitschwingende Ironie ist nicht zu überhören. Farzam Vazifehdan sitzt in seinem Chefarztbüro im Diakonie-Klinikum im Stuttgarter Westen. Am Fenster steht ein Ausschnitt einer Wirbelsäule, auf dem Regal reihen sich Fotos seiner Kinder, der weiße Arztkittel hängt im Schrank. Der 47-jährige Deutsch-Iraner sprüht vor Lebenslust. Hat er sich erst einmal in Fahrt geredet, ist er kaum zu bremsen. Und das tut er gerne, wenn es umFlüchtlinge und um die eigene und die bundesdeutsche Vergangenheit geht.

Ein Asylantrag kam für ihn nicht in Frage

Farzam Vazifehdan ist 1984 mit 16 Jahren nach Deutschland gekommen, in Begleitung seines Vaters und mit einem Dollarkonto im Rücken. Im Iran war der erste Golfkrieg auf seinem Höhepunkt und die Familie wusste, mit 17 würde er nicht mehr legal ausreisen können, weil der Militärdienst drohte. Eigentlich sollte Deutschland nur eine Zwischenstation auf dem Weg nach Kanada sein. Vazifehdan aber bekam kein Visum und beschloss, in Deutschland zu bleiben. „Ich bin nicht mit dem Boot gekommen, sondern geflogen, von Teheran nach Frankfurt. Und dann mit dem Zug nach Hamburg, wo wir iranische Freunde hatten“, erzählt der Wirbelsäulenspezialist und macht den Unterschied zu vielen Flüchtlingen von heute deutlich.

Tatsächlich war Vazifehdan privilegiert, die Familie war wohlhabend, gebildet und auslandserfahren, ein Asylantrag kam für ihn überhaupt nicht in Frage. „Wenn ich einen Asylantrag stelle, verliere ich alle Freiheit, und jede Möglichkeit, mich offen zu informieren, mich zu bilden und frei zu entscheiden.“ Der junge Iraner erkämpfte sich mit Hilfe eines Anwalts ein humanitäres Visum für die Zeit des Golfkrieges. Sein Vater kehrte nach drei Monaten in den Iran zurück und Farzam Vazifehdan machte seine ersten Erfahrungen mit deutschen Behörden, die alles andere als erfreulich waren. „Ich bin zum Schulverwaltungsamt und dort sagte man mir, ich solle zur Hauptschule, ohne mir irgendetwas zu erklären.“ Flüchtling gleich Hauptschüler, diese Verbindung besteht nach Ansicht des Iraners in vielen Köpfen bis heute. Das Urteil des 47-Jährigen über deutsche Behörden fällt bis heute vernichtend aus: „Es ist überhaupt keine Bereitschaft spürbar, zu helfen. Man fühlt sich vielmehr als Last.“

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derwesten| Zoll: Raketen-Bausatz für Teheran

Raketen-Bausatz für Teheran

Raketentest im Iran.Foto: dpa
Köln.  Die Gespräche mit Iran zum Stopp des Atomprogramms machen Fortschritte. Zollfahnder aber glauben: Das Land beschafft sich weiter illegal Rüstungsgüter.

Die Fahnder kamen an einem Dienstagvormittag im letzten Februar. Sie durchsuchten die Villa in Königswinter bei Bonn und nahmen den Hausherrn mit. Es war das Ende der Geschäfte, die Ali Reza B., vom südlichen Nordrhein-Westfalen aus, mit seinem Geflecht von Mini-Firmen betrieb.

Der 62-jährige Deutschiraner hatte seit 2011, getarnt als Zubehörlieferungen für Dubais Ölbranche und gegen deutsches Recht, in zehn Fällen Teile für das iranische Aufrüstungsprogramm beschafft: Vakuumpumpen und Ventile waren dabei, die man für den Raketenbau braucht. Ein Wert von einer halben Million Euro.

Daran sind weniger Produkte, Umfang und Ziel des Embargobruchs brisant. Das Mullah-Regime kauft ja schon lange illegal Waffen und Material für sein Raketen- und Atomprogramm ein. Es ist eher der Zeitpunkt, der verstört. Seit Jahren verhandeln die fünf Veto-Mächte der UN und Deutschland mit Teheran, um das Land zu einem Verzicht auf Kernwaffen zu bewegen. In den Gesprächen versichert Teheran gerne, wie harmlos Iran sei. Mitte 2015 sollen die Gespräche abgeschlossen werden.

Durchsuchung in Dubai
Doch Embargoverstöße und Schwarzmarktlieferungen für die Rüstungsprogramme sind nach Informationen dieser Zeitung zeitgleich zu den Gesprächen weitergegangen. 2013 hat das Zollkriminalamt (ZKA) in 126 Fällen ermittelt – nach 121 Ermittlungen im Jahr zuvor. 2014 waren es ähnlich viele. Illegale Beschaffungen setzten sich „unverändert“ fort, heißt es dort. Allmählich gewinnen die Zollbehörden Boden. Immer häufiger melden sich bei den Fahndern deutsche Firmen, die aus dem mittleren Osten auffällige Offerten erhalten haben. Auch Fahndungen bekommen mehr Durchschlagskraft. Stärker als früher schaltet sich der Generalbundesanwalt ein.

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Zarivar Lake, lost paradise in Iran’s Kurdistan

Zarivar Lake, lost paradise in Iran's Kurdistan

The freshwater wetland, Zarivar Lake, known as a lost paradise in the Iranian western province of Kurdistan, never fails to amaze visitors.

Zarivar or Zeribar Lake, with a length of 5 km and a maximum width of 1.6 km, is located near the city of Marivan. It is situated at an altitude of 1,285 meters above sea level, Press TV reported.

The name is composed of Zre (sea) and the suffix –bar, which in Kurdish means lake.

Zarivar, such a dreamy lake, is fed by no river and its water is provided only by the snow melted in the surrounding mountains.The mountains are covered with forests of various species such as oaks, pears and almonds.

Many works of fiction about the lake have been narrated and the most famous one is the story of a city which is buried under the water of the lake.

The lake has a significant ecological role in the area as it is located in a long and vast valley.Furthermore, Zarivar’s moving islands have made it one of the most beautiful places in the world.

The area has attracted many tourists and nature-lovers during recent years.

A Daughter’s Plea: Free My Father from Iran’s Prisons

Morteza Nikoubazl/Reuters

My father, an Iranian blogger, is being psychologically tortured and imprisoned—all for blogging about the Universal Declaration of Human Rights.
At this very moment, my father, Mohammad Reza Pourshajari, also known as Siamak Meher, is being detained in Karaj Prison in Iran.  He was arrested by security forces two months ago in Orumieh and was held in solitary confinement for 14 days by the Ministry of Intelligence.  He was subjected to harsh investigation and psychological torture. His interrogators repeatedly threatened him with the death.  Once transferred to Karaj Prison, he spent an additional 15 days in solitary confinement.

For a month after his arrest, my family had no idea where my father disappeared to.  We were terrified.  My father is now awaiting a court trial for the following so-called crimes: acts against national security, propaganda against the system, attempts to leave the country illegally, contacts with Mr. Ahmed Shaheed, the Special Rapporteur on Iran, contacts with anti-revolutionary individuals and organizations and contacts with Zionist organizations and individuals.

My father is a blogger—not a criminal.  In March, my father, who suffers from cardiac arrest, diabetes and kidney stones, wrote, “When the intelligence agents of the Islamic regime first broke into my apartment they beat me to death and took me for interrogations. I was put in a solitary confinement completely cut off from the outside world without even enjoying basic prisoner rights. I was constantly threatened to death.”  He was taken into a room, blindfolded and led to believe he was going to be hanged.

My father continued, “All these sufferings only because I tried to share articles 17 and 18 of the Universal Declaration of Human Rights with my fellow citizens; all these because I tried to make my fellow citizens aware of the rights reserved for them by the Universal Declaration of Human Rights.”  He rightly observed that, “My fate as a blogger and a prisoner of conscience is only one example of the thousands of the victims of human rights violations in Iran.”

What makes his current detainment even more heartbreaking this time is that he was recently released after serving four years in prison. He was arrested in September 2010 and sentenced prison for propaganda against the State, insulting the Supreme Leader and defamation of Islam.

During the first days of my father’s interrogation, security officials asked him to convince me to return back to Iran. They assured him that should this happen, many problems would be resolved. The majority of the questions they asked were related to my work and activities.

From prison, my father noted that he was jailed “as a result of voicing my criticism and concerns at the injustice and the violation of human rights and freedom violations in my country.”  He rotted in a 21-square-meter cell where he was kept with 40 other inmates “most of whom are murderers, rapists, child molesters, smugglers, robbers and psychotic patients.”

My father is now awaiting a court trial for the following so-called crimes: acts against national security, propaganda against the system … contacts with anti-revolutionary individuals and organizations and contacts with Zionist organizations and individuals.

My father’s voice has been silenced by a cruel regime and so I pass on his message to the world:  “The people of Iran are now ensnared in the hands of a religious, medieval and extremely backward regime that has no respect for the values the civilized world has been seeking out for the past four centuries,” he wrote.   “The totalitarian regime of the Islamic republic harshly represses the public so not even one single individual or the media can freely expresses their opinion on the conditions of the country and its people…”

The Iranian regime has refused to release any updated information about my father despite repeated requests.  My father and I always had a very close relationship.  He took care of me throughout my life.  I dream that one day he will be free.  He is always in my thoughts.

Movements.org is a crowdsourcing platform created by Advancing Human Rights which connects activists from dictatorships with people around the world with skills to help them.

Source: The Daily Beast

LIZ| 10 Interviews mit Flüchtlingen, 10 Lebensgeschichten – Teil 7: „Aber du denkst ständig an dein Zuhause, deine Freunde, deine Familie, deine Erinnerungen“

Im Interview: eine 1987 im Iran geborene Frau mit Bachelor-Aschluss als Ingenieuring, die 2010 gemeinsam mit ihrem Vater aus politischen Gründen nach Deutschland kam und seitdem im Landkreis Leipzig in einem Asylbewerberheim untergebracht ist. Mutter und Schwester mussten im Iran bleiben. – Genauso unterschiedlich, wie „wir Deutschen“ sind, genauso unterschiedlich sind auch „die Flüchtlinge“, die immer nur als eine Masse gesehen werden. Ein Blick in das Leben einzelner Asylsuchender, in ihre Erlebnisse, ihre Ängste, ihre Sorgen.

Vielleicht kannst du erstmal von einem „normalen“ Tag im Asylheim erzählen?

Ich bin immer im Heim, mit meinem Vater oder einem anderen Iraner. Manchmal kommt ein Mädchen vorbei, macht was mit uns und bringt uns zum Lachen. Oder wir spielen Volleyball. Sie ist mir sehr wichtig. Und ich lerne viel selbständig, versuche Deutsch zu lernen. Neben meinen Hausaufgaben, lese ich immer parallel noch ein anderes Buch. Und an Weihnachten war ich letztes Jahr in Mönchengladbach bei meinem Onkel.

Manchmal fühle ich mich richtig schlecht und traurig und an anderen Tagen bin ich einigermaßen zufrieden und glücklich.

Wie sind die Zustände im Heim?

Die Bedingungen im Heim sind ok, nicht die besten, aber ok. Wir haben nur ein Badezimmer, aber ich denke, die Beziehungen untereinander sind hier besser als woanders. Aber du denkst ständig an dein Zuhause, deine Freunde, deine Familie, deine Erinnerungen. Ich fühl mich hier so einsam. Wenn ich in meinem Zimmer liege, kann ich meine neue Sitution einfach nicht begreifen. Was bringt die Zukunft, kann ich die Sprache lernen, was ist mit meinem Abschluss
aus dem Iran? Auf Grund der schlechten Bedingungen in meinem Heimatland, verlierst du einfach nur alles.

Wie geht es deinem Vater hier?

Meinem Vater geht es wie mir und er sorgt sich ständig um mich. Er macht sich noch Gedanken darüber, wie er Deutsch lernen soll und er will wirklich zur Schule gehen und es lernen. Meine Mutter und meine Schwester sind noch im Iran und er ist hier. Es ist so schwer für ihn. Im Iran hatte er alles und jetzt? Für ihn ist es wesentlich schwerer als für mich. Er ist jetzt 60 Jahre alt – im Iran hatte er Freunde, Geld, Familie und er hat alles verloren. Es ist wichtig für ihn, Deutsch zu lernen, weil er so die Möglichkeit hat, auch mal aus dem Heim zu kommen. Es ist sehr erdrückend, den ganzen Tag dort zu sein.

Broschüre des Bon Courage e.V. Borna: "Von außen sieht es nicht so schlimm aus ..."

Broschüre des Bon Courage e.V. Borna: „Von außen sieht es nicht so schlimm aus …“
Foto: Patrick Kulow

DW| Für Flüchtlinge eine Lotterie – wie Deutschland Asylbewerber verteilt

4,5 Quadratmeter in einer überfüllten Sammelunterkunft, Container oder Wohnung, Großstadt oder Land – wo und wie Asylbewerber leben, die nach Deutschland kommen, hängt von vielem ab, zuallererst von EASY.

Neben dem Schild 'Bundesamt für Migration und Flüchtlinge' geht ein -Mann durch eine Tür (Foto: dpa)

Wenn eine Syrerin vor dem Bürgerkrieg zu ihrem Bruder nach Niedersachsen flieht, kann es sein, dass sie dort nicht bleiben kann. Der Grund: Die sozialen und finanziellen Folgen durch die Aufnahme von Flüchtlingen sollen einigermaßen gerecht über alle 16 Bundesländer in Deutschland verteilt werden. Dazu gibt es vorgeschriebene Verteilungsregeln.

Die Syrerin muss sie sich also – wie alle Asylsuchenden – bei einer Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) melden. Die BAMF-Mitarbeiter schauen bei EASY nach. Das ist ein Computer-Programm zur „Erstverteilung von Asylbegehrenden“ auf die einzelnen Bundesländer. Es kann passieren, berichtet Kai Weber vom Flüchtlingsrat Niedersachen, dass EASY die Syrerin nach Bayern schickt. 600 Kilometer entfernt müsste sie dann auf staatliche Kosten versorgt werden, obwohl ihr Bruder sie aufnehmen könnte. „So etwas erleben wir immer wieder“, sagt Weber.

Den Anspruch, nicht getrennt zu werden, haben nur Eltern und minderjährige Kinder. Wer verteilt ist, bekommt für die Dauer des Asylverfahrens zwar gestattet, sich in Deutschland aufzuhalten, nur wo genau, das wird den Asylsuchenden vorgeschrieben. Und das hieße für die Syrerin, dass sie auch nach der Pflichtzeit in der bayerischen Erstaufnahmeeinrichtung – bis zu drei Monate – nicht zu ihrem Bruder umziehen darf.

Deutschland-Karte, die die Verteilung der Asylbewerber auf die Bundesländer zeigt (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge)

Das System EASY verteilt Asylbewerber auf alle Bundesländer nach deren Einwohnerzahl und Steueraufkommen (Königsteiner Schlüssel). 2014 sollte Niedersachsen 9,4 Prozent aller Asylbewerber in Deutschland aufnehmen, etwa 20.000 Menschen. Zusätzlich zur Quote gilt, dass einige Herkunftsstaaten nur in bestimmten Bundesländern bearbeitet werden, damit für die Anhörung im Asylverfahren immer Länderexperten da sind. Menschen aus dem Sudan müssen daher zum Beispiel alle nach Niedersachsen. Syrer dagegen werden auf alle Bundesländer verteilt.

Wie Asylbewerber nach dem EASY-Entscheid leben, ist in Deutschland extrem unterschiedlich und klappt mal mehr, mal weniger gut. Vor der völlig überfüllten Bayernkaserne in München kampierten im Herbst 2014 Asylbewerber unter freiem Himmel. Kai Weber hält das für Missmanagement der Behörden. Die Zahl der Asylbewerber sei zwar angestiegen, doch es kämen nur halb so viele Menschen wie Anfang der 1990er Jahre. Eigentlich habe Deutschland ein System, „das jedem Flüchtling ein Dach über dem Kopf garantiert, anders als in Italien, wo Menschen tatsächlich in Baracken, leer stehenden Häusern oder auf der Straße übernachten müssen.“

Welche Regeln gelten in Deutschland? Andreas Müller, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, hat für das Europäische Migrationsnetzwerk 2013 eine Studie über die „Organisation der Aufnahme und Unterbringung von Asylbewerbern“ geschrieben. „Eine einheitliche Praxis lässt sich nicht beschreiben“, sagt Müller, weil die Unterbringung in jedes Bundesland unterschiedlich verfahren darf. 2013 schwankte die „Wohn- und Schlaffläche pro Person in einer Gemeinschaftsunterkunft zwischen 4,5 und 6 Quadratmetern pro Person“. Manche Bundesländer haben gar keine Regelungen.

Abschreckung durch Lager – Werbung aus Goslar

Die Unterschiede zwischen den Bundesländern betont auch der Politikwissenschaftler Kay Wendel und spricht von einer „Lotterie mit brutalen Auswirkungen“. Für die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl hat er eine Studie zur Unterbringung von Flüchtlingen in Deutschland erstellt. Während Rheinland-Pfalz oder Niedersachsen die Flüchtlinge zum Großteil auf Wohnungen verteilten, setzten Baden-Württemberg, Brandenburg oder Sachsen auf Gemeinschaftsunterkünfte. Diese liegen teilweise in abgelegenen Regionen und seien häufig so groß, dass das Konfliktpotential dort zunehme, sagt Wendel: „Sachsen ist für mich ein abschreckendes Beispiel.“ Tatsächlich sei der Wunsch nach Abschreckung lange ein wichtiges Motiv für Verteilung und Unterbringung gewesen. Vorreiter sei Baden-Württemberg mit ersten „Sammellagern“ in den 1980er Jahren gewesen, berichtet Wendel. In Bayern habe noch bis 2013 gegolten, die Zuweisung diene dazu, „die Bereitschaft zur Rückkehr in die Heimatländer zu fördern“.

Blick auf die Innenstadt von Goslar (Foto: dpa) Der Bürgermeister von Goslar möchte mehr Asylbewerber in die Weltkulturerbe-Stadt holen, die Einwohner verliert

Eine ganz andere Botschaft sandte Ende 2014 der Oberbürgermeister der niedersächsischen Stadt Goslar: Oliver Junk sagte, er wolle in der 50.000-Einwohnerstadt mehr Flüchtlinge aufnehmen, als ihr bisher zugeteilt werden. Weil Goslar Einwohner verliere, könnten die Asylbewerber hier besser untergebracht werden als in Großstädten wie Hannover oder Braunschweig. Die Wirtschaft in Goslar würde von den Zuwanderern profitieren.

„Wir begrüßen das ohne Einschränkung“, sagt Kai Weber vom Flüchtlingsrat Niedersachsen. Wirtschaftsinstitute sagten seit langem, dass Einwanderung langfristig ein Gewinn sei. 80 Prozent der syrischen Flüchtlinge seien Akademiker. Allerdings mache es keinen Sinn, Flüchtlinge „in sterbende Dörfer im Harz ohne Verkehrsanbindung und Infrastruktur“ zu verteilen, warnt Kai Weber: „Auch ein syrischer Arzt, der kommt, muss Sprachkenntnisse erwerben und die deutsche Medizin so weit kennen lernen, dass er hier im Krankenhaus arbeiten kann.“ Das werde in einem Bergdorf im Harz nicht funktionieren.

In Schleswig-Holstein, sagt Weber, werde schon diskutiert, die Verteilung zu ändern. Der rigide Schlüssel, der Flüchtlinge bis ins letzte Dorf schicke, führe dazu, „dass wir Intellektuelle auf dem letzten Kuhdorf in Ostfriesland haben, die dort todunglücklich sind, weil sie keine Möglichkeiten für die persönliche Entwicklung haben.“ Es könne sinnvoll sein, regt Weber an, Flüchtlinge ungleichmäßig in Deutschland dahin zu verteilen, wo es Qualifikationsmöglichkeiten, Sprachkurse und Unterstützung gebe. In Osnabrück etwa plane man von Beginn an den Auszug aus der öffentlichen Unterbringung und begleite die Menschen mit intensiver Sozialarbeit, damit sie auf eigenen Füßen stehen können. Wer sich in Deutschland weiter qualifiziere, bei dem könnte gegebenenfalls auch eine Rückkehr ins Heimatland besser gelingen.

Die Ausnahme: Unbegleitete Minderjährige werden nicht EASY-verteilt

Ein Mädchen läuft durch einen langen Flur (Foto: dpa)Minderjährige Flüchtlinge ohne Begleitung sollen nur im Sinne des Kindeswohls verteilt und untergebracht werden

Einige Asylbewerber gelten als besonders schutzbedürftig. BAMF-Mitarbeiter Andreas Müller zählt sie auf: „Unbegleitete Minderjährige, Traumatisierte, Opfer von Folter, schwerer Gewalt oder sexueller Gewalt, Alte, Menschen mit Behinderungen, Schwangere und Alleinerziehende“. Auch für sie gebe es in Deutschland keine einheitlichen Regeln bei der Unterbringung, mit einer Ausnahme: die „unbegleitete Minderjährigen“. Das Jugendhilferecht schreibt vor, dass sie vom Jugendamt in Obhut genommen werden. Sie werden nicht über EASY quer durch Deutschland verteilt. Bayern möchte das ändern, doch viele Hilfsorganisationen warnen davor.

Nicht nur EASY wird befragt, wenn ein Asylbewerber in Deutschland ankommt. Die Behörden sehen auch in der Eurodac-Datei nach. Wenn die Fingerabdrücke des Asylbewerbers schon in einem anderen EU-Staat registriert wurden, soll dieser ihn aufnehmen. Doch das System, das so genannte „Dublin-Verfahren“, funktioniert kaum. Weil bisher nur fünf EU-Staaten die große Mehrheit aller Flüchtlinge aufnehmen, hat der deutsche Innenminister Thomas de Maizière gefordert, europaweit eine Quote vergleichbar zum deutschen Verteilungsschlüssel einzuführen. Kay Wendel findet eine Verteilung quer durch Europa problematisch: „Dann heißt es, Lettland hat noch Plätze.“ Besser wäre es, „Geld zu verschieben statt Menschen“, fordert der Politikwissenschaftler.

In der Bevölkerung scheint es durchaus Interesse an einer breiten Verteilung der Flüchtlinge in Deutschland zu geben. Eine Meinungsumfrage im Auftrag der Robert-Bosch-Stiftung ergab: Zwei Drittel der Befragten können sich vorstellen, Asylbewerber persönlich zu unterstützen. 42 Prozent sagten, sie fänden es spannend, Asylsuchende näher kennenzulernen.

Quelle: Deutsche Welle

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