Spiegel| Bundeswehr-Helferin in Afghanistan: „Die Taliban können mich jederzeit umbringen“

Afghanistan: Gefahrvoller Abschied

Die afghanische Journalistin Meetra Moqadam wird bedroht, weil sie für das deutsche Militär arbeitet. Über ihre Ausreise entscheidet ein Gremium der Bundeswehr. Doch dessen Kriterien sind geheim.

Zweimal innerhalb kurzer Zeit schlugen Unbekannte in der nordafghanischen Stadt Masar-i-Scharif nachts die Scheiben der Wohnung von Reporterin Meetra Moqadam ein und verwüsteten den Hof der Familie. Beide Male entkamen die Täter unerkannt.

Die 23-Jährige Journalistin glaubt, dass ihr die Taliban nach dem Leben trachten. Sie arbeitet seit 2011 beim Lokal-Radio Bayan-e Shamal („Stimme des Nordens“), der Sender wird von der Bundeswehr unterstützt und ist Teil der sogenannten Operativen Kommunikation. Radio Bayan-e Shamal sendet in den afghanischen Landesprachen, für die Isaf-Schutztruppe ist er ein wichtiges Instrument, um Kontakt zur Bevölkerung zu halten.

Immer wieder haben Taliban den „Kollaborateuren der Invasoren“ Vergeltung angedroht. Und wenn die Isaf-Truppen demnächst endgültig aus Afghanistan abziehen, fürchten viele afghanische Ortskräfte nicht nur um ihren Job. Viele fühlen sich vor allem der Rache der Radikalislamisten schutzlos ausgesetzt. „Die Taliban können mich doch jederzeit umbringen“, sagt die Reporterin Moqadam, „das ist eine schreckliche Anspannung, die ich kaum aushalten kann“.

Den Einbruch in ihr Haus hatte Moqadam sofort der Polizei gemeldet. Die habe nicht helfen können, sagt sie. Daraufhin ging die Journalistin ins deutsche Militär-Camp Marmal und erstattete eine sogenannte „Gefährdungsanzeige“. Moqadam glaubt, in Afghanistan nicht mehr sicher zu sein. Sie will nach Deutschland, gemeinsam mit ihrer Familie.

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Veröffentlicht am 7. Dezember 2014 in afghanische Ortskräfte, Afghanistan, BAMF, Deutschland und mit , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für Spiegel| Bundeswehr-Helferin in Afghanistan: „Die Taliban können mich jederzeit umbringen“.

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