Welt| COUCHSURFING IM IRAN – Make-up und Minirock – Party auf Persisch

Der streng islamische Iran hat eine interessante Kehrseite – mit Alkohol, Rockmusik und privaten Festen, auf denen lässig geflirtet wird. Als Couchsurfer haben Touristen Zugang zu dieser Welt.


In der U-Bahn werden Frauen und Männer getrennt, worauf auch das Schild „Nur Frauen“ deutlich hinweist.

In der U-Bahn werden Frauen und Männer getrennt, worauf auch das Schild „Nur Frauen“ deutlich hinweist.

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Foto: Sandra Keil

Make-up wird üppig aufgelegt, die Haare werden gestylt, und viele Mädchen laufen in Miniröcken herum, die deutlich zu kurz sind. Man hört fast nur westliche Musik aus großen, modernen Anlagen, an den Wänden hängen Bilder, die der Sittenpolizei ganz sicher nicht genehm wären, und großzügig wird selbst gemachter Alkohol gereicht, ein hochprozentiger Anis-Schnaps. Männer und Frauen unterhalten sich ungezwungen, viele flirten auch intensiv.

An sich nichts Besonderes, doch steigt die Party nicht irgendwo im Westen, sondern bei Yara* und Leyan*, zwei Freundinnen in Teheran. Also mitten in der Hauptstadt der Islamischen Republik Iran, wo all das verboten ist, verteufelt wird und unter Strafe steht. Doch es findet statt. Privat. Und selbst als Tourist hat man die Möglichkeit, in diese heimliche Welt einzutauchen – wenn man nicht an einer offiziellen Rundreise teilnimmt, sondern Couchsurfing betreibt.

Couchsurfing ist ein soziales Netzwerk, bei dem Menschen aus der ganzen Welt einen kostenlosen Schlafplatz in ihrer privaten Wohnung anbieten, sodass sich Gast und Gastgeber über alle Grenzen und Konfessionen hinweg besser kennenlernen können als normale Touristen.

Auch im Iran ist das möglich. Die Iraner werden nicht daran gehindert, Menschen aus anderen Ländern bei sich zu Hause aufzunehmen. Begeistert darüber ist die Regierung zwar nicht, aber sie verbietet es nicht. Weshalb die Internetseite für das Couchsurfing im Iran ohne Filter genutzt werden kann.

Kontaktaufnahme über Facebook

Wie viele Iraner beim Couchsurfing mitmachen, lässt sich nicht sagen. Die Kontaktaufnahme erfolgt meist über Facebook. Das ist zwar offiziell verboten, aber es kursieren genügend Apps, um die Facebook-Sperre auszuhebeln. Und da sogar der seit 2013 amtierende Präsident Hassan Rohani twittert, kann man sich ausrechnen, dass es mit der Strenge im Iran mittlerweile nicht mehr überall so radikal gehandhabt wird wie zu Zeiten des Roshani-Vorgängers Mahmud Ahmadinedschad, eines erklärten Hardliners.

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Veröffentlicht am 16. Dezember 2014 in Iran, Tehran und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für Welt| COUCHSURFING IM IRAN – Make-up und Minirock – Party auf Persisch.

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