3sat| Iran – von Shiraz nach Teheran – Reisen in ferne Welten

Der Iran kommt einem bei der Urlaubsplanung nicht sofort in den Sinn. Doch geheimnisvolle Ruinen, schillernde Moscheen, prachtvolle Paläste und Gärten mach das Land der Ajatollahs zu einem spannenden und überraschenden Reiseland.
Der Iran gerät oft in Fokus der Weltöffentlichkeit: UN-Embargo, Urananreicherung und ein ehemaliger Staatspräsident Ahmadinedschad, der den Holocaust leugnet.
Demonstrationen sollte man meiden
© SR/Stephan DüfelLupe
Alte Beerdigungsstätten: die „Türme des Schweigens“ in Yazd.

„Reisenden wird grundsätzlich empfohlen, Kundgebungen oder Demonstrationen weiträumig zu meiden“, ist nur eine von vielen Sicherheitshinweisen auf der Homepage des Auswärtigen Amtes. Ferner existiert eine „Krisenvorsorgeliste“, auf die sich alle Deutschen die sich in Iran aufhalten, aufnehmen lassen sollten. Der Iran ist also nur etwas für die Touristen, die sich auf eine fremde Welt einlassen wollen, und die auch Alkoholverbot und andere kulturelle Vorgaben respektieren wollen. Obwohl das Land in der Krisenregion des Nahen und Mittleren Osten liegt, ist es für Touristen in den meisten Regionen recht sicher. So nimmt die Nachfrage nach Reisen in den Iran seit einiger Zeit stark zu.Seit im Herbst 2013 der als toleranter geltende Präsident Rohani die Wahlen gewann, wird der Gottesstaat im Ausland zunehmend liberaler wahrgenommen. Immer mehr kulturinteressierte Touristen gehen auf Spurensuche nach dem alten Persien und machen sich ein Bild vom Iran der Gegenwart.

An der Route der ehemaligen Seidenstraße liegt das verlassene Dorf Kharanaq. © Stephan DüfelLupeKharanaq
An der Route der ehemaligen Seidenstraße liegt das verlassene Dorf Kharanaq. © Stephan DüfelLupeKharanaq
Der Golestan Palast in Teheran - ein ehemaliger Regierungssitz © Stephan DüfelLupeTeheran
Isfahan © SWRLupeIsfahan
Isfahan © SWRLupeIsfahan
3.000 Jahre alt und zwei Millionen Einwohner

Vor allem Isfahan beeindruckt die Reisenden nachhaltig: Isfahan ist rund 3.000 Jahre alt und hat heute knapp zwei Millionen Einwohner. Schah Abbas I. aus der Dynastie der Safawiden erhob die Stadt im Jahr 1598 zu seiner Residenz. Er plante ein modernes Stadtbild, Vorbild war die Paradiesstädte des Koran. Auf einem Areal von einem halben Kilometer Länge entstand der „Meidān-e Schāh“, der Platz des Königs. Er entwickelte sich zum Zentrum für Handel und als Gerichtsort.Sein eigener Palast „Ali Kapu“ steht alles überragend in der Mitte. Links befindet sich die große Moschee, die „Schahmoschee“ und gleich gegenüber vom Palast das private Bethaus des Herrschers. Schah Abbas war ein Mensch mit Visionen und Fantasien. Ein europäischer Reisender, den die Faszination des Morgenlandes nach Isfahan führte, schreibt über den Königspalast: „Die Schönheit dieses Hauses besteht darin, dass alle Wände von oben bis unten an, mit Gold und köstlichen Gemälden gezieret seyn. Das Gewölb ist gleichfalls überall mit Gold und Farben überzogen, dass in Wahrheit nichts schöneres gesehen werden kann“.

Isfahan war zu dieser Zeit nicht nur die prächtigste, sondern auch die reichste Stadt des Orients. Jeder Zunft, jedem Handwerk wurde ein eigener Bereich zugewiesen. Bedeutende Handelswege zwischen China und Europa verliefen über Isfahan.

Jahrhundertealte Religion des Zoroastrismus
© Stephan DüfelLupe
Der Imam Platz in Isfahan, einer der größten Plätze der Welt.

Der Film von Stephan Düfel, den Sie am auf 3Sat sehen konnten, führt auf der touristischen Route von Shiraz aus nordwärts – nach Yazd, Isfahan und in die Hauptstadt Teheran. Zu den Stationen zählen das verlassene Wüstendorf Kharanaq, die Ruinen des antiken Persepolis, alte Moscheen und quirlige Basare. Unterwegs gibt es immer wieder Begegnungen mit Menschen. Darunter Männer, die einen Jahrtausende alten Sport betreiben, ein Künstler, der mit Katzenhaar auf Kamelknochen winzige Bilder malt, oder junge Iraner, die von ihrem Alltag in dem islamischen Staat erzählen.Stephan Düfel beschäftigt sich in dem Film auch mit dem Zoroastrismus.Die 3.000 Jahre alte Religion wird im Iran noch gepflegt. Sie beeindruckend besonders durch ihren Totenkult. Ihr Stifter war übrigens der durch Friedrich Nietzsche und Richard Strauss bekannt gewordene „Zarathustra“.

Quelle: 3sat

Veröffentlicht am 3. Januar 2015 in Shiraz, Teheran und mit , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für 3sat| Iran – von Shiraz nach Teheran – Reisen in ferne Welten.

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