Archiv für den Tag 14. Februar 2015

Berlinale 2015| Goldener Bär an Jafar Panahis „Taxi“ – A great day for freedom !

Das Logo der 65. Berlinale 2015, Quelle:picture-alliance/dpa Goldener Bär 2015 an/to

Berlinale TAXI 2015

Jafar Panahis „Taxi“  Goldener Bär2015

Welt| CRYSTAL METH – Harte Drogen haben im Iran beängstigende Konjunktur

Drogenkonsum wird im Iran hart bestraft. Doch das schreckt viele nicht mehr ab. Die Zahl der Abhängigen steigt. Bereits 2,2 der 80 Millionen Iraner sollen süchtig sein – vor allem nach Crystal Meth.

Ghasal Toluian ist Psychologin und arbeitet in einem Bergdorf nordwestlich von Teheran. In einem Therapiecamp behandelt sie Dutzende Crystal-Meth-Abhängige. Viele ihrer Patienten seien Studenten, die mithilfe der Wachmacher die Examen zur Universitätszulassung bestehen wollten, sagt Toluian. Andere griffen zu den Aufputschern, weil sie bis zur Erschöpfung in zwei oder drei Jobs arbeiteten, um über die Runden zu kommen.

Obwohl auf viele Drogendelikte die Todesstrafe steht, explodieren im Iran Herstellung und Konsum harter Drogen. Nach Angaben der Drogenbekämpfungs- und Gesundheitsbehörden sind mehr als 2,2 Millionen von 80 Millionen Bürgern des Landes abhängig von illegalen Drogen, darunter 1,3 Millionen in gemeldeten Behandlungsprogrammen. Die Zahlen steigen demnach jährlich, obwohl gegen verurteilte Schmuggler häufiger die Todesstrafe verhängt wird: Neun von zehn Exekutionen entfallen inzwischen auf Drogendelikte.

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Taxi (2015 film) by Jafar Panahi | BERLINALE 2015: Winner of the price of „Fédération Internationale de la Presse Cinématographique“ (FIPRESCI)

Taxi (Persian: تاکسی‎) is a 2015 Iranian drama film starring and directed by Jafar Panahi. It premiered in competition at the 65th Berlin International Film Festival.[1] Similar as Abbas Kiarostami’s Ten and A Taste of Cherry,[2] it has been described as „a portrait of the Iranian capital Tehran“[3] and as a „documentary-like film is set in a Tehran taxi that is driven by Panahi“[4] with passengers who „candidly confide[e]“ to Panahi.[5] According to Jean-Michel Frodon, the passengers include „Men and women, young and old, rich and poor, traditionalists and modernists, video pirates vendors and advocate of human rights, [who sit] in the passenger seat of the inexperienced driver [who they refer to as] Harayé Panahi, ‚Mr. Panahi.'“ The passengers are played by non-professional actors, whose identities remain anonymous.[2]

Taxi
Directed by Jafar Panahi
Produced by Jafar Panahi
Written by Jafar Panahi
Starring Jafar Panahi
Production
company
Jafar Panahi Film Productions
Release dates
Running time
82 minutes
Country Iran
Language Persian

Like his previous two films This Is Not a Film and Closed Curtain, it was made despite Panahi’s 20-year ban from making films.[6]His previous two films had been shot in extreme secrecy in Panahi’s apartment and in a private house. In this film Panahi filmed out in the open on the streets of Tehran.[2]

Shortly after the film’s premiere at Berlin was announced, Panahi released an official statement in which he promised to continue making films despite the ban and said „“Nothing can prevent me from making films since when being pushed to the ultimate corners I connect with my inner-self and, in such private spaces, despite all limitations, the necessity to create becomes even more of an urge.“[5] At the Berlin Film Festival, the film won the FIPRESCI Prize.[7]

Cast

  • Jafar Panahi

References

  1. Jump up^ „Jafar Panahi’s New Film in Competition. Sebastian Schipper, Werner Herzog, Benoit Jacquot and Further Titles Added to the Selection“. Berlinale. January 14, 2015. RetrievedJanuary 18, 2015.
  2. ^ Jump up to:a b c Frodon, Jean-Michel (February 5, 2015). „‚Taxi‘ de Jafar Panahi, premier événement de la Berlinale“ (in French). Slate France. Retrieved February 5, 2015.
  3. Jump up^ „Banned Iranian filmmaker part of the Berlin Film Festival lineup“. Haaretz.com. January 14, 2015. Retrieved January 18, 2015.
  4. Jump up^ „Berlinale to screen „Atom-Heart Mother““. Tehran Times. January 16, 2015. Retrieved January 18, 2015.
  5. ^ Jump up to:a b Vivarelli, Nick (January 26, 2015). „Iranian Auteur Jafar Panahi Issues Statement on Irrepressible Need to Direct Despite Moviemaking Ban“. Los Angeles, CA: Variety. RetrievedJanuary 28, 2015.
  6. Jump up^ „‚Taxi‘ Panahi was the competition in Berlin“. BBC Persian. January 15, 2015. Retrieved January 18, 2015.
  7. Jump up^ „BERLIN 2015: Jafar Panahi ganó el FIPRESCI con Taxi“. fancinema. Retrieved 14 February 2015.

External links

Berlinale- Geheimes Interview mit dem iranischen Regisseur Jafar Panahi

Der Regisseur Jafar Panahi ist im Iran wegen angeblich staatsfeindlicher Propaganda zu sechs Jahren Haft und 20 Jahren Berufsverbot verurteilt. Dennoch gelang es ihm den Film „Taxi“ zu drehen, der auf der Berlinale 2015 gezeigt wird. Bericht: ZDF Heute Journal

Jafar Panahi – the man behind „TAXI“| Berlinale 2015: Winner of the price of „Fédération Internationale de la Presse Cinématographique“ (FIPRESCI)

Berlinale 2015: And the winner is „TAXI“ for the member of the Jurys of „Fédération Internationale de la Presse Cinématographique“ (FIPRESCI) .

 

Jafar Panahi (persisch ‏جعفر پناهی‎; * 11. Juli 1960 in Mianeh, Provinz Ost-Aserbaidschan) ist ein iranischer Filmregisseur. In seinen Filmen setzt er sich immer wieder kritisch mit Politik und Gesellschaft in der Islamischen Republik auseinander. 2010 wurde Panahi zu einer Haftstrafe und einem 20-jährigen Berufsverbot verurteilt.

Leben

Jafar Panahi ist einer der wichtigsten unabhängigen Filmemacher im Iran. Er studierte in den 1980er Jahren in Teheran Film- und Fernsehregie. Nach einigen Fernseharbeiten und Kurzfilmen war er Assistent von Abbas Kiarostami. Sein Debütfilm Der weiße Ballonwurde 1995 bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet. Sein nächster Film Der Spiegelgewann 1997 das Filmfestival von Locarno. Der größte Erfolg war für ihn der Gewinn des Goldenen Löwen bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig 2000 mit dem Film Der Kreis. Der Film wurde jedoch vom iranischen Regime verboten und nicht im Iran gezeigt. 2003 erhielt Crimson Gold den Hauptpreis auf der Semana Internacional de Cine de Valladolid. Sein Film Offside erlebte auf derBerlinale 2006 am 17. Februar 2006 seine Welturaufführung und gewann einen Tag später einen Silbernen Bären.

Im Februar 2010 sollte Panahi als Ehrengast der 60. Berlinale im Rahmen des World Cinema Fund Day an einer Diskussion zum Thema „Iranisches Kino: Gegenwart und Zukunft, Erwartungen innerhalb und außerhalb des Landes“ teilnehmen. Die Ausreise aus seinem Heimatland wurde Panahi jedoch verwehrt.[1] Er war zuvor in Nader Davoodis kritischem Dokumentarfilm Red, White & The Greenaufgetreten, der in der Berlinale-Reihe Panorama Dokumente gezeigt wurde und die Hoffnung der iranischen Intellektuellen, Jugend und Frauen auf einen politischen Wechsel deutlich macht.[2]

Panahi unterstützte bei den umstrittenen iranischen Präsidentschaftswahlen 2009 die Oppositionsbewegung Grüne Bewegung von Mir Hossein Mussawi gegen den Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad.[3]

Nach Angaben Oppositioneller wurde Panahi zusammen mit seiner Frau, seiner Tochter und weiteren Dissidenten am 1. März 2010 in seinem Haus von der iranischen Polizei festgenommen.[4] Ebenfalls festgenommen wurde Mohammed Rasoulof, mit dem er wiederholt zusammenarbeitete.[5] Panahi wurde zunächst ohne Anklage in das Evin-Gefängnis gebracht, wo er knapp drei Monate lang inhaftiert blieb. Er trat in den Hungerstreik, unter anderem weil er einen eigenen Anwalt forderte. Zahlreiche internationale Intellektuelle wie Michael Moore, Steven Spielberg, Robert Redford, Abbas Kiarostami haben sich für seine Freilassung eingesetzt. Panahi kam am 25. Mai 2010 gegen Zahlung einer Kaution von 200.000 US-Dollar stark abgemagert bis zum Beginn des Strafprozesses frei.[3][6] Bereits im Sommer 2009 war Panahi nach einer Gedenkveranstaltung für Neda Agha-Soltan kurzzeitig inhaftiert worden.[7]

Der Prozess fand am 20. Dezember 2010 statt. Panahi wurde dabei zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt; gleichzeitig erhielt er ein Berufsverbot von 20 Jahren, darf keine Interviews geben oder ins Ausland reisen. Gemäß seiner Anwältin muss Panahi wegen „Propaganda gegen das System“ ins Gefängnis. Konkret wird ihm vorgeworfen, er habe einen regimekritischen Film über die Wahlen und die anschließenden Ausschreitungen vorbereiten wollen.[3][8][9]

Panahi hatte in Abwesenheit seinen Platz in der Wettbewerbsjury bei den 61. Internationalen Filmfestspielen von Berlin behalten. Das Festival setzte damit ein Zeichen, Panahis Freiheitskampf zu unterstützen.[10] Außerdem sollte er mit Filmvorführungen und Diskussionen unterstützt werden. In mehreren Sektionen wurde jeweils ein Film von ihm gezeigt.[11] Aus Solidarität mit Jafar Panahi, der vom religiösen Regime des Iran an der Ausreise zur Berlinale 2011 gehindert wurde, erschien die tageszeitung (taz) am 11. Februar 2011 in grüner Farbe, der Farbe der iranischen Oppositionsbewegung.[12] Bis zum Ende der Berlinale hatte Festival-Direktor Dieter Kosslick daran geglaubt, Panahi würde am Ende noch auf seinem Juryplatz sitzen. Die Preisverleihung musste dennoch ohne ihn stattfinden. Die starke Solidarität Kosslicks führte allerdings zu einer weltweiten Berichterstattung des Fall Panahis.[13]

Anfang Mai 2011 gab die Festivalleitung der Filmfestspiele von Cannes die Uraufführung von Jafar Panahis und Mojtaba Mirtahmasbs In Film Nist (englischsprachiger Titel: This is not a Film) bekannt. Der 75-minütige Dokumentarfilm zeigt einen Tag im Lebens Panahis, während er über Monate auf seine Verurteilung warten musste.[14]

Im Oktober 2011 bestätigte ein iranisches Berufungsgericht sowohl die sechsjährige Haftstrafe als auch das zwanzigjährige Berufs- und Reiseverbot gegen Panahi.[15] Anfang März 2012 erklärte der Botschafter Irans in Deutschland, Ali Reza Sheikh Attar, dass Panahi zu diesem Zeitpunkt in zweiter Instanz vor Gericht stehe.[16]

Panahis Film Pardé lief im Wettbewerb der Berlinale 2013.[17]

In Taxi, dem neuen Film von Panahi, spielt er selbst einen Taxifahrer, der verschiedene Fahrgäste durch die Straßen Teherans fährt. Die Kamera ist unauffällig am Armaturenbrett des Autos befestigt und wird in einzelnen Szenen sichtlich von Panahi geschwenkt. Taxi ist im Wettbewerb der 65. Berlinale vertreten. Panahi schmuggelte den Film nach Berlin.[18]

Auszeichnungen

  • 2000: Goldener Löwe der Filmfestspiele von Venedig für den Spielfilm Der Kreis
  • 2012: Sacharow-Preis für geistige Freiheit des Europäischen Parlamentes[19], gemeinsam mit der iranischen Rechtsanwältin und Menschenrechtsaktivistin Nasrin Sotudeh
  • 2013: National Society of Film Critics Award als bester Experimentalfilm für This Is Not a Film
  • 2013: Silberner Bär für das beste Drehbuch, gemeinsam mit Kambuzia Partovi für Pardé

Filme

  • Yarali Bashlar (1988, Kurzdokumentarfilm)
  • Kish (1991, Dokumentarfilm)
  • Doust (1992, Kurzfilm)
  • Zire Darakhatan Zeyton (Quer durch den Olivenhain, 1994, Regieassistenz)
  • Badkonake Sefid (Der weiße Ballon, 1995)
  • Ardekoul (1997, Kurzdokumentarfilm)
  • Ayneh (Der Spiegel, 1997)
  • Dayereh (Der Kreis, 2000)
  • Talaye Sorkh (Crimson Gold, 2003)
  • Offside (2006)
  • Ākordeon (Das Akkordeon, 2010, Kurzfilm)
  • In Film Nist (Dies ist kein Film, 2011)[20]
  • Pardé (Closed Curtain, 2013)
  • Taxi (2015)

Einzelnachweise

  1. Hochspringen vgl. Elterlein, Eberhard von: Ein Film aus dem Iran sorgt für Furore. In: Berliner Morgenpost, 17. Februar 2010, Nr. 47, S. 21
  2. Hochspringen vgl. Berlinale: Ein Volk begehert auf. In: zeit.de, 17. Februar 2010 (aufgerufen am 19. Februar 2010)
  3. Hochspringen nach:a b c Sechs Jahre Haft wegen „Propaganda“. In: tagesschau.de vom 21. Dezember 2010; Archiv-Version
  4. Hochspringen vgl. Rückschau: Künstler im Knast. In: ttt – titel, thesen, temperamente vom 28. März 2010 (aufgerufen am 30. März 2010)
  5. Hochspringen Bert Rebhandl: Unfreier Mitarbeiter in: Der Standard vom 24. Jänner 2011. Abgerufen am 3. Juni 2011.
  6. Hochspringen Der Tagesspiegel: Iran: Filmemacher Jafar Panahi gegen Kaution frei, 25. Mai 2010.
  7. Hochspringen vgl. Al Jazeera: Iran targets reformist publications, 2. März 2010.
  8. Hochspringen Panahi zu sechs Jahren Haft verurteilt. In: Spiegel Online vom 21. Dezember 2010
  9. Hochspringen The Guardian: Iran: Iran jails director Jafar Panahi and stops him making films for 20 years, 20. Dezember 2010.
  10. Hochspringen Jafar Panahi behält Platz in Berlinale-Jury. In: Focus vom 21. Januar 2011
  11. Hochspringen Berlinale unterstützt iranischen Filmemacher Panahi. In: Welt Online vom 18. Januar 2011
  12. Hochspringen Tageszeitung, 11. Februar 2011.
  13. Hochspringen Mit Humor ist manchmal doch viel mehr zu erreichen In: zenithonline vom 17. Februar 2011
  14. Hochspringen vgl. Offizielle Pressemitteilung bei festival-cannes.com, 7. Mai 2011 (englisch; aufgerufen am 9. Mai 2011).
  15. Hochspringen Frankfurter Allgemeine Zeitung: Haftstrafe für Dschafar Panahi bestätigt, 15. Oktober 2011.
  16. Hochspringen 3sat, Kulturzeit, Maren Beuscher: Video: Interview mit Ali Reza Sheikh Attar, 1. März 2012
  17. Hochspringen http://www.berlinale.de/en/presse/pressemitteilungen/wettbewerb/wettbewerb-presse-detail_16404.html
  18. Hochspringen Dietmar Dath: „Die Wahrheit als Mitfahrgelegenheit.“ In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, E-Paper vom 7. Februar 2015, online abgerufen am 10. Februar 2015.
  19. Hochspringen Sacharow-Preis geht an iranische Aktivisten
  20. Hochspringen Lasst diesen Blick frei in: FAZ vom 23. Mai 2012, Seite 31

Quelle: DPA /AP / Spiegel/Tagesspiegel/Wikipedia

Iran – im Land der Gegensätze

Der Iran ist auf dem Weg, sich wieder zu öffnen – Präsident Rohani will den Staat für Touristen attraktiver machen. Wer von der Zehn-Millionen-Metropole Teheran durch karge Landschaften gen Süden fährt, dem kommt Isfahan wie eine Fata Morgana vor.

Teheran. Die Sonne steht senkrecht am Himmel. Zwei Dutzend Gärtner befeuchten die ausgedörrten Grünflächen. In der Luft vermengt sich der trockene Geruch von Staub mit dem frischen Dunst, der von der weitläufigen Parkanlage emporsteigt. Ein feuchter Schleier legt sich über den von der Mittagssonne aufgeheizten Imam-Platz in Isfahan. Am südlichen Rand ragen die 42 Meter hohen Minarette der prächtigen Imam-Moschee in den Himmel. Dahinter erhebt sich die mächtige Zwiebelkuppel. Tausende Kacheln mit floralen Ornamenten tauchen das Gotteshaus in intensive Farben aus Türkisblau und Sonnengelb. Vor den schattigen Arkaden fahren Kutschen. Das Hufgeklapper der Pferde bildet einen eigentümlichen Rhythmus mit dem an- und abschwellenden Stimmengewirr der Menschen. Familien picknicken auf der Wiese, Kinder fahren Rad in den Pfützen der ausgetrockneten Springbrunnen, junge Männer trinken Tee und spielen Backgammon.

Wer von der Zehn-Millionen-Metropole Teheran durch karge Landschaften gen Süden fährt, dem kommt Isfahan wie eine Fata Morgana vor. Inmitten der Salzwüste schmiegt sich die einst wichtigste Handelsstadt Persiens mit ihren blühenden Gärten zwischen die wuchtigen Gipfel des Zagros-Gebirges. Der Meidan-e Emam, wie der Platz offiziell heißt, gehört zu den größten öffentlichen Plätzen der Welt und zählt neben 16 weiteren Stätten im Iran zum Weltkulturerbe.

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FR| Iran – Der Geschmack von Freiheit

Von 

Frauen sind im Iran gesetzlich zum Hidschab, der islamisch begründeten Verhüllung, verpflichtet.  Foto: Hannah Weiner

Im Iran, wo Gotteslästerung mit dem Tod bestraft werden kann, Frauen wegen westlicher Kleidung Auspeitschung droht und das Wort Allahs Gesetz ist, hat sich die Elite kleine Oasen der Selbstbestimmung erkauft.

Feucht-schwerer Nebel hängt über der kleinen Stadt Shahrake D., die sich aus der Dämmerung erhebt. Der vollständige Name des Ortes im Norden Irans muss geheim bleiben. „Das wäre sonst für uns alle zu gefährlich“, sagt Iman schon zum dritten Mal in die Stille des Autos hinein. Seit einer Woche begleitet der 31-Jährige uns, drei deutsche Touristinnen, durch sein Heimatland Iran. Eine Überraschung warte hier, hatte er versprochen, bevor wir in der Hauptstadt Teheran losgefahren sind.

Der Iran ist ein von Mullahs beherrschtes Land. Frauen sind hier gesetzlich zum Hidschab, der islamisch begründeten Verhüllung, verpflichtet. „Geht lieber kein Risiko ein“, hat Iman immer wieder betont. Auch Touristinnen sollten sich bedeckt und im Hintergrund halten, denn schon Rauchen in der Öffentlichkeit gilt manchmal als Provokation. Verstöße gegen diese Regeln können hoch bestraft und Frauen im schlimmsten Fall ausgepeitscht werden, wenn sie sich freizügig kleiden oder unsittlich verhalten. Daran haben wir uns die vergangenen acht Tage ausnahmslos gehalten. „Ihr dürft eure Kopftücher jetzt abnehmen“, sagt Iman auf einmal. Wir sind in Shahrake D. angekommen.

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„Blau ist eine warme Farbe“: Übersetzung im Iran zugelassen

Die iranische Regierung wird von konservativen Medien kritisiert, weil sie die Übersetzung des Comic-Romans „Blau ist eine warme Farbe“ von Julie Maroh zugelassen hat. „Wie kann das Kultusministerium die Übersetzung dieses Buches erlauben?“, schrieb das Webportal „Salehin“ am Freitag.

Ein Roman, der Werbung für Homosexualität mache, sei gegen alle religiösen und moralischen Werte der iranischen Gesellschaft, hieß es in einem Leitartikel. In der Graphic Novel geht es um die Beziehung zweier Frauen. Die Verfilmung von Abdellatif Kechiche gewann 2013 in Cannes die Goldene Palme.

Auch das erzkonservative Webportal „Chamrannews“ kritisierte Kultusminister Ali Dschannati wegen der Erlaubnis, den französischen Comic-Roman zu übersetzen und zu veröffentlichen. Dschannati ist seit geraumer Zeit wegen liberalerer Kulturpolitik Zielscheibe von Hardlinern im Iran. Der Roman wurde von der im Ausland lebenden Autorin und Künstlerin Sohejla Dschodejri ins Persische übersetzt. Ihr wird nun im Iran vorgeworfen, für Homosexualität zu werben.

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