Welt| Irans Transsexuelle „leben und sterben einsam“

Offiziell gibt sich der Iran bei Geschlechtsumwandlungen offen. Tatsächlich endet das Leben von Betroffenen oft in Drogen, Prostitution oder Suizid. Ein Besuch bei transsexuellen Frauen in Teheran.

Sie weiß nicht mehr, wie oft sie versucht hat, sich umzubringen. Nur das erste Mal hat sie noch klar vor Augen. Taraneh (Name geändert, d. Red.) war 15, und das Leben in dem kleinen Dorf am Kaspischen Meer im Norden Irans war nicht mehr zu ertragen. Kinder, die mit Steinen auf sie warfen, ein Mann, der versuchte, sie ins Autos zu zerren und zu vergewaltigen; alles wegen ein bisschen Make-up im Gesicht, damals, als sie noch ein Junge war. Sie trug einen Hocker ins Bad, stellte ihn vor den Medikamentenschrank der Eltern, suchte und fand einen Streifen Tabletten. Der Name sagte ihr nichts, aber er war lang, klang chemisch und gefährlich. Sie nahm alle. Sie lacht heute, in Irans Hauptstadt Teheran, 23 Jahre später – kein fröhliches Lachen, ein resigniertes Lachen. „Es waren Abführtabletten.“

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Veröffentlicht am 21. Februar 2015 in Human Rights, Iran, Menschenrechte, Transsexuelle und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für Welt| Irans Transsexuelle „leben und sterben einsam“.

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