FAZ| Eine Galerie namens Teheran

Unter dem Motto „A gallery as big as a town“ bekommt man in Teherans Straßen derzeit Kunstwerke statt Werbung zu sehen. Hilft Bürgermeister Mohammad Baqer Ghalibaf damit vor allem sich selbst?

10.05.2015, von HANNAH FEILER

© AFPVergrößernDas Projekt „A gallery as big as a town“ zeigt Werke internationaler und lokaler Künstler.

Teherans Oberbürgermeister Mohammad Baqer Ghalibaf hat seine Liebe zur Kunst entdeckt und die Stadt in eine Galerie verwandelt. Wo sonst für Banken oder südkoreanische Geschirrspülmaschinen geworben wird, ließ er Kunstwerke aufhängen – Picasso statt Konsumaufforderung. Zehn Tage lang sind 700 Werke iranischer und ausländischer Künstler auf 1500 Werbetafeln über die Stadt verteilt zu sehen. Der aus Teheran stammende Bildhauer und Maler Saeed Shahlapour ist der Kurator dieses Projekts. Bei der Auswahl der Kunstwerke sei er im Prinzip frei gewesen, habe aber einige Richtlinien befolgen müssen, erklärte er. So stand etwa von Anfang an fest, dass ein Großteil der Werke aus den Ateliers iranischer Künstler stammen sollte. Die übrigen 30 Prozent  zeigen die Gemälde und Fotografien ausländischer Künstler, darunter so große Namen wie Munch, Rembrandt, Picasso oder Henri Bresson-Cartier.

© TWITTERIn Teheran wurde die Stadt über Nacht zur Galerie und zeigt ein Gemälde von David Hockney

Die kuratorischen Bemühungen des Verschönerungskomitees wurden in den sozialen Netzwerken begeistert aufgenommen. Das Interesse an berühmten Gemälden, die man sonst nur in den großen Museen dieser Welt zu Gesicht bekommt, scheint groß zu sein. Gegenüber der New York Times kündigten Einwohner der Stadt bereits an, von nun an öfter ins Museum gehen zu wollen.

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Veröffentlicht am 10. Mai 2015 in Iran, Kunst, Teheran und mit , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für FAZ| Eine Galerie namens Teheran.

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