Archiv für den Tag 4. Juni 2015

ARD| Zuwanderer

Massenunterkünfte und Arbeitsverbot: Das war lange das Schicksal vieler Zuwanderer. Damit wird Potenzial verschenkt und Frustration bei Zuwanderern wie Einheimischen geschürt. Dass es auch anders gehen kann zeigt unser Beispiel aus Hessen.

Vier Jahre sind seit seiner Flucht aus Eritrea vergangen. Damals hätte Soltan B. nicht im Traum daran gedacht, dass er einmal in Osthessen Maler und Verputzer lernen würde. Jetzt ist der 27-Jährige schon im zweiten Ausbildungsjahr. Und es läuft besser als gedacht.

Soltan B. hat das nicht zu 100 Prozent geglaubt und hatte zuerst ein bisschen Angst vor den Leuten und der Sprache. Und wie das in der Kolonne wird. Aber er hat gesehen: Da sind viele Leute, die ihm auch helfen.

Den Ausbildungsplatz hat er über einen Vorbereitungskurs der Lehrbaustelle in Bebra bekommen. Seit zwei Jahren werden dort Asylbewerber mit den verschiedenen Gewerken beim Bau vertraut gemacht. Das Angebot richtet sich an Flüchtlinge, die gerade erst angekommen sind. Und die nehmen das dankbar an.

Ausbildung und Integration, statt in Gemeinschaftsunterkünften zu versauern. Ein Leuchtturmprojekt, sagt der Kreis-Handwerksmeister. Und kann nicht nachvollziehen, warum es nicht viel mehr so machen wie in Bebra.

Klaus Stöcker, Kreishandwerksmeister Hersfeld-Rotenburg:

»Gerade im Bauhandwerk haben wir zahlreiche Betriebe, die händeringend nach jungen Leuten suchen. Und es ist von daher auch so, dass von den Asylbewerbern keinem ein Ausbildungsplatz weggenommen wird, sondern dass im Wesentlichen unbesetzte Ausbildungsplätze besetzt werden können.«

Ein großes Problem ist die Sprache. Vor der Anerkennung gibt es keinen Deutschkurs. Deshalb werden wenigstens die wichtigsten Fachbegriffe vermittelt. Sonst wäre es auf dem Bau lebensgefährlich.

Karl Heinz Richardt hat Soltan und einem weiteren Kollegen aus dem Kurs eine reguläre Lehrstelle angeboten.

Karl-Heinz Richardt, Seniorchef, Maler und Putzbetrieb Richardt:

»Diese Entscheidung war eine richtige Entscheidung. Eine sehr gute Entscheidung für den Betrieb. Und auch das Verhältnis zu den Arbeitskolleginnen und -kollegen ist mit diesen Mitarbeitern aus Afrika sehr gut. Es wächst da was zusammen.«

Fachkräfte sichern kontra Abschiebung

Bisher wurde die Maßnahme von der EU und dem Kreis mit rund 90.000 Euro gefördert. Von den bisher 30 Teilnehmern absolvieren schon neun eine betriebliche Ausbildung. Das spart pro Jahr rund 60.000 Euro Sozialausgaben. Bei drei Jahren Ausbildung: 180.000 Euro. Fünf weitere Teilnehmer haben bereits eine Arbeitsstelle gefunden. Auch da spart der Kreis.

Und das ist nicht alles. Asylbewerber, die Arbeit haben, zahlen ja auch Steuern, Kranken- und Rentenversicherung. Die Lehrbaustelle in Bebra möchte gerne mehr ausbilden und mehr Berufe anbieten. Der Bedarf ist da. Aber die Angst vor Abschiebung hängt wie ein Damoklesschwert über den Lehrlingen, den Ausbildern und den Betrieben.

Klaus Stöcker:

»Unsere Forderung ist ganz klar, der Schutz vor Abschiebung während der Ausbildungszeit und aber auch im Anschluss an die Ausbildungszeit zumindest für zwei Jahre meinetwegen, nochmal die Abschiebung auszusetzen, um den Leuten die Möglichkeit zu geben, sich zu bewähren …. und zu zeigen, dass sie sich integrieren wollen und bereit sind, hier für uns mitzuarbeiten und in das gesellschaftliche Leben einzusteigen.«

Alle Teilnehmer hoffen, dass sie nach einer Ausbildung in Deutschland bleiben können. Für sie ist es die Chance ihres Lebens.

Alle profitieren, sagt die Sozialdezernentin. Die Teilnehmer und die Betriebe. Aber die EU-Fördermittel sind zeitlich begrenzt. Und ohne diese Anschubfinanzierung geht es nicht. Da muss eine dauerhafte Lösung her, fordert sie:

Elke Künholz, Sozialdezernentin Kreis Hersfeld-Rotenburg: „Wir können nicht nur vom Facharbeitermangel sprechen, … sondern wir müssen auch sämtliche Voraussetzungen dafür schaffen, dass tatsächlich eine Vermittlung in Arbeit möglich ist.“

Schon merkwürdig: Die Menschen sind da und wollen arbeiten. Sie helfen, den Bevölkerungsschwund zu bremsen. Und es gibt Jobs für sie, ohne einheimische Bewerber zu verdrängen. Soltan B. büffelt jeden Tag nach Feierabend für die Zwischenprüfung. Fast alle anderen sind immer noch zur Untätigkeit verdammt. Warum eigentlich?

Quelle: PLUSMINUS-ARD

Extreme sport of slacklining gains a foothold in Iran

Kiavash Sharifi can hardly describe the feeling of tip-toeing across an abyss on a thin ribbon of webbing that bends ever so slightly downward.

Extreme sport of slacklining gains a foothold in Iran

The 22-year-old is one of a growing number of Iranians embracing the extreme sport of slacklining — a high-wire walk on a flat line of webbing strung between rocks or trees up to 60 meters (yards) above the ground. The webbing provides slightly more stability than a round cord, but is also bouncier.

„It is very exciting. I’m short on words when I want to describe how it feels when you are on the webbing, and how it feels when you manage to walk the whole line and reach the other end,“ Sharifi said. „When you are on the webbing you don’t notice anything else.“

He’s part of „Iran Slackline,“ a group of friends who have had to find their own footing in a country with no formal institutions for the sport. They must make much of their equipment by hand or acquire it abroad — including safety devices.

On a recent day the friends gathered in the mountains outside Tehran, with the capital skyline serving as a backdrop. They strung a 10-meter strip of webbing between two rocks 30 meters above ground.

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TheGuardian| Female genital mutilation practised in Iran, study reveals

First authoritative research shows FGM is carried out in four major provinces

A woman wearing a niqab in Iran’s Hormozgan province, which has the highest incidence of FGM in the country. Niqabs are only worn in southern provinces.
A woman wearing a niqab in Iran’s Hormozgan province, which has the highest incidence of FGM in the country. Niqabs are only worn in southern provinces. Photograph: Kamran Jebreili/Getty Images/arabianEye

The first authoritative study into female genital mutilation in Iran has found the practice is being carried out in at least four major provinces while officials are silent on the matter.

According to research by social anthropologist Kameel Ahmady released on Thursday, FGM is more prevalent in the southern province of Hormozgan and its nearby islands (Qeshm and Hormuz) than in any other parts of the country.

It is also being practised to a lesser degree in Kurdistan, Kermanshah and West Azerbaijan provinces, which are situated in western Iran close to the Iraq border.

Ahmady’s research shows that FGM is mainly an issue concerning the Shafi’i sect of Sunni Muslim Iranians, a minority in the Shia-dominated country. Only a small fraction of the Shia population living in proximity of Sunni communities practise FGM.

“FGM is practised in Iran in some cases to tame girls’ sex drive before marriage; it is made to preserve their chastity,” said Ahmady. “The attitude of officials and authorities is that FGM doesn’t exist in Iran. The Iranian public is also largely ignorant about the subject.”

Ahmady first decided to focus on FGM in Iran when he was working with relief NGOs in Africa in early 2000s. Over the course of 10 years he has spoken to around 3,000 Iranian women who have experienced FGM in Iran, as well as 1,000 men. His research was published to coincide with the International Day of Innocent Children Victims of Aggression, observed every year on 4 June.

“I returned to Iran in 2005 to study FGM in my home country and instantly I was shocked to discover that it even happened to the closest members of my own family and relatives,” he said. “In fact, many in Iran don’t have a clue that [FGM] is being practised in some parts of the country.”

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