Archiv für den Tag 24. Juni 2015

WDR| Sitzplätze reserviert für Deutsche

Sitzplätze reserviert für Deutsche

Von Stephanie Grimme

Ein Linienbus des Essener Verkehrsunternehmens EVAG war präpariert: Nur Menschen mit deutschem Ausweis dürfen vorne sitzen. Unglaublich! Und auch nicht wahr: Es handelte sich um ein Sozial-Experiment des WDR – mit versteckter Kamera.

Sendung zum Thema

Quarks & Du | Dienstag, 25. August 2015, 21.00 Uhr | WDR-Fernsehen

Ein WDR Team von „Quarks & Du“ hat heute in einem Bus der EVAG einen Test gegen Rassismus gemacht. Viele haben das provokante Projekt kommentiert. Das Ergebnis gab es gerade in der Lokalzeit Ruhr und jetzt hier: https://www.facebook.com/wdrlokalzeitruhr

Posted by WDR Lokalzeit Ruhr on Dienstag, 23. Juni 2015


Aufkleber im Bus: Diese Plätze sind für Deutsche reserviert
äuschend echt, aber nur ein Experiment

„Diese Plätze sind für Inhaber eines gütligen deutschen Personalausweises reserviert.“ Diese Aufkleber waren an den Fenstern eines Busses der Linie 160 zu sehen, die von Essen-Borbeck über Rüttenscheid bis nach Essen-Stoppenberg führt. Sie waren so authentisch im typisch gelb-blauen Design der EVAG, dass sie kaum bemerkt wurden. Diejenigen, die sie bemerkten, waren aber empört. Eine Frau riss den Aufkleber ab und wollte sich bei der EVAG beschweren. Es gingen auch mehrere Beschwerde-Anrufe von anderen Fahrgästen bei der EVAG ein.

„Hier steht keiner auf!“


Menschen sitzen in einem Bus und schauen in die Kamera. Sie sind zum Teil dunkelhäutig. Daneben hängt ein Schild, dass Ausländer hinten sitzen müssen.
Alles nur ein Fake: Ausländische Fahrgäste müssen hinten sitzen

Aber das Fernsehteam der neuen Sendung „Quarks & Du“ trieb es noch weiter auf die Spitze. Ein angeblicherEVAG-Kontrolleur forderte ausländische Fahrgäste auf, sich nach hinten zu setzen. Da wurden die restlichen Fahrgäste dann wach und setzten sich heftig für die Ausländer ein. „Hier setzt sich keiner weg„, sagte ein jüngere Frau, stand auf und stellte sich schützend vor die Ausländer. „Ich habe die Nazi-Zeit erlebt. Das darf nie wieder sein,“ erregte sich eine ältere Dame. „Hier steht keiner auf!“

Extrem engagierte Fahrgäste

Bevor die Situationen komplett eskalierten, gab sich das Kamerateam dann aber zu erkennen und lobte die Fahrgäste für ihr mutiges Einschreiten. „Ich bin wirklich überrascht, wie engagiert die Fahrgäste reagiert haben„, sagt Regisseur Dirk Gion. Und lobte auch die EVAG. Das Fernseh-Team habe viele verschiedene Organisationen für dieses Sozial-Experiment angefragt: Supermärkte, Mensen in Universitäten und andere Verkehrsunternehmen. Alle hatten Angst, dass ein negatives Image haften bleibt. Die EVAG hat aber mitgemacht: „Wir sehen darin die Chance, unseren Mitarbeitern, die aus allen möglichen Nationen kommen, und unseren Fahrgästen klar zu machen, dass es so einen Rassismus bei uns nicht gibt,“ begründet Unternehmenssprecher Olaf Frey das Ja zu der Aktion.

Weniger Rassismus?


Eine versteckte Kamera in einem Kaffeebecher
Kameramann Klaus Reinelt: Seine Kamera ist versteckt in einem Kaffeebecher

Empirischen wissenschaftlichen Methoden entspricht das Experiment nicht. Dafür wurden zu wenig Reaktionen dokumentiert. Aber wissenschaftlich begleitet wurde die Fahrt dennoch. Mit im Bus war die Rassismusforscherin Madeleine Preuß vom Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung in Bielefeld. „Ich bin positiv erstaunt, wie heftig die Fahrgäste reagiert haben. Das ist eine sehr extreme Situation, in der natürlich auch reagiert werden muss, weil man weiß, welche Reaktion erwartet wird.“ Das hieße allerdings nicht, dass diese Menschen nicht doch auch in anderen Situationen rassistisch sein können. „Latenten Rassismus an Schulen oder am Arbeitsplatz zu erkennen und einzugreifen ist viel schwieriger.“ Dennoch scheint sich in der Gesellschaft etwas bewegt zu haben. Vor 21 Jahren wurde in der Mensa der Uni Münster ein ähnliches Experiment gemacht. Ausländer und Deutsche sollten unterschiedliche Wege benutzen. Damals wurde diese Aufforderung von den meisten Deutschen klaglos akzeptiert.

Das Sozial-Experiment wird am 25. August um 21 Uhr im WDR-Fernsehen in der neuen Fernsehsendung „Quarks & Du“ ausgestrahlt.

Quelle. WDR

Iran| Women on the Front Line

From Sharia law to Women’s rights. How have women managed to fight back in the heart of a bitterly theocratic state? Who are these women? What are their stories? Women on the Front Line tries to answer these questions by talking to women’s rights activists who have been in the thick of struggle for gender equality in Iran. The film, the first of its kind, is the brainchild of Sheema Kalbasi, the Iranian poet and human rights activist. Written by Sheema Kalbasi and Hossein Fazeli and directed by Hossein Fazeli, the film combines on-camera interviews with theatrical segments to arrive at a subjective take on the struggle of women’s rights activists in Iran.

WHEN YOU DON`T EXIST ( DEUTSCH)

S.O.S. Europa: Setzen Sie ein Zeichen und fordern Sie einen besseren
Schutz für Flüchtlinge an den EU-Außengrenzen!
Jetzt mitmachen: http://www.amnesty.de/sos-europa

Tausende Menschen aus Afrika fliehen jährlich über das Mittelmeer nach
Europa aus Angst vor Haft, Misshandlung und Folter, oder weil ihnen in
ihrer Heimat kein Leben in Würde möglich ist. Mindestens 1500
Flüchtlinge kamen dabei 2011 ums Leben.

Viele starten die gefährliche Überquerung in Libyen. Damit die
Flüchtlingsboote Europa gar nicht erst erreichen, arbeitet Italien eng
mit der neuen libyschen Regierung zusammen. In einem Geheimabkommen
vereinbarten die beiden Länder im April 2012, Flüchtlinge auf hoher See
abzufangen und nach Libyen zurückzuschicken. Auch dort drohen ihnen
Haft und Folter.

Beteiligen Sie sich an der Online-Petition von Amnesty International
und fordern Sie Italien auf, diese Zusammenarbeit mit Libyen zu
beenden: http://www.amnesty.de/sos-europa

Weitere Informationen auf: http://www.whenyoudontexist.eu

Quelle: Amnesty International

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