MD Integration| TRAUMATISIERTE FLÜCHTLINGE: Viele Asylbewerber benötigen dringend eine Behandlung

Viele Flüchtlinge, die in Deutschland ankommen, sind Krieg, Unterdrückung und lebensgefährdenden Umständen entkommen. Selbst wenn sie hierzulande Schutz finden, sind ihre Wunden – physische wie psychische – noch lange nicht geheilt. Kliniken und Beratungsstellen wie das „Behandlungszentrum für Folteropfer in Berlin“ versuchen, den steigenden Flüchtlingszahlen gerecht zu werden. Doch der Bedarf ist zwanzig mal höher als das Angebot.

Eine Flüchtlingsfamilie in der BAMF-Außenstelle in Spandau. Foto: Thomas Lobenwein

Sie kommen aus dem Irak, Syrien, Afghanistan, dem Kosovo, Tschetschenien: Sie haben den Krieg mit eigenen Augen gesehen, viele haben Angehörige verloren. Manche waren lange unter menschenunwürdigen Umständen in Haft, sie wurden seelisch und körperlich gefoltert. Selbst wenn sie es geschafft haben, das Elend hinter sich zu lassen, suchen sie die Erinnerungen immer wieder heim.

Von den Geflüchteten, die jährlich Deutschland erreichen, leiden Tausende an Schlaflosigkeit, Alpträumen, Depression, Konzentrationsstörungen – ein typisches Erkrankungsbild für Menschen, die durch Angst und Gewalt stark traumatisiert wurden.

Wie viele es sind, ist schwer einzuschätzen. Zum Thema gibt es kaum wissenschaftliche Studien. 2005 ergab eine Untersuchung der Universität Konstanz zur „Posttraumatischen Belastungsstörung“ bei Flüchtlingen in Erstaufnahmeeinrichtungen, dass rund 40 Prozent aller Antragsteller unter solchen Störungen litten. Fünf Jahre später kam ein Forschungsteam der Ludwig Maximilians Universität in München zu vergleichbaren Ergebnissen: Rund die Hälfte der untersuchten Asylbewerber hatten therapiebedürftige psychische Erkrankungen.

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Veröffentlicht am 10. Juli 2015 in Deutschland, Flüchtlinge, Posttraumatischen Belastungsstörung, TRAUMATISIERTE FLÜCHTLINGE und mit , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für MD Integration| TRAUMATISIERTE FLÜCHTLINGE: Viele Asylbewerber benötigen dringend eine Behandlung.

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