Welt| IRAN: Eine Kinderehe, weil Gott es so wollte

Behzad, 13, und Zeinab, 17, haben geheiratet. Einen Sohn haben die beiden Iraner. Gezwungen zur Heirat habe sie niemand. Im Gegenteil. Eine Geschichte vom viel zu frühen Ende der Kindheit.

Behzad spricht von der Liebe. Der großen Liebe. Er habe sie schon früh erlebt, sagt er und lacht. Kratzig klingt das und ein bisschen verlegen. Es ist das Lachen eines Jungen, über dessen Lippen ein Bartflaum sprießt. Als Behzad die große Liebe erlebte, da war er zehn.

Behzad ist jetzt Ehemann, Vater und 13 Jahre alt. Seine große Liebe Zeinab ist 17 und seine Ehefrau. Auf dem Arm trägt sie ein kleines Bündel, ihr gemeinsames Baby fest eingewickelt in eine Decke.

Vor über einem Jahr haben die beiden geheiratet, in einem Vorort der südiranischen Stadt Kerman. Sie seien so verliebt gewesen, sagt Behzad. Zeinabs Augenlider schimmerten golden, passend zu ihrem Kleid. Ihre dunklen Haare waren von einem roten Tuch verhüllt. In der Garage, in der Zeinabs Familie lebt, haben sie gefeiert – es war nur ein kleines Fest, für ein großes hatten sie kein Geld. Ein Hochzeitsfoto gibt es auch. Zeinab lehnt an Behzads Schulter, die wegen des Sakkos breiter wirkt, als sie ist. Ein Ehepaar mit Pausbacken und unsicherem Blick.

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Veröffentlicht am 17. Juli 2015 in 2015, Civil Rights, Human Rights, Iran, Kinderehe und mit , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Kommentare deaktiviert für Welt| IRAN: Eine Kinderehe, weil Gott es so wollte.

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