Archiv für den Tag 21. Juli 2015

Handelsblatt| IRAN-REISE DES VIZEKANZLERS: Gabriels „absolut falsches Signal“

Die Reise von Gabriel in den Iran dürfte der deutschen Wirtschaft alte Märkte neu öffnen. Dass der SPD-Mann die Mullahs trotz ihrer ständigen Israel-Attacken als Freunde betrachtet, sorgt für großen Unmut.

Gabriel in Teheran.

"Alte Freunde"? Gabriel und der iranische Ölministers Bidschan Namdar Sangeneh. Quelle: ap

„Alte Freunde“? Gabriel und der iranische Ölministers Bidschan Namdar Sangeneh.

(Foto: ap)

BerlinDie Iran-Reise von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) sorgt für großen Unmut in der Union und der SPD. „Ich störe mich an der Aussage, dass Iran einer unserer Freunde ist“, sagte der Unions-Obmann im Auswärtigen Ausschuss, Roderich Kiesewetter (CDU), dem Handelsblatt. „Er kann unser Freund und ein Stabilitätsfaktor in der Region dann werden, wenn er besagtes Existenzrecht Israels tatsächlich anerkennt.“

Kritik kam auch vom Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Reinhold Robbe (SPD). „Es ist missverständlich, wenn jemand sagt, das Existenzrecht Israels müsse garantiert werden“ , dem Berliner „Tagesspiegel“. „Das darf gar nicht erst zur Debatte stehen.“ Der Grünen-Abgeordnete Volker Beck sagte: „Bei der Verteidigung des Existenzrechts Israels darf es keine Konzessionen geben. Davor müssen wirtschaftliche Interessen auch einmal zurücktreten.“

weiterlesen

Advertisements

BILD| WEGEN IRAN-REISE | Presseprügel für Gabriel

„Süddeutsche Zeitung“: „Zu spät kommen ist blöd; zu früh fliegen ist manchmal viel blöder.“

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und der iranische Präsident Hassan Ruhani bei ihrem Treffen am Montag in Teheran

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und der iranische Präsident Hassan Ruhani bei ihrem Treffen am Montag in Teheran

Am letzten Tag seiner Reise in den Iran kassiert Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) heute mächtig Prügel in Kommentaren einiger der renommiertesten deutschen Zeitungen.

Der Vizekanzler und Parteichef war am Sonntag – nicht mal eine Woche nach Abschluss des umstrittenen Atomabkommens – mit einer Wirtschaftsdelegation in den Iran nach Teheran gereist.

Gabriel ist der erste westliche Spitzenpolitiker, der dem Mullah-Regime einen offiziellen Besuch abstattete und wurde sehr deutlich wegen seiner Eile kritisiert.

weiterlesen

SZ| Peinlich, Herr Gabriel

Wirtschaftsminister in Iran Gabriel will Zusammenarbeit mit Iran rasch ausweiten

(Video: Reuters, Foto: AFP)

Die Bundesregierung zeigt mit der Iran-Reise von Wirtschaftsminister Gabriel eindrucksvoll, was aus ihrer Sicht am wichtigsten ist: die Geschäfte.

Kommentar von Stefan Braun

Dass Sigmar Gabriel nur wenige Tage nach der Atom-Einigungmit Iran nach Teheran reist, um der deutschen Wirtschaft die Tür zu öffnen, ist zuallererst ehrlich. Die Bundesregierung und ihr Wirtschaftsminister zeigen damit eindrucksvoll, was aus ihrer Sicht am wichtigsten ist für Deutschland: Es sind die Geschäfte und die damit vielleicht verbundenen Arbeitsplätze. Wer so denkt, will nicht zu spät kommen. Sonst könnte der Auftraggeber einen ja strafen, indem er zur Konkurrenz geht.

Sigmar Gabriel Bundeswirtschaftsminister

BundeswirtschaftsministerGabriel sondiert in Iran Chancen für deutsche Wirtschaft

Als erster hochrangiger westlicher Politiker ist Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel nach der Einigung im Atomstreit nach Iran gereist.

weiterlesen

%d Bloggern gefällt das: